Mehrfamilienhaus mit Gerüst
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Corona: Wohnungsunterneh­men planen weniger Modernisierungen

Noch fühlt sich die Wohnungswirtschaft von der Corona-Krise wenig gebeutelt. Doch viele Unternehmen erwarten, dass es bald vermehrt zu Mietausfällen kommt. Das wirkt sich auch auf geplante Modernisierungen aus. Denn die sollen sich verzögern – oder ganz ausbleiben.

Die Corona-Krise ist im ganzen Land zu spüren – und das zunehmend auch bei den Wohnungsunternehmen. Sie rechnen mit starken Beeinträchtigungen sowohl was die Vermietung und die Betreuung der Mieter anbelangt, aber auch, wenn es um Modernisierungen und Instandhaltung von Gebäuden geht. Das hat eine Befragung des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) unter mehr als 2.000 Mitgliedern ergeben.

Zum Zeitpunkt der Befragung Mitte April hätten sich Mietausfälle und Mietstundungen zwar noch auf einem niedrigen Niveau bewegt. Doch drei Viertel der Umfrageteilnehmer erwarten eine Zunahme. Und diese Mietausfälle haben Folgen. Viele Unternehmen müssten aktuell ihre Investitionen zurückfahren. Auch bei der Instandhaltung seien schon jetzt Einschnitte geplant, sagt GdW-Präsident Axel Gedaschko.

Mehr Mietausfälle im Mai, weniger Modernisierungen

Insgesamt berichteten die befragten Unternehmen bei rund 15.000 privaten Mietverhältnissen von einem kompletten Zahlungsausfall bis Mitte April. Das entspricht einem sehr geringen Anteil von 0,66 Prozent. Das dadurch entstandene finanzielle Minus der Unternehmen beläuft sich insgesamt auf 6,8 Millionen Euro. Bei allen Umfrageteilnehmern seien insgesamt auch 6.500 Anträge auf Mietstundungen eingegangen. So sei noch einmal ein Minus von 2,6 Millionen Euro entstanden.

Der Großteil (75 Prozent) der befragten Unternehmen rechnet jedoch damit, dass im Mai Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit zunehmen und damit deutlich mehr Zahlungsausfälle und Stundungen auftreten werden. Schon jetzt sind 21 Prozent der Unternehmen daher gezwungen, Investitionen in die Instandhaltung der Gebäude zurückzufahren. Fast ein Viertel (24 Prozent) der Unternehmen plant wegen der Krise, weniger Geld in Modernisierungen zu investieren.

Energetische Modernisierungen verzögern sich

Die Mehrheit der Unternehmen rechnet damit, dass sich bei den energetischen Modernisierungen (52 Prozent), bei weiteren Modernisierungsmaßnahmen (62 Prozent) und bei der Instandhaltung (56 Prozent) Verzögerungen von zwei bis vier Monaten ergeben werden.

Auch auf neue Vermietungen wirkt sich die Krise drastisch aus. 41 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass diese nur mit großen Einschränkungen möglich seien. 11 Prozent gaben an, dass sie gar nicht möglich ist.

Außerdem schränkt die Pandemie die Betreuung der Mieter ein. Diese ist bei 41 Prozent der Unternehmen nur noch stark eingeschränkt, bei neun Prozent gar nicht mehr möglich.

Der GdW fordert daher von der Politik weitere Schritte – auch wenn die bislang getroffenen Hilfsmaßnahmen "von herausragender Bedeutung" seien. Zusätzlich sollte jedoch der Antrag auf Wohngeld noch weiter erleichtert werden und auch elektronisch möglich sein.

Außerdem fordert der GdW die Erhöhung der Mietenstufe, so könnten mehr Mieter mit Wohngeld unterstützt werden. Nachweise für die Wohngeldberechtigung sollten außerdem auf das nötigste beschränkt und Mietenreduzierungen wie Stundungen nicht auf die Höhe des Wohngelds angerechnet werden.

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