Zwei Hände tauschen Schlüssel aus
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Wohnen | Ratgeber

Wohnungstausch: Die besten Tipps, Plattformen & Angebote

Katharina Schneider

Wohnungstausch ist nichts Neues. Doch über immer mehr Plattformen gibt es auch immer mehr Angebote – egal, ob es um den Tausch für einen Urlaub, einen zeitlich begrenzten oder dauerhaften Tausch geht. Wir klären auf: Alles, was ihr über Tauschwohnungen wissen müsst.

Wohnraum ist knapp und teuer – besonders in deutschen Großstädten. Und häufig haben diejenigen viel Platz, die ihn gar nicht brauchen oder wollen. Und diejenigen, bei denen es gerne ein Raum mehr sein dürfte, finden keine größere Wohnung. Wie eine Umfrage aus dem Juni 2020 zeigt, wären auch mehr als die Hälfte der Deutschen im Alter für einen Wohnungstausch bereit, um die zu groß gewordene Wohnung gegen eine kleinere zu tauschen. Einzig, es fehlt an vernünftigen Angeboten.

Wohnungstausch ist nichts neues und spätestens seit dem Siegeszug von Airbnb in der Gesellschaft angekommen. Wir stellen euch Plattformen vor, über die ihr eure Wohnungen für den Urlaub, für eine bestimmte Zeit oder sogar dauerhaft tauschen könnt.

Wohnungstausch für den Urlaub

Nancy Meyers Film "Liebe braucht keine Ferien" macht es vor: Dort tauscht eine US-Amerikanerin ihre Villa in Kalifornien mit einer jungen Frau, die in einem kleinen Cottage in England lebt. Weil der Film mit Cameron Diaz und Kate Winslet in den Hauptrollen eine Hollywood-Produktion ist, findet natürlich auch noch jede der Frauen fernab der Heimat ihre große Liebe.

Aber auch in der Realität finden sich viele begeisterte Ferien-Wohnungstauscher. Das zumindest geht aus einem Bericht von Stiftung Warentest hervor, für den mehrere erprobte Tauscher befragt wurden. Die meisten Erfahrungen sind positiv. Wer sich auf etwas Abenteuer einlässt, wen fremde Menschen in der eigenen Wohnung nicht stören und wer gleichzeitig bei der Unterkunft sparen will, für den kann ein Wohnungstausch-Urlaub genau das Richtige sein. Eine mehrköpfige Familie kann so gut und gerne 1.000 Euro oder mehr an Hotelkosten sparen.

Über diese deutschsprachigen Portale könnt ihr eure Wohnung zum Tausch anbieten:

Der Marktführer für den Wohnungstausch: Home Exchange

Home Exchange ist aus dem 2011 gegründeten französischen Startup Guest to Guest hervorgegangen. Die beiden Gründer kauften 2017 das US-amerikanische Unternehmen Home Exchange, mittlerweile haben sie auch andere Haustauschplattformen wie Home for Home oder Haustauschferien übernommen. Home Exchange bezeichnet sich als weltweit führender Anbieter von Haustauschferien. Im Portfolio sind 400.000 Häuser in 187 Ländern.

So funktioniert’s: Zunächst könnt ihr eine kostenlose Anzeige erstellen, in der ich euch und euer Zuhause – natürlich mit Bildern – vorstellt. Außerdem solltet ihr eure Wunschziele sowie die Verfügbarkeit eures Zuhauses angeben. Anschließend könnt ihr euch ein passendes Tausch-Haus suchen und mit den Gastgebern über das Home Exchange-Nachrichtensystem kommunizieren. Um den Austausch abschließen zu können, müsst ihr Mitglied werden. Für 130 Euro Jahresbeitrag könnt ihr dann so oft die Häuser tauschen, wie ihr wollt.

Besonderheiten: Ihr könnt auch über die sogenannten Guest Points einen Austausch organisieren. Und zwar dann, wenn ihr zwar in ein bestimmtes Haus wollt, der Gastgeber aber nicht mit euch tauschen will. Ihr könnt ihm dann im Gegenzug Guest Points anbieten, die er wiederum verwenden kann, um bei einem anderen Mitglied zu urlauben. Jedes Mitglied, das Gäste aufnimmt, bekommt Guest Points.

Oldie beim Wohnungstausch: Intervac

Durch die zahlreichen Übernahmen von Home Exchange ist der Haustausch-Markt nicht mehr so groß wie noch vor ein paar Jahren. Ein Oldie unter den Tauschanbietern ist Intervac. Schon 1953 gründeten zwei befreundete Lehrer aus der Schweiz und den Niederlanden den Anbieter, nachdem sie ihre Häuser für den Urlaub getauscht hatten. Laut eigenen Angaben hat Intervac mittlerweile rund 30.000 Mitglieder und Organisationen in 45 Ländern, die sich um die Mitglieder kümmern.

So funktioniert’s: Auch bei Intervac läuft der Austausch über eine Mitgliedschaft. Die kostet, wenn ihr sie für ein Jahr abschließt, 110 Euro. Wenn ihr gleich für zwei Jahre Mitglied werden wollt, dann zahlt ihr 195 Euro. Das Prozedere läuft ähnlich ab wie bei Home Exchange. Ihr erstellt ein Profil mit Fotos von eurem Zuhause, eine Landkarte zeigt die Umgebung. Auch bei Intervac gibt es ein eigenes Nachrichten-System, über das sich die Mitglieder austauschen können. Für den Anfang bietet Intervac eine siebentägige kostenlose Schnuppermitgliedschaft an. In dieser Zeit könnt ihr ein Profil erstellen, nach Angeboten stöbern und mit anderen Mitgliedern kommunizieren. Nach sieben Tagen läuft die Mitgliedschaft ohne weitere Verlängerung aus.

Besonderheiten: Für 45 Länder hat Intervac jeweils nationale Organisatoren. Die sind ständige Ansprechpartner für die Mitglieder und unterstützen dabei, einen passenden Austauschpartner zu finden.

Je nachdem, was ihr mit eurem Gastgeber ausgemacht habt, gibt es oft auch die Möglichkeit, dessen Auto vor Ort zu nutzen. So spart ihr euch noch dazu die Kosten für einen Mietwagen.

Wohnungstausch auf Zeit

Natürlich ist ein Haustausch nicht nur eine Möglichkeit für den Familien-Urlaub. Auch wer einfach einmal etwas anderes sehen, zeitweise aus einem anderen Land arbeiten möchte oder wer auf der Suche für einen zeitlich begrenzten beruflichen Aufenthalt in einer fremden Umgebung ist, kann vom Wohnungstausch profitieren.

Ein Portal, das sich ausschließlich um den Haustausch von Nicht-Urlaubern kümmert, gibt es nicht. Allerdings könnt ihr auch längere Aufenthalte über Intervac oder Home Exchange organisieren. Eine weitere Möglichkeit – zumindest für den Tausch mit einer deutschen Wohnung – sind Kleinanzeigen-Portale oder Seiten wie WG-Gesucht. Dort tauschen vor allem Studenten für Praktika ihre Wohnungen oder WG-Zimmer.

Über das Portal tauschwohnung.com könnt ihr explizit auch nach befristeten Angeboten suchen oder euer Angebot entsprechend gestalten. Die Wohnungen im Portfolio sind Städte in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Das Portal gibt es seit 2010 und ist seit einigen Jahren komplett kostenlos. Wer sich registriert hat, kann den Basis- oder Premium-Status wählen. Ein frei gewählter Betrag für den Premium-Status ist ebenfalls freiwillig.

Tipps für den vorübergehenden Wohnungstausch:

  • Überprüft Telefonnummer und E-Mail-Adressen eures Tauschpartners.
  • Telefoniert mit dem Partner. Wenn ihr nur Mails austauscht, dann wisst ihr unter Umständen nicht, wer dahinter steckt.
  • Lest die Bewertungen des Tauschpartners.
  • Schließt eine schriftliche Vereinbarung mit eurem Tauschpartner ab.
  • Informiert eure Nachbarn über den Tausch.
  • Wenn ihr in einer Mietwohnung lebt: Informiert euren Vermieter über den Tausch.

Dauerhafter Wohnungstausch

Das Problem des Wohnraummangels wird man mit zeitlich begrenztem Wohnungstausch natürlich nicht in den Griff bekommen. Dafür müssen Menschen ihre Domizile schon dauerhaft tauschen. Auch das könnt ihr über die Plattform tauschwohnung.com – zumindest im deutschsprachigen Raum.

Wer zum Beispiel aus beruflichen Gründen von Frankfurt nach Köln zieht, der kann seine Frankfurter Wohnung einem Kölner anbieten, der in die Main-Metropole ziehen will. Ihr könnt neben eurem Wunschort dort auch noch die gewünschte Größe, Ausstattung und den Wunschpreis angeben. Eine Matching-Funktion sucht euch dann den passenden Tauschpartner – so fern es diesen gibt.

Ihr könnt dabei innerhalb der selben Stadt tauschen, zwischen Städten, von einer kleineren zu einer größeren Wohnung und andersherum oder eine sehr ähnliche Wohnung gegen eine sehr ähnliche.

Wenn es zu einem Tausch von Mietwohnungen kommt, dann braucht es jeweils noch die Zustimmung des Vermieters und die neuen Mietkonditionen. Manche Vermieter belassen es beim Tausch häufig sogar bei der Miete, wie Erfahrungsberichte auf tauschwohnung.com nahelegen.

Städte setzen auf eigene Lösungen für den Wohnungstausch

Doch genau die Zustimmung der Vermieter wird oft zum Problem – vor allem, wenn Senioren ihre Wohnungen tauschen wollen. Denn oft haben ältere Menschen noch alte – und daher günstige – Mietverträge.

Bei Neuvermietungen können Vermieter die Wohnungen oft deutlich teurer vermieten. Außerdem besteht das Problem, dass sich Senioren den in der Regel teureren Quadratmeter-Preis einer anderen Wohnung in der gleichen Stadt gar nicht mehr leisten können.

Neben dem privaten Angebot von tauschwohnung.com werden deshalb immer mehr Städte aktiv. In Berlin haben sich zu dem Zweck des Wohnungstausches 2018 die sechs landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften zusammengetan. Über das Portal inberlinwohnen.de können deren Mieter nach Tauschwohnungen suchen. Dabei ist die Auswahl nicht auf die jeweilige Gesellschaft begrenzt – es kann zwischen den Vermietern getauscht werden. Die Gesellschaften versprechen: Die Nettokaltmieten beider Wohnungen bleiben unverändert.

Tauschbörse in München geplant

Auch München versucht jetzt, eigene Wege zu gehen. In der bayerischen Landeshauptstadt sind die Mieten in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen. Anfang 2020 mussten Mieter hier pro Quadratmeter durchschnittlich 16,30 Euro zahlen, 2004 waren es noch 9,70 Euro. Wegen der Knappheit an Fläche und Bauland kann München nicht auf Neubau setzen – eine andere Lösung musste also her.

Ende vergangenen Jahres hat die Stadt deshalb beschlossen, eine digitale Tauschbörse ins Leben zu rufen. Diese soll, ähnlich wie in Berlin, zunächst auf den Bestand der städtischen Wohnungsbaugesellschaften GWG und Gewofag beschränkt sein.

Im Angebot sind nur diejenigen Wohnungen, die nicht als Sozialwohnung gebunden sind. Insgesamt sollen damit mehr als 2200 Wohnungen im Angebot sein. Und der Plan von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) sieht vor, dass sich auch Mieter auf dem freien Wohnungsmarkt an der Tauschbörse beteiligen können. Die Gesellschaften sollen den Mietern auch in München versprechen, die Mieten nicht zu erhöhen. So will die Stadt auch Senioren für den Wohnungstausch begeistern.

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