Menschenmenge im Bahnhof
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Pendler-Statistik: Immer mehr Berufspendler in Deutschland

Katharina Schneider

In Deutschland müssen immer mehr Menschen für den Weg zur Arbeit ihre Heimatgemeinde verlassen. Nicht nur das: Auch die Wege, die Pendler zurücklegen, werden immer länger.

In Deutschland pendeln immer mehr Menschen zu ihrer Arbeitsstelle. Während im Jahr 2000 das Pendeln noch für 14,9 Millionen Menschen zum Alltag gehörte, gab es 2018 schon 19,3 Millionen Pendler. Das geht aus einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) hervor. Insgesamt verlassen rund 60 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland auf dem Weg zur Arbeit die Gemeinde, in der sie wohnen.

Im vergangenen Jahr mussten sogar 3,4 Millionen Arbeitnehmer das Bundesland, in dem ihr Wohnort ist, verlassen, um an den Arbeitsplatz zu gelangen. 2018 waren es etwa 50.000 Menschen weniger, zur Jahrtausendwende sogar gut 1,3 Millionen weniger. Das zeigen Daten der Bundesagentur für Arbeit.

Auch die Anzahl der Beschäftigten, die auf dem Weg zur Arbeit ihren Stadt- oder Landkreis verlassen müssen, ist stark gestiegen. Von 9,3 Millionen im Jahr 2000 auf 12,6 Millionen im Jahr 2018. Das entspricht einem Anstieg von 35 Prozent.

Immer weitere Arbeitswege

Nicht nur die Zahl der Pendler, auch die Länge des Arbeitswegs ist laut BBSR-Daten gestiegen. Im Jahr 2018 mussten Arbeitnehmer durchschnittlich einen Weg von 16,9 Kilometern zurücklegen. Im Jahr 2000 waren es noch 14,8 Kilometer. Der Trend zu immer weiteren Arbeitswegen hat sich in den vergangenen Jahren allerdings etwas abgeschwächt. Die 16-Kilometermarke wurde schon 2006 überschritten. Bei den weiten Wegen handelt es sich also nicht um eine ganz neue Entwicklung.

Besonders groß ist die Distanz zwischen Wohn- und Arbeitsort in dünn besiedelten Gegenden abseits von Ballungsräumen. So müssen laut BBSR Arbeitnehmer in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen-Anhalt einen durchschnittlich mehr als 30 Kilometer langen Weg zu ihrer Arbeit zurücklegen.

Mehr Pendler wegen steigender Beschäftigung

Wenig überraschend weisen besonders kreisfreie Großstädte eine hohe Zahl an Arbeitnehmern auf, die von außerhalb kommen. An der Spitze steht München. Rund 390.000 in der bayerischen Landeshauptstadt Beschäftigte wohnten 2018 in einem anderen Kreis oder einer anderen Stadt. Im Jahr 2000 waren es noch fast 100.000 Menschen weniger.

Nach München folgen Frankfurt am Main (374.000), Hamburg (350.000) und Berlin (315.000). Den höchsten Pendleranstieg unter den Großstädten hat die Hauptstadt zu verzeichnen. Seit dem Jahr 2000 hat Berlin ein Pendlerplus von 76 Prozent zu verzeichnen.

Der Anstieg der Pendler liegt laut BBSR vor allem daran, dass die Anzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist. Während im Jahr 2000 nur 27,7 Millionen Menschen einer solchen Beschäftigung nachgegangen sind, waren es 2018 bereits 32,4 Millionen.

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