Türme neben der Paketposthalle
© Herzog & de Meuron

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Wolkenkratzer für München: Neue Hochhäuser sollen alles überragen

Katharina Schneider

Level: Für Alle

In München darf kein Gebäude über 100 Meter Höhe gebaut werden. So will es ein Bürgerentscheid von 2004. Jetzt hat der Stadtrat aber sein Ja zu einem Konzept für das Areal um die Paketposthalle gegeben – inklusive zwei 155 Meter hohen Türmen.

In München gibt es eigentlich eine eiserne Regel für Hochhäuser: 2004 entschieden die Bürger in einem Bürgerentscheid, dass kein Haus höher sein darf als die Frauenkirche. Deren Kuppelspitzen ragen mit knapp 100 Metern Höhe in den Himmel.

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Doch die Zeiten ändern sich – auch in der traditionsbewussten bayerischen Landeshauptstadt. Bald könnten zwei 155 Meter hohe Türme neben der alten Paketposthalle im Münchner Stadtteil Neuhausen stehen. Der Planungsausschuss des Münchner Stadtparlaments hat dem baulichen Konzept bereits zugestimmt.

Hochhausentwurf von Herzog & de Meuron

Der Entwurf dazu stammt vom renommierten Schweizer Architekturbüro Herzog & de Meuron. Das hat mit der Allianz-Arena und der Einkaufspassage "Fünf Höfe" schon München-Erfahrung, ist aber auch durch Projekte wie die Elbphilharmonie in Hamburg oder das Museum Tate Modern in London bekannt.

Nun nehmen sich die Schweizer also das Areal rund um die Paketposthalle vor. Die 18.000 Quadratmeter große Halle im zentrumsnahen Stadtteil Neuhausen wurde in den 60er Jahren gebaut und war lange die größte freitragende Halle der Welt aus Betonfertigteilen. Sie steht unter Denkmalschutz.

Das Konzept sieht neben den zwei Türmen auch eine Sanierung der Paketposthalle vor. Sie soll dann zu einem öffentlichen Ort für Kunst-, Kultur- und Sportveranstaltungen werden. Insgesamt beträgt die Gesamtfläche des Areals 87.000 Quadratmeter. In dem neuen Stadtteilzentrum sollen auch Geschäfte und Gastronomie sowie soziale Einrichtungen wie Kita und Seniorenheim ihren Platz finden. Der Baustart ist für 2024 geplant – weil die Post die Halle davor noch nutzen wird.

Die außergewöhnliche Architektur der Paketposthalle habe das Potenzial, das "pulsierende Zentrum eines neuen Stadtteils zu werden", sagt Architekt Pierre de Meuron. "Aus dem bisher unzugänglichen Monument soll ein attraktiver öffentlicher Ort der Begegnung und des Austauschs werden, der vielfältige kulturelle Nutzungen aufnehmen kann und als großer überdeckter Platz auch dem Alltagsleben eine Bühne bietet."

Türme mit geschwungener Bogenform

Herausstechen aus dem Areal werden mit Sicherheit die beiden Türme mit ihrer geschwungenen Bogenform. In der soll die Silhouette des Dachs der Paketposthalle widergespiegelt werden. Für die Türme ist eine Mischnutzung aus Büros, Wohnungen, Hotel und Gastronomie angedacht.

Vor einem Jahr hatte der Münchner Projektentwickler Ralf Büschl das Areal an der Paketposthalle gekauft. Als "mutigen Weg" bezeichnet er das Projekt, er sei "stolz auf sein München", dass es diesen gehe. Büschl spricht auch von moderner, zukunftsweisender Stadtplanung, mit der "Herausforderungen des urbanen Lebens" gelöst werden können.

Endgültige Entscheidung zu den Hochhäusern fällt im November

Bis es soweit ist, muss jedoch noch eine letzte Hürde genommen werden. Eine endgültige Entscheidung will der Stadtrat nämlich erst treffen, wenn ihm im November die Ergebnisse der neuen Hochhaus-Studie vorliegen.

Doch vieles spricht dafür, dass München nun auch einen richtigen Wolkenkratzer bekommt. Nur zwei Stadträte stimmten gegen das Konzept, mit Oberbürgermeister Dieter Reiter hat es außerdem einen prominenten Fürsprecher. "Ein guter Tag für die Stadtentwicklung", sagte der SPD-Politiker nach dem Beschluss des Planungsausschusses. Er könne sich gut vorstellen, dass das Areal ein Quartier mit Vorzeige-Charakter werde.

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