Florian Dittmar auf der Treppe seines Tiny Houses
© Familie Dittmar

Bauen | Statement

Deutschlands jüngster Bauherr (14): Tiny House kurz vor Fertigstellung

Eva Dorothée Schmid

Eva Dorothée Schmid

Vor fast zwei Jahren begann der damals 13-jährige Florian Dittmar aus Freising mit dem Bau seines eigenen Tiny Houses. Wir berichteten erstmals Ende 2019 über dieses tolle Projekt. Heute haken wir nach: Was ist aus Florian und seinem Minihaus geworden?

Bereits seit Ostern 2019 baut der Schüler Florian Dittmar für die "Große Arbeit", die so etwas wie das Meisterstück von Schülern an Montessori-Schulen ist, ein 22 Quadratmeter großes Tiny House. Wir haben darüber vor gut einem Jahr erstmals berichtet. Und eigentlich hätte das Minihaus im vergangenen Herbst fertig sein sollen – doch wie derzeit so vieles, hat sich auch Florians Projekt aufgrund der allgegenwärtigen Corona-Pandemie verzögert. Dennoch hat sich auf seiner Tiny-House-Baustelle einiges getan, wie uns der inzwischen 14-Jährige in einem kurzweiligen Interview erzählt.

Es wird das letzte Tiny House sein, das ich baue.

Florian Dittmar, Deutschlands jüngster Minihaus-Bauherr

Florian, wie weit bist du gekommen mit deinem Tiny House?

Florian Dittmar: Leider bin ich noch nicht ganz fertig. Ich wollte mich an die Holzfassade machen, aber alle Firmen, die Holz verkaufen, haben coronabedingt seit einiger Zeit zu. Das ist ein bisschen blöd. Ich verlege gerade meinen Vinylboden im Tiny House. Es ist schon gestrichen und die Fenster sind auch schon alle drin. Als nächstes baue ich die Dusche im Bad ein. Außen fehlt nur noch die Fassade, die unten aus Holz und oben mit einem eckigen Wellblech gestaltet werden soll. Ursprünglich wollte ich dafür Cabrio-Stoff nehmen, aber da müsste ich sehr viele Rahmen bauen und das ist alles viel zu aufwändig. Deshalb habe ich meine Pläne ein bisschen geändert.

Bis zum 30. Januar 2021 muss das Projekt fertig sein, also von meiner Schule aus. Das werde ich nicht ganz schaffen, weil die ganzen Firmen zu sind. Es dauert also noch ein bisschen. Mitte März muss ich das Tiny House bei der Schule vorstellen.

Vor gut einem Jahr sagtest du, dass du dir das Ganze schwieriger vorgestellt hast. Würdest du das immer noch sagen?

Florian: Ich muss sagen, der Bau ist schon zu einer Herausforderung geworden. Am Anfang war es nicht so schwierig. Aber diese ganze Kleinarbeit jetzt, das ist schon schwieriger als das, was ich am Anfang gemacht habe. Dazu kommt, dass ich neben der Schule halt nicht viel Zeit habe. Ich kann nur in den Ferien und am Wochenende an meinem Haus arbeiten. Leider habe ich auch kaum Sponsoren und Unterstützer gefunden. Nur bei meiner Treppe hat mir eine Schreinerei angeboten, dass sie mir meine Sachen genau zuschneiden. Das konnte ich mit meinem Werkzeug selbst nicht so gut machen. Deshalb habe ich einen Aufruf gestartet, ob mir jemand helfen kann. Das war ganz toll.

Würdest du wieder ein Tiny House bauen, wenn du noch einmal vor der Entscheidung stehen würdest?

Florian: Ja, auf jeden Fall. Es ist eine schöne Erfahrung und es bringt mich auf jeden Fall weiter. Mir haben dadurch schon viele Firmen eine Lehrstelle angeboten und ich lerne auch viele Leute kennen. Was mich aber manchmal ziemlich runtergezogen und mir auch wehgetan hat, waren manche Kommentare in den sozialen Medien, wo mich irgendwelche Leute beleidigt haben. Das fand ich echt nicht schön.

Willst du immer noch Schreiner werden?

Florian: Nein. Das ist nicht mehr mein Traumberuf. Ich möchte lieber in Richtung Autoreparatur gehen. Nichts mit Holz. Ich habe für mich gemerkt, ich bin nicht der Typ, der die ganze Zeit ganz kleine fitzelige Arbeiten macht, wo es auf hundertstel Millimeter ankommt. Ich kann nicht so genau arbeiten. Damit will ich nicht mein Leben verbringen. Es wird also wohl das erste und letzte Tiny House sein, das ich baue.

In Florians Tiny House kann man vielleicht bald Urlaub machen

Welche Pläne hast du mit deinem Tiny House, wenn es fertig ist?

Florian: Meine Osteopathin, bei der ich in Behandlung bin, hat einen großen Hof im Bayerischen Wald. Die ist auch fasziniert von dem Projekt und hat mir angeboten, dass ich das Tiny House dort hinstellen kann und sie es als Ferienhaus vermietet. Ich habe gar keine Arbeit damit, sie kümmert sich um alles und ich bekomme 40 Prozent der Einnahmen. Das ist echt gut. Da ist es in guten Händen und ich kann meinem Vater das Geld, das das Haus gekostet hat, zurückzahlen. Ich möchte das nicht von ihm geschenkt haben. Ich möchte alles zurückzahlen, dann ist es wirklich meins. Das ist ein viel besseres Gefühl. Und irgendwann ist das dann ein Zusatzeinkommen für mich.

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