Zwei moderne Einfamilienhäuser
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Immobilienmarktbericht 2019: Deutsche geben so viel Geld aus wie nie

Eva Dorothée Schmid

Was kostet ein Quadratmeter Bauland? Mit welcher Summe muss man für ein Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung rechnen? Der Immobilienmarktbericht 2019 gibt Antworten. Und stellt fest, dass die Immobilienpreise weiter stark steigen.

Egal ob Wohnen, Büros, Bauland oder Agrarflächen: Die Preise für Immobilien steigen weiter stark. Das geht aus dem Immobilienmarktbericht 2019 hervor, den der amtliche Gutachterausschuss vorgestellt hat. Während die Analysen von Immobilienportalen auf Angebotsdaten basieren, haben die Gutachterausschüsse Zugriff auf die notariellen Kaufverträge und damit auch auf die tatsächlich gezahlten Preise. Damit sind die Daten besonders aussagekräftig.

Neuer Höchststand bei Investitionen in Immobilien

2018 wurden Immobilien für 269 Milliarden Euro gehandelt. Binnen zehn Jahren hat sich der Umsatz somit mehr als verdoppelt und er hat einen neuen Höchststand erreicht. Die Zahl der Abschlüsse blieb dagegen stabil. Sie lag 2018 bei rund einer Million. Damit ist klar: Die Preise sind kräftig gestiegen.

"Insbesondere in ohnehin teuren Lagen steigen die Preise weiter stark an", sagte Anja Diers, Vorsitzende des Arbeitskreises der Oberen Gutachterausschüsse.

Der Investitionsschwerpunkt bleibt dem Bericht zufolge der Wohnungsmarkt. Dort wurden 180,5 Milliarden Euro investiert. Dabei dominieren Verkäufe von Eigenheimen (70,3 Milliarden Euro) und Eigentumswohnungen (63,7 Milliarden Euro). Erfasst sind in der Zahl sowohl die Zukäufe von Investoren als auch das erste Eigenheim einer jungen Familie.

Was gebrauchte Ein- und Zweifamilienhäuser pro Quadratmeter kosten

Bei gebrauchten freistehenden Eigenheimen stiegen die Preise seit 2009 jährlich im Schnitt um 4,3 Prozent. In guten Lagen sind die Preise besonders stark gestiegen: Dort kosteten freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser 2009 im Mittel 2.150 Euro pro Quadratmeter. 2018 waren es 84 Prozent mehr: Nämlich 3.970 Euro pro Quadratmeter. In mittleren und unteren Lagen fielen die Preissteigerungen im Mittel mit 46 Prozent beziehungsweise 14 Prozent dagegen moderater aus.

Im Bundesdurchschnitt müsst ihr für ein Ein- oder Zweifamilienhaus pro Quadratmeter 1.750 Euro zahlen.

Am höchsten waren die Preise 2018 im Landkreis München. Hier müsst ihr im Schnitt 10.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche bezahlen. In München selbst sind es 9.500 Euro pro Quadratmeter. Danach folgen Frankfurt am Main (9.500 Euro pro Quadratmeter) sowie Düsseldorf und Stuttgart (5.000 Euro pro Quadratmeter).

Sehr viel günstiger kommt weg, wer sich in den Landkreisen Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt oder im Kyffhäuserkreis in Thüringen ein Einfamilienhaus kauft. Hier liegen die Quadratmeterpreise bei 490 beziehungsweise 410 Euro.

Was gebrauchte Eigentumswohnungen kosten

Die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen sind seit 2009 ebenfalls kräftig gestiegen. Sie legten im Schnitt um 4,4 Prozent pro Jahr zu.

Bundesweit liegt der mittlere Preis pro Quadratmeter Wohnfläche für eine Eigentumswohnung bei 1.550 Euro.

Den höchsten Preis zahlten Käufer 2018 in der Stadt München: Durchschnittlich 7.130 Euro pro Quadratmeter. Auf Platz zwei folgt Sylt mit 6.350 Euro pro Quadratmeter. Im Saale-Orta-Kreis in Thüringen gibt es den Quadratmeter dagegen schon für 400 Euro.

Was der Quadratmeter Bauland in Deutschland kostet

Auch die Preise für Bauland für den individuellen Wohnungsbau sind seit 2009 kräftig gestiegen: bundesweit im Schnitt um 4,7 Prozent im Jahr.

Der mittlere Preis für einen Eigenheimbauplatz betrug 2018 135 Euro pro Quadratmeter. Vor fünf Jahren lag der Wert noch bei rund 100 Euro.

Die höchsten Preise zahlten Käufer in der Stadt München, hier wurden im Schnitt 2.000 Euro pro Quadratmeter Bauland fällig. Ganz anders sieht es im Landkreis Sonneberg in Thüringen aus: Hier kostete der Quadratmeter Bauland nur 15 Euro.

"Für die Investition, die für einen einzigen Bauplatz in München erforderlich wäre, bekäme man in Sonneberg 133 Bauplätze und somit den Grund und Boden für ein mittelgroßes Dorf“, sagte Anja Diers bei der Vorstellung des Immobilienmarktberichts 2019.

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