Familie beim gemeinsamen Essen
© Deutsches Kinderhilfswerk e.V.

Wohnen | News

So wichtig ist Familien das gemeinsame Essen

Eva Dorothée Schmid

Gemeinsame Familienmahlzeiten sind Kindern und Jugendlichen auch heute noch wichtig. Zusammen mit ihren Eltern kochen jedoch die wenigsten. Das hat eine Umfrage ergeben.

Von wegen "mit Mama und Papa essen ist out"! Auch heute ist Kindern und Jugendlichen das gemeinsame Essen mit der Familie noch wichtig. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Politik- und Sozialforschungsinstituts Forsa für die Studie "Essensrituale von Familien in Deutschland" des Deutschen Kinderhilfswerkes und der ALDI Nord Stiftungs GmbH. Dafür wurden Kinder im Alter zwischen sechs und 14 Jahren sowie ihre Eltern befragt.

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Junge Menschen schätzen an Mahlzeiten mit ihren Eltern vor allem die gemeinsam verbrachte Zeit (72 Prozent). Und die Möglichkeit, im Alltag Dinge gemeinsam zu besprechen (67 Prozent). 47 Prozent gaben an, dass es ihnen daheim und gemeinsam mit den Eltern auch einfach besser schmeckt.

Gemeinsame Mahlzeiten stärken den Zusammenhalt

Das sehen auch die Erwachsenen so. Ihre Zustimmungsraten fallen sogar noch höher aus. 92 Prozent schätzen die beim gemeinsamen Essen miteinander verbrachte Zeit, 86 Prozent die Möglichkeit, dabei Dinge gemeinsam zu besprechen. Und 51 Prozent gaben an, dass es ihnen zusammen mit der Familie einfach besser schmeckt.

"Gemeinsame Mahlzeiten stärken nicht nur das Zusammengehörigkeits- und Zugehörigkeitsgefühl innerhalb der Familie, sondern intensivieren auch die jeweilige Bindung zwischen den einzelnen Familienmitgliedern. Auch Kinder finden die gemeinsamen Momente am Esstisch wichtig, in denen sie kulturelle Gewohnheiten und Regeln erlernen. Durch geregelte Essenszeiten und den beständigen Austausch innerhalb der Familie können die gemeinsamen Mahlzeiten Kindern und Jugendlichen als konstante Komponente im Alltag dienen", sagt Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes.

Im Alltag wenig Zeit fürs gemeinsame Essen

Im Alltag fehlt vielen Familien jedoch unter der Woche die Zeit fürs gemeinsame Essen. Nur eine Minderheit der befragten Kinder und Jugendlichen in Deutschland isst unter der Woche gemeinsam mit der Familie zu Mittag. Nur 45 Prozent gaben an, dass sie wochentags mit mindestens einem Familienmitglied zu Mittag essen. Gespeist wird stattdessen in der Schule oder im Hort.

Das Frühstück nehmen dagegen noch knapp zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen (64 Prozent) wochentags mit mindestens einem Familienmitglied ein. Viele lassen eine Mahlzeit, beispielsweise das Frühstück, auch einfach ausfallen (21 Prozent).

Das Abendessen ist die wichtigste gemeinsame Mahlzeit am Tag. Unter der Woche essen 90 Prozent der befragten Kinder und Jugendlichen an drei bis vier Tagen oder öfter gemeinsam mit ihrer Familie zu Abend. An Wochenenden sind es sogar 97 Prozent.

Gemeinsame Essenszeit vor allem am Wochenende

Je größer der Haushalt, desto wichtiger das gemeinsame Abendessen. 77 Prozent der Kinder in größeren Haushalten mit mehr als vier Personen essen werktags jeden Tag gemeinsam mit ihrer Familie zu Abend. Bei kleineren Haushalten beträgt der Anteil nur 64 Prozent.

Eltern geben häufig an (61 Prozent), dass ein gemeinsames Essen daran scheitert, dass sie nicht zur selben Zeit wie die Kinder zu Hause sind. So verlagert sich das gemeinsame Essen ins Wochenende.

Sonnabends und sonntags frühstücken 94 Prozent der Befragten an einem Tag nicht allein. Rund 90 Prozent der Sechs- bis Neunjährigen essen sogar am Wochenende beide Abende gemeinsam mit einem anderen Familienmitglied.

Familienzeit findet nicht am Herd statt

Das gemeinsame Essen ist zumindest am Wochenende für viele noch ein festes Ritual. Dagegen gehört die Essensvorbereitung nicht zu den gemeinsamen Familienaktivitäten. Nur knapp jedes zehnte Kind (9 Prozent) gab in der Umfrage an, dass es gemeinsam mit seinen Eltern kocht oder beim Schälen oder Schneiden (13 Prozent) hilft.

Vielleicht liegt das daran, dass nur gut die Hälfte der Kinder und Jugendlichen (55 Prozent) so gut wie immer oder meistens im Vorfeld mitbestimmen darf, was gegessen wird.

Zumindest 39 Prozent helfen beim Tischdecken, 46 Prozent beim Abräumen. Auch interessant: Kinder aus gut situierten Haushalten packen bei den Vorbereitungen zum Essen weniger mit an als Kinder aus Haushalten mit geringerem Einkommen.

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