Bio-Pflanzen kaufen
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Wohnen | Ratgeber

Bio-Pflanzen: Worauf ihr beim Kauf unbedingt achten solltet

Antonia Eigel

Nur 1,7 Prozent der Zierpflanzen in Deutschland werden bislang ökologisch erzeugt. Wer im Gartencenter eine solche finden will, muss suchen. Wir zeigen euch, woran ihr sie erkennt und was hinter der zertifizierten Bio-Pflanze steckt.

Wer eine zertifizierte Bio-Pflanze kaufen will, muss genau hinschauen und leider oft auch ein wenig Zeit in die Suche investieren. Denn Bio-Pflanzen sind im Gartenfachhandel immer noch ein kleines Nischenprodukt. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) werden tatsächlich nur 1,7 Prozent der Zierpflanzen in Deutschland ökologisch erzeugt. Doch die Nachfrage nach Bio-Pflanzen steigt laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung.

Aber wie erkennt man eigentlich eine nachhaltige Pflanze zwischen all den anderen Grünpflanzen in der Gartenabteilung? Wie zeigen euch, was hinter dem Begriff Bio-Zierpflanze steckt, wie ihr sie im Gartencenter identifizieren könnt und welche vermeintlichen "Öko"-Begriffe euch dabei sogar in die Irre führen können. Dazu nennen wir euch sieben gute Gründe, warum es sich lohnt in Bio-Zierpflanzen zu investieren.

Zertifizierte Bio-Pflanzen im Handel: Das steckt dahinter

Unter den Begriff Bio-Pflanzen, oder fachlich ganz korrekt Bio-Zierpflanzen, fallen Stauden, Schnittblumen sowie Topfpflanzen, die aus einer zertifizierten Bio-Gärtnerei stammen. Solche Betriebe und Anbauverbände züchten und importieren ihre Pflanzen nach dem Grundgesetz der ökologischen Lebensmittelwirtschaft, der geltenden EU-Öko-Verordnung. Ab 01. Januar 2021 tritt eine neue EU-Öko-Verordnung in Kraft.

Wenn ihr also eine zertifizierte Bio-Pflanze kauft, könnt ihr euch sicher sein, dass sie folgende Kriterien erfüllt:

  • Sie ist frei von chemischen Pflanzenschutzmitteln.
  • Es wurde kein synthetischer Dünger eingesetzt.
  • Die Bio-Pflanze ist frei von Herbiziden.
  • Die Bio-Pflanze ist frei von Gentechnik.
  • Es wurden keine chemischen Hemmstoffe eingesetzt, die Pflanzen künstlich klein und kompakt halten
  • Die Pflanze wurde umweltschonend produziert und transportiert.
  • Sie ist in Erden mit geringem Torf-Anteil gewachsen.

Demeter, Bioland, Naturland: Diese Verbände garantieren nachhaltigen Anbau

Demeter, Bioland oder Naturland nehmen es mit ihren Richtlinien sogar noch etwas strenger und garantieren euch einen besonders nachhaltigen Anbau. Hier sind einige Beispiele aus den jeweiligen Richtlinien für euch:

  • Demeter strebt in seinen Richtlinien zu Bio-Zierpflanzen auch "eine Produktion mit nachhaltigen und verrottbaren Materialien, wie zum Beispiel Papier, Flachs, Jute, Hanf, Ton oder auch kompostierbaren beziehungsweise recyclebaren Verbundstoffen" an.
  • Bioland fordert, dass auf Flächen, die während des Vegetationszeit länger als zwölf Wochen brachliegen, eine Gründüngung angebaut muss. Das heißt, es sollen gezielt Pflanzen angebaut werden, welche die Bodenqualität verbessern. Das gleiche gilt auch für Wintermonate.
  • Naturland schreibt vor, dass zur Vermeidung einer Unter- beziehungsweise Überversorgung mindestens alle drei Jahre Boden- beziehungsweise Substratuntersuchungen auf Nährstoff- und Humusgehalte durchzuführen sind.

Alle Richtlinien der einzelnen Anbauverbände zum Thema Bio-Zierpflanzen im Überblick:

So erkennt ihr Bio-Pflanzen im Geschäft

Manchmal können uns die kleinen Kärtchen im Blumentopf in Gärtnereien, Baumärkten oder im Supermarkt ganz schön in die Irre führen. Denn ein grünes Label suggeriert uns schnell, dass wir zu einem hochwertigen Bio-Produkt greifen. Doch es gibt einige Merkmale, an denen ihr euch orientieren könnt und hinter denen auch wirklich Bio-Qualität steckt:

1. EU-Bio-Logo

Wenn ihr das EU-Bio-Logo auf dem Blumentopf oder dem aufgeklebten Etikett vorfindet, könnt ihr euch sicher sein: Hier handelt es sich um eine nachhaltige Bio-Pflanze. Wer das Logo auf die Verpackung seiner Pflanzen drucken darf, prüft eine zugelassenen Kontrollstelle. Deshalb solltet ihr neben dem stilisierten grünen Blatt immer auch folgende Informationen vorfinden:

  • Codenummer der zugelassenen Kontrollstelle: In der Europäischen Union gibt es eine einheitliche Schreibweise, die dem Schema AB-CDE-999 folgt. Für Deutschland lautet die Kennzeichnung also DE-ÖKO-### (Nummer der Kontrollstelle).
  • Ort, an dem die landwirtschaftlichen Rohstoffe des Produkts erzeugt wurden.

Weitere Informationen zum EU-Bio-Logo erhaltet ihr auf der Website der Europäischen Komission.

Grafik EU-Bio-Logo
Das Bio-Logo dürfen nur Produkte tragen, die biologisch erzeugt wurden. Das muss eine zugelassene Kontrollstelle vorher bescheinigen. © Europäische Komission

2. Bio-Siegel nach EG-Öko-Verordnung

Vermutlich hat jeder von euch das Bio-Siegel schon einmal im Supermarkt gesehen und tatsächlich handelt es sich hier um das bekannteste Gütesiegel Deutschlands. Das hat eine aktuelle Befragung der Fachhochschule Münster erneut bestätigt.

Händler und Hersteller dürfen das Bio-Siegel auf freiwilliger Basis verwenden, jedoch nur zusätzlich zum verpflichtenden EU-Bio-Logo. Wenn ihr das bekannte Bio-Siegel also im Pflanzenhandel findet, könnt ihr davon ausgehen, dass die Bio-Pflanze auch die Ansprüche der EU-Öko-Verordnung erfüllt.

Weitere Informationen zum Bio-Siegel erhaltet ihr auf der Website des Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

Grafik Bio-Siegel
Das Bio-Siegel ist Deutschlands bekannteste Gütesiegel. Voraussetzung für dessen Nutzung ist eine Zertifizierung des Unternehmens gemäß den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau. © Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

3. Siegel von nachhaltigen Anbauverbänden

Neben EU-Bio-Logo und Bio-Siegel sind auch die Logos von Demeter, Bioland und Naturland bei der Pflanzen-Auswahl ein Indikator für Bio-Qualität.

Siegel von nachhaltigen Anbauverbänden Demeter, Bioland und Naturland
Logos von Bioverbänden, die euch einen Hinweis auf nachhaltige Bio-Zierpflanzen geben: Demeter, Bioland und Naturland. © Demeter/Bioland/Naturland

4. Wo "bio" drauf steht, muss auch bio drin sein

Begriffe wie "bio", "öko", "biologisch" oder "ökologisch" sind durch die EU-Vorschriften für den ökologischen Landbau geschützt und garantieren euch, dass die Pflanzen aus ökologischer oder biologischer Landwirtschaft stammen. Wenn also ein Produkt mit genau diesen Begriffen oder dem Bio-Siegel vermarktet wird, müssen die geltenden Vorschriften eingehalten und von einer Kontrollstelle dementsprechend zertifiziert sein.

Dennoch gibt es immer wieder schwarze Scharfe, die sich dem guten Ruf der Begriffe bedienen und sie auch ohne Zertifizierung verwenden beziehungsweise missbrauchen. Wenn ihr echte Bio-Pflanzen kaufen wollt, solltet ihr das also immer bei einem vertrauenswürdigen Händler tun.

Eine Deutschlandkarte mit Bio-Gärtnereien, Hof- und Bioläden in eurer Umgebung stellt euch bio-zierpflanzen.de zur Verfügung.

"Kontrollierter Anbau": Ist das auch "bio"?

Klingt erst mal positiv und ist deshalb bestimmt auch "bio"? Manche Bezeichnungen wie "naturnah", aus "kontrolliertem Anbau" oder "integriertem Pflanzenanbau" suggerieren uns hochwertige Qualität und animieren uns schnell zum Kauf, gutes Gewissen inklusive. Doch einen ökologischen Nutzen haben die Begriffe laut BUND nicht.

Steht auf der Bio-Pflanze eurer Wahl hingegen "aus ökologischem Anbau", könnt ihr von Bio-Qualität ausgehen, dieser Hinweis ist wiederum geschützt.

7 Gründe, warum ihr zu Bio-Pflanzen greifen solltet

Neben den bereits genannten Kriterien, die Bio-Zierpflanzen erfüllen müssen, zum Beispiel dem Verzicht auf synthetischen Dünger bei der Pflanzenanzucht und eine umweltschonende Produktion, gibt es viele weitere gute Gründe, zur Bio-Zierpflanze zu greifen:

  1. Bio-Pflanzen werden von Gärtnern produziert, für die die Bedürfnisse von Pflanzen Priorität haben.
  2. Bio-Pflanzen sind deshalb besonders kräftig und weniger anfällig für Schädlinge oder Krankheiten.
  3. Ihr könnt auch zuhause weniger Pflanzenschutzmittel einsetzen.
  4. Durch den Verzicht auf Chemie besteht keine Gefahr, dass ihr euch Schadstoffe nach Hause holt.
  5. Mit dem Kauf von Bio-Zierpflanzen wird die Produktion und Vermarktung von regionalen Produkten gefördert.
  6. Es werden Arbeits- und Ausbildungsplätze in der Umgebung erhalten.
  7. Rohstoffe werden ressourcenschonend eingesetzt.

Nicht nur ihr werdet nachhaltig Freude an Bio-Pflanzen haben. Auch Insekten und Bienen können unbesorgt von Balkonpflanze zu Balkonpflanze fliegen, da sie frei von chemischen Pflanzenschutzmitteln sind. Welche Pflanzen besonders bienenfreundlich sind, und wie ihr Balkonkästen richtig bepflanzt, könnt ihr hier nachlesen:

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