Briefkästen mit Werbeprospekten
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Wohnen | News

Das Ende der Briefkastenwerbung? Initiative will Werbepost verbieten

Katharina Schneider

Katharina Schneider

Rund 1,1 Milliarden Tonnen Papiermüll entstehen in Deutschland durch ungewollte Briefkastenwerbung. Das will die Deutsche Umwelthilfe nun ändern. Nur noch, wer dies ausdrücklich wünscht, soll künftig Flyer und Prospekte in seinem Briefkasten finden.

Die "Bitte keine Werbung"-Aufkleber auf deutschen Briefkästen könnten bald der Vergangenheit angehören. Die Deutsche Umwelthilfe will mit einer Petition erreichen, dass nur bei denjenigen, die dies ausdrücklich wollen, Werbeprospekte im Briefkasten landen. Sie hat gemeinsam mit der Initiative "Letzte Werbung" eine Petition gegen ungewollte Briefkastenwerbung mit rund 97.000 Unterschriften dem Justizministerium in Berlin übergeben.

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Aktuell bringen Menschen, die keine Werbung wünschen, dies mit einem Aufkleber auf dem Briefkasten zum Ausdruck. Häufig missachten Prospekteverteiler aber diesen Wunsch. Besonders in Großstädten, wie Thomas Fischer, Abfallexperte der Deutschen Umwelthilfe (DUH), sagt. Die DUH will deshalb ein Opt-In-Verfahren für unadressierte Werbepost. Dann dürften Prospekte- und Flyerverteiler ihre Werbung nur noch in Briefkästen stecken, auf denen ein "Werbung – Ja bitte"-Schild angebracht ist.

Ungewollte Briefkastenwerbung produziert Tonnen an Müll

Mit dieser Regelung erhofft sich die DUH weniger Müll. In Deutschland würden derzeit rund 28 Milliarden Werbeprospekte jährlich gedruckt. So entstünden 1,1 Milliarden Tonnen Müll. Durch den ausdrücklichen Wunsch nach unadressierter Briefkastenwerbung könnte laut DUH viel Müll vermieden werden.

So sei es auch in Amsterdam gewesen. In der niederländischen Hauptstadt wurde im Jahr 2018 das von der DUH geforderte System eingeführt. Nur rund 30 Prozent der Haushalte habe sich dort aktiv für Werbung entschieden. So seien 6.000 Tonnen Papier pro Jahr und zwischen 650 und 750 Fahrten der kommunalen Müllabfuhr eingespart worden, heißt es von der DUH.

Das Justizministerium habe sich für das Verfahren gegen die ungewollte Briefkastenwerbung offen gezeigt und prüfe nun eine Umsetzung für Deutschland.

"76 Prozent lehnen ungewollte Briefkastenwerbung ab"

Allerdings gibt es im Justizministerium auch Bedenken. Denn wenn kommerzielle Postwurfwerbung nur mit Einwilligung zulässig wäre, würde das die unternehmerische Freiheit beschränken, wie eine Sprecherin mitteilte. Außerdem könnte die Pressefreiheit durch das Verbot von ungewollter Briefkastenwerbung in Gefahr sein. Denn viele Anzeigenblätter enthalten auch einen redaktionellen Teil. Doch laut DUH sind Anzeigenblätter vom Opt-in-Verfahren nicht betroffen. Hauptsächlich gehe es um Prospekte von Baumarktketten, Drogerien oder dem Textilhandel.

Laut DUH landet bis zu 90 Prozent der unadressierten Werbung ungelesen im Müll. "Nach aktuellen Zahlen lehnen 76 Prozent der Bevölkerung ungewollte Werbepost ab. Da jedoch nur rund ein Viertel 'Werbung – Nein danke'-Aufkleber auf ihrem Briefkasten haben, erhalten somit beim aktuellen Zustellungssystem die Hälfte aller Haushalte in Deutschland ungewollt Werbeprospekte. Damit muss Schluss sein", sagt Sebastian Sielmann vom Verein Letzte Werbung.

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