Wohnung_klein_sofa_platz
© Getty Images/iStockphoto

Wohnen | News

Es wird eng: Großstädter leben auf immer weniger Wohnraum

Albert Linner

Level: Für Alle

In deutschen Großstädten wird es eng. Einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft zufolge haben Stadtbewohner deutlich weniger Wohnraum zur Verfügung als noch vor einigen Jahren. Das läge unter anderem auch am so genannten "Crowding-Phänomen".

In deutschen Metropolen leben die Menschen auf weniger Wohnraum als noch vor einigen Jahren. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die am 18. August 2019 vorgestellt wurde.

Demnach hatten Mieter in deutschen Städten über 500.000 Einwohner im Jahr 2010 noch durchschnittlich 54 Quadratmeter zur Verfügung. Im Jahr 2017 sei dieser Wert auf 51 Quadratmeter gesunken.

Zudem käme es vermehrt zum sogenannten "Crowding-Phänomen", einer Überbelegung der Wohnung. Für das IW liegt das dann vor, wenn die Anzahl der Bewohner einer Wohnung höher ist, als die Anzahl der Räume über sechs Quadratmetern. Der Anteil der Mieter in überbelegten Wohnungen lag im Jahr 2010 bei elf Prozent, 2017 waren es schon 17 Prozent.

Wohnraum oft schlichtweg zu teuer

Diese Entwicklung erklären sich die Ökonomen unter anderem mit sehr hohen Mieten bei neuen Verträgen. Die hielten die Mieter davon ab, zum Beispiel bei der Geburt eines Kindes in eine größere Wohnung zu ziehen. Das führe dazu, dass der verfügbare Wohnraum nicht optimal genutzt und verteilt werde.

Neben dem Wohnungsmangel besonders in Ballungszentren komme hinzu, dass Neubauten oft nur einen gewissen Teil der Nachfrage bedienen können. Oft sind sie zu teuer und zu groß für den Großteil der Wohnungssuchenden, heißt es in der IW-Erhebung. Die meisten Menschen könnten sich diese Wohnungen schlichtweg nicht leisten.

Bau von kleinen Wohnungen die Lösung?

Auch wenn die Mieten in den vergangenen Jahren besonders in Metropolen stark gestiegen sind, sei die Belastung gemessen am Einkommen recht stabil geblieben. Seit den 2000er Jahren liege sie konstant bei um die 30 Prozent. Dies treffe jedoch nicht für einkommensschwache Haushalte zu. Dort werden aktuell im Schnitt 40 Prozent des Nettolohns für die Wohnung ausgegeben. Eine Entspannung sei nicht zu erkennen.

Den Ökonomen zufolge könnte ein vermehrter Bau von insbesondere kleinen Wohnungen die Probleme lösen. Es würde ein "Angebotsschock" entstehen, der nicht nur mehr Wohnungen für die unteren Marktsegmente brächte, sondern auch der Mietsteigerung entgegenwirken und sich schlussendlich positiv auf die Wohnraumversorgung auswirken könne. Dem in der Studie beobachteten steigenden Crowding könne so ebenfalls entgegengewirkt werden.

Lies noch mehr…

Wir verwenden Cookies, um die Website optimal zu gestalten. Durch die Nutzung der Website stimmen Sie grundsätzlich der Verwendung von Cookies zu (Websitefunktionalitäten, anonymisiertes Nutzerverhalten, usw). Sofern Sie zustimmen, teilen wir zudem Informationen anonymisiert mit Werbepartnern. Siehe Datenschutzhinweise.

OK