Frau beim Einwecken von Gurken
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Wohnen | Ratgeber

Einwecken: Weshalb der Trend Einkochen jetzt durchstartet

Lisa Gutknecht

Lisa Gutknecht

Einwecken macht frische Lebensmittel lange haltbar. Nach dem Einkochen könnt ihr Gemüse und Obst über die gesamten Wintermonate – und die Corona-Zeit – genießen. Hier erfahrt ihr Schritt für Schritt, wie die Zubereitung gelingt.

Die meisten Haushalte haben seit Beginn der Corona-Pandemie ihre Vorratshaltung überdacht und aufgestockt. Auch haben viele Menschen mehr Zeit in den eigenen vier Wänden: So manch ein Küchenmuffel ist in den vergangenen Monaten zum Hobbykoch avanciert. Wer auf der Suche nach einem neuen Projekt ist, könnte Gefallen am Einwecken finden. Mit dieser Methode lassen sich frisches Obst und Gemüse lange haltbar machen. Hier erfahrt ihr, was ihr zum Einkochen braucht und wie es ganz einfach gelingt.

Wie funktioniert Einwecken?

Für das Einkochen oder Einwecken füllt ihr frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse in sterile Gläser und erhitzt diese. Dafür benötigt ihr ein kochendes Wasserbad, am besten in einem Topf. Entscheidend ist, dass der Deckel währenddessen geschlossen bleibt, damit keine Luft von außen einströmen kann. Beim Einkochen dehnen sich Luft und Wasserdampf im Weckglas aus. Es entsteht ein Überdruck. Sobald das Glas abkühlt, ziehen sich Luft und Wasserdampf zurück. Durch diesen Unterdruck verschließt das Glas luftdicht.

Die Kombination aus Hitze und Vakuum gibt Mikroorganismen keine Chance und hat somit einen konservierenden Effekt. Die Lebensmittel sind nach dem korrekten Einwecken nahezu unbegrenzt haltbar.

Einkochen vs. Einmachen: Was ist der Unterschied?

Die Begriffe Einkochen und Einmachen werden häufig synonym verwendet. Das Vorgehen ist aber ein anderes: Beim Einmachen kocht ihr die Lebensmittel zunächst und füllt sie erst im Anschluss in luftdichte, sterile Gläser. So lässt sich beispielsweise Marmelade herstellen.

Tipp: Wenn ihr Eingemachtes zusätzlich einkocht, bleibt es sogar noch länger haltbar.

Topf und Glas zum Einmachen von Marmelade
Im Vergleich zum Einwecken wird das Obst oder Gemüse zum Einmachen erst gekocht und dann in ein Glas gefüllt. © Getty Images/iStockphoto

Welche Lebensmittel kann man einwecken – und welche nicht?

Die meisten Obst- und Gemüsesorten eignen sich hervorragend zum Einkochen. Besonders beliebt sind Pflaumen, Kirschen und Birnen sowie Spargel, Zucchini, Rote Bete und Kürbis. Eiweißreiches Gemüse wie Bohnen und Kichererbsen verlangen eine Sonderbehandlung. Als Anfänger solltet ihr davon erstmal Abstand nehmen. Ebenso vom Einkochen von Fleisch.

Auch Eintöpfe und Suppen lassen sich einwecken. Voraussetzung ist, dass ihr keinen Saucenbinder oder Mehl zum Andicken verwendet habt. Die Haltbarkeit kann darunter leiden. Im Glas gebackene Kuchen und Brote sind ein weiterer Küchentrend, der unter Einwecken fällt.

Einige Lebensmittel verlieren durch die lange Kochzeit ihren Geschmack oder verändern die Konsistenz: Erdbeeren, Nudelgerichte und Gemüsepüree sind weniger zum Einwecken geeignet.

Verschiedenes Gemüse in Weckgläsern
Nahezu jedes Gemüse lässt sich problemlos einwecken und so lange haltbar machen. © Getty Images/iStockphoto

Was braucht man zum Einwecken?

Zum Einwecken braucht ihr gar nicht viel:

  • frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse, am besten ohne Druckstellen
  • Gläser mit Schraubdeckel (ab 20 Cent pro Stück) oder Einmachgläser mit Glasdeckel, Gummiringen und Klammern (ab 1,50 Euro pro Stück)
  • einen großen Topf mit Deckel
  • ein Geschirrtuch
  • einen Glasheber (circa 5 Euro) oder eine Zange

Das Wichtigste beim Einwecken ist die Sauberkeit: Nur, wenn ihr eure Lebensmittel steril einweckt, halten sie lange. Neben den genannten Utensilien braucht ihr also eine blitzblanke Arbeitsfläche. Zur Sicherheit könnt ihr mit Handschuhen arbeiten.

Verschiedene Lebensmittel und Weckgläser
Zum Einwecken kann man verschiedene Gefäße verwenden, zum Beispiel Weckgläser oder Schraubgläser. © Getty Images

Wie lange dauert das Einkochen?

Die Zubereitungszeit beim Einwecken hängt von eurem Einkochgut ab. Weiches Obst oder vorgegartes Gemüse ist bereits nach zehn Minuten vollständig eingekocht. Rohe, härtere Stücke oder ganze Früchte brauchen zwischen 90 und 120 Minuten.

Anleitung zum Einwecken

Ihr habt eure Zutaten parat? Dann kann es ans Eingemachte gehen:

  1. Übergießt sämtliches Zubehör mit kochendem Wasser oder legt es kurz in den heißen Backofen, so dass euer Material steril ist. Eure Weckgläser anschließend nur noch mit dem Glasheber oder einer Zange bewegen.
  2. Lebensmittel gründlich putzen, entkernen und bei Bedarf schälen sowie in mundgerechte Stücke schneiden. Druckstellen großzügig entfernen. Große Stücke könnt ihr optional vorgaren.
  3. Die Zutaten bis einen Zentimeter unter den Rand in die Einweckgläser füllen. Gemäß Rezept mit etwas Flüssigkeit, meist Essig-, Salz- oder Zuckerwasser-, auffüllen, so dass die Stücke gerade bedeckt sind. Die Glasränder säubern und die Gefäße gut verschließen.
  4. Ein Geschirrtuch in den Topf legen und die Gläser darauf platzieren. Lasst etwas Luft dazwischen, so dass nichts zu Bruch gehen kann.
  5. Wasser in den Topf füllen, bis die Gläser zu Dreiviertel bedeckt sind.
  6. Den Topf schließen, das Wasser zum Kochen bringen und das Einkochgut zwischen zehn und 120 Minuten köcheln lassen.
  7. Anschließend lasst ihr die Gläser circa zehn Minuten im Wasser stehen, bis sie etwas abgekühlt sind. Die Gläser heraus nehmen und vollständig auskühlen lassen.
  8. Um zu überprüfen, ob sich das konservierende Vakuum gebildet hat, könnt ihr die Klammern von den herkömmlichen Weckgläsern entfernen. Sie sollten fest verschlossen bleiben. Bei Schraubgläsern sollte im Deckel eine leichte Wölbung zu sehen sein.

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