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Wohnen | News

Studie enthüllt: Welche Schuld Airbnb am Wohnungsmangel in Deutschland hat

Albert Linner

Level: Für Alle

Airbnb muss sich immer wieder vorwerfen lassen, den Wohnungsmangel in Deutschland zu fördern. Dieser Kritik begegnet die Sharing-Plattform jetzt: Erstmals veröffentlicht Airbnb Zahlen zum deutschen Markt.

Die Debatte um Wohnungsnot in Deutschland reißt nicht ab. Und immer wieder bringen unter anderem Politiker ein Unternehmen ins Spiel, das eine Teilschuld an der Knappheit von Wohnraum haben soll: Airbnb.

Diesen Vorwürfen begegnet das Tech-Unternehmen nun mit Zahlen, die es eigentlich streng unter Verschluss hält. Für eine Studie mit dem Berliner Wirtschafts- und Sozialforschungsinstitut Empirica, die dem "Handelsblatt" exklusiv vorliegt, legt Airbnb Daten aus vier deutschen Großstädten offen: Berlin, Hamburg, München und Dortmund.

Meiste Airbnb-Unterkünfte in Berlin

Demnach wurden in der deutschen Hauptstadt im vergangenen Jahr insgesamt rund 26.500 Unterkünfte auf Airbnb angeboten. In München waren es etwa 11.000, in Hamburg 9.400 und in Dortmund 550. Diese Unterkünfte seien, so die Studie, aber nicht alle ganzjährig verfügbar und würde deshalb auch nicht zwingend Wohnraum wegnehmen.

Das gelte nur für die Wohnungen, die überwiegend nicht vom Mieter oder Eigentümer bewohnt werden. In Berlin werden demnach 2.600 Wohnungen mehr als 137 Tage im Jahr über die Plattform angeboten. Geht man davon aus, dass in der Hauptstadt zwischen 2007 und 2017 114.799 Wohnungen zu wenig gebaut worden sind, entspricht der "zweckentfremdete" Anteil 2,3 Prozent.

Airbnb-Wohnung in Berlin: Durchschnittlich 83 Euro pro Nacht

Die Quote liegt in Dortmund mit 185 Wohnungen im gleichen Bereich, in München handelt es sich laut der Studie um 2,1 Prozent. In der bayerischen Landeshauptstadt wurden 2018 demnach 6.016 Wohnungen für mehr als ein Drittel des Jahres komplett über die Sharing-Plattform angeboten. Den höchsten Anteil am Wohnungsmangel hat Airbnb in Hamburg mit 4,4 Prozent und 5.883 Wohnungen.

In die Studie einbezogen wurden nur Unterkünfte, die einen "rentablen Schwellenwert" überschreiten. Das heißt, die Wohnung muss mindestens 137 Tage im Jahr über die Wohnungsvermittlungsplattform angeboten werden. Dieser Wert errechnet sich aus dem durchschnittlichen Preis pro Nacht in Berlin, der bei 83 Euro liegt. Untervermietungen lohnen sich finanziell demnach erst ab 137 Nächten im Jahr.

Kritik vom Deutschen Städtetag

"Homesharing schadet dem Wohnungsmarkt nicht, sondern steigert die Effizienz der Wohnraumnutzung", kommentierte Annamaria Deiters-Schwedt von Empirica die Ergebnisse. Auch ein Zusammenhang zwischen der Vermietung über Airbnb und der zu beobachtenden Mietpreissteigerung konnte nicht bestätigt werden.

Anders sieht das Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags. "Welche Auswirkungen Sharing-Angebote haben, muss kleinräumig je Wohnquartier untersucht werden", sagte Dedy dem "Handelsblatt“. Wo Wohnraum ohnehin knapp ist, sei ein dauerhafter Wohnungsentzug durch gewerbliche Fremdvermietungen durchaus problematisch.

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