Älteres Paar schaut auf einen Plan in einer zu modernisierenden Wohnung
© Getty Images/iStockphoto/AscentXmedia

Modernisieren | Statement

Der 5-Punkte-Plan für eine erfolgreiche Modernisierung

Eva Brenner

Eva Brenner

Wer eine Wohnung oder ein Haus modernisieren will, der muss an vieles denken. Damit ihr nichts Wichtiges vergesst und am Ende im Budget und Zeitplan bleibt, gibt euch Innenarchitektur-Expertin Eva Brenner einen 5-Punkte-Plan für eine erfolgreiche Modernisierung an die Hand.

Ich habe vor acht Jahren eine Altbauwohnung in Düsseldorf gekauft, die ich selbst modernisiert habe. Sie bekam ein komplett neues Badezimmer, ich habe die Böden abgeschliffen und alles neu gestrichen. Dafür habe mir ein festes Budget von 25.000 Euro gesetzt – und das auch ziemlich exakt eingehalten.

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Damit auch euer Modernisierungsvorhaben klappt, habe ich heute einen 5-Punkte-Plan für euch, der euch helfen kann, eure Modernisierung erfolgreich in Angriff zu nehmen.

1. Budget klarmachen

Laut einer Studie der BauInfoConsult GmbH flossen 2019 rund 116 Milliarden Euro im privaten Wohnungsbestand in Modernisierungsmaßnahmen. Eine Menge Geld! Es ist immer gut, sich ein Limit zu setzen. Setzt euch hin und schreibt mal auf, was ihr an Rücklagen oder Erspartem habt und was ihr ausgeben wollt.

Als Innenarchitektin habe ich natürlich einen gewissen Vorteil, was das Abschätzen von Kosten betrifft. Aber auch ihr könnt im Internet herausfinden, was das Material für eure Modernisierung kostet und mit wie viel ihr für eine Handwerkerstunde rechnen müsst.

Reicht das vorhandene Geld nicht aus, dann sprecht doch mal mit eurer Bank, ob ihr einen laufenden Kredit aufstocken könnt. Das ist manchmal günstiger, als einen zusätzlichen Kredit aufzunehmen, denn gerade bei Kleinkrediten gibt es oft hohe Aufschläge.

Und wenn ihr auch energetisch sanieren wollt oder über eine neue Heizung nachdenkt, dann gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten. Mehr dazu könnt ihr in dem Artikel Staatliche Förderung für Bauherren 2021 nachlesen.

2. An die Zukunft denken

Wenn ihr schon Geld in die Hand nehmt, um eure Wohnung oder ein Haus zu modernisieren, dann denkt unbedingt auch an die Zukunft.

Ein barrierefreies Bad, das großzügig dimensioniert ist und keine Stufen hat, macht für Jung und Alt Sinn. Weitere Tipps für mehr Barrierefreiheit habe ich euch schon mal in dieser Kolumne gegeben.

Energie wird künftig teurer. Deshalb würde ich immer einen Energieberater hinzuziehen, wenn es um neue Fenster, eine neue Heizung oder die Dämmung von Keller oder Geschossdecke geht. Der kann auch eine Dichtigkeitsprüfung machen und so könnt ihr herausfinden, wie viel Energie euer Gebäude verschwendet. Ein Energieberater kommt euch gar nicht so teuer, denn der wird ebenfalls staatlich gefördert.

Überlegt auch, ob ihr im Zuge eurer Modernisierung ein paar Quadratmeter dazugewinnen könnt. Das steigert den Wert eurer Immobilie. Vielleicht gibt es im Keller oder im Dachgeschoss noch Ausbaureserven oder ihr könnt den Balkon erweitern.

Anhaltend beliebt sind auch moderne, offene Grundrisse. Die steigern den Wert eurer Wohnung oder eures Hauses.

Damit kein Modernisierungsstau entsteht, ist es sinnvoll Schritt für Schritt etwas zu machen. Dann tut es finanziell auch nicht so weh und ist weit weniger anstrengend.

Zugegebenermaßen ist gerade kein besonders günstiger Zeitpunkt für große Modernisierungsmaßnahmen, denn Material ist derzeit sehr teuer und hat lange Lieferzeiten. Außerdem sind Handwerker kaum zu bekommen. Ich hoffe, das normalisiert sich wieder und würde euch raten, lieber noch zwei, drei Jahre mit der Modernisierung zu warten, wenn ihr keinen Zeitdruck habt. Aber in die Glaskugel schauen kann ich leider auch nicht – eventuell ist das jetzt auch das neue "hohe" Niveau.

Barrierefreies Badezimmer mit Haltegriffen, unterfahrbarem Waschtisch und bodenebener Dusche.
Barrierefreie Badezimmer können durchaus schick und wohnlich wirken. © Hewi

3. Planung ist alles

Kleinere Projekte könnt ihr natürlich selbst planen. Aber bei größeren Projekten, vor allem wenn Baugenehmigungen notwendig sind, kommt ihr nicht darum herum, einen Architekten hinzuzuziehen. Wenn ihr Wände entfernen oder öffnen wollt, müsst ihr auch einen Statiker beauftragen.

Ich glaube an den Spruch "Arbeit dehnt sich in genau dem Maß aus, wie Zeit für ihre Erledigung zur Verfügung steht". Deshalb empfehle ich euch, einen Bauzeitenplan zu erstellen, wie es auch Architekten machen. Und ihn aufzuhängen, draufzuschauen und auch danach zu handeln! Baut unbedingt einen Puffer ein, ihr werdet ihn brauchen!

In den Plan gehört auch die Rüstzeit, das ist die Zeit die ihr beispielsweise braucht, um in den Baumarkt zu fahren, um Material zu besorgen.

Für das Material und Werkzeug, das ihr benötigt, ist eine Excel-Liste sehr hilfreich, auch um die Kosten im Blick zu behalten. Und wenn ihr irgendwo ein kleines Materiallager einrichten könnt, zum Beispiel auf dem Balkon, im Keller oder im Garten, dann müsst ihr nicht wochenlang auf einer Baustelle wohnen.

Wenn ihr euer Bad sanieren wollt, dann könnt ihr dieses einige Zeit lang nicht nutzen. Macht euch rechtzeitig Gedanken über eine Alternative für diese Zeit. Ihr könnt beispielsweise darüber nachdenken, in der Zeit Urlaub zu machen und das Angenehme mit dem Nützlichen zu verbinden - vorausgesetzt ihr habt jemand Zuverlässigen, der während eurer Abwesenheit die Baustelle überwacht.

4. Eigenleistung realistisch einschätzen

Eigenleistung ist Gold wert, vor allem jetzt, wo Handwerker so knapp und teuer sind. Aber denkt daran: Nicht alle Arbeiten dürft ihr selbst erledigen. Wenn es beispielsweise um Heizung und Strom geht, muss zwingend ein Fachmann ran!

Überlegt auch, wie viel Zeit ihr überhaupt neben dem, was alltäglich zu erledigen ist, zur Verfügung habt. Das haben schon viele überschätzt und daran sind auch schon Beziehungen gescheitert. Und fragt euch, ob ihr wirklich euren Urlaub für die Modernisierung opfern wollt.

5. Vorsicht statt Nachsicht

Wer sich von den benötigten Gewerken nur ein Angebot einholt, der zahlt häufig drauf. Selbst bei kleineren Sachen kann die Preisspanne groß sein. Ich wollte mal einen Gasanschluss umsetzen lassen und habe ein Angebot für 200 Euro und eines für 1.000 Euro bekommen. Deshalb würde ich immer mehrere Angebote einholen, drei ist dabei ein guter Richtwert. Ich weiß aber auch, dass das gerade nicht ganz einfach ist, die überhaupt zu bekommen.

Hört euch im Freundes- und Bekanntenkreis nach Empfehlungen um, meistens kennt jemand jemanden, der jemand kennt. Auch Google-Bewertungen könnt ihr nutzen, um geeignete Handwerker zu finden, aber am besten sind immer noch persönliche Empfehlungen.

Außerdem würde ich bei größeren Sachen, wie beispielsweise einem Bad, das aus einer Hand kommt, immer einen Bauvertrag abschließen. Dieser Werkvertrag verpflichtet die Firma zu einer mangelfreien Erbringung der vertraglich vereinbarten Bauleistung und euch als Auftraggeber zu der vereinbarten Zahlung. Darauf könnt ihr euch dann später auch beziehen, wenn es um Gewährleistung geht.

Ist dein Zuhause reif für eine Modernisierung? Finde es heraus mit der Modernisierungsberatung vor Ort.

Lust auf noch mehr Tipps von Eva Brenner? Dann schaut euch doch gern auch ihre weiteren Kolumnen auf wohnglück.de an.

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