Kran auf Baustelle
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Neue Prognose: Preise für Bauleistungen steigen 2022 weiter an

Antonia Eigel

Antonia Eigel

Bereits 2021 mussten Bauherren tapfer sein, denn die Preise für Bauleistungen und Baumaterialien stiegen im Vergleich zu den Vorjahren dramatisch an. Auch für das Jahr 2022 erwarten Experten weitere Preisanstiege. Doch ist bald ein Ende in Sicht?

Die Preise für Bauleistungen werden weiter ansteigen. So prognostiziert es das Marktforschungsinstitut vdpResearch auch für das Jahr 2022. Die Prognose geht aus einer aktuellen Analyse hervor, die im Rahmen der Publikationsserie "Marktaspekte" erschienen ist. Bereits 2021 sind die Preise für Bauleistungen und Baumaterialien stark angestiegen. Für 2022 rechnen die Experten mit einer weiteren Preissteigerung von durchschnittlich acht Prozent bei den Baupreisen für Wohn- und Gewerbeimmobilien.

Schon 2021 starke Preissteigerungen bei Bauleistungen und Baumaterialien

Bereits im vergangenen Jahr stiegen die Preise im Sektor Bauleistungen. Demnach betrug über das Gesamtjahr 2021 gesehen die Teuerung für Wohngebäude 9,1 Prozent, so vdpResearch. Und laut dem Statistischen Bundesamt stiegen die Preise für Rohbauarbeiten an Wohngebäuden von November 2020 bis November 2021 sogar um 15,7 Prozent.

Grund für die extremen Preisanstiege waren im vergangenen Jahr zum einen die erhöhte Nachfrage nach Bauleistungen. Danach waren im November 2021 Zimmer- und Holzbauarbeiten allein deshalb 38,9 Prozent teurer als noch ein Jahr zuvor. Hinzu kam der starke Preisanstieg für Baumaterialien wie Bitumen oder Stahl und besonders für Bauholz.

Zudem führte die Wiederanhebung der Umsatzsteuer von 16 Prozent auf 19 Prozent zum 1. Januar 2021 einmalig zu einer sehr deutlichen Trendverschiebung nach oben. Dieser Effekt sorgte vor allem in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres für zweistellige Preiswachstumsraten bei den Bauleistungen.

Auch in anderen Bereichen machte sich der Anstieg deutlich bemerkbar. Wie stark, das zeigt folgende Tabelle:

  • Bauleistung
  • Preissteigerung in Prozent
  • Zimmer- und Holzbauarbeiten
  • 38,9 %
  • Entwässerungskanalarbeiten
  • 18,2 %
  • Dachdeckungs-/Dachabdichtungsarbeiten
  • 17,1 %
  • Klempnerarbeiten
  • 16,8 %
  • Betonarbeiten
  • 16,5 %
  • Ausbauarbeiten
  • 13,5 %
  • Metallbauarbeiten
  • 17,3 %
  • Estricharbeiten
  • 15,6 %
  • Tischlerarbeiten
  • 14,6 %
  • Gas-, Wasser-, Entwässerungsanlagen
  • 14,5 %

Preissteigerungen bei Bauleistungen von November 2020 auf November 2021, Quelle: Statistisches Bundesamt, Stand: Januar 2022

Materialpreisanstieg 2022: Ist ein Ende in Sicht?

"Anders als im vergangenen Jahr wird die Umsatzsteuer 2022 keinen Einfluss auf den Preisverlauf nehmen. Aber die hohe Auslastung der Baukapazitäten gepaart mit einem Arbeitskräftemangel sowie steigende Material- und Energiepreise üben weiterhin einen erheblichen Druck aus", erklärt Franz Eilers, Leiter der Immobilienmarktforschung bei vdpResearch.

Dabei gehe man im Allgemeinen davon aus, dass sich die Energiepreise mittelfristig auf das aktuell erreichte Niveau einpendeln dürften. Der Anstieg für Materialpreise wird voraussichtlich vermindert anhalten.

Hinzu kommt, dass der Auftragsbestand im dritten Quartal 2021 im Hochbau deutlich über dem entsprechenden Vorjahreswert lag. Mit der Auswirkung, dass sich Bauleistungen auch im laufenden Jahr weiter verteuern werden, wenn auch weniger stark wie noch im Jahr zuvor. Dennoch: "Die Verteuerungen erschweren angestrebte Investitionsvorhaben und beeinträchtigen die Erneuerung und Erweiterung des Gebäudebestandes", so Eilers.

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