In Holzminden zahlt man den geringsten Anteil vom Gehalt für die Wohnung
© Patrik Scholz

Wohnen | News

Gehalt minus Miete: Wo am meisten Geld übrig bleibt

Albert Linner

Level: Für Alle

Gehalt minus Miete: Wo bleibt in Deutschland nach Abzug der Kaltmiete am meisten vom Bruttolohn übrig – und wo am wenigsten? In einer Analyse wurden Durchschnittsgehälter und Angebotsmieten aus 384 Städten und Landkreisen in Deutschland verglichen.

Wer in einer deutschen Großstadt lebt, kennt das: Ein großer Teil des Gehalts geht für die Miete drauf. Jeder sechste Haushalt zahlt sogar mehr als 40 Prozent für Wohnung oder Haus – und zwar an Kaltmiete.

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Doch nicht überall in Deutschland müssen Menschen so einen großen Teil ihres monatlichen Lohns an den Vermieter überweisen, wie das Jobportal Stepstone gemeinsam mit der Immobilienplattform immowelt.de analysiert hat. Für die Analyse wurden Durchschnittsgehälter (brutto) von Fach- und Führungskräften und Angebotsmieten (kalt) aus 384 Städten und Landkreisen in Deutschland verglichen.

Die Schwäche dieser Analyse sind sicherlich die zugrundeliegenden Daten. Besser wäre gewesen, das Nettodurchschnittseinkommen eines Haushalts den Warmmieten gegenüberzustellen. Andererseits geht es hier vor allem um die Vergleichbarkeit. Die Ergebnisse sind dementsprechend als Tendenz zu verstehen.

Am Ende dieses Artikels gehen wir ausführlich auf die Datenerhebung ein, wie sie von StepStone und immowelt.de mitgeteilt wurden.

Münchnern und Berlinern bleibt weniger vom Gehalt

Kaum eine Überraschung: Die deutsche Stadt, in der am meisten vom Bruttolohn für die Miete draufgeht, ist München. Das Durchschnittsjahresgehalt für Fach- und Führungskräfte liegt hier zwar mit 61.100 Euro sehr hoch. Doch die Miete für eine Wohnung mit 80 bis 100 Quadratmetern liegt bei im Schnitt 1.500 Euro monatlich – damit gehen rund 30 Prozent des Bruttolohns an den Vermieter.

Tabelle: Hier bleibt am wenigsten vom Gehalt übrig

  • Stadt-/Landkreis
  • Angebots­miete im Jahr 2018 (Wohnung 80-100 m2) pro Monat im Median
  • Durch­schnittsge­halt für Fach- und Füh­rungskräfte pro Jahr
  • Anteil Jahres­miete am Brutto-Jahreseinkom­men
  • München (SK)
  • 1.500 Euro
  • 61.100 Euro
  • 30 %
  • Starnberg (LK)
  • 1.200 Euro
  • 54.700 Euro
  • 26 %
  • Freiburg im Breisgau (SK)
  • 1.150 Euro
  • 55.500 Euro
  • 25 %
  • Ebersberg (LK)
  • 1.100 Euro
  • 53.700 Euro
  • 25 %
  • Fürstenfeldbruck (LK)
  • 1.110 Euro
  • 56.100 Euro
  • 24 %
  • Vorpommern-Greifswald (LK)
  • 730 Euro
  • 37.000 Euro
  • 24 %
  • Berlin (SK)
  • 1.010 Euro
  • 51.700 Euro
  • 23 %
  • Potsdam (SK)
  • 900 Euro
  • 46.900 Euro
  • 23 %
  • Miesbach (LK)
  • 1.100 Euro
  • 57.600 Euro
  • 23 %
  • Dahme-Spreewald (LK)
  • 800 Euro
  • 42.300 Euro
  • 23 %

Gehalt minus Miete: Hier bleibt am wenigsten. Die Top Ten der Stadt- und Landkreise mit dem schlechtesten Verhältnis zwischen Gehalt und Miete. Quelle: stepstone.de

Prinzipiell ist Oberbayern ein teures Pflaster. Neben München liegen die Landkreise Starnberg (26 Prozent), Ebersberg (25 Prozent), Fürstenfeldbruck (24 Prozent) und Miesbach (23 Prozent) unter den Top Ten der untersuchten Städte und Landkreise.

Auch in Berlin geben Mieter einen großen Teil ihres Gehalts für die Wohnung aus. Bei einem Durchschnittseinkommen von 51.700 Euro im Jahr (wiederum für Fach- und Führungskräfte) fließen 23 Prozent in die Tasche des Vermieters. "Das Leben in Metropolen wie Berlin oder München ist sehr begehrt, allerdings auch sehr teuer", sagt Ulrich Gros von Immowelt.

In Niedersachsen stimmen Gehalt und Miete

Während Bayern bei den Städten und Landkreisen mit dem schlechtesten Verhältnis zwischen Gehalt und Miete vorne liegt, ist Niedersachsen Spitzenreiter bei denen mit dem besten Verhältnis. Gleich vier Landkreise sind hier neben Holzminden in den Top Ten vertreten: Wesermarsch, Salzgitter, Lüchow-Danneberg und Northeim (jeweils zehn Prozent).

Tabelle: Hier bleibt am meisten vom Gehalt übrig

  • Stadt-/Landkreis
  • Angebots­miete im Jahr 2018 (Wohnung 80-100 m2) pro Monat im Median
  • Durchschnitts­gehalt für Fach- und Führungs­kräfte pro Jahr
  • Anteil Jahres­miete am Brutto-Jahreseinkom­men
  • Holzminden (LK)
  • 380 Euro
  • 56.400 Euro
  • 8 %
  • Birkenfeld (LK)
  • 430 Euro
  • 56.500 Euro
  • 9 %
  • Höxter (LK)
  • 390 Euro
  • 49.900 Euro
  • 9 %
  • Wesermarsch
  • 450 Euro
  • 56.800 Euro
  • 10 %
  • Salzgitter (SK)
  • 450 Euro
  • 55.500 Euro
  • 10 %
  • Lüchow-Dannenberg (SK)
  • 350 Euro
  • 42.900 Euro
  • 10 %
  • Bremerhaven (SK)
  • 440 Euro
  • 53.200 Euro
  • 10 %
  • Northeim (LK)
  • 440 Euro
  • 51.900 Euro
  • 10 %
  • Pirmasens (SK)
  • 400 Euro
  • 46.400 Euro
  • 10 %
  • Hagen (SK)
  • 460 Euro
  • 52.300 Euro
  • 11 %

Gehalt minus Miete: Hier bleibt am meisten. Die Top Ten der Stadt- und Landkreise mit dem besten Verhältnis zwischen Gehalt und Miete. Quelle: stepstone.de

Auch im rheinland-pfälzischen Birkenfeld und im nordrhein-westfälischen Höxter (beide neun Prozent) muss nur ein kleiner Anteil des Einkommens für die Miete aufgewendet werden. Unternehmen, die ihre Standorte in kleineren, weniger begehrten Städten hätten, könnten sich daher den Standortfaktor mit niedrigeren Mieten zum Vorteil machen, um begehrte Fachkräfte für sich zu gewinnen.

Zum Beispiel ein Unternehmen, das einen Standort in der niedersächsischen Mittelstadt Holzminden im Weserbergland hat. Dort liegt das durchschnittliche Einkommen jährlich bei 56.400 Euro, während eine 80 bis 100 Quadratmeter große Wohnung für 380 Euro zu haben ist. Gerade einmal acht Prozent des Gehalts gehen in der 20.000-Einwohner-Stadt also für die Miete drauf.

Datenerhebung von "Gehalt minus Miete"

Über die Datenerhebung schreibt StepStone:

"Datenbasis für die Berechnung der Durchschnittsgehälter war der StepStone Gehaltsplaner, der auf mehr als 138.000 Datensätzen basiert. Die Gehälter entsprechen dem Durchschnitt der genannten Stadt- und Landkreise im Zeitraum Oktober 2017 bis März 2019. Für den StepStone Gehaltsplaner haben Jobexperten und Marktforscher einen Algorithmus entwickelt, der auf Basis der wichtigsten Gehaltstreiber (zum Beispiel Branche, Tätigkeit, Erfahrung) eine sehr genaue Prognose der persönlichen Gehaltshöhe liefert."

Zur Berechnungsgrundlage informiert immowelt.de:

"Datenbasis für die Berechnung der Mietpreise in den ausgewählten deutschen Stadt- und Landkreisen waren auf immowelt.de inserierte Angebote. Dabei wurden ausschließlich die Angebote berücksichtigt, die vermehrt nachgefragt wurden. Die Preise sind jeweils Angebots-, keine Abschlusspreise. Die Preise geben den Median der in 2018 angebotenen Wohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 80 und 100 Quadratmetern wieder. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Bei den Mietpreisen handelt es sich um Nettokaltmieten bei Neuvermietung."

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