Noch nicht fertiggestellte Wohnhäuser in Berlin.
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Deutscher Immobilienmarkt: Investitionen steigen auf Rekordniveau

Katharina Schneider

Auf dem deutschen Immobilienmarkt wurde im vergangenen Jahr so viel Geld investiert wie noch nie. Zum ersten Mal knackte das Investitionsvolumen die 300-Milliarden-Euro-Marke, wie aus Berechnungen des IVD hervorgeht. Doch uneingeschränkt darüber freuen kann sich der Immobilienverband nicht.

Ganze 303,5 Milliarden Euro wurden im vergangenen Jahr auf dem deutschen Immobilienmarkt investiert – so viel wie noch nie zuvor. Damit liegt das Transaktionsvolumen erstmals über der 300-Milliarden-Euro-Marke. 2019 wurden demnach 31,5 Milliarden Euro mehr investiert als noch im Vorjahr – ein Plus von 11,6 Prozent. Das geht aus einer Hochrechnung des Immobilienverbandes (IVD) hervor.

Der Anstieg des Investitionsvolumens um 11,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr ist außerdem im Vergleich zu den Wachstumsraten der vergangenen Jahre sehr hoch. 2016 wuchs der Umsatz noch um 9,6 Prozent, 2017 waren es 5,6 Prozent und 2018 stieg er um 7,1 Prozent.

Nur in Hamburg ist das Investitionsvolumen gesunken

Die höchsten Umsätze wurden in Bayern (60,1 Milliarden Euro), Nordrhein-Westfalen (56,4 Milliarden Euro) und Baden-Württemberg (41,8 Milliarden Euro) erzielt. Mehr als die Hälfte des gesamten Investitionsvolumens (52,2 Prozent) entfällt auf die drei Bundesländer.

Am größten war das Wachstum des Investitionsvolumens laut den IVD-Berechnungen mit 37,3 Prozent in Berlin. Insgesamt wurden in der Hauptstadt 24,4 Milliarden Euro investiert. 2018 hingegen stagnierte der Umsatz mit 0,4 Prozent noch quasi auf dem Niveau des Vorjahres. Allein das Segment der Büro- und Geschäftshäuser habe in Berlin ein Umsatzplus von 75 Prozent im Vergleich zu 2018 erzielt.

Starke Zuwachsraten sind auch in Niedersachen (15,7 Prozent), Rheinland-Pfalz (13,7 Prozent), Schleswig-Holstein (12,9 Prozent) und Sachsen (12,1 Prozent) zu verzeichnen. Das einzige Bundesland ohne Umsatzsteigerung ist Hamburg. Hier ging der Umsatz sogar leicht um 3,3 Prozent zurück.

Deutscher Immobilienmarkt in guter Verfassung

Der deutliche Sprung zeige, dass der deutsche Immobilienmarkt weiterhin in sehr guter Verfassung sei, sagte IVD-Präsident Jürgen Schick zu dem Ergebnis. Grund für die Rekordinvests seien die gute Konjunktur und der fortgesetzte Niedrigzinskurs der europäischen Zentralbank.

Doch uneingeschränkt freuen über das Rekord-Ergebnis könne man sich nicht, sagte Schick. Denn dahinter stecke "der gewaltige Nachfrageüberhang bei Wohnungen und Büros in den Top-Sieben-Städten und Ballungsräumen". Diese Entwicklung könne mittelfristig ins Gegenteil umschlagen und den demographischen und wirtschaftlichen Schwung abwürgen. Er fordert die Politik dazu auf, Neubau zu fördern und forcieren.

Grundlage der Berechnungen sind Daten für die Grunderwerbsteuer, die vom Bundesministerium für Finanzen erhoben wird. Das errechnete Immobilieninvestitionsvolumen umfasst gewerbliche und private Transaktionen.

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