Mann sitzt entspannt auf einem Bürostuhl und schaut nach draußen.
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Wohnen | Info-Guide

Bürostuhl-Alternativen: 7 geniale Sitzmöbel für den Arbeitsplatz

Lisa Gutknecht

Egal, ob im Homeoffice oder am Arbeitsplatz im Büro: Ohne einen Schreibtischstuhl läuft nichts. Hier erfahrt ihr, was eine gute Sitzgelegenheit ausmacht und welche Alternativen zum klassischen Bürostuhl es gibt – mit Vorteilen, Nachteilen und Preisen.

Arbeitnehmer in Deutschland melden sich wegen Krankheiten des Muskel-Skelett-Systems bis zu drei Tage pro Jahr krank. Das ergab der TK Gesundheitsreport 2020. Die häufigste Diagnose: Rückenbeschwerden. Falsches Sitzen und zu wenig Bewegung sollen schuld daran sein. Neben höhenverstellbaren Schreibtischen und bewegten Pausen kann der richtige Bürostuhl diesem Problem zu Leibe rücken. Hier erfahrt ihr, was Sitzmöbel am Arbeitsplatz leisten sollten und welche Alternativen es gibt – mit Beispielen und Preisen.

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Was macht einen guten Bürostuhl aus?

Bei der Auswahl eines Bürostuhls sollte man nicht allein auf die Optik achten. Die Ergonomie ist entscheidend: Die Sitzgelegenheit sollte die natürliche Haltung positiv unterstützen, individuell einstellbar sein und die Beweglichkeit fördern. Dies sind die wichtigsten Bürostuhl-Eigenschaften auf einen Blick:

  • Beweglich: Ein ergonomischer Bürostuhl ist beweglich, beispielsweise durch eine Wippmechanik.
  • Verstellbar: Sitzfläche, Rückenlehne und Armlehnen sollten höhenverstellbar und kippbar sein.
  • Rückenfreundlich: Die Rückenlehne sollte so geformt sein, dass sie die natürliche Krümmung der Wirbelsäule unterstützt. Die Sitzunterlage sollte zudem dynamisch sein, um die Bandscheiben zu entlasten.
  • Bequem: Die Polsterung des Bürostuhls sollte weder zu weich noch zu hart sein. Der Stoff ist idealerweise atmungsaktiv, strapazierfähig und rutschfest.
  • Entlastend: Eine Kopf- oder Nackenstütze sind kein Muss, können die Halswirbelsäule aber entlasten.
  • Stabil: Sofern Stuhlrollen vorhanden sind, sollten diese an den Untergrund angepasst sein: weich bei hartem Boden, hart bei weichem Teppichboden.

1. Deskbike als Bürostuhl

Das "Deskbike" ist ein patentiertes Schreibtischfahrrad. In Kombination mit einem Sitz- oder Stehpult erlaubt es körperliche Bewegung während der Arbeitszeit. Im Vergleich zu einer statischen Stehhilfe kommt ihr damit wortwörtlich in Schwung und stimuliert die Durchblutung der Oberschenkelmuskulatur. Davon kann bei richtiger Anwendung auch eure mentale Leistungsfähigkeit profitieren.

  • Vorteile: fördert die Bewegung am Arbeitsplatz, Kombination aus Sport und Arbeit, mehr Konzentration und Produktivität möglich
  • Nachteile: verlangt eine gesunde Sitzhaltung, kann auf Dauer unbequem sein
  • Preis des Deskbikes: ab circa 330 Euro, über Worktivity
Deskbike
Mit dem Deskbike lassen sich Schreibtischtätigkeit und Bewegung kombinieren. © Deskbike

2. Kniestuhl als Bürostuhl-Alternative

Der Kniestuhl ist seit den 1990er Jahren eine beliebte Sitzgelegenheit für Büros. Er hat keine Rückenlehne. Charakteristisch für den Stuhl sind hingegen eine schräge Sitzfläche und zwei Polster für die Unterschenkel. Sitzt man richtig darauf, befinden sich die Füße unter dem Gesäß. Das soll eine gerade Rückenhaltung fördern.

  • Vorteile: fördert eine aufrechte Haltung und die Beweglichkeit im Oberkörper, entlastet die Wirbelsäule, hoher Designfaktor
  • Nachteile: Durchblutung im Unterkörper ist blockiert, kann die Knie belasten, Sitzposition ist eingeschränkt, keine Dauerlösung
  • Preis des Kniestuhls "Variable Balans": 329 Euro, über Varier Furniture
Variable balans Kniestuhl von Varier
Der Original Kniestuhl von Varier kombiniert Design mit Ergonomie. © Varier

3. Stehhilfe statt Bürostuhl

Steharbeitsplätze haben viele Pluspunkte. Dauerhaftes Arbeiten im Stehen kann allerdings belasten und ermüden. Schnell schmerzen die Beine oder der untere Rücken. Auch Kreislaufbeschwerden sind nicht selten. Ideal für diese Arbeitsbedingungen sind sogenannte Stehhilfen: Durch Anlehnen werden Wirbelsäule, Knie und Füße entlastet. Wichtig ist, dass sich die Stehhilfe an die Körpergröße des Nutzers anpassen lässt.

  • Vorteile: Entlastung an Steharbeitsplätzen, fördert die Beweglichkeit
  • Nachteil: eher Hilfsmittel als Sitzgelegenheit
  • Preis der Stehhilfe: ab circa 160 Euro, über Bimos
Stehhilfe von Bimos
Die Stehhilfe der Marke Bimos lässt sich bequem von A nach B rollen. © Bimos / Interstuhl

4. Sattelhocker als Bürostuhl

Der Sattelstuhl fällt durch seine ungewöhnliche Form auf: Die Sitzfläche hat die Form eines Sattels. Der Nutzer nimmt darauf Platz wie auf dem Rücken eines Pferdes. Durch die Neigung des Polsters ist man zu einer aufrechten Sitzhaltung gezwungen. Es gibt Sattelhocker in geschlossener Form oder geteilt mit einer Lücke in der Mitte. Diese zweiteilige Variante ist für Männer in der Regel bequemer.

  • Vorteile: fördert eine aufrechte Sitzhaltung, bietet Bewegungsfreiheit im Oberkörper, platzsparend
  • Nachteile: Sitzhaltung ist zunächst gewöhnungsbedürftig, Gefahr ins Hohlkreuz zu gehen, Sitzposition ist eingeschränk
  • Preis des Sattelstuhls "Ponychair": ab 300 Euro, zum Beispiel über m-extender.de
Sattelhocker Ponychair
Auf dem Ponychair sitzt es sich wie auf dem Rücken eines Pferdes. © ponychair

5. Sitzball statt Schreibtischstuhl

Der Gymnastikball, wie man ihn aus Fitnessstudios kennt, hat inzwischen auch die Arbeitsplätze erobert. Für den Bürostuhl-Ersatz spricht vor allem die Beweglichkeit. Mit einem Sitzball lassen sich Balancetraining und Schreibtischtätigkeiten smart verbinden. Der Nutzer muss mit einem Sitzball zwangsläufig aufrecht sitzen, da er sonst zur Seite kippt. Für klassische Nine-to-five-Jobs ist das Fitnessgerät trotzdem weniger geeignet.

  • Vorteile: fördert die Beweglichkeit und aufrechte Sitzhaltung, Training und Arbeit in einem
  • Nachteile: Sturzgefahr, Risiko von Fehlhaltungen, auf Dauer ermüdend
  • Preis des Sitzballs "Felt" von Magma: circa 60 Euro, über WestwingNow
Sitzball als Bürostuhl
Der Sitzball "Felt" ist formstabil und trainiert während des Sitzens den Beckenboden. © Magma

6. Federstuhl fürs Büro

Ein Federstuhl ähnelt optisch einem klassischen Schreibtischstuhl. Das Besondere daran ist die Feder unter dem Polster, welche dynamisches Sitzen erlaubt. Das Becken kann aktiv in alle Richtungen bewegt werden. Eine flexible Rückenlehne und verstellbare Armlehnen machen den Federstuhl in der Regel komplett, so dass ergonomisches Sitzen gewährleistet ist.

  • Vorteile: aktive Bewegung des Beckens, Entlastung der Bandscheiben, fördert die Blutzirkulation in den Beinen
  • Nachteile: nimmt vergleichsweise viel Platz in Anspruch
  • Preis des Federstuhls: 779 Euro, über HIPP Möbel-Design
Federstuhl von HIPP
Der ergonomische Gesundheitsstuhl von HIPP kombiniert rote Farbakzente mit einer schlichten, kantigen Form. © HIPP Möbel-Design

7. Bürohocker im Homeoffice

Der Bürohocker ist eine beliebte Sitzgelegenheit fürs Homeoffice – besonders dann, wenn der Arbeitsplatz in den Wohnraum integriert ist. Er ist platzsparend und multifunktional einsetzbar. Für den längerfristigen Einsatz sollte der Hocker eine dynamische Sitzfläche haben und höhenverstellbar sein.

  • Vorteile: platzsparend, funktional, unauffällig
  • Nachteile: Entlastung für den Rücken ist gering, keine Dauerlösung
  • Preis des Bürohockers "Visiona Stool": ab circa 430 Euro, über Vitra
Hocker Visiona Stools von Vitra
Der Hocker "Visiona Stool" von Vitra ist bequem und unauffällig. © Vitra

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