Ein Mann arbeitet zuhause an seinem Computer
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Wohnen | Ratgeber

Arbeitszimmer absetzen: So spart ihr in Corona-Zeiten Steuern

Andreas Förstel

2020 ist für viele Arbeitnehmer das Jahr des Home-Office. Steuerlich geltend machen könnt ihr den häuslichen Arbeitsplatz allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Ob die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer als Werbungskosten anerkannt werden, ist zwischen Finanzbehörden und Steuerpflichtigen ein häufiger Streitpunkt. Grundsätzlich müssen dafür zwei Voraussetzungen erfüllt sein, wenn ihr euer Arbeitszimmer von der Steuer absetzen wollt:

  • Erstens muss das Arbeitszimmer ein abgetrennter Raum sein, den ihr nahezu ausschließlich beruflich nutzt. Der Raum muss funktional eingerichtet und ausgestattet sein, etwa mit Schreibtisch, Bürostuhl, Regalen und Computer. Eine Arbeitsecke im Flur oder ein Arbeitszimmer, das auch als Gästezimmer genutzt wird, findet in der Regel ebenso wenig Anerkennung wie ein Durchgangszimmer. Das Finanzamt kann die Gegebenheiten auch vor Ort überprüfen.
  • Zweitens wird das häusliche Arbeitszimmer nur dann steuerlich anerkannt, wenn kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. Dabei gilt es wiederum zwei Fälle zu unterscheiden: Wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit bildet, könnt ihr sämtliche Kosten in voller Höhe geltend machen. Das ist zum Beispiel bei vielen Freiberuflern der Fall. Steht hingegen nur für bestimmte Tätigkeiten oder zu bestimmten Zeiten kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung, könnt ihr Werbungskosten von maximal 1.250 Euro im Jahr steuermindernd ansetzen. Diese Regelung gilt für viele Lehrer oder Außendienstler.

Diese Kosten für das Arbeitszimmer könnt ihr steuerlich geltend machen

Sind die oben genannten Voraussetzungen gegeben, könnt ihr unter anderem folgende Kosten als Werbungskosten geltend machen:

  • Bei Eigentum anteilig Abschreibung, Grundsteuer sowie Finanzierungskosten. In Mietwohnungen entsprechend die anteilige Miete.
  • Anteilige Strom-, Heiz- und Nebenkosten.
  • Reparaturen und Renovierungen. Sind die Kosten eindeutig dem Arbeitszimmer zuzuordnen, könnt ihr sie in voller Höhe geltend machen.
  • Ausstattung wie Jalousien oder Beleuchtung.
  • Einrichtung und Arbeitsmittel wie Bürostuhl, Regale und Computer.

Arbeitsmittel können immer von der Steuer abgesetzt werden

Auch wer die Voraussetzung für die steuerliche Anerkennung des Arbeitszimmers nicht erfüllt, geht steuerlich nicht ganz leer aus. Arbeitsmittel wie beispielsweise ein extra angeschaffter Monitor oder eine Computermaus oder auch Druckerpapier, die so gut wie ausschließlich für berufliche Zwecke verwendet werden, könnt ihr absetzen. Und zwar unabhängig davon, wo sie sich in der Wohnung befinden.

Bei Kosten bis 952 Euro brutto pro Anschaffung ist das sofort in voller Höhe möglich, bei höheren Kosten über mehrere Jahre.

Wie die Finanzbehörden bei den Steuererklärungen für 2020 die wegen Corona in vielen Unternehmen verordnete Arbeit im Home-Office bewerten werden, bleibt abzuwarten. Es empfiehlt sich auf jeden Fall, die Zeiten im Home-Office, die räumliche Situation und die Aufwendungen für die Ausstattung des Arbeitsplatzes zu dokumentieren.

Home-Office in Corona-Zeiten: Alternative Tipps zum Geldsparen

Ihr könnt auch mit eurem Arbeitgeber vorübergehend eine Unkostenpauschale vereinbaren, wenn ihr nun den privaten Telefon- oder Internetanschluss für berufliche Zwecke nutzt. "Der Arbeitgeber hat jetzt die Möglichkeit, den Fleiß des Arbeitnehmers im Home-Office durch eine steuerfreie Zahlung bis zu einem Betrag von 1.500 Euro zu honorieren", sagt Jörg Strötzel, Steuerberater und Vorstandsvorsitzender der Vereinigten Lohnsteuerhilfe (VLH) der Wirtschaftswoche. "Dieser Zuschuss ist – sofern er bis zum Dezember 2020 gezahlt wird – steuer- und sozialversicherungsfrei und kommt damit dem Arbeitnehmer zugute."

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