Einbrecher macht sich mit Stemmeisen an einem Fenster zu schaffen.
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KfW-Förderung 455 für Einbruchschutz: So beantragt ihr Zuschüsse vom Staat

Katharina Schneider

Wer sein Haus vor Einbrechern sichert, kann Zuschüsse beim Staat beantragen. Wir erklären, wie ihr euch mit der KfW-Förderung für Einbruchschutz bis zu 1.600 Euro zurückholen könnt.

Mehr als elf Mal pro Stunde wird im Schnitt in deutsche Häuser und Wohnungen eingebrochen. Eine hohe Zahl, die jedoch seit zehn Jahren rückläufig ist. Der Grund laut Polizei: Es gibt immer mehr Menschen, die Maßnahmen zum Einbruchschutz durchführen. Dank der KfW-Förderung 455 für Einbruchschutz gibt es dafür sogar Zuschüsse vom Staat.

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So soll die Investition in die Sicherheit des Eigentums attraktiver gemacht werden. Denn die ist durchaus lohnenswert: 45,4 Prozent aller Taten werden bereits beim Versuch abgebrochen, teilt die Polizei mit.

Wir erklären euch, welche Maßnahmen für mehr Einbruchschutz die KfW fördert, wer Geld bekommt und vor allem, wie ihr die Zuschüsse beantragt.

Für welche Maßnahmen gibt es die KfW-Förderung für Einbruchschutz?

"Moderne Sicherheitstechnik muss als Standard in die Bauvorschriften für Neubauten aufgenommen werden", forderte Wolfgang Weiler, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), im April 2019. Mit dem Programm KfW-Förderung 455 könnt ihr euch Zuschüsse für verschiedene Maßnahmen sichern:

Einbruchhemmende Haustüren, Wohnungstüren und Nebeneingangstüren

Türen haben viele Schwachstellen, die Dieben das Einbrechen erleichtern. Bei diesen besonderen Türen sind typische Anfälligkeiten wie Zargen, Türblätter oder Verglasungen verstärkt. So halten sie Gewalteinwirkungen länger aus als herkömmliche Türen. Einbrechern geht es vor allem um Schnelligkeit. Wird der Dieb durch besonders hartnäckige Türen aufgehalten, ist die Chance, dass er aufgibt und unverrichteter Dinge verschwindet, groß.

Nachrüstsysteme für Türen

Für mehr Sicherheit braucht ihr nicht unbedingt eine komplett neue Tür. Ihr könnt eure Tür auch zum Beispiel mit Querriegel- oder Kastenriegelschlössern nachrüsten. Solche Schlösser sind deutlich schwerer aufzubrechen – und kosten den Einbrecher wertvolle Zeit. Auch die Neuverglasung mit einbruchhemmendem Glas wird vom Staat mit Zuschüssen gefördert.

Einbruchhemmende Garagentore und Garagenzugänge

Auch Garagen sind beliebte Einbruchsziele. Eure Wertsachen könnt ihr auch hier mit besonders sicheren Toren schützen, die für Diebe schwer zu knacken sind.

Nachrüstsysteme für Fenster

Einbrecher kommen nicht nur durch Türen in die Wohnung, auch Fenster sind ein beliebter Eingang. Auch deshalb, weil sie nur selten mit einem Schloss gesichert sind. Mit aufschraubbaren Fensterschlössern und Pilzkopfverriegelungen könnt ihr eure Fenster schützen. So dauert es deutlich länger, sie zu öffnen. Auch eine Neuverglasung mit einbruchhemmendem Glas wird von der KfW gefördert.

Einbruchhemmende Gitter, Klapp- und Rollläden sowie Lichtschachtabdeckungen

Besonders Kellerfenster lassen sich mit einem Gitter aus Metall leicht einbruchssicher machen. Roll- und Klappläden bieten Fenstern einen zusätzlichen Einbruchschutz und werden deshalb gefördert. Weil sich Lichtschächte oft in einem sichtgeschützten – damit für Einbrecher attraktiven – Bereich liegen, lohnt sich auch hier eine Sicherung durch eine entsprechende Abdeckung.

Alarmanlagen

Viele Alarmanlagen verhindern Einbrüche allein schon deshalb, weil sie Einbrecher abschrecken. Außerdem erhöhen sie das Risiko, dass der Einbrecher entdeckt wird und schnell verschwindet. Eine Förderung durch die KfW ist also durchaus sinnvoll.

Der Alarm wird entweder durch Bewegungsmelder oder Infrarot-Lichtschranken ausgelöst. Sogenannte Infraschall-Alarmanlagen, die den Druck im Raum messen und ausgelöst werden sollen, wenn ein Einbrecher zum Beispiel ein Fenster öffnet, werden übrigens nicht durch die KfW gefördert. Laut Polizei ist die Technik nicht ausgereift und kann außerdem leicht überlistet werden.

Smart Home-Anwendungen mit Einbruchmeldefunktion

Auch für neueste Smart Home-Techniken gibt es eine KfW-Förderung. Bewegungsmelder und Innen- und Außenkameras, die euch bei einem Einbruch informieren, bezuschusst die KfW. Für das Smartphone, auf das ihr die Warnung bekommt, bekommt ihr hingegen kein zusätzliches Geld.

Wenn ihr euch einbruchhemmende Fenster oder Fenstertüren anschaffen wollt, dann könnt ihr auch dafür Zuschüsse bekommen. Allerdings nicht mit dem Programm 455. Weil der Einbau von Fenstern und Fenstertüren auch Auswirkungen auf die Gebäudehülle hat, gilt er als energetische Maßnahme. Deshalb wird er – wenn ihr einen Experten für Energieeffizienz einbezieht – nur im Programm "Energieeffizient Sanieren" bezuschusst.

Wie hoch ist die KfW-Förderung 455 für Einbruchschutz?

Von der KfW-Förderung für Einbruchschutz könnt ihr Zuschüsse zwischen 100 Euro und maximal 1.600 Euro bekommen – je nachdem, wie viel ihr selbst investiert.

  • Eigene Investition
  • KfW-Förderung
  • Weniger als 500 Euro
  • 0 Prozent
  • Zwischen 500 Euro und 1.000 Euro
  • 20 Prozent
  • Zwischen 1.000 Euro und 15.000 Euro
  • 10 Prozent
  • ab 15.000 Euro
  • 0 Prozent

So viel Geld könnt ihr euch für eure Einbruchschutz-Maßnahmen bei der KfW beantragen.

Ein Rechenbeispiel: Wenn ihr 10.000 Euro in Maßnahmen zum Einbruchschutz investiert, bekommt ihr für die ersten 1.000 Euro einen Zuschuss von 20 Prozent, also 200 Euro. Für die restlichen 9.000 Euro erstattet euch die KfW zehn Prozent, also 900 Euro. In diesem Fall könnt ihr also 1.100 Euro vom Staat kassieren.

Was aber kostet guter Einbruchschutz? Diese Frage ist natürlich nur individuell zu beantworten. Geht es um eine einfache Alarmanlage fürs Einfamilienhaus zum Nachrüsten, können die Kosten sogar unter 1.000 Euro betragen. Werden aber Gitterstäbe von Profis angebracht und vielleicht sogar Fenster und Türen ausgetauscht und mit elektronischen Signalen und Lichtschranken versehen, kann man auch leicht über 10.000 Euro ausgeben.

Wer bekommt die KfW-Förderung für Einbruchschutz?

Die KfW fördert altersunabhängig alle Privatpersonen, die

  • Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern mit maximal zwei Wohneinheiten,
  • Wohnungseigentümer,
  • Ersterwerber eines sanierten Ein- oder Zweifamilienhauses oder einer sanierten Wohnung
  • oder Mieter sind.

Außerdem können Wohnungseigentümer-Gemeinschaften den Zuschuss bekommen, solange sie aus Privatpersonen bestehen.

Förderung für Einbruchschutz richtig beantragen

Damit ihr den euch zustehenden Zuschuss auch sicher bekommt, solltet ihr euch an das Vorgehen halten, das die KfW empfiehlt:

  1. Zuerst solltet ihr die Maßnahmen planen. Dabei kann euch auch die Polizei helfen. Ansprechpartner findet ihr bei der Initiative "Keinbruch". Ihr solltet unbedingt darauf achten, dass alle Maßnahmen den Anforderungen der KfW entsprechen.
  2. Als nächstes empfiehlt die KfW zu überprüfen, ob ihr den Einbruchschutz-Zuschuss mit anderen Programmen kombinieren könnt. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn ihr eure Fenster erneuern wollt. So könnt ihr zusätzliche Zuschüsse aus dem Programm "Energieeffizient Sanieren" bekommen.
  3. Wenn ihr wisst, was ihr alles nachrüsten wollt, solltet ihr den Zuschuss beantragen. Wichtig ist, dass ihr den Antrag stellt, bevor ihr loslegt.
  4. Wenn ihr die Zusage bekommen habt, könnt ihr euer Vorhaben umsetzen. Zeitgleich müsst ihr bei der KfW noch eure Identität nachweisen. Das könnt ihr ihr den Schufa-Identitäts-Check, Video-Identifizierung oder das Postident-Verfahren der Deutschen Post machen.
  5. Wenn eure Wohnung oder euer Haus mit den einbruchschützenden Maßnahmen ausgerüstet ist, dann tragt ihr die Gesamtkosten im KfW-Zuschussportal ein. Dort könnt ihr auch die entsprechenden Rechnungen hochladen. Anschließend wird der Zuschuss gezahlt. Ihr solltet euch aber nach der Zusage nicht allzu viel Zeit lassen. Denn die ist nur für eine gewisse Zeit gültig.

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