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Baustopp-Schock: Viele Stornierungen im Hoch- und Tiefbau

Dirc Kalweit

Dirc Kalweit

Fehlendes Baumaterial und steigende Baupreise machen sich auf dem Bausektor immer mehr bemerkbar. Als Folge davon verzeichnet der Bausektor hohe Stornierungsraten.

Laut dem Ifo Institut werden derzeit ungewöhnlich viele Projekte in der Baubranche storniert. Einer der Gründe dafür ist vielerorts schlicht Materialmangel.

Außergewöhnlicher Auftragsstopp im Hoch- und Tiefbau

Laut einer Umfrage des Instituts wurden im Juni diesen Jahres im Hochbau 11,5 Prozent aller Projekte storniert. Auch beim Tiefbau registrierten die an der Umfrage beteiligten Firmen einen Auftragsstopp von 9 Prozent.

„Die Größenordnung ist vergleichbar mit dem Corona-Schock im Frühjahr 2020. Diesmal sehen wir im Wohnungsbau besonders häufig Stornierungen. Allerdings sind die Auftragsbücher im Mittel weiterhin prall gefüllt“, so ifo-Forscher Felix Leiss.

Lieferengpässe gefährden Bauvorhaben

Einer der Hauptgründe für die Stornierungen sei fehlendes fehlendes Baumaterial. So meldeten im Juni 47,1 Prozent der Hochbauunternehmen Lieferengpässe. Im Vormonat waren es sogar 56,6 Prozent. Im Tiefbau lag der Anteil der fehlenden Lieferungen im Juni bei 39,7 Prozent, im Mai waren es hier 44,8 Prozent.

Dazu Felix Leiss: „Diese Engpässe bilden sich nur langsam zurück. Dabei kommt es teils zu rasanten Preisanstiegen infolge der Knappheit. Auch die hohen Energiepreise wirken preistreibend bei vielen Baustoffen.“

Unsicherheit in der Branche hält weiter an

Im Mittel erwarten die Betriebe, dass die Engpässe noch knapp neun Monate andauern. „Die Unternehmen müssen die höheren Preise für Material und auch Kraftstoff an die Kunden weitergeben, und so steigen die Baupreise weiter rasch. Die Bauherren müssen aber auch die höheren Zinsen tragen. Im Wohnungsbau kommt die Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Fördermöglichkeiten dazu. Dies führt dazu, dass einige Projekte überdacht werden müssen.“

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