Gesund wohnen: Bodenbeläge
Wand & Boden

Gesund wohnen: Bodenbeläge

Ob Parkett oder Massivholzdielen - Holz ist beim Thema "Wohngesunder Boden" die erste Wahl. Um keine Schadstoffe abzugeben, muss er aber korrekt verlegt und behandelt werden

Foto: Meisterwerke

Wohngifte sollten gar nicht erst zum Einsatz kommen

Bis zu 90 Prozent unseres Lebens spielt sich mehr oder weniger in Gebäuden ab. Im Schnitt sind es bis zu 20 Stunden täglich, die wir drinnen verbringen. Etwa 20.000 Atemzüge nehmen wir hier im Laufe eines Tages – deshalb ist ein gesundes Raumklima so wichtig.

Am Arbeitsplatz haben wir darauf wenig Einfluss, dafür umso mehr in unseren eigenen vier Wänden. Gerade in neuen Häusern, die aus energetischen Gründen luftdicht gebaut werden, gibt es kaum noch einen unkontrollierten Luftaustausch über Fugen und Ritzen. Das ist sinnvoll, um Energie zu sparen, kann aber unter Gesundheitsaspekten problematisch werden. Deshalb sollten Wohngifte am besten gar nicht erst zum Einsatz kommen.

Schadstoffquelle Boden

Von Kopfschmerzen bis zur Allergie reichen die Symptome, wenn Schadstoffe die Raumluft belasten. Die Quellen dafür sind vielfältig. Beim Stichwort „Wohngesundes Bauen oder Renovieren“ sollte der Blick deshalb auch gleich zum Boden gehen. Denn vor allem aus Bodenbelägen wie Teppichen oder PVC können oft Schadstoffe in die Innenraumluft dringen. Holzbeläge wie Dielen oder Parkett sind da eine sinnvolle natürliche Alternative – eine optisch schöne dazu, die zudem für eine behagliche Raumatmosphäre sorgt. Aber auch Holzböden können es in sich haben und Schadstoffe an die Raumluft abgeben.

Kleine Par­kettelemente – hier aus geräucherter Eiche – ermög­lichen kreative Verlegeideen (Formpark Mini von Bauwerk Parkett) Foto: Bauwerk Parkett

Das rustikale Eichen­parkett im Großformat ist gebürstet und naturgeölt (Longlife-Parkett Classic PD 200 von Meisterwerke) Foto: Meisterwerke

Gesunder Boden: die natürliche Alternative

Ob Eiche, Olive oder Ahorn – die Auswahl ist groß, wenn man sich für Parkett oder Massivholzdielen entscheidet. Sie bestehen aus acht bis 22 Millimeter starkem Vollholz, das genagelt oder mit dem Untergrund verklebt wird.

Um Schadstoffe gar nicht erst ins Haus zu holen, sollten Bauherren darauf achten, wie die Hölzer bearbeitet wurden. Und bei der Verlegung von Parkett oder Dielen sollten nur emissionsarme Klebstoffe gewählt werden. Vor allem auch der Bodenaufbau muss stimmen. Achten Sie hier unbedingt auf „baugesunde“ Produkte. Denn obwohl diese nicht sichtbar sind, können sie die Raumluftqualität nachhaltig negativ beeinflussen – zum Beispiel über die Randfugen des Estrichs.

Wohngesundheit: Emissionsarmer Bodenaufbau

Solch eine emissionsarme Grundkon­struktion sieht zum Beispiel so aus: Auf den Rohfußboden, meist eine Betondecke, kommt eine Folie gegen Feuchtigkeit. Als Trittschalldämmung wird Mineralwolle (zum Beispiel Steinwolle), emissionsarmes Styropor (EPS), eine Perlitschüttung aus expandiertem Perlitgestein (ein reines Naturprodukt) oder Holzweichfaser verwendet. Falls, wie häufig, nur normales EPS genutzt wird, sollte das nach der Produktion gut abgelagert und gelüftet sein. Sonst kann es passieren, dass beim Betreten des Estrichs ein Pumpeffekt entsteht und durch die Randfugen giftiges Styrol aus dem Styropor in die Raumluft dringt. 

Wird ein Gebäude saniert, sollte man da­rauf achten, dass sich die alten Beschichtungen des Bodens (zum Beispiel der Kleber) mit den neuen Produkten „vertragen“. Tipp: Dazu eine kleine Fläche zu Testzwecken benutzen. Wichtig: Passen Altes und Neues nicht zusammen, kann es zu unvorhergesehenen Wechselreaktionen kommen, die Schadstoffe freisetzen. Generell gilt: Bei der Renovierung von alten Gebäuden helfen Experten dabei, Altlasten aufzuspüren.

Erstauftrag: Für einen gewachsten Boden wird das Wachs mit einem flachen Applikator oder einem Schaumstoffmopp auf das Holz gebracht. Die Schicht darf nicht zu dick sein, damit sie richtig abbinden kann Foto: GettyImages

Nachpflege: Beim Wischen von geölten Holzbelägen wird jeweils etwas Öl aus dem Holz entfernt. Deshalb müssen im Abstand von einem halben Jahr die Laufzonen zum Beispiel mit einem Pinsel nachgeölt werden Foto: GettyImages

Schützende Oberflächenbehandlung, ohne die Raumluft zu belasten

Ist der Holzboden verlegt, kommt im nächsten Schritt die Oberflächenbehandlung. Um die Raumluft so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, können die Hölzer mit natürlichen Ölen behandelt werden. Sie ziehen tief ins Holz ein und schützen es so von innen heraus. Dabei bleiben die Poren des Holzes offen, der Boden nimmt die Luftfeuchtigkeit auf und kann sie auch wieder abgeben. Dabei filtert das Holz sogar Schadstoffe aus der Luft heraus. Aber: Auch natürliche Öle können die Raumluft belasten. Hier kommt es auf gesundheitlich geprüfte Produkte an. Zudem sollten Sie die Hinweise des Herstellers für die Menge beachten, die aufgetragen werden soll. Wird zu viel verwendet, zieht das Öl nicht komplett ein und riecht wochen- oder sogar monatelang.

Öle bewahren die Natürlichkeit des Holzes – genauso wie Naturwachs. Sie schaffen  gleichzeitig eine strapazierfähige Oberfläche. Wer sich trotzdem für eine Versiegelung entscheidet, sollte schadstoffarme Lacke auswählen. Außerdem bieten Hersteller bereits im Werk beschichtete Holzdielen oder Parkett an.

Zum Ölen von Holzböden verwendet man am besten einen breiten Pinsel oder eine Schaumstoffrolle Foto: Osmo

Gesunder Holzboden: die richtige Pflege

Der Holzboden ist verlegt und die Oberfläche behandelt – jetzt ist die richtige Pflege an der Reihe. Hier gilt: Weniger ist mehr. Zur Entfernung von losem Schmutz genügt ein Besen, Mopp oder Staubsauger. Anhaftender Schmutz lässt sich mit einem nebelfeuchten Lappen aufwischen. Hartnäckige Flecken können mit einem schadstoffarmen Neutralreiniger oder einer natürlichen Holzbodenseife entfernt werden. 

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