Möbel & Einrichtung

Teppiche: Kunst des Knüpfens

Der Orientteppich ist Kunstgegenstand, Wertobjekt und Möbel in einem. Seine Vielfalt ist atemberaubend, das Angebot an Dessins und Qualitäten unüberschaubar. Wohnglück bringt ein wenig Licht ins Teppichdickicht

Foto: Orient Teppich Palais 1001 Nacht

Der Klassiker aus Täbris von Importeur Bahram Tahbaz macht sich auch im modernen Interieur sehr dekorativ Foto: Bahram Tahbaz Orient-Teppich Import

Orientteppiche erfahren just einen zaghaften Aufschwung. Kein Wunder, dürstet es doch die Menschen nach den Zeiten von Geiz-ist-geil wieder nach `Werte´-vollen Produkten, denen sie glauben dürfen, die eine Geschichte haben und langfristig überzeugen. Das jedenfalls haben Trendforscher ausgemacht. Gerade der handwerkliche Charakter eines Möbels dient als Nachweis für Qualität in Material und Verarbeitung.

Von  Stadt- und  Landteppichen

Die Teppiche aus dem Orient unterscheiden sich in ihrer Herstellung nach Land, Region und Knüpfer. So reisen die Nomaden zu immer neuen Weideplätzen mit dem Knüpfstuhl. Und der begrenzt wiederum das Format ihrer Werke.  In Heimarbeit auf dem Dorf entstehen wieder andere Teppiche als in Manufakturen. Der Fachmann bewertet diese nach unzähligen Kriterien, unter anderem Qualität von Material und Färbung sowie Knotendichte.

Von Hand und zumeist im Freien knüpfen die Nomadenfrauen im Iran die zeitgemäßen Gabbehs für Zollanvari Foto: Zollanvari

Der Knoten macht die Kunst

In der Knüpfung ist alles möglich: Ein Nomadenteppich gilt mit 250.000 Knoten als extra fein, ein städtischer Täbris dagegen mit gleicher Anzahl als eher grob. Auf bis zu 1.000 Knoten pro Stunde kommt ein guter Knüpfer. Während er in Heimarbeit Jahre an einem Teppich sitzen kann, brauchen mehrere Manufakturknüpfer für ein ähnlich großes Werk nur einen Bruchteil der Zeit.

Teppichkauf im Knüpfgebiet

So sehr die Atmosphäre eines Basars auch reizt und das Portemonnaie im Urlaub noch so locker sitzt, der Teppichkauf im Ausland ist nur Kennern zu empfehlen. Zu leicht wird man übers Ohr gehauen. Selbst Touristenführer suchen Händler eher nach ihrer Provisionshöhe, denn nach Qualitätsmaßstäben aus. Und Reklamationen lassen sich im Ausland selten durchsetzen.

Diesen Gabbeh lässt Kibek nach dem Vorbild klassischer Nomadenteppiche in Indien fertigen Foto: Kibek

Mit Schulbüchern gegen Kinderarbeit

Zwei Initiativen kämpfen seit mehr als 20 Jahren gegen Kinderarbeit in der Teppichfertigung – Care & Fair und  GoodWeave (früher Rugmark). Erstere ist eine Initiative des europäischen Teppichhandels. Sie steckt ein Prozent des Importwertes ihrer Ware in Hilfsprojekte in Indien, Nepal und Pakistan. Hier engagiert sich auch GoodWeave mit Schulen und Reha-Zentren. Der Zusammenschluss von Herstellern, Händlern und Hilfsorganisationen vergibt ein international registriertes Siegel für Teppiche ohne Kinderarbeit und kontrolliert die Produktion am Ort.

 

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