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Hausstaub-Allergie: Das große Krabbeln

Worauf Hausstauballergiker in ihrem Zuhause achten sollten, um wieder tief durchatmen zu können …

Foto: Getty Images

Schon morgens nach dem Aufstehen jucken und tränen die Augen, Niesattacken plagen einen, der Schädel brummt. Was sich wie ein grippaler Infekt anfühlt, kann auch andere Ursachen haben. Spätestens, wenn die Symptome zum Dauerzustand werden, sollte man einen Facharzt zurate ziehen und klären, ob es sich nicht um eine Allergie handelt.

Mikroskopisch klein, aber lästig: die Hausstaubmilbe Foto: doc-stock

Denn neben der Allergie gegen Pollen zählt die gegen Hausstaub inzwischen zu den häufigsten in Deutschland. Fast zehn Prozent der Gesamtbevölkerung leide inzwischen darunter, will der Deutsche Allergie- und Asthmabund e. V. herausgefunden haben. Wobei der Name Hausstauballergie eigentlich irreführend ist, denn genau genommen ist es nicht der Staub, auf den Betroffene allergisch reagieren.

Eine Hausstauballergie hat (fast) nichts mit Hausstaub zu tun

Auslöser der allergischen Reaktion ist vielmehr der Kot der Hausstaubmilbe. Milben sind winzig kleine – nur unter dem Mikroskop erkennbare – Spinnentierchen, die sich in jedem Haushalt befinden. Vor allem dort, wo es warm und dunkel ist und sie Nahrung finden: im Bett. Die Tierchen ernähren sich nämlich von abgestorbenen menschlichen Hautschuppen. Ihr getrockneter Kot, das Allergen, vermischt sich mit dem normalen Hausstaub und wird während des Schlafes eingeatmet. Deshalb fühlen sich Betroffene vor allem nach dem Aufwachen besonders elend, so Professor Torsten Zuberbier, Leiter des Allergie-Centrum-Charité in Berlin.

Am schnellsten vermehren sich die Milben in den Monaten von Mai bis Oktober. Zu Beginn der Heizsaison stirbt der Großteil von ihnen ab, weil die Luftfeuchtigkeit in den Räumen zurückgeht. Bis dahin allerdings hat sich eine große Menge an Kot angesammelt – der Grund, warum zu Beginn des Herbstes die Beschwerden bei Aller­gikern meist am stärksten sind.
Anders als beim Pollenflug, den man nun einmal nicht beeinflussen kann und deshalb auf Medikamente oder Alternativbehandlungen angewiesen ist, kann man bei der Hausstauballergie durchaus Vorsorge treffen. Denn selbst wenn sich die Milben nicht völlig vertreiben lassen, kann man die Belastung durch sie stark ­reduzieren.

7 Tipps für Hausstauballergier

✔ Die Wohnräume häufig für kurze Zeit lüften
✔ Staubfänger wie z. B. offene Regale (vor allem im Schlafzimmer) vermeiden
✔ Bei allergiekranken Kindern Kuscheltiere regelmäßig bei 60 Grad waschen
✔ Decken & Kissen wählen, die bei 60 Grad waschbar und trocknergeeignet sind
✔ Keine Grünpflanzen im Schlafzimmer, sie speichern zu viel Feuchtigkeit
✔ Staubsauger mit speziellem Feinstaubfilter ausstatten
✔ Textile Oberflächen eventuell zweimal im Jahr mit Milbensprays behandeln

Der beste Schutz im Schlafzimmer sei ein milbendichter Bezug für die Matratze (ein so genanntes Encasing), lautet noch immer die Empfehlung der Allergologen. Diese bewirken, dass der allergene Milbenkot in der Matratze festgehalten wird und sich nicht im Raum verteilen kann. Gewünschter Nebeneffekt: Wo nichts rauskommt, geht auch nichts rein, die Nahrungszufuhr für die Milben werde nämlich auch gestoppt.

Wirksamster Schutz: das "encasing"
Da sich Hausstaubmilben aber in der ganzen Wohnung befinden, zum Beispiel auch in Polstermöbeln und Teppichen, ist es wichtig, nicht nur auf diese eine Maßnahme zu setzen. Insgesamt sollte man auf eine geringe Staubbelastung achten und einen Staubsauger mit einem hohen HEPA-Filter verwenden. Diese hochfeinen Partikelfilter können sogar Bakterien und Viren festhalten. Ob glatte Böden allergikerfreundlicher sind als Teppiche, hängt davon ab, wie oft feucht gewischt wird (Empfehlung: alle zwei bis drei Tage). Im Zweifel hält sich Staub auf einem feinflorigen Teppich nämlich besser am Boden als auf Laminat oder Holzdielen, von wo der Staub leichter in die Luft schweben kann. Polstermöbel mit Lederbezügen sind übrigens ideal, da sie – wie beim Encasing – absolut milbendicht sind.

Auf die leichte Schulter sollte man eine Hausstauballergie auf keinen Fall nehmen. Unbehandelt könne sie sich zu chronischem Asthma entwickeln, so Zuberbier, im schlimmsten Fall sogar zu einer bleibenden Lungener­krankung. 

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