Boden & Wände

Dekorputz - Die dritte Dimension

Ob cooler Beton-Look oder ländlicher Country-Charme – Dekorputze bringen jeden Einrichtungsstil an die Wand. Pigmente und Techniken sorgen für eine große Vielfalt an Farben und Strukturen

Foto: Alpina

Heimlich drängen sie sich zwischen Farbe und Tapete in den Vordergrund: Dekorputze. Denn Wände zeigen heute Struktur. Einst als spießiges und ödes Fassadenkleid gebrandmarkt, kommen Putze heute mit dem Image des kreativen und wohngesunden Materials daher. Eingefärbt, im Mix mit Zusätzen wie Perlmutt, Glimmer oder Marmorgranulat, mit rauer oder spiegelglatter Oberfläche beweist Putz Vielfalt.

Diese Putzart nennt sich spaltrauer Schiefer Foto: Schwenk

Mut zum Muster

Ebenso wie das puristische Glatte setzt die bewusste Oberflächengestaltung Trends. Mit den verschiedensten Hilfsmitteln lassen sich die schönsten Strukturen und Muster zaubern. Da wirken Wände wie aus feinstem Marmor oder muten rustikal an wie mediterrane Mauern oder raue Holzverschalungen. Und in Sachen Farbe ist dank Zugabe von Pigmenten alles möglich – von sanften Pastellen bis zu kräftigen, satten Tönen, und das ohne zusätzlichen Anstrich. Ein wenig Mut gehört schon dazu, um sein Heim in diesen Look zu tauchen. Aber vielleicht genügen für den Anfang ein paar Hingucker, eine güldene Wand zum Beispiel oder ein glatt gespachtelter Spritzschutz in der Küche.

Mit etwas Geschick und Geduld lässt sich eine venezianisch anmutende Wand dank Stucco Fino kreieren, einem gebrauchsfertigen Marmormehl-Spachtel Foto: Meffert

Schon die Römer nutzten Putz

Die Fachwelt unterscheidet mineralische von pastösen Putzen. Der mineralische Aufbau von ersteren sorgt für ein ausgeglichenes, gesundes und behagliches Raumklima. Denn der Putz nimmt Luftfeuchtigkeit auf und gibt sie später wieder ab. Er basiert vornehmlich auf Löschkalk, dem farbige Erden, Marmorpulver oder gemahlener Stein zugesetzt werden. Es ist der Werkstoff, aus dem schon die Römer in der Antike edlen Marmor täuschend echt zu imitieren wussten. Dieser Stuccolustro (wie auch sein marokkanisches Pendant – Tadelakt) bleibt besser dem Fachmann vorbehalten. Die natürlichen Glättetechniken erleben just ein Comeback, wandeln sie doch Wände in Kunstwerke. Und eine Behandlung mit Glätteseife macht sie sogar noch wasserabweisend und schmutzunempfindlich.

Dekorputze: Produktpräsentation von Knauf

Video: Knauf

Putz wird gebrauchfertig angeboten

Versierte Heimwerker hingegen erzielen
mit pastösen Putzen ähnlich aufsehenerregende Ergebnisse. Diese Kunstharzputze bestehen ebenfalls aus Kalk und Zement, aber zum Teil auch aus Polyesterharzen. Der Handel bietet sie gebrauchsfertig an; Granulate für die Körnung wie auch Farbpigmente stecken bereits darin. Das schließt etwaige Mischungsfehler aus und bietet eine hohe Sicherheit beim Verarbeiten. Nach kräftigem Umrühren gelangen diese Putze direkt aus dem Eimer mit Kelle, Rolle oder Bürste auf die Wand. Während körnige Reibeputze nach dem Aufbringen abgezogen und mit einem Kunststoffreibebrett strukturiert werden, lassen sich Roll- und Kellenputze mit Walze, Pinsel, Spachtel & Co. nach Belieben modellieren.

Übung macht den Meister

Ein wenig Übung gehört schon dazu. Also empfiehlt es sich, zunächst an einer ­Probefläche mit Putz und Werkzeugen zu experimentieren. Reste von Span- oder Gipskartonplatten können als Leinwand dienen. Bevor es an die Wand geht, sollte diese genau unter die Lupe genommen werden. Schließlich muss der Putz gut haften. Das kann er nur auf sauberem, öl- und fettfreiem Untergrund.

Hier zeigen wir Ihnen wie Sie selbst den Putz an die Wand bringen können:

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