Finanzierung

Nebenkosten beachten!

Steuern, Gebühren, Provisionen – im Fall des Immobilienerwerbs kommen zum reinen Kaufpreis noch einige nicht zu unterschätzende Nebenerwerbskosten hinzu

Foto: Picture-Factory - Fotolia

Nicht der Kaufpreis allein ist es, den Käufer einer Immobilie am Ende bezahlen. Pauschal sollten 12 Prozent Nebenkosten beim Erwerb einer Immobilie hinzugerechnet werden. Im Einzelnen sind das folgende Posten:

Grunderwerbsteuer

Jeder Grundstücks- bzw. Immobilienkauf in Deutschland wird mit der Grunderwerbsteuer besteuert. Sie ist von Bundesland zu Bundesland verschieden. Die Sätze variieren zwischen 3,5 und 6,5 Prozent – Tendenz fast überall steigend. Bei einem Kaufpreis von 200.000 Euro für eine Immobilie kommen also bis zu 13.000 Euro Grunderwerbsteuer hinzu. Die Grunderwerbsteuer trägt normalerweise der Käufer. Wie hoch sie ist, steht in der Tabelle auf der nächsten Seite.

Maklerprovision

Immobilienmakler erheben üblicherweise für ihre Beratungsleistungen eine Provi­sion. Diese liegt für den Käufer in einzelnen Bundesländern bei 3,57 Prozent inkl. MwSt. und in anderen Bundesländern bei bis zu 7,14 Prozent. Die Provision wird fällig, wenn der Makler den Abschluss des Kaufvertrags über die Immobilie erfolgreich an Sie als Käufer vermittelt hat.

Notargebühren

Die Notargebühren für die Beurkundung des Kaufvertrags und die Eintragung ­einer Grundschuld im Grundbuch (bei Bank­finanzierungen) trägt in der Regel der Käufer. Die Gebühren betragen etwa ein Prozent des Kaufpreises. Sie sind zuletzt im Jahr 2014 erhöht worden.

Bankgebühren

Banken erheben häufig eine Bearbeitungsgebühr bei der Bearbeitung von Baufinanzierungen. Achten Sie auch darauf, ob die Bank eine Wertermittlungsgebühr für die Arbeit des eingesetzten Sachverständigen erhebt.

Vermessung

Ist das Grundstück, das Sie kaufen, schon vermessen? Muss eine neue Einmessung vorgenommen werden? Dafür sind Vermessungsbüros zuständig. Wenn der Verkäufer die Vermessung nicht im Kaufvertrag übernimmt, dann können diese Kosten auf den Käufer zukommen.

Räumung eines Grundstücks

Müssen auf dem Grundstück, das Sie kaufen, Bäume entfernt oder Schutt beseitigt und abgefahren werden, können Sie vereinbaren, dass der Verkäufer das Grundstück geräumt übergibt. Wenn nicht, dann sollten Sie vorab einen Kostenvoranschlag für diese Arbeiten einholen.

Erschließungsgebühren

Wenn ein Wasser- oder Gasanschluss neu an das Grundstück gelegt werden muss, wenn eine Straße neu gepflastert wird oder ein Fußweg neu anzulegen ist, dann fallen Erschließungskosten an. Klären Sie, ob das Grundstück, das Sie kaufen, vollständig erschlossen ist. Wenn nicht, sollten Sie prüfen, welche Kosten sonst auf Sie zukommen können. Architekten, Sachverständige sowie das Bauamt können Sie hier unterstützen.


Kaufbeispiel einer Eigentumswohnung

Im Fall dieses Beispiels aus NRW werden aus dem schlichten Kaufpreis von 275.000 Euro fast 307.500 Euro

  • Kaufpreis 275.000 Euro
  • Grunderwerbsteuer 6,5 % 16.500 Euro
  • Maklerprovision 3,57 % 9.817 Euro
  • Notargebühren (Kaufpreis 275.000 Euro und Grundschuldbestellung über 235.000 Euro) 4.700 Euro
  • Grundbuchkosten (Auflassungsvormerkung, Grundschuld, Eintragung Eigentümer)
    1.400 Euro
  • Bearbeitungsgebühr Bank – darf wohl nicht erhoben werden
  • Erschließungsgebühren fallen in unserem Beispiel nicht an(bei neu zu bebauenden Grundstücken können die Kosten für Gas,Wasser, Strom und Telekommunikation bei etwa 6.000 Euro liegen – von Kommune zu Kommune und je nach Grundstücksgröße unterschiedlich)
  • Vermessungskosten für das Grundstück fallen bei einer Bestandsimmobilie normalerweise nicht an. Wenn ein Grundstück neu bebaut wird, können die Kosten bei etwa 2.500 Euro liegen                    
  • Erwerbskosten insgesamt 307.417 Euro


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