Finanzierung

6 Regeln: Wie viel Immobilie kann ich mir leisten?

Bevor es losgeht mit der Immobiliensuche, sollten die eigenen Mittel auf Herz und Nieren geprüft werden

Foto: Alexander Raths - Fotolia

Am Anfang steht der Kassensturz. Wie viel darf oder kann oder soll ich überhaupt für eine Immobilie ausgeben? Welche Belastung kann ich mir leisten? Und was bedeutet das bei der Immobilienauswahl?

Es gibt sechs Faustregeln, die sich durchaus bewährt haben:

Erste Regel: Seien Sie realistisch

Weder der Lottogewinn noch der erhoffte Geldsegen der Erbtante oder die seit Jahren fällige Gehaltserhöhung sollten in die Kalkulation einbezogen werden. ­Rechnen Sie mit dem, was Sie wirklich haben. Was zahlen Sie jetzt an Kaltmiete? Wie viel mehr Geld könnten Sie noch ausgeben? Als Faust­regel gilt: Geben Sie nicht mehr als die Hälfte Ihres monatlichen Netto­einkommens fürs Wohnen aus – inklusive laufender Nebenkosten. Wenn man mehr als die Hälfte des Einkommens fürs Wohnen ausgibt, dreht sich alles nur noch ums Haus oder die Wohnung, man kann sich nichts anderes leisten und hat keine Reserven mehr. Da sind Verzweiflung und Streit programmiert.

Zweite Regel: Eigenkapital

20 Prozent Eigenkapital sollte man schon mit einbringen – durch Erspartes, Bausparvertrag, Lebensversicherung oder Ähnliches. Ohne Sicherheiten hat man bei den Banken schlechte Karten.

Dritte Regel: Nebenkosten nicht vergessen!

Makler, Notar, Grunderwerbsteuer – da kommen schnell noch einmal sechs bis 15 Prozent Kosten zum Kaufpreis hinzu. Außerdem braucht man bei jeder Immobilie – egal ob neu oder gebraucht – immer noch Geld für kleine oder größere Veränderungen oder Anschaffungen. Auch der Umzug und teilweise ein paar Monate Doppelbelastung aus alter Miete und neuem Darlehen kosten Geld.

Vierte Regel: Laufende Kosten

Laufende monatliche ­Nebenkosten für Strom, Heizung, Wasser, Versicherung, Müllabfuhr, TV, Telefon etc. nicht vergessen! Kalkulieren Sie für die laufenden Nebenkosten rund zwei bis 2,50 Euro je Quadratmeter Wohnfläche und Monat. Dann sind Sie auf der sicheren Seite.

Fünfte Regel: Finanzierungsdauer beachten

Planen Sie Ihre Finanzierung so, dass Sie spätestens mit Eintritt ins Rentenalter Ihre Immobilie abgezahlt haben. Dann haben Sie nur noch die laufenden Nebenkosten zu zahlen und sind unabhängig von Mieterhöhungen. Eine bessere Rente als das Wohnen in den eigenen vier Wänden gibt es nicht.

Sechste Regel: Hohe Tilgung vereinbaren!

Die Zinsen sind derzeit so niedrig wie noch nie zuvor. Das ist sehr von Vorteil für Immobilienkäufer, weil Geld eben sehr günstig ist. Man sollte seine Darlehensverträge deshalb so langfristig wie möglich abschließen. Wenn die Bank es mitmacht, über 15, 20 oder sogar mehr Jahre. Und man sollte eine möglichst hohe Tilgung verein­baren. Zwischen zwei und vier Prozent sind ­heute üblich. Auch ein Sondertilgungsrecht, bei dem man zwischendurch Schulden abbauen kann (aber nicht muss), wäre erfreulich.

Ihr Ratgeber rund ums Eigenheim

Entdecken Sie unser Wohnglück-Magazin

Ob Sie eine Immobilie bauen, kaufen, renovieren oder finanzieren möchten – im Ratgeber Wohnglück finden Sie wertvolle Infos, Neues, Tipps, Anleitungen und vieles mehr rund um den wichtigsten Ort der Welt.
Mehr über unser Magazin

Unser Newsletter: Tipps, Trends & News in Ihrem Postfach

Bleiben Sie informiert: Wir präsentieren Ihnen regelmäßig
die neuesten Tipps, Trends & Neuigkeiten rund um die Bereiche Bauen und Wohnen.