Wohngesundheit: gute Luft bestimmt unser Wohlbefinden
Umbau | Ausbau

Wohngesund bauen: Rat vom Experten

Verlängert aufgrund hoher Nachfrage: Sie haben eine Frage zum Thema "Wohngesundheit"? Treten Sie in Kontakt mit unserem Experten Peter Bachmann vom Sentinel Haus Institut

Foto: © Getty Images/skaman306

Peter Bachmann ist Geschäftsführer des Sentinel Haus Instituts in Freiburg. Die Sentinel Haus Institut GmbH ist aus einem Forschungsprojekt der Deutschen Bundestiftung für Umwelt entstanden und arbeitet seitdem mit zahlreichen universitären Forschungseinrichtungen, Juristen, Umweltmedizinern und Baupraktikern an einer Weiterentwicklung von gesünderen Innenräumen.

Herr Bachmann, Sie beschäftigen sich mit gesundem Bauen und Wohnen. Kann Wohnen denn auch krank machen?
Ja, das kann es. Natürlich ist jeder Mensch unterschiedlich widerstandsfähig. Da wir uns fast 90 Prozent unserer Zeit in geschlossenen Räumen aufhalten, ist deren Qualität natürlich entscheidend. Das gilt besonders für die Raumluft, unser wichtigstes Lebensmittel.

Wie erkennt man, dass die Innenraumluft die Gesundheit gefährden könnte? Auf welche Warnzeichen sollten die Bewohner achten?
Die Anzeichen sind sehr unterschiedlich. Man sollte erst einmal seiner Nase vertrauen. Wenn es stechend oder unangenehm riecht, hat das oft mit Schadstoffen oder Schimmel zu tun. Die Symptome reichen von gereizten Schleimhäuten und Augen über Probleme mit den Atemwegen, Kopfschmerzen, Schwindelgefühle und Unkonzentriertheit bis hin zu ­Allergien. Im schlimmsten Fall können Wohn­gifte auch krebserregend und nerven­giftig sein, zum Beispiel wenn Holzschutzmittel im Haus verarbeitet wurden. Dazu kommen über Jahrzehnte wirkende Substanzen wie Asbest oder das natürliche Edelgas Radon.

In 22.000 Atemzügen pumpt die Lunge jeden Tag 16 Kilogramm Luft durch unseren Körper

Was können Bau­herren und Moderni­sie­rer tun, um von vornherein so schad­stoff­arm wie möglich zu bauen?
Leider ist es nicht so, dass Häuser, Bauprodukte, Einrichtungsgegenstände und Reinigungsmittel von vornherein emissions­arm sind. Man sollte sich deshalb informieren und genau überlegen, was man wirklich will. „Öko“ ist zum Beispiel nicht automatisch gesund, aber man kann sehr gut nachhaltiges und gesünderes Bauen und Wohnen verbinden. Es gibt mehrere gute und vertrauenswürdige Labels.

Gibt es denn ausreichend schadstoffarme Alter­nativen, und wie erkennt man sie?
Ja, es gibt für alle Anwendungen und für jeden Geldbeutel eine gesündere Alternative, sowohl bei Bau­produkten als auch bei ganzen Häusern. Oft sind das sogar bekannte Produkte marktführender Hersteller. Genau hinschauen und gute Standards vertraglich mit Lieferanten, Handwerkern, Architek­ten und Haus­anbietern festlegen muss man trotzdem, denn nicht automatisch ist das gesamte Sortiment eines Anbieters in Ordnung. Eine große Verantwortung hat hier der Baustoff- und DIY-Handel: Nur wenn ich zum Beispiel in einem „Grünen Regal“ geprüft gesündere Produkte finde, habe ich als Kunde wirklich eine Wahl. Im Bauverzeichnis Gesündere ­Gebäude haben wir gemeinsam mit dem TÜV Rheinland solche Produkte gelistet (www.­bauverzeichnis.gesündere-gebäude.de).
Bei der Auswahl helfen auch die oben genannten Labels. Nicht zuletzt muss nach Fertigstellung des Hauses oder Umbaus die Raumluft gemessen werden, da jedes Haus unterschiedlich ist. Nur so bekommt man Sicherheit für sein Zuhause.

Warum gesündere Gebäude?

Gebäude, Immobilien, Baustoffe und manche Produkte können unsere Gesundheit schädigen! Das Sentinel Haus Institut zeigt Lösungsstrategien und Hinweise zum Bauverzeichnis für gesündere Gebäude, Baustoffprüfungen und Zertifikate. Sentinel Haus Institut



Gute Labels für Bauprodukte und Gebäude

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