Anbau ans Haus: die Gebäudehülle
Umbau | Ausbau

Anbau ans Haus: die Gebäudehülle

Teil 3/7. Holz-Ständerwerk statt gemauerte Wände. Der Anbau für die Erweiterung der Küche nimmt mit der Errichtung der Gebäudehülle langsam konkret Formen an

Foto: planet c

Für die Errichtung des Anbaus stellte sich den Jägers schon früh die Frage: aus welchem Material sollte er denn sein? In Holzständer-Bauweise oder doch lieber traditionell gemauert?

Nach dem Einsetzen der Stahlträger werden mit einer Hilfskonstruktion die exakten Ansetzpunkte für das Holzständerwerk bestimmt Foto: planet c

Holzständerwerk oder Mauerwerk?

”Dabei ging es gar nicht mal so sehr um die Kosten" erläutert Hanno Jäger. „Das wir uns am Ende für die Holzständer-Bauweise entschieden haben, war vor allem der höheren Flexibilität geschuldet. Hier hatten wir einfach mehr Möglichkeiten, die Fenster und Türen nach unseren Vorstellungen zu platzieren". Und auch optische Gründe sprachen für die Entscheidung, denn Jägers wollten gern einen weißen Anbau realisieren, ”noch mehr Mauerwerk wäre uns einfach zu viel "Ziegel-Otpik" gewesen".

Unterlüftete Dachkonstruktion

Auch in Sachen Dämmung und Lüftung hat die Bauweise als Holzständerwerk Vorteile. "Wir haben zum Beispiel eine unterlüftete Dachkonstruktion" erläutert Bauherr Hanno Jäger. Was bedeutet: keine Schimmelproblematik, gute Dämmung nach beiden Seiten. 

Statt Dachpfannen oder Teerpappe wurde auf dem Dache eine Folie der Firma Alvitra verlegt. "Daran mussten wir uns erst einmal gewöhnen. Die Folie ist hell, was auf den ersten Blick ungewohnt ist, sich aber zum Hingucker entwickelt hat" konstatiert Hanno Jäger.

Foto: planet c

Vorgefertigte Brandwand

Ein weiterer Vorteil der Fertigbauweise zeigte sich dann bei der Anbauseite hin zum Nachbarn. Hanno Jäger: "Wir mussten hier eine komplette Brandwand errichten, da die Außenmauern des Nachbarn direkt auf der Grundstücksgrenze stehen und wir mit dem Anbau bis dicht an das äußere Mauerwerk stoßen. Die Brandwand wurde komplett vorgefertigt und so komplett auf die Baustelle gebracht".

Stahlträger, mit Holz verkleidet

Da der Anbau eine ziemlich hohe Dachlast tragen muss (auch weil das alte Mauerwerk nicht tragend genug war), wurden zum Abstützen vertikale Stahlträger eingezogen. Praktisch in der Ausführung, optisch aber nun wirklich kein Höhepunkt. Um den Gesamteindruck des neuen Anbaus zu erhalten, wurden die Stahlträger deshalb kurzerhand mit Holz ummantelt, so dass Statik und Optik wieder zusammenpassen.

Um Wärmebrücken zu vermeiden, wurden die Träger "entkoppelt". Heißt konkret: es gibt keine direkte Verbindung zwischen den Stahlträgern und der Holzkonstruktion, in die die Fenster eingelassen wurden.

Der Aufbau der Außenhülle

Vier Mann, vier Ecken - so hatten sich die Jägers die Anlieferung der vorgefertigten Teile vorgestellt. "Das war", stellte Hanno Jäger schnell fest, "doch etwas naiv". Schweres Gerät wurde aufgefahren, um die Wände punktgenau an den richtigen Platz zu bringen. Vor dem eigentlichen Aufbau wurde extra eine Hilfskonstruktion errichtet, damit es später bei der exakten Ausrichtung der Elemente keine Probleme mehr gab.

Vorteil Vorfertigung

Die Bauherren waren ebenso beeindruckt wie zufrieden über den reibungslosen und hochprofessionellen Ablauf des kompletten Aufbaus, der gerade in Sachen Statik seine Tücken hatte. "Für den Durchbruch von der alten Küche in den neuen Anbau haben wir die ursprüngliche Türbreite erweitert. Wir wollten eben einen großzügigen Durchgang haben. Um die Last zu tragen, mussten wir in den Durchbruch horizontal einen Stahlträger einziehen und vom alten Mauerwerk noch 50 Zentimeter stehen lassen". Auch das funktionierte reibunglos, auch wenn Jägers dann einige Zeit in etwas zugiger Umgebung leben mussten.

Fertig. Die Hülle des Anbaus samt Dacht steht. Zugig ist es, weil der Durchbruch vor dem Einsetzen der Fenster gemacht wurde. Das ist der nächste Schritt Foto: planet c

Zu guter Letzt wurde dann auch die Ziegel-Außenmauer des Altbaus, an den der neue Anbau gegengesetzt wurde, noch gedämmt. Hanno Jäger: "Wir haben dadurch zwar etwas Raum verloren, aber so wurden eben auch Kältebrücken und damit auch potentielle Schimmelnester vermieden".

Stahlträger einsetzen, Ständerwerk aufbauen, Wände montieren, Dach aufsetzen und mit Folie belegen und alles komplett dämmen - insgesamt rund 14 Arbeitstage nahm der komplette Aufbau der Gebäudehülle in Anspruch. Im Anschluss ging es dann an das Einsetzen der Fenster.

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Anbau an das Haus: ein Beispiel aus der Praxis

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Eine Familie mit 2 Kindern, die einfach mehr Platz braucht ... Nach vielen Überlegungen und Planspielen haben sich Sarah und Hanno Jäger aus Hamburg entschlossen, ihre Doppelhaushälfte um einen Anbau zu erweitern. Hier soll die neue Küche plus Esszimmer entstehen - und gleichzeitig so mehr Raum im ursprünglichen Gebäude frei werden. WOHNGLÜCK hat das Projekt in allen Phasen begleitet und dokumentiert.

Anbau ans Haus: die Übersicht

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