Anbau ans Haus: der Boden
Umbau | Ausbau

Anbau ans Haus: der Boden

Teil 5/7. Neuer Estrich rein, Fußbodenheizung drauf, zum Schluss das Parkett - das war der Plan. Aber was tun, wenn das Bodenniveau in den Räumen ganz unterschiedlich ist?

Foto: Arnt Haug

Fundament, Gebäudehülle, Fenster - bisher lief das "Projekt Anbau" der Jägers ohne größere Probleme. Doch die schlaflosen Nächte sollten kommen, als es um die Sanierung des Fußbodens ging.

Dämmung für die Fußbodenheizung. Die Höhe der Platten sollte später noch ein Thema werden ... Foto: Arnt Haug

Unterschiedliche Bodenhöhen

"Zentrales Problem beim Fußboden" so Bauherr Hanno Jäger, "waren die unterschiedlichen Bodenhöhen". Allein im Altbau selbst gab es keine einheitliches Niveau, vom Flur in den Küchenbereich war der Boden tiefer als vom Flur aus in die neue Bibliothek (das ehemalige Wohnzimmer).

"Allein das war schon kompliziert genug" erzählt Hanno Jägers Frau Sarah. Nun galt es aber noch, die Anbau-Erweiterung mit dem neuen Essbereich auf das gleiche Niveau wie den Altbau zu bringen: Flur, Bibliothek, der neu gestaltete Küchenbereich und der Anbau sollten auf einer Höhe liegen und durch das Verlegen von Parkett optisch auch eine Einheit bilden.

Übergang von der Küche zum Anbau. Foto: Arnt Haug

Aufgrund der unterschiedlichen Aufbauhöhe mussten in beiden Räumen unterschiedliche Systeme für die Fußbodenheizung verlegt werden. Foto: Arnt Haug

Die Herausforderung: ein planer Abschluss, um eine Stufe zu vermeiden und durchgängig Parkett zu verlegen Foto: Arnt Haug

Kellerdecke statt Estrich

Um eine komplett einheitliche Bodenhöhe zu gewährleisten, mussten Jägers als aus den Zimmern im Altbau komplett den Estrich entfernen. Der neue Estrich würde dann auf ein Niveau gegossen, der Anbau von der bestehenden Bodenplatte aus angepasst.

”Das war an sich auch ein guter Plan" findet Hanno Jäger im Rückblick. Allerdings hatte er nicht mit den Tücken des alten Hauses gerechnet. "Als ich eines Abends nach Hause kam, war der Boden in der alten/neuen Küche nur ein ganz kleines Stück entfernt worden. Da stimmte also was nicht".

Sein Gefühl sollte ihn nicht täuschen. Statt eines alten Estrichs stießen die Bauarbeiter direkt auf die Decke des darunter liegenden Kellers - und stellten ihre Abbrucharbeiten natürlich sofort ein.

Sanierungslösung extra für Problemfälle

Ganze 16 Zentimeter betrug die Differenz zwischen der Bodenplatte des Anbaus und der aus Versehen "angestemmten" Kellerdecke. Bei Anbau und Bibliothek ein einheitliches Fußboden-Heizungssystem zu verlegen war nach der aktuellen Planung kein Problem. Aber wie sollte das in der neuen Küche funktionieren? Dämmung, Heizspiralen und Folie auf die Kellerdecke aufzubringen, da wäre der Boden um ein etliches höher geworden als in den angrenzenden Räumen, eine Stufe so unvermeidlich.

Zum Glück gab es bei dem favorisierten System der Firma Schlüter auch eine Alternative extra für "Sanierungslösungen" mit einer extrem niedrigen Aufbauhöhe. Die Kellerdecke blieb also unberührt, die superflache Fußbodenheizung wurde dann in echter Maßarbeit auf eine Höhe mit dem in Anbau und Bibliothek verbauten System gebracht.

Koordinierungsstress plus Zeitdruck

„Das war die Lösung" erzählt Hanno Jäger. Doch was sich im nachhinein so unkompliziert anhört, war ein enormer Abstimmungsprozess. "Der Estrichleger und der Experte für die Fußbodenheizung mussten sich eng abstimmen, wir mussten dutzende Male nachmessen". Die Bodenhöhe in der Küche war dann die Referenzhöhe für alle angrenzenden Räume, ohne Kompromiss ging es dennocn nicht. Hanno Jäger: "Im Übergang vom Flur zur Küche ließ sich eine Stufe nicht vermeiden".

Neben dem Koordinierungsstress kam noch der Zeitfaktor dazu. Weil der Einbau der Küche fest terminiert war, musste der Fußboden entsprechend komplett vorher fertig sein – inklusive getrocknetem Estrich, verlegter Fußbodenheizung und dem Parkett. "Für die komplette Aktion", erinnert sich Hanno Jäger, "blieben uns nur wenige Tage".

Kurzinterview

Fußbodenheizung im Vergleich zum klassischen Heizkörper: Vorteile, Aufbauzeit, Kosten Video: planet c

Auch beim Estrich ging nicht alles ganz glatt Foto: planet c

Ein entscheidendes Detail: zu dicke Dämmmatten

Als das Timing geklärt und sogar ein neuer Estrichleger gefunden war (der ursprüngliche war plötzlich abgesprungen), galt es, noch superkurzfristig die KfW-Förderung zu klären. "Die gibt es nämlich nur", so Hanno Jäger, "bei Beantragung VOR dem Beginn der Maßnahme". Aber auch das klappte dank Online-Eingabe und einer unglaublich schnellen Bearbeitung seitens der KfW noch rechtzeitig.

Soweit also alles gut, oder? Nicht ganz. Als an einem Freitag die Fußbodenheizung im neuen Anbau verlegt wurde, war Hanno Jäger sofort stutzig. "Das ist zu hoch" war sein allererster Eindruck. Und in der Tat: bei der Dämmung für die Fußbodenheizung wurden Matten mit einer Höhe von acht statt sechs Zentimetern verlegt – zwei entscheidende Zentimeter zu viel.

Konsequenz: alles noch mal raus. Am einem Wochenende wurde die Fußbodenheizung dann erneut verlegt, am Montag kam dann der Estrich drauf.

Perfekt! Übergang vom Anbau in die Küche ohne Stufe Foto: planet c

Fischgrätmuster zur Beruhigung der Seele

Das sich der ganz Stress gelohnt hat, haben die Jägers dann ganz schnell bei der Verlegung des Parketts bemerkt. "Es war eine echte Offenbarung" fand Sandra Jäger. Hanno Jäger, mittlerweile perfekt im Umgang mit dem Zollstock, nahm noch mal überall Maß – und war zufrieden.

"Beim Verlegen des speziell auf die Fußbodenheizung abgestimmten Parkettbodens gab es überhaupt keine Probleme" erinnert sich Hanno Jäger. "Als mit der Trittschalldämmung plötzlich eine saubere Fläches auslag, da wussten wir: jetzt sind wir auf den letzten Metern". Und obwohl Jägers ihr Parkett im recht komplizierten Fischgrät-Muster verlegen ließen und es einige Ecken und Kanten auszuschneiden gab, war der Bodenbelag in wenigen Tagen fertig gestellt. "Der Effekt war gewaltig: einmal absaugen und wischen – und plötzlich war der ganze vorherige Stress vergessen".

Damit waren die grundsätzlichen Arbeiten abgeschlossen. Was folgte, war der Aufbau von Küche und Esszimmer.

Einen Hausbewohner ließ der ganze Stress kalt ... Foto: planet c

Fast fertig: das Parkett wird im Anbau verlegt Foto: planet c

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Anbau an das Haus: ein Beispiel aus der Praxis

Anbau an das Haus: ein Beispiel aus der Praxis

Eine Familie mit 2 Kindern, die einfach mehr Platz braucht ... Nach vielen Überlegungen und Planspielen haben sich Sarah und Hanno Jäger aus Hamburg entschlossen, ihre Doppelhaushälfte um einen Anbau zu erweitern. Hier soll die neue Küche plus Esszimmer entstehen - und gleichzeitig so mehr Raum im ursprünglichen Gebäude frei werden. WOHNGLÜCK hat das Projekt in allen Phasen begleitet und dokumentiert.

Anbau ans Haus: die Übersicht

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