Umbau | Ausbau

Kleines Bauholz-Lexikon

Holzwerkstoffplatten – ohne sie läuft auf dem Bau gar nichts, egal ob innen oder außen. Doch so vielfältig die Anwendungsmöglichkeiten sind, so verschieden sind auch Material und Aufbau der Alleskönner

Foto: Fotolia - photo 5000

Späne oder Furnier, in Schichten oder massiv, für Konstruktionen oder Möbel – Holzwerkstoffplatten gibt es im Baustoff-Fachhandel für fast jeden Verwendungszweck in allen möglichen Ausführungen. Da schadet es nichts, ein wenig mehr über die Materie zu wissen.

Tischler bei der Arbeit Foto: Fotolia - Ingo Bartussek

Sperrholzplatten

Da wäre zum Beispiel die Gruppe der Sperrholzplatten. Sie bestehen aus min­destens drei Furnierholzlagen mit einer Dicke von circa 1 bis 4 Millimetern. Die einzelnen Schichten bestehen dabei aus Furnieren, also Holzblättern, die vom Stamm abgetrennt wurden. Bei allen Sperrholzplatten werden die Lagen jeweils um 90 Grad gedreht, aufeinandergeklebt und gepresst. Je nach verwendeter Holzart (Nadelhölzer kommen eher im Baugewerbe zum Einsatz, Laubhölzer dagegen eher im Möbelbau), Oberflächenbehandlung und Zuschnitt gibt es die verschiedensten Einsatzmöglichkeiten.

Tischlerplatten

Bei Tischlerplatten ist das Innenleben entscheidend. Anstatt aus ganzen Furnierlagen besteht die Mittellage hier aus parallel ausgerichteten Vollholzstäben oder Furnierstreifen. So entsteht eine Platte mit sehr hohen Festigkeitswerten, die gern im Möbel- und Ladenbau verwendet wird.

Eine weitere Sperrholz-Unterart ist das Furniersperrholz, das viele auch als Furnierplatte kennen. Hier wird immer eine ungerade Anzahl von Furnieren schichtweise über Kreuz verleimt. Eine Furnierplatte mit mindestens fünf Lagen und mehr als 12 Millimetern Dicke wird wiederum als Multiplexplatte bezeichnet. Bei diesen Platten werden oft verschiedene Holzarten miteinander kombiniert, was – unterstützt durch den Aufbau der Lagen und der Verleimung – unterschiedliche Qualitäten ermöglicht. Nun muss Sperrholz nicht ausschließlich aus Holz bestehen. Kommt eine Schicht eines anderen Material dazu – zum Beispiel Kunststoff zur Schalldämmung –, spricht der Fachmann von zusammengesetztem Sperrholz.

Spanplatten

Die zweite Untergruppe sind die Spanplatten. Sie zählen zu den häufigsten beim Bau verwendeten Holzwerkstoffen, weil sie universell einsetzbar sind. Auch hier gibt es einige Unterschiede in Qualität und Ausführung. Grundsätzlich bestehen die Spanplatten aus unterschiedlich großen, beleimten Holzspänen, die in mehreren Schichten miteinander verpresst werden. Während bei herkömmlichen Spanplatten die Lage der Späne egal ist, werden bei der Herstellung der so genannten Grobspan- oder OSB-Platten die Späne längs und quer gestreut und so in drei Schichten kreuzweise angeordnet. Außerdem sind die Späne bei OSB-Platten größer.

OSB-Platten

OSB steht für „Oriented Strand Board“, also eine Platte, bei der die Späne ausgerichtet sind. Zur Herstellung von OSB-Platten wird frisches Nadelholz aus der Durchforstung verwendet. Im Handel werden diese Platten in roher und geschliffener Ausführung in Stärken von 7,5 bis 60 Millimetern angeboten. Im Heimwerkerbereich sind zudem Spanplatten mit einer Melaminbeschichtung als Dekorspanplatten und Fußboden-Verlegeplatten mit Nut und Feder weit verbreitet.

Verwendung von Spanplatten

Welcher Spanplattentyp wo verbaut werden darf, regelt die DIN EN 312-1. Die Einteilung erfolgt dabei in folgenden Kategorien:

Allgemeine Verwendung (im statischen Sinne nicht tragend)

  • P1 für leichte Verkleidungen im Trockenbereich
  • P2 für Möbel- und Innenausbau im Trockenbereich
  • P3 im Feuchtbereich Allgemein verwendbar, auch für im statischen Sinne tragende Bauteile
  • P4 Trockenbereich
  • P5 Feuchtbereich

Hochbelastbar für im statischen Sinne tragende Bauteile

  • P6 Trockenbereich
  • P7 Feuchtbereich

Verwendung von OSB-Platten

Bei OSB-Platten gilt die DIN EN 300 mit folgender Einteilung:

  • OSB/1 Platten für den Innenausbau (einschließlich Möbel) zur Verwendung im Trockenbereich
  • OSB/2 Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Trockenbereich
  • OSB/3 Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtbereich
  • OSB/4 Hochbelastbare Platten für tragende Zwecke zur Verwendung im Feuchtbereich

Faserplatten

Die dritte Kategorie bilden die Faserplatten. Sie werden aus Holz, Sägenebenprodukten oder Resthölzern, aber auch aus anderen holzfaserhaltigen Pflanzen wie zum Beispiel Flachs oder Raps hergestellt. Die bekanntesten Vertreter sind die Holzfaserdämmplatte (HFD), die oft zur Wärme- oder Schallisolation verbaut wird, und die mitteldichte Faserplatte (MDF). Letztere hat ähnliche Einsatzgebiete wie die Spanplatte, zeichnet sich aber zusätzlich durch glatte und feste Kanten aus.

Holzwerkstoffplatten sind so vielfältig wie ihre Einsatzmöglichkeiten. Wir stellen Ihnen hier die Wichtigsten in aller Kürze vor:

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