Altes Haus modernisieren: Sachverstand & Einfühlungsvermögen
Umbau | Ausbau

Altes Haus modernisieren: Sachverstand & Einfühlungsvermögen

In jahrhundertealten Häusern steckt viel Sanierungsarbeit. Ein Ehepaar in Passau scheute diese nicht und erhielt mit fachlicher Hilfe ein Haus mit viel Seele

Foto: Jacqueline Homberg

Die knorrigen Balken durchziehen das gesamte Wohnhaus Foto: Jacqueline Homberg

Diese Wände, mein Gott, wie krumm. Gestützt von schweren, knorrigen Balken. Und der Fußboden: abgenutzt. Uneben. Als hätte er der Last der Jahrhunderte nachgegeben. Was für ein Haus! Urig, unverwüstlich. Sofort zog es das Ehepaar Gör­ner in seinen Bann.

Die Familie war auf der Suche nach einem neuen Heim. Obwohl, was heißt hier neu? „Wir wollten keinen Neubau, auch nicht selbst bauen“, so Ulf Görner, „wir suchten bewusst nach etwas Altem.“ „Da war das Besondere“, pflichtet ihm seine Frau bei, „man spürte sofort in ihm das gelebte Leben.“

Im 17. Jahrhundert gebaut und vermutlich einmal zum Benediktinerklos­ter im bayerischen Vornbach gehörig, verfügte das Haus in Passau tatsächlich über eine sehr lange Geschichte. Für die Görners hatte das unwiderstehlichen Charme. Außerdem war es das erste Haus, das sie besichtigten, das genügend Platz bot. „Mit vier Kindern im Alter von zehn, sieben, fünf und drei Jahren waren wir ja fast Exoten in Deutschland“, lacht Katja Görner.

So saß die Familie nach der Hausbesichtigung eine ganze Weile im Garten – noch immer überwältigt von der Atmosphäre. Und hatte dieses Bauchgefühl: Das ist genau das, was wir suchen – aber auch eine kleine Vorahnung, welche ­Herkulesaufgabe die Sanierung werden würde. „Das Schwierige“, erläutert Ulf Görner, „war, jemanden zu finden, der wie wir ein Gespür für diesen alten ‚Schuppen‘ hatte.“ Einen Fachmann, der die Schönheit von krummen Wänden erkenne und Flickarbeiten als Epochenabschnitt sehe. Jemanden, der sich in das Haus hineinversetze und verträgliche Lösungen finde, es zu stützen und zu schützen.

„Der erste Bautrupp“, so Görner weiter, „hatte all das nicht, wollte nach kurzer Zeit ‚die Bude‘ einfach abreißen und ein ähnliches Haus nachbauen.“ Für die Görners undenkbar! Also zog der Bautrupp wieder ab. Der nächste Kontakt zu JaKo, einem auf Baudenkmalpflege spezialisierten Unternehmen, war hingegen ein Glücksgriff.

Die Kinder fühlen sich auch in der Küche pudelwohl Foto: Jaqueline Homberg

Liebevolle Details verleihen dem Haus seinem Charme Foto: Jacqueline Homberg

Die moderne Treppe lässt den Blick frei auf die urigen Holzbalken Foto: Jacqueline Homberg

Alte Handwerkskunst erhalten

Geschäftsführer Bernd Jäger hatte jenes Einfühlungsvermögen und den Sachverstand, wie das Ehepaar es sich wünschte. Für Jäger, einen Mann mit Leidenschaft und detektivischem Spürsinn, der beim Durchforsten alter Häuser noch jedes historische Detail entdeckt, war es von vornherein Ehrensache, die alte Handwerkskunst in Görners Haus zu erhalten. „Er hatte zu allem eine klare Meinung, konnte immer begründen, was gut oder unpassend für das Gesamtobjekt ist“, schätzen sich die Görners noch immer glücklich. Gemeinsam mit der JaKo-Architektin Kathrin Lämmle wurden praktisch für alle Wünsche Lösungen gefunden. Darüber hinaus half JaKo bei der Bewilligung von Fördergeldern mit den Anträgen und den Behördengängen. Auf Wunsch der Görners arbeiteten sie außerdem mit vielen ortsansässigen Handwerkern zusammen. Die Liebe zum Handwerk, das klingt bei den Görners in fast jedem Satz mit.

„Das ist es doch, was unserem Haus diesen unverwechselbaren Charakter verleiht“, meint Katja Görner. Zu allen Zeiten sei das Haus verändert und ausgebessert worden, immer mit den jeweils möglichen Mitteln. „Die Menschen haben in diesem Haus gelebt, es war ihr Zuhause, ihr Schutz-raum.“ All das stecke noch in den Wänden und Fasern und mache es heute auch für sie zu dem heimeligsten Ort der Welt. Über eine so wunderbare Würdigung freut sich auch die ehemalige Besitzerin, die sich aus Altersgründen von dem Haus hatte trennen müssen. Für sie ist es mehr als ein tröstlicher Gedanke, dass in „ihrem Haus“ nun wieder Kinder leben, spielen und lachen.

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