Küche & Bad

Küchen clever geplant

Ist die Kochstatt auf die Arbeitsabläufe zugeschnitten, dann macht das Brutzeln Spaß, und der Rücken dankt’s

Foto: Neff

Moderne Geräte die (fast) alles können Foto: Neff

Wer komfortabel kochen will, dem bieten die Hersteller heute eine Flut raffinierter und ausgeklügelter Lösungen. Abgesenkte Kochzentren, leichtgängige Auszüge und mitdenkende Geräte erleichtern den Küchenalltag.

Trend zum Rundum-sorglos-Gerät

Der Hocheinbau von Mikrowellen, Geschirrspülern und Backöfen fürs Ein- und Ausladen ohne lästiges Bücken gilt inzwischen als Usus. Wer sich mangels Platz entscheiden muss, welches Gerät er in bequemer Höhe einbauen lässt, wählt besser die Spülmaschine. Sie wird für jedes benutzte Glas geöffnet, der Backofen nicht einmal zu jeder Mahlzeit. Der Trend geht zum Rundum-sorglos-Gerät. Ein Knopfdruck, und die Maschine macht’s – auf den Punkt genau garen, perfekt frisch halten oder blitzsauber spülen. Das ist nicht nur äußerst kommod, sondern spart noch dazu Zeit, Energie und Geld.

Automatisiertes Kochen mit Temperaturkontrolle Foto: Miele

Sous-Vide kochen im Vakuumbeutel Foto: Miele

Automatikprogramme und Sensortechnik zählen schon zum Standard. Doch trotz der Zunahme technischer Raffinessen vereinfacht sich deren Bedienung: Dank Displays mit Klartextanzeige, Touch Control oder Ein-Knopf-Navigation lassen sich die modernen Geräte fast intuitiv steuern. Mitdenkende Modelle schalten sich ab, wenn die Betriebsdauer unlogisch lang andauert. Sie können selbst vom Garten aus mittels Fernbedienung gesteuert und überwacht werden, sogar noch smarter via Smartphone oder Tablet-PC. Da wird kurz vor Feierabend schon mal im Büro der Ofen für den Braten eingeschaltet, der dann auf Niedrigtemperatur sanft fertiggart. Und der Blick aufs Handy verrät im Supermarkt, was im Kühlschrank fürs Abendessen noch fehlt.

Das digitale Kochzeitalter hat begonnen

Längst kommunizieren Dunstabzugshaube und Herd miteinander, so dass nur die Küchendämpfe abgesaugt werden, die tatsächlich gerade beim Brutzeln entstehen. Der Herd gleicht einem Touchscreen, auf dem der Koch Rezepte aus dem Internet abrufen kann. Noch ist das visionäre Kochfeld im Prototypenstatus, aber sicher bald schon in Betrieb.

Und was einst Profiköchen vorbehalten war, erobert heute die heimische Küche. Da wird das Geschirr in Wärmeschubladen vorgewärmt, schnell und temperaturgenau auf Induktionsherden gebraten und schonend mit Dampf gegart. Letzteres passt zum Trend des gesunden Genießens. Denn der Dampfgarer erhält die unterschiedlichen Aromen, die Vitamine und den Eigengeschmack der Lebensmittel. Besonders sanft wird im Vakuumbeutel bei niedrigen Temperaturen gegart, Sous-Vide genannt.

Die einfache Handspüle wandelt sich zu einem Vorbereitungszentrum Foto: Ikea

Verschiedene Klimazonen beim Kochen

Kühl- und Gefrierkombinationen bieten heute verschiedene Klimazonen. Hier bleibt Empfindliches länger frisch und der Vita­mingehalt erhalten. Und aus dem simplen Handspülbecken ist ein wahres Vorbereitungscenter geworden. Seine Ausstattung mit Schneidbrettern, Dampfgar-Equipment und mehr erleichtert die Arbeit sowohl beim Kochen als auch beim Putzen. Denn Finger­abdrücke gehören dank Nanotechnologie der Vergangenheit an.

Balsam für die Bandscheiben ist eine der Körpergröße angepasste Arbeitshöhe. Das Optimum lässt sich ganz einfach mittels Drehscheibe errechnen. Die hat die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) auf Basis einer Ergonomiestudie der Technischen Hochschule Darmstadt entwickelt. Demnach schnippelt eine 1,70 Meter große Frau Gemüse am besten auf einer Arbeitsplatte von einem Meter Höhe. Für ihren 1,85 Meter großen Mann dagegen sind fünf Zentimeter mehr das Idealmaß. Wirbelt sie öfter als er in der Küche, sollte diese besser ihrer Körpergröße angepasst sein. Vielleicht räumt sie ihrem ambitionierten Helfer aber auch eine eigene, kleine Wirkungsstätte ein. Denn unterschiedliche Arbeitshöhen setzen sich langsam durch.

Modulküchen auf dem Vormarsch

Neue Korpuskonzepte, variable Sockelhöhen und wandhängende Modelle machen sie möglich. Nahezu ideal dafür sind Modulküchen, in denen einzelne Elemente locker gruppiert werden können. Schließlich lautet die Ergonomieformel: Hoch mit dem Spülzentrum, herunter mit dem Kochfeld. Ohne krummen Rücken wäscht es sich schlichtweg bequemer ab, also sollte der Bereich ums Becken bis zu 15 Zentimeter angehoben werden. Beim Herd gilt der Topfrand als Arbeitshöhe. Ergo: Kochfeld tiefer legen.

Kurze Wege zwischen Herd, Spüle und Kühlschrank erleichtern die Arbeit. Das sollte vor allem bedenken, wer eine opulente Kochstatt plant. Der Großteil der Küchen im Bestand ist zwar noch von geringer Quadratmeterzahl, aber immer häufiger weichen fürs offene Wohnen oder zugunsten großer Familienküchen Wände.

Hier schützen in den Schüben spezielle Einsätze aus Holz kostbare Messer Foto: Bulthaup

Hinter satinierten Klappen verstecken Funktionsboxen in der Nische übersichtlich die verschiedenen Gewürze Foto: Bulthaup

Brot, Brett und mehr wird staubfrei verwahrt Foto: Poggenpohl

Stauraum satt

Neue Dimensionen beherrschen das Thema Stauraum. Das wird auch Zeit, schließlich wünschen sich laut aktueller Studie zwei Drittel aller Küchenbenutzer mehr davon. Das Patentrezept: Vollauszüge mit raffiniertem Innenleben bieten reichlich Platz, Ordnung und Übersicht. Die neue Generation verfügt dank höherer Rück- und Seitenwände über bis zu 55 Prozent mehr Stauraum. Noch mehr Vorräte und Küchenutensilien schlucken die extrabreiten und tiefen Auszüge. Immer komfortabler werden auch die Öffnungsmechanismen. Dank ausgefeilter Mechanik lassen sich Schübe und Türen durch bloßes Antippen mit dem Finger oder der Hüfte lässig öffnen und schließen.

Wer weniger Platz sein Eigen nennt, geht in die Höhe. Nach den nicht mehr wegzudenkenden Apothekerschränken erobern jetzt Hochschränke mit integrierten Innenauszügen die Küchen. Sie ermöglichen ebenfalls Einblick und Zugriff von beiden Seiten. Extratiefe Arbeitsplatten schaffen mehr Raum zum Vorbereiten und Platz für Gerätschaften wie Kaffeemaschine, Toaster oder Saftpresse.

Neue Systeme zur Aufbewahrung

Eignen sich diese weniger zur Dekoration, verschwinden sie elegant in Aufsatzschränken hinter Alurollläden, Falt- oder Schiebetüren. Zu finden mittlerweile auch an Oberschränken. Ihr Vorteil: absolute Kopffreiheit. Gleiches gilt für die neuen Lifttüren und Winkelklappen. Direkt an der Wand bringen Paneele, Funktionssäulen, Relingstangen, Multifunktionswände und andere Nischensysteme unter, was der Koch gern griffbereit hat und sich schön zur Schau stellen lässt.

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