Küche & Bad

Die Küche der Zukunft

Sprachsteuerung, Rezepte-Apps, vernetzte Küchengeräte - schon heute lässt sich mit der Technik von morgen kochen. Aber auch in Sachen Materialeinsatz tut sich einiges

Foto: Sony

Die intelligente Hybrid-Küchenarmatur von Hansa aus Edelstahl funktioniert berührungslos via Sensor

Die intelligente Hybrid-Armatur funktioniert berührungslos via Sensor Foto: Hansa

Wir schreiben das Jahr 2030: Ein Mann sitzt an einer höhenverstellbaren Küchen­theke, die sich automatisch auf seine Größe angepasst hat und in die ein unsichtbares Induktionskochfeld integriert ist. Im Dampfgarer erwärmen sich vitaminreiche Speisen. Das Smartphone erhält eine Bestätigung der Bestellung, die der Kühlschrank nach der Entnahme des letzten Joghurts eigenständig zum Lebensmittelgeschäft geschickt hat. Die neuen Milchprodukte werden mit einer Drohne geliefert.“

Diesen Einblick in die Küche der Zukunft gewährt ein kleiner Auszug aus dem Computerlogbuch der AMK. Die Abkürzung steht mitnichten für ein Raumschiff, sondern für die "Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche", den Dienstleistungsverband der Branche. Ihr Captain, pardon, Geschäftsführer Kirk Mangels hat obiges Szenario entworfen.

Bosch Home Connect: der vernetzte Internet-Kühlschrank kommuniziert mit dem Smartphone

Bei Bosch kommuniziert der Kühlschrank mit dem Handy Foto: Bosch

Kochen mit der App

Und so visionär, wie es klingt, scheint dieses gar nicht zu sein, wie etliche Neuheiten eindrucksvoll beweisen. Heute wird via App gekocht, und zwar schon vom Büro aus der Ofen für den Braten eingeschaltet, der dann durch Sous-vide – im Vakuumbeutel auf Niedrigtemperatur gegart – fertig wird. Und im Supermarkt verrät der Blick aufs Smartphone, was im Kühlschrank fürs Abendessen noch fehlt.

Klar ist dieser wie der Rest der smarten Küche vernetzt. Dunstabzugshaube und Herd kommunizieren längst miteinander. So werden nur die Küchendämpfe abgesaugt, die tatsächlich gerade beim Brutzeln entstehen – und das immer häufiger per Muldenlüftung direkt am Kochfeld. Sensoren sorgen dafür, dass der Milchtopf nicht mehr überläuft oder die Zwiebeln in der Pfanne anbrennen. Virtuelle Touchdisplays bringen das Internet und damit Rezepte, Kochshows und mehr direkt auf die Arbeitsplatte oder die Küchenwand, optional auch die Smart-Home-Steuerung. Da verrät der Blick auf die Video-Türkommunikation, dass die Gäste gerade klingeln. Und der Hausherr muss zum Öffnen nicht einmal den Herd verlassen.

Schalten per Sprachsteuerung

Die Gerätschaften lassen sich wie in Science-Fiction über Sprachsteuerungen auf Zuruf bedienen. Aus der Dunstabzugshaube und den Küchenschränken erschallen die Lieblingssongs. Bluetooth, integrierte Lautsprecher und Verstärker machen es möglich. Haube und Schrank dienen als Resonanzkörper. Aber keine Sorge, auch in Zukunft kochen wir weiterhin mit Wasser. Das kommt allerdings bei Bedarf auch sprudelnd aus dem Hahn. Damit gehört lästiges Kistenschleppen zur ­Vergangenheit.

Team 7 hat im Look der Kochstatt auch Wohnmobiliar aus Holz und Keramik im Programm Foto: Team 7

Im Trend: Kombination aus Kochen, Essen und Wohnen

Küche, Wohn-, Esszimmer sind bald auch Begriffe von gestern. Mit immer offener werdenden Grundrissen gehen die Funktionen ineinander über. Im Neubau leben heute mehr als 25 Prozent der Deutschen in einer wandlosen Kombination aus Kochen, Essen und Wohnen. Zonen zum Zurückziehen und Zusammenkommen lösen die klassische Raumaufteilung ab. Und das eröffnet der Einrichtung ganz neue Möglichkeiten. Die Kochwerkstatt versteckt im Schrank oder die Drei-Meter-Tafel als Bindeglied von Koch- und ­Livingzone sind nur zwei Beispiele.

Das fordert die Küchenbauer heraus, die mit immer wohnlicherem Mobiliar auf diese Bewegung antworten. Und so verwundert es kaum, dass erste Hersteller jetzt auch Wohnraummöbel wie Sideboards und Regale erschaffen. Da lassen sich Kochstatt und Esszimmer wie aus einem Guss einrichten, rahmt das gleiche Design Kaffeemaschine, ­Bibliothek und TV-Flatscreen ein.

Neue Stoffe: Keramik, Dekton, Corian

Küchen fordern heute Behaglichkeit und bringen damit neue Materialien auf den Plan. Als absoluter Aufsteiger gilt hier Keramik sowohl für Spülbecken und Arbeitsplatten als auch für Fronten. Der Trendstoff punktet nicht nur mit natürlicher Optik: Kratzfest, hitzebeständig und pflegeleicht ist er noch dazu. Eigenschaften, die auch Dekton und Corian auszeichnen (siehe unten). Beton und Schiefer zählen noch zu den Außenseitern. Glas, Holz und Mineralwerkstoffe entwickeln sich hingegen zu echten Dauerbrennern. Und die Mischung macht’s: Der Mix aus Farbe, ausdrucksstarken Hölzern und Glas vermittelt moderne Leichtigkeit und zugleich eine warme Atmosphäre.

Trendstoff 1: Dekton

Vollständig fleckfest, kratzfester als die meisten Natursteine, abriebfest, chemikalienbeständig, UV-stabil,
feuerfest und frostbeständig - Dekton ist der neue Star bei den Küchen-Arbeitsplatten. Erreicht wird das durch eine Kombination von Rohstoffen, die auch zur Herstellung von Glas, Keramik oder Quarzflächen verwendet werden. Bei der Herstellung werden die Rohstoffe einem hohen Druck ausgesetzt und bei rund 1.200 Grad Celsius zu einer Platte verschmolzen.
Dadurch ensteht ein extrem kompakter Glaskeramikverbund, dessen geschlossenen Oberfläche absolute Porenfreiheit garantiert und der keine Mikrofehlern aufweist. Das bedeutert: keine Spannungen oder Schwachstellen, so dass aufgrund der guten mechanischen Eigenschaften auch größere Werkstücke problemlos verarbeitet werden können.
Das hat natürlich seinen Preis. Dekton kostet (je nach Dekor) ab rund 650 Euro pro Quadratmeter.

Trendstoff 2: Corian

Futuristisches Küchendesign: streng funktional, ergonomisch perfekt und in der Ästhetik eines Forschungslabors

Zugegeben, neu ist Corian nicht. Die Mischung aus natürlichen Mineralien und reinem Acrylharz wurde schon 1967 von der Firma DuPont entwickelt. Doch das Material erfreut sich in letzter Zeit immer größerer Beliebtheit, ist es doch formbar, stoßfest, immun gegen Chemikalien, porenfrei und daher leicht zu reinigen.
Es lässt sich schneiden, gießen und formen und ist in über 80 Farben und Dekors erhältlich. Neben der rein funktionellen Nutzung im Küchen- und Sanitärbereich ist der Werkstoff auch bei Künstlern und Industriedesignern beliebt, lässt er sich doch sägen, fräsen, schneiden und thermisch verformen.
Corian wird in laufenden Metern verkauft, die Preis beginnen ab ca. 200 Euro.

Für die Mutigen unter den Küchenkäufern kommt jetzt Farbe ins Spiel. Von schillernden Lacken über schrilles Neon bis zu gedeckten Architektenfarben reicht die Palette der Schauküchen in Köln. Dem Trend nach Individualität folgend, bieten inzwischen etliche Hersteller eine freie Farbwahl. Liebling bleibt zwar Weiß, aber neuerdings gerne im klassischen Kontrast mit Schwarz. Grau ist ebenso angesagt wie die helle Naturfarbpalette. Dezente Töne wirken eben harmonisch und zeitlos.

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