Heizung optimieren: 10 Tipps, um Kosten zu sparen und besser zu heizen
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Heizung optimieren: 10 Tipps, um Kosten zu sparen und besser zu heizen

Im Betrieb einer ganz normalen Heizanlage gibt es überraschend viele Möglichkeiten, Geld zu sparen. Und die meisten lassen sich ganz einfach und preiswert umsetzen

Foto: Getty Images/artpartner-images

Heizungs-Spartipp Nr. 1: Heizkörper entlüften

Fährt die Heizung im Herbst das erste Mal hoch, gluckert es zumeist in den Heizkörpern, und sie werden nicht richtig warm: Luft ist in den Kreislauf diffundiert und muss so lange abgelassen werden, bis schließlich Wasser aus dem Ventil austritt. Mit einem Heizkörperentlüfter für wenige Euro ist das schnell und einfach erledigt. Häufig ist danach ein weiterer Arbeitsschritt nötig: Nachfüllen von Wasser in den Heizkreislauf. Wer sich das nicht zutraut, sollte den Installateur bestellen und gleich eine Wartung der Anlage machen lassen.

Kosten: keine
Einsparpotential: etwa 20 Euro pro Jahr bei einem Einfamilienhaus

adobe.stock.com/M. Doerr & M. Frommherz

Heizungs-Spartipp Nr. 2: Heizanlage warten lassen

Nur eine regelmäßig von Verbrennungsrückständen gereinigte Heizung läuft wirklich effizient. Deswegen lohnt sich bei Gas- und Ölkesseln eine jährliche Wartung. Der Funktionstest bietet auch eine bessere Gewähr, dass das System nicht bei Minusgraden ausfällt. Außerdem ist die Wartung eine gute Gelegenheit zu überprüfen, wann die Nachtabsenkung beginnt und endet. Hat sich der Lebensrhythmus geändert, kann der Installateur den Schaltzyklus anpassen.

Kosten: zwischen 90 und 150 Euro bei einer Gasheizung, bis zu 250 Euro bei einer Ölheizung
Einsparpotential: individuell

Heizungs-Spartipp Nr. 3: Heizungsrohre dämmen

Auf dem Weg vom Heizkessel zum Heizkörper und vom Warmwasserspeicher zu Küche oder Bad kann viel Wärme verloren gehen – wenn die Rohre, die durch den Keller laufen, nicht gedämmt sind. Mit Schläuchen aus Schaumstoff und Klebeband für die Nahtstellen lässt sich das Dämmen leicht selbst bewerkstelligen. Übrigens sollten Sie nicht nur die Vorlaufleitungen dämmen, in denen das heiße Wasser fließt, sondern auch den Rücklauf.

Kosten: etwa vier Euro pro Meter Rohr 
Einsparpotential: etwa 320 Euro pro Jahr (bei einem Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern)

Foto: HomeMatic

Heizungs-Spartipp Nr. 4: Elektronische Thermostate einbauen

Je präziser die Raumtemperatur an die persönlichen Bedürfnisse angepasst ist, umso effizienter kann die Heizung laufen. Bei Berufstätigen und Schulkindern heißt das: Heizkörper auf Sparbetrieb, wenn man das Haus verlässt, und wieder hochfahren, kurz bevor man kommt. Das lässt sich ganz einfach mithilfe von programmierbaren Thermostaten realisieren. Gegenüber alten Ventilen haben sie zudem den Vorteil, dass sie viel empfindlicher auf Temperaturschwankungen reagieren, wenn etwa die Sonne ins Zimmer scheint.

Kosten: ab 10 Euro pro Thermostat
Einsparpotential: etwa 60 Euro pro Jahr (bei einem Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern)

Heizungs-Spartipp Nr. 5: Heizkörper per App steuern

Elektronische Thermostate gibt es mittlerweile auch als Teil von Smart-­Home-Systemen zum Nachrüsten. Das Prinzip: Die Thermostate werden von einer kleinen Steuereinheit kontrolliert, die wiederum per Smartphone ferngesteuert werden kann. So lassen sich Einzelraumprofile programmieren – „Das Bad bitte immer morgens um 6 Uhr anwärmen, die Küche um 6.30 Uhr“ –, aber eben auch von Ferne nachsteuern: „Wir sind übers Wochenende in die Berge gefahren und haben vergessen, die Heizung auf 16 Grad zu drosseln.“ Das lässt sich per App nachholen. Oder: „Wir kommen früher nach Hause und sorgen dafür, dass es warm ist.“

Kosten: Einstieg ab ca. 150 Euro
Einsparpotential: individuell

Heizungs-Spartipp Nr. 6: Hydraulischer Abgleich

Eine Heizung läuft nur dann wirklich effizient, wenn in jedem Raum genau die Wärme ankommt, die dort auch gebraucht wird. Das ist aber häufig nicht der Fall. Dann sind die Heizkörper im Erdgeschoss glühend heiß, während sie im Dachgeschoss nicht mehr ausreichend Wärme abgeben. Abhilfe schafft der hydraulische Abgleich. Dabei werden alle Komponenten der Anlage – Heizkessel, Pumpe, Thermostatventile – optimal auf den Bedarf im Haus abgestimmt.

Kosten: im durchschnittlichen Einfamilienhaus 600 bis 1.000 Euro, Zuschuss von 30 Prozent durch das BAFA möglich (www.bafa.de)
Einsparpotential: bis zu 15 Prozent der Energiekosten

85 % der Energie in deutschen Privathaushalten wird für Heizung und Warmwasser verbraucht.

Heizungs-Spartipp Nr. 7: Warmwasser-Zirkulationspumpe prüfen

Sofort warmes Wasser aus der Armatur: Das ist angenehm und wassersparend. Bei größeren Entfernungen der Zapfstelle vom Warmwasserspeicher wurde früher deswegen eine Zirkulationspumpe eingebaut. Sie hat zwei entscheidende Nachteile: Wird das warme Wasser den Tag über nicht gebraucht, kühlt es ständig in den Leitungen ab – ein enormer Energieverlust. Zudem kostet der Betrieb der Pumpe sehr viel Strom. Erster Schritt zur Optimierung: eine Zeitschaltuhr für die Pumpe. Zweiter Schritt: Austausch gegen eine neue, energiesparende Pumpe. Dritter Schritt: vom Energieberater prüfen lassen, ob ein Umstieg auf dezentrale Warmwasserversorgung mit Durchlauferhitzer auf lange Sicht wirtschaftlicher ist.

Kosten: für Zeitschaltuhr ca. 10 Euro, für neue Pumpe ca. 150 Euro
Einsparpotential: bis zu 200 Euro pro Jahr 

Heizungs-Spartipp Nr. 8: Neue Heizungspumpe einbauen

Alte Heizungspumpen sind echte Energiefresser: Sie verbrauchen sehr viel Strom und pumpen zudem immer dieselbe Menge Wasser durch den Heizkreislauf, unabhängig vom tatsächlichen Bedarf. Der Austausch gegen eine neue Pumpe spart daher zweifach: Strom dank effizienter Technik und Heizkosten dank des bedarfsgesteuerten Betriebs.

Kosten: etwa 400 Euro für Pumpe und Montage, Zuschuss von 30 Prozent durch das BAFA möglich (www.bafa.de)
Einsparpotential: bis 100 Euro pro Jahr

Heizungs-Spartipp Nr. 9: Heizkessel tauschen

Irgendwann ist die große Lösung fällig. Aktuell liegt das Durchschnittsalter deutscher Heizkessel bei 24 Jahren – ja, tatsächlich das Durchschnittsalter! Das spricht für die Verarbeitungsqualität der Anlagen, macht aber zugleich deutlich, welche gewaltigen Einsparpotentiale für Energie und klimaschädliche Emissionen in den Kellern hierzulande warten. Wie hoch die Kosten für einen neuen Kessel sind, wie viel Einsparpotential darin steckt und wann sich die Investition tatsächlich amortisiert hat, lässt sich nur sehr grob schätzen. Zu viele Variablen gehören zur Rechnung: die Kosten für Technik und Montage, der Wärmebedarf des Hauses und der Bewohner, die Höhe der Energiekosten aktuell und deren Entwicklung in den kommenden Jahren. Beispielrechnungen gehen derzeit von 15 Jahren aus. Was in diese Rechnungen nicht einfließt, aber von großer Bedeutung sein kann: der Wertzuwachs der Immobilie dank der zeitgemäßen Energietechnik.

Kosten: bei Austausch Gas-­Niedertemperaturkessel gegen Gas-Brennwertkessel im durchschnittlichen Einfamilienhaus ca. 7.700 Euro
Einsparpotential: ca. 515 Euro pro Jahr

Heizungs-Spartipp Nr. 10: Regenerative Energien einbinden

Die Möglichkeit der Energieeinsparung durch eine neue Heizungsanlage erhöht sich noch einmal deutlich, wenn regenerative Energien in das Heizsystem integriert werden. Standard ist mittlerweile die Warmwasserbereitung mithilfe von Solarkollektoren auf dem Dach.

Kosten: ca. 6.000 Euro für ein durchschnittliches Einfamilienhaus
Einsparpotential: etwa 60 Prozent der Energiekosten für die Warmwasserbereitung

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