Heizung Spezial 2017

Heizen mit Öl

Viele Hausbesitzer, die mit Öl heizen, bleiben ihrem Brennstoff treu: Der Austausch des alten Kessels gegen ein Brennwert­gerät ist bei der Modernisierung meist die preiswerteste Lösung

Foto: dpa

Dass viele Eigentümer einer Ölheizung auch bei einer Modernisierung weiter auf den fossilen Brennstoff setzen, hat gute Gründe: Der Tank für die Bevorratung des Heizöls ist bereits vorhanden, und die Umrüstung auf ein anderes Heizsystem wäre deutlich teurer. Durch den Einsatz von schwefelarmem Heizöl in Brennwertkesseln ist die Verbrennung zudem wesentlich ­sauberer geworden. Hinzu kommt, dass die Brennstoffpreise in den letzten beiden Jahren deutlich unter den Spitzenwerten der Jahre 2012 und 2013 lagen , so dass Heizöl auch bei den Verbrauchskosten plötzlich wieder wettbewerbsfähig geworden ist. 

In puncto Effizienz brauchen sich moderne Öl-Brennwertkessel ähnlich wie ihre mit Erdgas betriebenen Pendants ohnehin nicht zu verstecken. Sie erreichen einen Jahres­nutzungsgrad bis 95 Prozent und verbrauchen zwischen zehn und 30 Prozent weniger Heizöl als alte Geräte.

Auf einen Blick

Einsparung: 10–30 Prozent, je nach Alter und Technik des alten Kessels

Brennstoffkosten: Aktuell rund 5 Cent je Kilowattstunde (Stand: 9/2017)

Investition: Bei einem Einfamilienhaus rund 8.000 bis 10.000 Euro

Förderung: Zuschüsse von KfW und BAFA analog zum Gas-Brennwert möglich

Wenn der neue Brennwertkessel mit einer Solaranlage kombiniert wird, lässt sich eine erneuerbare Energiequelle zusätzlich ins Heizsystem einbinden. Das kann Heizkosten und CO2-Emissionen dann sogar um mehr als ein Drittel reduzieren. Ölkessel mit Brennwerttechnik gibt es mit integriertem Wasserspeicher, so dass sich die komplette Heizzentrale auf kleinem Raum unterbringen lässt. 

Olaf Bergmann, Marketingleiter beim Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO)

Interview: "Energiewende fängt zu Hause an"

Dank Brennwerttechnik brauchen Hausbesitzer mit neuem Kessel bis zu 30 Prozent weniger Heizöl

Herr Bergmann, warum ist es sinnvoll, in eine neue Ölheizung zu investieren?
Mit einem neuen, effizienten Öl-
Brennwertkessel sinkt der Brenn­stoffbedarf sofort um bis zu 30 Pro-
zent. Das schont die Umwelt und den Geldbeutel. Für Häuser, in de­nen sich eine ältere Ölheizung be­findet, ist eine solche Modernisierung in der Regel am günstigsten.
Welche Möglichkeiten haben Hausbesitzer, die zusätzlich erneuerbare Energien nutzen wollen?
Öl-Brennwerttechnik ist eine idea­le Basis für die Einbindung erneuer­barer Energien, weil das gut speicherbare Heizöl immer dann Wärme liefert, wenn die Erneuerbaren sich gerade nicht erneuern können. Besonders beliebt sind Kombinationen mit Solarenergie und Holz. Für die Zukunft werden zudem innovative, zunehmend treibhausgasreduzierte Brennstoffe aus regenerativen Quellen entwickelt. Auch das Heizöl selbst wird also perspektivisch „grüner“.
Gibt es dafür Fördermöglichkeiten?
Im Rahmen der Aktion „Deutschland macht Plus!“ können sich Heizölkunden 2017 noch ohne großen Aufwand für ein neues Öl-Brennwertgerät einen Zuschuss von ca. 1.200 Euro sichern. Für eine Kombination von zum Beispiel Öl und Solarthermie sind sogar 3.200 Euro und mehr möglich. Damit Modernisierer sich ganz einfach die optimale Förderung ­sichern können, stellt das IWO unter Tel. (06190) 9263-435 einen speziellen Fördermittelservice bereit.
Mehr Infos unter: 
www.deutschland-macht-plus.de

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