Heizung Spezial 2017

Heizen mit Holz

Hausbesitzer, die besonderen Wert auf eine gute Klimabilanz ihres Heizsystems sowie auf günstige Verbrauchskosten legen, entscheiden sich häufig für eine Pelletheizung. Dafür sollte ein ausreichend großer Lagerraum eingeplant werden

Stärkstes Argument für den Brennstoff aus dem Wald ist dessen positive Ökobilanz. Der nahezu klimaneutrale Energieträger Holz ermöglicht eine sehr hohe CO2-Einsparung gegenüber anderen Heizsystemen. Der Grund dafür: Bei der Holzheizung fällt – zumindest in der Bilanz – kein fossiles Kohlendioxid  an, weil bei der Verbrennung nur so viel freigesetzt wird, wie der Baum im Wachstum gebunden hat. Der niedrige Primärfaktor von Holzpellets ist ein wichtiger Vorteil, wenn es um die Einhaltung der Anforderungen aus der Energieeinsparverordnung oder die Förderkriterien der KfW geht. 

Auf einen Blick

C02: Rund 70 Prozent weniger Emissionen als bei Gas und Öl

Brennstoffkosten: Der Preis pro Tonne Pellets lag Mitte 2016 bei etwa 220 Euro, eine kWh Heizwärme      kostete umgerechnet etwa 4,5 Cent.

Investition: 15.000 bis 18.000 Euro inkl. Lagerraum oder Vorratsbehälter

Förderung: Zuschüsse des BAFA. Bei Modernisierungen für Kessel mit Pufferspeicher ab 3.500 Euro, mit  Pufferspeicher und Brennwerttechnik 5.250 Euro

Mit einem Pelletkessel heizen Hausbesitzer ähnlich komfortabel wie mit Gas oder Öl. Die Brennstoffzufuhr erfolgt vollautomatisch, und der Aschebehälter muss in der Regel nur zwei- bis dreimal pro Jahr geleert werden. Dank Brennwert-Technik haben Pelletheizungen auch in Sachen Effizienz aufgeholt; moderne Geräte erreichen Wirkungsgrade nahe 100 Prozent. Wichtige Voraussetzung für den Betrieb: Es sollte ausreichend Platz für einen Lagerraum vorhanden sein. 

260.000 Pellet-Zentralheizungen gibt es in Deutschland Foto: ÖkoFen

Am besten lagert man die Pellets in einem vorgefertigten Silo oder in einem Gewebetank; diese können im Keller oder außerhalb des Hauses in einem Schuppen aufgestellt werden. Benötigt wird eine Grundfläche von etwa vier bis fünf Qua­dratmetern. Die Füllung beträgt in der Regel rund vier bis fünf Tonnen; das entspricht dem Energiegehalt von etwa 2.000 bis 2.500 Litern Heizöl und reicht in der Regel für eine Heizperiode. 

Bei der Planung sollte man auf die passende Größe des Kessels und eine gute Regelungstechnik achten. Sind die Heizkessel nur wenig ausgelastet, sinkt die Effizienz, und der Schadstoffausstoß steigt. Deshalb ist auch der Einbau eines Pufferspeichers empfehlenswert, der die Wärme aus dem Pelletkessel bevorratet.

Behaglich & ökologisch

Wie beliebt das Heizen mit Holz ist, zeigt der Eingangsbereich jedes beliebigen Baumarkts, sobald der Herbst anbricht: Wo vorher hochwertige Grills Käufer animieren sollten, warten jetzt Kaminöfen jeder Preisklasse auf Kundschaft. Dagegen ist vom Grundsatz her nichts einzuwenden: Kaminöfen können nicht nur für eine behagliche Atmosphäre sorgen, sondern während der Heizperiode durch­aus die Zentralheizung ergänzen.Dabei gilt es aber einiges zu beachten:

• Die Leistung des Ofens muss zum Wärmebedarf des Raumes passen und sollte vom Fachmann berechnet ­werden.

• Werden zu große Öfen mit gedrosselter Leistung beheizt, droht eine hohe Belas­tung mit Feinstaub.

• Die Ofenhülle entscheidet über die Wär­me­speicherung; Speichersteine ver­längern die Wärmeabgabe deutlich.

• Nach der Installation besteht die Pflicht, die Feuerstelle vom Schornsteinfeger abnehmen zu lassen.

Wasser führende Kaminöfen
Auch der Kaminofen kann freilich in die Zentralheizung integriert werden – mithilfe von so genannten Wasser­taschen. Darunter versteht man einen in den Ofen integrierten Wärmetauscher, der Wasser führt. Dieses Wasser erhitzt ­ei­nen Pufferspeicher und trägt so zum Heizen oder zur Warmwasserbereitung des Hauses bei. Wasser führende Öfen lassen sich in aller Regel in das bereits vorhandene Heizkonzept inte­grieren, können also auch nachgerüs­tet werden. Sie sind ab ca. 1.500 Euro zu haben; die Kosten der Installation berechnet der Heizungsbauer.

Pelletkessel
Die komfortabelste Art, das Haus mit Holz zu beheizen, ist mit Pellets, kleinen Presslingen von Holzresten aus dem Wald oder Sägewerk. Diese Technologie hat in puncto Komfort und Effizienz einen Standard erreicht, der noch vor Jahren für eine Holzfeuerung nicht möglich schien. Das liegt auch an der Qualität der Pellets selbst, die in drei Klassen hergestellt werden. In Privathäusern kommt zumeist die Qualitätsklasse A1 mit ihrer hohen Energiedichte und einem geringen Aschegehalt zum Einsatz. Aus ökologischer Sicht spricht für die Pellets ihre nahezu CO2-neutrale Verbrennung, weil durch das Wachstum der Bäume die Menge CO2 aus der Luft verbraucht wird, die eine Verbrennung später wieder freisetzt. Nachteil gegen­über Wärmepumpen und Gasheizungen: Für Pellets braucht man einen Lagerraum und damit deutlich mehr Platz. Eine Pelletheizanlage mit Kessel, Pufferspeicher, Lagerraum sowie Transportsystem und ­Montage kostet im Durchschnitt zwischen 19.000 und 25.000 Euro. Die reinen Verbrauchs­kos­­ten liegen etwas unter denen von Gas und Öl.

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