Heizung Spezial 2017

Heizen mit Brennstoffzelle

Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen gleichzeitig Strom und Wärme. Für Privathaushalte werden neben Mikro-Blockheizkraftwerken mit Stirlingmotor vor allem die neuen Brennstoffzellen-Heizgeräte eine attraktive Option

Foto: Viessmann

Die bei der Stromerzeugung anfallende Wärme geht bei der Kraft-Wärme-Kopplung nicht wie üblich verloren, sondern landet in einem Pufferspeicher und kann damit zum Heizen und zur Warmwasserversorgung genutzt werden. Die Vorteile: Die Effizienz des Gesamtsystems ist deutlich höher als bei der getrennten Erzeugung. Die eigene Stromerzeugung sorgt für mehr Unabhängigkeit vom Energieversorger; überschüs­siger Strom wird ins Netz eingespeist.

Auf einen Blick

Einsparung: Bis zu ein Drittel der Strom- und Heizkosten im Vergleich zum Gas-Brennwertgerät und dem Strombezug aus dem Netz

Investition: Ab 20.000 Euro für Brennstoffzellen-Heizgeräte, ab 15.000 Euro für Mikro-BHKW, jeweils zuzüglich Installation

Förderung: KfW-Programm für Brennstoffzellen-Heizgeräte ab 1.8.2016: 5.700 Euro Zuschuss plus 450 Euro je 100 W elektrischer Leistung. BAFA-Zuschüsse für Mikro-BHKW nach elektrischer Leistung (z. B. 2.800 Euro bei 4 kW)

Viele Brennstoffzellen-Heizgeräte wie der Dachs InnoGen von SenerTec sind erst 2016 zur Marktreife gebracht worden Foto: SenerTec

In Ein- und Zweifamilienhäusern ist das mit kleinen Blockheizkraftwerken, so genannten Mikro-BHKW, oder mit Brennstoffzellenheizgeräten möglich. Mikro-BHKW arbeiten mit Verbrennungs- oder Stirlingmotoren, die in den meisten Fällen mit Erdgas betrieben werden. Sie haben in der Regel maximal fünf bis sechs Kilowatt thermischer und ein Kilowatt elektrischer Leistung. Damit eine Strom erzeugende Heizung wirtschaftlich sinnvoll ist, muss eine bestimmte Wärmemenge benötigt werden, weil nur so die notwendigen Laufzeiten zustande kommen. Mikro-BHKW passen daher vor allem zu Altbauten, in denen mehr geheizt werden muss.

Brennstoffzellen-Heizgeräte haben dagegen eine deutlich kleinere thermische Leistung. Sie kommen so auch in moder­nen Effizienzhäusern auf die für den wirtschaftlichen Betrieb notwendigen Lauf­zeiten. Der besondere Clou der Brennstoffzellen-Heizung liegt darin, dass der Energieträger nicht in einer Flamme verbrannt, sondern elektrochemisch umgewandelt wird: In der Brennstoffzelle ver­bindet sich Wasserstoff mit Sauerstoff aus der Luft zu Wasser, wobei Wärme und elektrischer Strom entstehen. Hierfür wird nur ein Erdgasanschluss benötigt; den Wasserstoff gewinnt das System aus dem Erdgas. Dabei wird stets nur so viel Wasserstoff erzeugt, wie gerade notwendig ist.

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