Heizung Spezial 2017

So wird die Heizung optimal eingestellt

Für die höchste Effizienz kommt es auf alle Komponenten an: Pumpe, Leitungen, Ventile. Das Einsparpotential ist groß

Foto: Grundfos

Nur ein Drittel der Anlagen ist optimal eingestellt

Auf den ersten Blick ist eine Heizungsanlage ein ganz simples System: Da wird vom Wärmeerzeuger warmes Wasser in den Kreislauf geschickt, die Wärme wird über Heizkörper oder Fußbodenheizung in die Räume abgegeben, und am Ende kommt kühles Wasser wieder beim Wärmeerzeuger an. Vom Grundsatz her stimmt das auch – aber tatsächlich sind Heizungsanlagen selten richtig auf die Bedürfnisse der Verbraucher und deren Tagesablauf eingestellt. Weil es eben auf viele Details ankommt.

Das gilt selbst für neue Heizungsanlagen: Bei einer Untersuchung der Verbraucherzentralen kam zutage, dass von tausend neuen Brennwertanlagen nur ein Drittel optimal eingestellt waren. Das reduziert die Wirksamkeit der Technologie aber deutlich – ein Teil des Einsparpotentials wird schlicht verschenkt.

Hydraulischer Abgleich fürs Leitungssystem

Heizungswasser folgt dem Prinzip des geringsten Widerstands. Deswegen fließt durch lange Rohre mit geringem Durchmesser weniger Wasser als durch kurze mit größerem Durchmesser. Häufige Folge: Räume im Dachgeschoss werden nicht richtig warm, während Räume im Erdgeschoss überheizt sind. Dieser Zufluss zu den Heizkörpern kann an den Thermostatventilen der nötigen Heizlast in den Räumen angepasst werden. Das nennt sich hydraulischer Abgleich und wird vom BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) mit einem Zuschuss gefördert (siehe dazu auch "Pumpentausch mit Förderung in 4 Schritten). Eine optimierte Wärmeverteilung kann bis zu 10 Prozent der Heizkosten einsparen.

Heizungspumpe auf Diät

In Zeiten billiger Energie war es kein Problem, wenn eine Heizungspumpe ein Stromfresser war und permanent auf voller Leistung das warme Wasser durchs System trieb. Das ist seit Langem anders – nur die alte Pumpe läuft unvermindert weiter. Moderne Pumpen verbrauchen nicht nur einen Bruchteil des Stroms, sie können ihre Leistung auch dem tatsächlichen Bedarf im System anpassen. Das senkt den Stromverbrauch um 80 bis 90 Prozent und reduziert den Wärmeverlust in den Leitungen deutlich. Auch der Pumpenaustausch wird staatlich gefördert.

 



Temperatur vorausschauend regeln

Je präziser die Temperatur den tatsächlichen Bedürfnissen der Bewohner angepasst wird, umso effizienter lässt sich heizen. Verschiedene Faktoren sind dafür maßgebend: die Außentemperatur, die Temperatur im Raum und die Anwesenheit der Bewohner. Hier entfaltet Smart-Home-Technologie, die etwa die Wetterprognose mit einbezieht und die Temperatursteuerung per App erlaubt, ihre eigentliche Bedeutung.

 

Beispielrechnung

Bei einem Einfamilienhaus wird die Heizung optimiert (hydraulischer Abgleich, voreinstellbare Thermostatventile, neue Heizungspumpe):

Brutto-Kosten für hydraulischen Abgleich, neue Ventile, Pumpe 1.325 Euro
Zuschuss vom Staat (30 Prozent auf Netto-Kosten) 335 Euro
Verbleibende Investitionskosten 990 Euro
Einsparung Heiz- und Stromkosten pro Jahr 195 Euro
Amortisationszeit 5 Jahre

Quelle: co2online.de; Berechnungsbasis: 8 Cent/kWh für Heizenergie, 28,7 Cent/kWh für Strom

Leser fragen, Experten antworten

Frage zum Thema Heizung Ich habe gelesen, dass neue Heizungspumpen viel Strom sparen. Bringt das so viel, dass sich ein Austausch lohnt?

Ungeregelte Heizungspumpen, wie sie bis vor wenigen Jahren Standard waren, sind in der Tat oft der größte Stromverbraucher im Haus. Mit einer modernen Pumpe kann man die Stromkosten um rund 80 Prozent senken und in einem Einfamilienhaus etwa 90 Euro im Jahr sparen. Ist die alte Pumpe defekt, sollten Sie auf jeden Fall ein neues Gerät der Energieeffizienzklasse A wählen. Aber auch wenn die alte Pumpe noch funktioniert, haben sich die Anschaffungs- und Installationskosten von etwa 400 Euro für eine neue Pumpe meist schon nach wenigen Jahren amortisiert.

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