Heizung Spezial 2017

Heizung-Förderung: So bekommen Sie Geld vom Staat

Wer bei der Heizungsmodernisierung auf Wärme aus erneuerbaren Energien setzt, kann mit kräftigen Zuschüssen und Förderung rechnen

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Der Staat unterstützt Bauherren und Hausbesitzer beim Energiesparen mit zinsgünstigen Darlehen und hohen Zuschüssen. Förderprogramme zur energetischen Sanierung und Heizungserneuerung sollen die Wärmewende im Gebäudebestand voranbringen. Die wichtigsten bundesweiten Förderungen sind die Darlehen und Zuschüsse der KfW für Modernisierer und Bauherren sowie das Marktanreizprogramm des BAFA für Heizungen mit erneuerbaren Energien. 

Heizen mit erneuerbaren Energien - Marktanreizprogramm

Zuschüsse für die ­Heizungserneuerung auf der  ­Basis von erneuerbaren Energien ­werden vom Bundes­amt für Wirtschaft und Ausfuhrkon­trolle (BAFA) ­vergeben. Vor ­allem die ­Installation von Solarkollektoranlagen, Holz­heizungen und Wärmepumpen wird mit Investitions­zuschüssen gefördert.

Neben der Basisförderung gibt es verschiedene Zusatzförderungen:

Kombinationsbonus für die Installation mehrerer effizienter Heiztechniken
Optimierungsbonus für Optimierungsmaßnahmen an der Heizungsanlage im Zusammenhang mit der gleichzeitigen Errichtung der geförderten Heizung (zum Beispiel Ausbau und Entsorgung der alten Heizung, Austausch der Heizkörper etc.)
Gebäudeeffizienzbonus für geförderte Heizanlagen in besonders effi­zienten Wohngebäuden (Standard KfW-Effizienzhaus 55)

Die Zuschüsse aus der Basis- und Bonusförderung gibt es ausschließlich für die Modernisierung von Heizungsanlagen in Bestands­gebäuden. Die alte Anlage muss zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme der neuen Anlage bereits seit mindestens zwei Jahren installiert gewesen sein.

Innovationsförderung: Besonders innovative Technologien werden mit einer ­höheren Innovationsförderung unterstützt; anders als die Basis- und Bonusförderung kann die ­Innovationsförderung auch bei der Errichtung im Neubau genutzt werden.

Zusatzbonus aus dem Heizungspaket des APEE: Aus dem neuen „Anreizprogramm Energieeffizienz“ (APEE) ­können Hausbesitzer für den Austausch ineffi­zienter Altanlagen seit Anfang 2016 ei­nen Zusatzbonus in Höhe von 20 Prozent der Förderung nach dem Marktanreizprogramm erhalten (ohne Optimierungs­bonus). Für die notwendigen Maßnahmen zur Optimierung der Energieeffizienz kann außerdem ein einmaliger Investitions­zuschuss von 600 Euro gewährt werden.
Den Zusatzbonus erhalten Hausbesitzer, die ihre alte Heizung durch eine Biomasseanlage bzw. Wärmepumpe ersetzen oder ihre Heizung durch Einbindung einer heizungsunterstützenden Solarthermieanlage modernisieren. In dem Zusammenhang muss zudem das gesamte Heizungssystem durch Verbesserung der Energieeffizienz optimiert werden.

Die Optimierung der gesamten Heizungsanlage muss folgende Schritte umfassen:
• Bestandsaufnahme und Analyse des ­Ist-Zustands (z. B. nach DIN EN 15378),
• Durchführung eines hydraulischen Ab­­gleichs und
• Umsetzung aller erforderlichen Maßnahmen zur Verbesserung der Energie­effizienz am gesamten Heizungssystem (z. B. die Optimierung der ­Heizkurve, die Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung sowie der Einsatz von Einzelraumreglern).

Voraussetzung für den Bonus ist, dass ein Wärmeerzeuger auf Basis fossiler Energien (z. B. Gas oder Öl) außer Betrieb genommen wird, der nicht auf Brennwerttechnik basiert und der nicht der gesetzlichen Austauschpflicht nach § 10 EnEV unterliegt.

Die Zusatzförderung aus dem Heizungspaket des APEE ist nicht kumulierbar mit dem Optimierungsbonus aus dem Marktanreizprogramm.

Solaranlagen

Basis- und Bonusförderung: Gefördert wird die Errichtung und Erweiterung von Solarthermieanlagen bis einschließlich 100 Quadratmeter Kollektorfläche zur:
• ausschließlichen Warmwasserbereitung
• ausschließlichen Raumheizung
• kombinierten Warmwasserbereitung und Raumheizung
• Bereitstellung von Prozesswärme
• Zuführung der Wärme in Wärmenetze
• Zuführung der Kälte in Kältenetze
• solaren Kälteerzeugung

Anlagen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung müssen eine Mindestkollektorfläche von 3 Quadratmetern und einen Wärmespeicher mit mindestens 200 Liter Volumen haben. Für alle anderen Anlagen beträgt die Mindestfläche bei Vakuumröhren- und Vakuumflachkollektoren 7 und bei Flachkollektoren 9 Quadratmeter.

Innovationsförderung: Gefördert werden große Solaranlagen mit 20 bis 100 Quadratmeter Kollektorfläche in Wohngebäuden ab drei Wohneinheiten oder Nicht-Wohngebäuden ab 500 Qua­dratmeter Nutzfläche. Es besteht die Möglichkeit einer größen- oder ertragsabhängigen Förderung. Das BAFA entscheidet, welche Förderung günstiger ist. Höhe der größenabhängigen Förderung siehe "Übersicht der Fördermaßnahmen" (Grafik und Download).

Biomasse

Basis- und Bonusförderung: Gefördert wird die Errichtung folgender Biomasseanlagen von 5 bis einschließlich 100 Kilowatt Nennwärmeleistung:
• Hackschnitzelkessel mit Pufferspeicher
• Pelletkessel mit Pufferspeicher
• Pelletkessel ohne Pufferspeicher
• Pelletofen mit Wassertasche
• Scheitholzvergaserkessel mit Pufferspeicher.Keine Zuschüsse gibt es für luftgeführte Pellet­öfen ohne Anschluss ans Heizsystem. Vo­raus­setzung für die Förderung ist ein ­hydraulischer Abgleich der Heizungsan­lage.

Innovationsförderung: Gefördert werden Biomassekessel mit einer ­Einrichtung zur Brennwertnutzung oder ­sekundären Partikelabscheidung. Höhe der größenabhängigen Förderung siehe "Übersicht der Fördermaßnahmen" (Grafik und Download).

Wärmepumpen

Basis- und Bonusförderung: Gefördert werden effiziente elektrisch oder mit Gas be­triebene Wärmepumpen. ­Je nach Bauart muss eine bestimmte Mindestjah­resar­beitszahl der installierten Geräte nachgewiesen werden:
• 3,8 bei Sole/Wasser- und Wasser/Wasser-Wärmepumpen in Wohngebäuden;
• 4,0 bei Sole/Wasser- und Wasser/­Wasser-Wärmepumpen in Nichtwohngebäuden;
• 3,5 bei Luft/Wasser-Wärmepumpen;
• 1,25 bei Gas-Wärmepumpen in Wohn­gebäuden;
• 1,3 bei Gas-Wärmepumpen in Nicht-Wohngebäuden

Der zur Berechnung benötigte COP-Wert ist mit einem Prüfbericht eines unabhängigen Prüfinstituts nachzuweisen. Auch das EHPA-Wärmepumpen-Güte­siegel wird anerkannt. Eine Liste der ­Wärmepumpen mit Prüfzerti­fikat findet man unter www.bafa.de

Vorgeschrieben sind auch ein Strom- bzw. Gaszähler sowie ein Wärmemengen­zähler zur Messung der größten Wärme­menge der Anlage. Vo­raussetzung ist zudem ein hydrau­lischer Abgleich der Heizungsanlage.
Luft/Luft-Wärmepumpen sowie sonstige Wärmepumpen, die die erzeugte Wärme direkt an die Luft übertragen, werden nicht gefördert. Wärmepumpen zur ausschließlichen Warmwasserbereitung (Warm- bzw. Brauchwasserwärmepumpen) sind ebenfalls nicht förderfähig.

Innovationsförderung: Gefördert werden Wärmepumpen mit hohen Jahresarbeitszahlen (elektrisch mindestens 4,5, Gas mindestens 1,5) bzw. verbesserter Systemeffizienz. Höhe der Förderung siehe "Übersicht der Fördermaßnahmen" (Grafik und Download).

Optimierung bereits ­geförderter Anlagen

Liegt die Inbetriebnahme einer nach diesem Förderprogramm geförderten Solarkollektor-, Biomasseanlage oder Wärmepumpe bereits über drei, aber nicht länger als sieben Jahre zurück, kann einmalig für Maßnahmen zur Optimierung dieser Anlage ein Investitionszuschuss in Höhe von 200 Euro, höchstens jedoch in Höhe der förderfähigen Kosten, gewährt werden. Gefördert werden zum Beispiel die Optimierung der Heizkurve, die Anpassung der Vorlauftemperatur und der Pumpenleistung und Einzelraumregler.

Übersicht der Fördermaßnahmen

Hier finden Sie eine Zusammenfassung aller Fördermaßnahmen und Zuschüsse für die Heizungserneuerung. Die komplette Tabelle gibt es auch hier zum Download

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Heizung-Förderung: Infos und Antragstellung

Ab 1.1.2018 müssen die ­Zuschüsse grundsätzlich immer immer vor Umsetzung der Maßnahme beantragt werden. Mit dem Beginn der Umsetzung ist dabei der Vertragsabschluss mit dem Installationsbetrieb bzw. dessen Beauftragung gemeint.

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Erneuerbare Energien
Tel.: (06196) 90 86 25
www.bafa.de

Effiziente Pumpen & Opti­mie­­rung der Heizungsanlage

Mit einem neuen Förderprogramm bezuschusst das Bundeswirtschaftsministeri­um seit dem 1.8.2016 den Einbau effizienter Pumpen und die Optimierung bestehender Heizungsanlagen. Hausbesitzer erhalten dafür einen Zuschuss von bis zu 30 Prozent der Einbau- und Investitions­kosten (bis maximal 25.000 Euro).

Die Förderung erhalten Privatpersonen, Unternehmen oder Kommunen für den Ersatz von Heizungs- und Warmwasserzirkulationspumpen, die älter als zwei Jahre sind, sowie für die Durchführung eines hydraulischen Abgleichs einschließlich u. a. des Einbaus von vor­einstellbaren Heizungsventilen, Einzelraumtemperaturreglern und Pufferspeichern. Die Förderung ist nicht kombinierbar mit anderen Förderungen aus öffentlichen Mitteln für dieselben Maßnahmen.

Infos und Antragstellung

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Förderung Heizungsanlagen
Tel.: (06196) 908 - 10 01/-10 02
http://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Heizungsoptimierung/heizungsoptimierung_node.html

KfW-Zuschuss für Brennstoffzellenheizung

Mit der Förderung von Brennstoffzellenheizungen startete zum 1.8.2016 der letzte Teil des Anreizprogramms Energieeffizienz (APEE). Das neue Förderprogramm wird unter der Bezeichnung „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle“ bei der KfW geführt (Programmnummer 433).

Gefördert wird der Einbau von Brennstoffzellensystemen mit einer Leistung von 0,25 kW bis 5 kW in Wohngebäuden, wenn die Brennstoffzelle in die Wärme- und Stromversorgung des Gebäudes eingebunden wird. Möglich ist die Förderung bei Neubauten und energetischen Sanierungen. Abhängig von der elektrischen Leistung des eingebauten Brenn­stoff­zellen­systems beträgt die Zuschuss­höhe zwischen 7.050 und 28.200 Euro. Dabei richtet sich die Höhe des Zuschuss nach
• der Leistungs­klasse der Brenn­stoffzelle
• der Höhe Ihrer förder­fähigen Gesamt­kosten

Der Zuschuss für die Leistungskasse der Brennstoffzelle setzt sich zusammen aus
• einem Fest­betrag von 5.700 Euro und
• einem leistungs­abhängigen Betrag von 450 Euro je angefangene 100 W elektrische Leistung.
Es werden maximal 40 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst. Die Förderung ist mit den Zulagen aus dem KWK-Gesetz kumulierbar. 

Infos

Kfw-Infocenter
Tel.: 0800 539 90 02
http://www.kfw.de/433

Kraft-Wärme-Kopplung

Zuschuss für Mini-KWK-Anlagen

Das BAFA fördert auch kleine Anlagen zur Kraft-­Wärme-Kopplung (Mini-KWK) bis 20 kW elektrischer Leistung in Bestandsgebäuden (Bauantrag vor dem 1.1.2009) mit Investitionszuschüssen.
Die Höhe der Förderung ist nach der ­elektrischen Leistung der Anlagen ­gestaffelt; im kleineren Leistungsbereich steigt der Zuschuss schneller an. Beispiele (nach elektrischer Leistung):

• 1 kW: 1.900 Euro Zuschuss
• 4 kW: 2.800 Euro Zuschuss
• 10 kW: 3.400 Euro Zuschuss
• 20 kW: 3.500 Euro Zuschuss.

Besonders energieeffiziente Mini-KWK-­Anlagen können zusätzlich zur Basisförderung einen Wärme- bzw. Stromeffizienzbonus erhalten. Der Wärme­effizienzbonus beträgt 25 Prozent der Basisförderung; er wird für Anlagen gewährt, die mit einem (zweiten) Abgaswärmetauscher zur Brennwertnutzung ausgestattet und an ein hydraulisch abgeglichenes Heizungssystem angeschlossen sind. Den Stromeffi­zienzbonus gibt es für Anlagen mit besonders hohem elek­trischem Wirkungsgrad; er beträgt 60 Prozent der Basisförderung.
Gefördert werden grundsätzlich nur sehr ­effiziente ­Anlagen, die die Anforderungen der EU-KWK-Richtlinie für Kleinstanlagen deutlich übertreffen. Eine Liste der förderfähigen Anlagen findet man hier auf der Webseite des BAFA

Infos und Antragstellung

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)
Referat 515 – Mini-KWK
Tel.: (06196) 90 87 98
http://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Kraft_Waerme_Kopplung/Mini_KWK/mini_kwk_node.html

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