Sonnenschutz: Selbst verdunkelnde Scheibe
Fenster & Türen

Sonnenschutz und Lüftung: neue Technologien bei Fenstern

Viel Licht, frische Luft, optimale Energieeffizienz und ein angenehmes Raumklima: 
Diese vier Kriterien der Belichtung waren bisher kaum gleichzeitig zu erfüllen. 
Jetzt machen neue Technologien es möglich

Foto: E-Control

Heiß im Sommer, stickig im Winter?

Das ist die Problemlage im Sommer. Im Winter sind die Sonnenstrahlen zwar durchaus im Haus willkommen, diese so ge­nannte passive Nutzung der Solarenergie entlastet die Heizung. Nun freilich fehlt etwas anderes (zumindest in älteren Häusern): frische Luft.

Okay, aber sind das nicht lösbare Probleme – indem wir im Sommer einfach die Jalousien herunterlassen und im Winter regelmäßig stoßlüften? Die Realität in Haushalten mit Berufstätigen sieht anders aus. Man geht morgens bei trübem Wetter aus dem Haus, mittags reißt der Himmel auf – und abends herrschen Saunatemperaturen. Und stickig ist es zudem, weil eben niemand zum Lüften anwesend war.
Smarte Weiterentwicklungen der Technik eröffnen neue Möglichkeiten für ein angenehmes Raumklima, das vollkommen automatisch in Balance gehalten wird. Worauf kommt es an?

Außen liegende Jalousien und Rollläden helfen im Winter, die Wärmeverluste über die Fenster zu verringern Foto: Warema

Markisen und Rollläden

Am wirkungsvollsten ist eine außen liegende Verschattung, sie hält bis zu 80 Prozent der Sonnenstrahlen ab. Dafür eignen sich zum einen Markisen. Damit sie ihren Dienst aber auch in Abwesenheit der Bewohner verrichten können, brauchen sie a) einen Sensor für Sonnenstrahlen und b) einen Windmesser. Gerade bei wechselhaften Wetterlagen schützt der Windmesser vor Sturmschäden, indem er das Einfahren der Markise aktiviert.

Eine Alternative sind klassische Rollläden oder fest montierte, sturmsichere Außenjalousien, die allerdings in ihrer Optik häufig eher an Büro- als an stilvolle Wohnarchitek­tur erinnern. Sie haben aber den Vorteil, dass ihre Lamellen je nach Sonnenstand bedarfsgerecht eingestellt werden können. Ein angenehmer Nebeneffekt von Rollläden im Winter: Sie verringern den Wärmeverlust über die Fenster, weil sie isolierend gegen die kalte Luft von draußen wirken. Zwischen den geschlossenen Rollläden und dem Fenster bildet sich ein dämmendes Luftpolster. Das gleicht dem Prinzip einer Thermoskanne.

Verschattung im Glas selbst

Je puristischer die Architektur, desto schwie­riger der Sonnenschutz. Hier hat das dimm­bare Sonnenschutzglas seinen großen Auftritt. Diese „elektro­chrome Verglasung“ sieht im Neutralzustand nicht anders aus als jedes normale Fenster, verdunkelt sich aber auf Knopfdruck und reduziert den Wärme­eintrag durch die Sonnenstrahlen um bis zu 90 Prozent! Ist die entsprechende Steuerung vorhanden, dimmt die Verglasung über im Außenbereich angebrachte Sensoren auch automatisch, angepasst an die aktuellen Witterungsverhältnisse.

Alternative: eine Beschichtung des ­Glases mit einer sonnen­reflektierenden Folie. Auch so bleibt der Raum dahinter deutlich kühler. Der Nachteil: Die Folie reflektiert die Sonnenstrahlen auch dann, wenn man sie sich im Winter als zusätzliche Wärmequelle wünscht. Beide Lösungen sind, da sie bisher selten eingesetzt werden, kostspielig. Mit Preisen von bis zu 1.000 Euro pro Quadratmeter Glasfläche müssen Sie rechnen

Lüftung im Fenster: Die abgeführte warme Luft erwärmt die frisch zugeführte Luft von außen Grafik: epr/RENSON

In den Rahmen integrierte Lüftung

Diese Lösung ist vor allem für Altbauten eine gute Lösung, wenn die Modernisierung der Fenster ansteht. Die integrierte Lüftungsanlage sorgt für einen stetigen Luft­austausch in den Räumen – und das sogar energieeffizient. Denn über eingebaute Wärmetauscher wird der verbrauchten Luft, die abgeführt wird, die Wärme entzogen und die frische Luft damit aufgeheizt. Das ist ebenso angenehm wie effizient.

Insellösungen oder Vernetzung

Ein angenehmes Raumklima ist eine komplexe Sache mit mehreren Variablen: Sonnen­stand, Verschattung, Luftwechsel, Außen- und Innentemperatur sowie Luftfeuchtigkeit. Damit unter den veränderten Bedingungen jeweils das optimale Klima geschaffen werden kann, braucht es eine sorgfältig programmierte Steuerung. Diese inte­grier­ten Systeme sind heute mit erprobten Smart-Home-Technologien möglich, aber immer noch aufwendig und entsprechend kostenintensiv: Fünfstellige Summen kommen schnell zusammen. Zudem sind kabelgebundene Smart-Home-Lösungen nur im Neubau oder bei einer grundlegenden Sanierung möglich. Da können Insellösungen wie einzelne per Funk­technologie öffnende und programmierbare Fenster, Markisen mit Wettersteuerung oder inte­grier­te Lüftungen ein guter Einstieg in die smarte Welt der Klima­steuerung sein.

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