Fenster im Großformat: So energieeffizient können Panoramafenster sein
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Fenster im Großformat: So energieeffizient können Panoramafenster sein

Die moderne Architektur liebt Panoramascheiben, fluten sie doch die Räume mit Licht. Und sie stehen normalen Fenstern in Sachen Einbruchsicherheit und Isolierung in nichts nach

Foto: Solarlux

Panoramafenster: Verlängerung des Wohnzimmers

Große Fenster bieten freie Sicht auf ganzer Linie, ob in die Natur, über die Stadt oder in den eigenen Garten. Sie holen jede Menge Tageslicht ins Haus, das unseren Biorhythmus unterstützt, für Wohlbefinden und Gesundheit sorgt.

Zudem vermitteln Pano­rama­fenster das Gefühl von großzügiger Weite, selbst wenn das Zimmer dahinter klein ist. Und sie verlängern die warme Jahreszeit im Haus – am liebsten zum grünen Wohnzimmer hin. Besser noch, wenn sie sommertags über die gesamte Breite des Raumes geöffnet werden können und diesen quasi in eine luftige Terrasse verwandeln. 

Die ­weiten Glasflächen des Schie­be­fensters cero von Solarlux sorgen für reichlich Licht und erlauben einen bar­rie­re­freien Zugang Foto: Solarlux

Moderne Panoramafenster: energieeffizient wie eine Wand

Die neuen Fenster im Großformat bieten aber weit mehr als nur Ausblick und Tageslicht. Sie bewahren vor Lärm und Einbrechern, halten Hitze sowie Kälte fern. Üppig dimensioniert, nehmen sie es locker mit einer gedämmten Fassade auf. „Moderne Fens­ter können so energie­effi­zient wie eine Wand sein und nutzen gleichzeitig in der kalten Jahreszeit solare Wärmegewinne – eine komfortable Kombination für Liebhaber des Naturkinos“, sagt Frank Lange, Geschäftsführer des Verbandes Fenster + ­Fassade (VFF).

Der Energiefresser Einfachverglasung, Standard bis zu den 70er-Jahren, zählt inzwischen zur Vergangenheit, wird hier doch sprichwörtlich zum Fenster hinausgeheizt. Während eine Zweischeiben-Isolierverglasung gut 50 Prozent weniger Wärmeverlust als die einfach verglaste Variante aufweist, sind es bei einer Dreischeiben-Wärmeschutzverglasung sogar bis zu 85 Prozent. Das spart Heizkosten. 

Die Fenstertür Pivot von Sky-Frame schwingt ob ihres asymmetrisch liegenden Drehpunkts leicht auf Foto: Sky-Frame

Großformatige Fenster: die Sonne als Energielieferant

Wer nun im Zuge einer Modernisierung größere Fenster einbauen lässt, holt sich mit der tief stehenden Sonne im Herbst und Winter noch einen Ener­gie­lieferanten ins Haus. Sie erwärmt den Raum und bleibt dank modern konzipierter Fenster auch darin.

Damit es im Sommer nicht brütend heiß wird, fordern Panoramascheiben gerade an der Südseite eine Verschattung. „Der Sonnenschutz kann innen liegend, im Scheibenzwischenraum oder noch besser außen vor dem Fenster angebracht sein“, rät Lange und empfiehlt weiter: „Auch Fenster mit Sonnenschutzverglasung oder schaltbare Verglasungen eignen sich hier gut.“

Bestehende Fensteröffnungen las­sen sich zumeist ohne statische Probleme nach unten verlängern. Wird die Brüstung von den üblichen 90 Zen­timetern Höhe nur auf einen halben Meter abgesenkt, kommen 50 Prozent mehr Licht hinein, hat der VFF errechnet. Moderne Fertigungsmethoden, innovative Werkstoffe und Materialkombinationen sowie Beschlagtechniken setzen dem Bauherren oder Modernisierer in puncto Fenster­dimen­sion kaum noch Grenzen.

Das hat seinen Preis. Der fällt höher aus, je größer die Glasfläche sein soll. Und mit der Scheiben­größe steigt auch die Anforderung an die Stabilität des Rahmens. Die Riesen lassen sich nur bis zu einer bestimmten Größe mit herkömmlichen Kipp- oder Drehfunktionen öffnen. Hier können Stege zwischen den Gläsern stabilisieren oder aber Schiebefenster die Dimension erhöhen.

Eine Pfosten-­Riegel-­Verglasung wie diese von Kneer-Südfenster kann ganze Wände ersetzen Foto: Kneer-Südfenster

Bodentiefe Fenster: gut isoliert und einbruchsicher

„Beliebt sind großformatige Hebe-Schiebe-Türen, attraktive Rundfens­ter in allen möglichen Größen und Varianten sowie Panorama­fenster mit seitlich verschiebbaren Fensterflügeln“, weiß VFF-Geschäftsführer Ulrich Tschorn zu berichten. Letztere verbrauchen minimal Raum und stehen in Sachen Isolierung und Einbruchsicherheit dem weit verbreiteten Kippfenster in nichts nach. Gleiches gilt für Faltschiebesysteme mit mehreren Glasflügeln, bei denen die Elemente wie eine überdimensionale Ziehharmonika entlang einer Schiene auf- und zugeschoben werden.

Wer über bodentiefe Fenster im Erdgeschoss nachdenkt, sollte sich auch mit dem Thema Einbruchschutz auseinandersetzen. Dazu müssen Flügel und Rahmen stabil aufgebaut, Beschläge sowie Schließeinrichtungen widerstandsfähig sein. Einbruchhemmende Verglasungen erhöhen die Sicherheit noch. Auch die Kombination von Fenstersicherungen und Meldeanlagen bietet sich an: In die Schei­be integrierte Glasbruchmelder oder Verschluss- und Öffnungsmelder im Rahmen lösen Alarm aus, wird das Fenster gewaltsam geöffnet.

Im Oberstübchen fordern bodentiefe Fenster eine Absturzsicherung. Das können segmentierte Fensterelemente mit einem fest stehenden unteren Teil übernehmen oder aber nur einen Spalt weit zu öffnende Fenster. Die grenzenlose Offenheit lässt sich nur mit Geländern sichern. Die kommen aber inzwischen häufig auch durchschaubar aus Sicherheitsglas daher. Für die beste Aussicht entwickeln die Hersteller immer schlankere Profile. Die Rahmenvielfalt reicht von Kunststoff mit verstärktem Kern über Holz und Aluminium bis zu Verbundstoffen aus Holz und Metall.

Die schmalen Holz-Alu-Profile des Fassadensystems ­FineLine von Unilux bieten maximalen Ausblick Foto: Unilux

Glas-Verbund- und Fassadensysteme auch im Eigenheimbau

Nahezu rahmenlose transparente Architektur macht feste Verglasungen möglich. Bislang noch dem Gewerbe-und Geschosswohnungsbau vorbe­hal­ten, erobern Glas-Verbund- und Fas­sa­densysteme langsam auch den Eigen­heim­bau. „Ein tolles Beispiel sind Ganzglasecken, die eine individuelle Optik bieten und ein echtes Highlight in der Hausfassade darstellen“, sagt Frank Lange. Einziges Manko: Die Scheiben lassen sich nicht öffnen. Die Frischluftzufuhr muss eine kontrollierte Wohnraumlüftung übernehmen. Systeme mit Wärmerückge­winnung zählen aber längst zum Wohnkomfort, in Niedrigenergie- und Passiv­häusern sogar zum Standard.

Sie ergeben auch bei der Sanierung Sinn: Denn neue Fenster schließen dicht, so dass feuchte Raumluft nicht mehr entweichen kann. Sind die Wände schlecht isoliert, schlägt sich die Feuchtigkeit an ihnen nieder. Selbst mit häufigem Lüften kommt man kaum dagegen an. Fenster werden also besser getauscht, wenn ohnehin eine Fassaden­dämmung ansteht.

Nahezu rahmenlos: Herzstück der Holz-Glas-Verbundelemente Uniglas® | Facade ist die Holzkoppelleiste Foto: Uniglas

Info: Wärmeschutz und Energiegewinne bei Fenstern

Wichtig bei der Auswahl der neuen Fenster ist deren U-Wert. Er gibt die Wärmeleitfähigkeit des gesamten Bauteils an. Die Maßeinheit ist Watt pro Quadratmeter und Kelvin (W/m²K). Es gilt: Je niedriger der U-Wert, desto besser die Wärmedämmung.

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) gibt vor, wie viel Wärme ein Bauteil höchstens nach außen durchlassen darf. Für Fenster fordert sie einen U-Wert von höchstens 1,3 W/m²K, für Dachfenster von 1,4 W/m²K. Gute Fenster mit Dreifachverglasung erreichen 0,7 W/m²K.

Bei Fenstern ist noch ein weiterer Wert relevant, der g-Wert. Er spielt vor allem bei großen, nach Süden ausgerichteten Fensterflächen eine wichtige Rolle. Der g-Wert gibt den Gesamtenergiedurchlassgrad an; ein Wert von 0,6 bedeutet zum Beispiel, dass 60 Prozent der Sonnenenergie in den Raum gelangen können. Je niedriger der Wert, desto weniger Solarstrahlen lässt das Glas durch. Das verbessert den sommerlichen Wärmeschutz; bei einem höheren g-Wert sind dafür im Winter mehr solare Energiegewinne möglich.

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