Fenster & Türen

Fenster - Es werde Licht!

Sie verbinden drinnen und draußen, lassen Licht und Luft ins Haus, bieten Ausblicke in den Himmel und ins Grüne – und sollen die Bewohner vor Kälte, Lärm und nicht zuletzt auch vor Einbrechern schützen: Fenster

Foto: Internorm

Große, bodentiefe Fenster bilden einen fließenden Übergang von der Wohnung ins Grüne Foto: Shutterstock/HABRDA

Moderne Fenster, die all diesen Ansprüchen gerecht werden, sind wahre Multitalente. Bei der Auswahl spielen zudem Architektur und Ästhetik eine zentrale Rolle, denn Form, Größe und Anzahl sowie Material und Farben der Fenster prägen die Optik des Hauses wie kaum ein anderes Bauteil.

Passend zum persönlichen Einrichtungsstil... Foto: Bayerwald

sind Griffe in unterschiedlichen Formen,... Foto: Bayerwald

Kunstofffenster dominieren den Markt

Als Material für Fensterrahmen sind Kunststoff, Holz oder Metall (meist Aluminium) sowie Kombinationen dieser Stoffe üblich. „Nahezu alle Anforderungen lassen sich mit jedem Rahmenmaterial erfüllen“, erklärt Jürgen Benitz-Wildenburg vom Institut für Fenstertechnik Rosenheim. Dominiert wird der Markt in Deutschland von Kunststofffenstern. Sie sind relativ preisgünstig und dabei langlebig, robust und witterungsbeständig. Ein Nachteil ist, dass die Rahmen relativ häufig gereinigt werden müssen, weil sie durch statische Aufladung Staub und Schmutz anziehen.

Verschiedene Rahmen-Materialien

Holzfenster sind erste Wahl für Bauherren und Hausbesitzer, die Wert auf Natürlichkeit und Ökologie legen. Fensterrahmen aus Holz dämmen gut und verbessern das Wohnklima dank der Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit. Fensterlösungen mit Holz sind allerdings gut 30 Prozent teurer als Kunststofffenster. Ein Nachteil ist zudem der Pflegeaufwand: Holz muss regelmäßig gestrichen bzw. mit Pflegeöl behandelt werden

Aluminiumfenster sind eine langlebige, einbruchhemmende und ­wartungsarme Lösung. Sie zeichnen sich zudem durch gute Statik und elegante Optik aus. Durch Eloxal- oder Lackoberflächen lässt sich nahezu jede Oberflächenfarbe realisieren. Der Nachteil ist der schlechte Wärmeschutz. Aluminiumrahmen müssen daher zusätzlich gedämmt werden. Reine Alufenster sind deshalb in der Regel 50 Prozent teurer als Holzfenster.

Eine perfekte Symbiose bilden Fensterrahmen, die Holz und Aluminium kombinieren. Die Innenseite besteht aus Holz, das für eine natürliche Ästhetik und gute Wärmedämmung sorgt. Das robuste Aluminium schützt nach außen und passt zudem gut zu moderner Architektur. Der Preis für Holz-Alu-Fenster liegt rund 25 Prozent höher als bei reinen Holzfenstern.

...Farben und Materialien erhältlich Foto: Bayerwald

Beschläge prägen die Gesamtwirkung der Fenster Foto: Bayerwald

Wärmeschutz

Fenster aus der Zeit vor 1995 mit Zwei-Scheiben-Isolierverglasungen entsprechen in puncto Wärmeschutz nicht mehr dem Stand der Technik. Sie haben einen U-Wert von etwa 3,0 W/m2K. Das bedeutet, dass die Wärmeverluste ungefähr dreimal so hoch sind wie bei modernen Wärmeschutzfenstern, die ­U-Werte von 0,8 bis 1,1 W/m2K erreichen. Neue Fenster helfen deshalb, Energie und Heizkosten einzusparen. Eine Zweifach- oder Dreifach-Wärmeschutzverglasung ist heute ein Muss. Mit Edelgas gefüllte Scheibenzwischenräume und eine durchsichtige Metallschicht sorgen dafür, dass möglichst wenig Wärme hinausgelassen wird, aber dennoch wärmende Lichtstrahlen von außen eindringen können. Das führt nicht nur zu einer deutlichen Energieersparnis, sondern auch zu mehr Wohnkomfort, weil die Fensterflächen nicht mehr so stark auskühlen.

Über große Fensterflächen kann die tief stehende Sonne in der kalten Jahreszeit durch die solaren Zugewinne sogar für die kostenlose Erwärmung der Räume genutzt werden. „Wichtig ist, dass bei der Verglasung ­neben einem guten U-Wert auch ein hoher g-Wert erreicht wird, welcher für die Nutzung der Sonnenwärme im Winter wichtig ist und über 60 Prozent liegen sollte“, betont deshalb Fensterexperte Benitz-Wildenburg. Ausschlaggebend ist die Bilanz aus Wärmeverlusten und solaren Gewinnen am Fenster. In einer Südfassade eingebaute Fenster sind nach Angaben des Verbands Fenster + Fassade (VFF) in der Energiebilanz jeder sehr gut gedämmten Wand mindestens ebenbürtig und oft sogar überlegen. Zur Vermeidung von Überhitzung im Sommer sollten ein passender Dachüberstand oder Außenjalousien eingeplant werden.

Die bodentiefen Fenster mit Sprossen im oberen Teil verbreiten Landhaus-Flair Foto: HBI

Fenster heutzutage nahezu luftdicht

Zum besseren Wärmeschutz trägt neben der effektiven Verglasung auch der Rahmen bei: War er bei alten Fenstern oft verzogen und besaß keine oder defekte Dichtungen, ist er heute nahezu luftdicht. Weil die alten, undichten Fenster für einen ausreichenden Luftaustausch sorgten, müssen die Bewohner nach dem Austausch gegen moderne Wärmeschutzfenster anders lüften als vorher. Die Fensterhersteller bieten dafür mit automatisch öffnenden Fenstern, integrierten Ventilatoren und Fensterfalz-Lüftern verschiedene Möglichkeiten an.

Lärmschutz

Vor allem in den Städten und an verkehrsreichen Straßen spielt der Schallschutz eine große Rolle bei der Fensterauswahl. Eine Lärmreduzierung kann unter anderem mit einem im Vergleich zu normalen Wärmedämmverglasungen asymmetrischen Aufbau der Scheiben und durch einen höheren Glasanteil erreicht werden. Häufig kommt daneben Verbundglas zum Einsatz, bei dem sich zwischen den beiden verklebten Scheiben besondere Schallschutzfolien befinden. Zusätzlich verbessern mehrere Dichtungsebenen den Schallschutz des Fensters.

Sicherheit

Um Schutz vor Einbrechern zu bieten, müssen Fenster und vor allem Fenstertüren stabil und belastbar sein. Wichtig sind die sorgfältige Befestigung der Scheibe im Fensterflügel, hochwertige Beschläge und widerstandsfähige Schließeinrichtungen. Mit dem Rahmen verschraubte Schließbleche und aufhebelsichere Pilzkopfzapfen in mehreren Ecken sowie drehgehemmte Griffe mit Aufbohrschutz erschweren Einbrechern das Handwerk.

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