Wärmedämmung: 6 Fragen und Antworten zu den Kosten
Energie sparen

Wärmedämmung: 6 Fragen und Antworten zu den Kosten

Maßnahmen zum Dämmen gibt es viele. Doch energieffizientes sanieren hat seinen Preis. Was kostet eine Wärmedämmung, wann lohnt sich das, wie kalkuliere ich die Kosten?

Foto: Rockwool

Frage 1: Welche Faktoren spielen bei der Kostenkalkulation eine Rolle?

Wirtschaftlich machen Dämm-Maßnahmen besonders dann Sinn, wenn ohnehin dringende Sanierungsarbeiten anstehen. Bestimmt werden die Kosten durch den Zustand des Gebäudes sowie die Größe der Bauteilflächen. Weitere Faktoren sind die örtlichen Material- und Arbeitskosten sowie die Dicke des Dämmstoffs. Wichtig sind die Fragen, ob Eigenleistungen erbracht werden können und ob besondere Maßnahmen wie die Einrüstung des Gebäudes (Außendämmung von Dach oder Fassade) oder eine Drainage (Kellerdämmung von außen) erforderlich sind.

Frage 2: Was kostet eine Dämm-Maßnahme?

Da lassen sich nur grobe Richtwerte geben, wobei hier die Gesamtkosten in Euro pro Quadratmeter Bauteilfläche (BTF) angegeben werden. Kostspielig sind vor allem die Außenwanddämmung mit einer hinterlüfteten Vorhangfassade und die Dachdämmung von außen (100–200 €/m2 BTF). 

Die Zwischensparrendämmung von innen am Steildach kann 50–80 €/m2 BTF kosten und ein ­Wärmedämmverbundsystem (WDVS) an der Fassade 90–120 €/m2 BTF. Preiswerte Lösungen sind die Dämmung der oberen Geschossdecke (begehbar: 40–44 €/m2 BTF, nicht begehbar 24–30 ­€/­m2 BTF), die Innendämmung (30–32 €/m2 BTF) und die Dämmung der Kellerdecke von unten (18–30 €/m2 BTF). Schwer kalkulierbar ist die Perimeterdämmung (Keller von außen).

Frage 3: Welche Maßnahmen amortisieren sich besonders schnell?

Wird der Dachboden nicht als Wohnraum genutzt, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke eine rentable Variante, um Wärmeverluste zu reduzieren. Hier rechnen sich die Investitionen meist nach zwei Jahren. Ähnliche Vorteile bietet die Kellerdeckendämmung, wenn der Keller unbeheizt bleibt. Auch durch eine Kerndämmung lassen sich die Kosten von etwa 2.500 bis 3.500 Euro für ein Einfamilienhaus nach drei bis fünf Jahren amortisieren. 

Frage 4: Was kosten gängige Dämmstoffe?

Die preisgünstigsten Dämmstoffe sind EPS-Polystyrol (40–70 €/m3) sowie Glas- und Steinwolle (45–150 €/m3). Zellulose, Perlite und Vermiculite fallen auch noch in die untere Preiskategorie (50–170 €/m3).

Mindestens bei 80 Euro pro Kubikmeter liegen Blähton, Schilf, Kork, Holzwolle und Hanf. Teurer werden Calciumsilikat ­(­100–­360 ­€/­m3) und Polyurethan (160–400 ­€/m3).

Nicht unter 210 Euro pro Kubikmeter sind extrudiertes Polystyrol (XPS) und Schaumglas zu haben. Noch teurer sind Hochleistungsdämmstoffe wie Aero­gele oder Vakuum­paneele. 

Frage 5: Welche Maßnahmen können Heimwerker selbst durchführen?

Relativ leicht ist die Dämmung der obersten Geschossdecke. Gedämmt wird von der kalten Dachbodenseite her. Wenn der Boden nicht begehbar sein soll, reicht es oft, Mineralwolle einfach auszurollen.

Mehr Geschick und Präzision verlangt eine Zwischensparrendämmung. Hierbei werden zwischen die Sparren eines Dachstuhls Dämmkeile oder Matten gesetzt. Eine ebene Kellerdecke von unten zu dämmen ist ebenfalls kein allzu schwieriges Unterfangen: Dämmplatten werden an die Decke geklebt oder gedübelt. Montagesysteme gibt es auch. 

Frage 6: Wie kalkuliere ich meine Materialkosten bei einer Selbstmontage?

Die Kosten für die Dämmung der Dachinnenseite oder der Kellerdecke sind bei einer Selbstmontage weitgehend mit dem Preis für das Dämm-Material identisch. 

Beim Dämmstoff geht man von Kubikmeterpreisen aus. Es gilt die zu dämmende Fläche in Quadratmetern zu errechnen und mit der benötigten Dämmstoffdicke zu multiplizieren. Beispiel: Eine Fläche von 70 m2 soll gedämmt werden. Für den Verschnitt und den Fall etwai­ger Messfehler addiert man zehn Prozent: 70 m2 + 7 m2 = 77 m2. Die Glaswolle kostet 75 Euro pro m3. Sie soll in 20 cm dicken Platten verlegt werden. Daraus ergibt sich folgende Rechnung: 77 m2 Fläche x 0,2 m Dicke = 15,4 m3 Glaswolle. 15,4 x 75 €/m3 = 1.155 €.

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