Kosten, Speicher, Module: das müssen Sie vor der Installation einer Photovoltaikanlage wissen
Energie sparen

Kosten, Speicher, Module: das müssen Sie vor der Installation einer Photovoltaikanlage wissen

Strom produzieren und selbst verbrauchen: die wichtigsten Fakten zu Speichermöglichkeiten, Kosten, Einsparungen und Funktion

Infografik: Klaus Niesen für Wohnglück

Infografik: Klaus Niesen für Wohnglück

Wieviel Strom produziert eine Photovoltaikanlage?

Bei einer durchschnittlichen Sonneneinstrahlung in Deutschland mit einer Energie von 900 bis 1.100 Kilowattstunden pro Quadratmeter und einem Wirkungsgrad von rund 10 bis 15 Prozent produzieren Besitzer von Photovoltaikanlagen mit einem Quadratmeter Solarzellen ca. 100 Kilowattstunden Sonnenstrom pro Jahr.

Welche Größe muss meine Photovoltaikanlage haben?

Für 1 kWp (kilo-Watt-peak=Spitzenleistung) installierte Leistung wird eine Modulfläche von ca. 8–10 m2 benötigt. Pro kWp installierter Leistung erntet man im Jahr rund ca. 800–950 kWh Strom. Eine 40 m2 große Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Einfamilienhauses produziert so viel Strom, wie ein Vier-Personen-Haushalt durchschnittlich im Jahr verbraucht (ca. 4.000 kWh)

Was kostet eine Photovoltaikanlage?

In den letzten zwölf Jahren sind die Preise für Photovoltaikanlagen um fast 75 % zurückgegangen. Mussten Kunden im Jahr 2006 noch 5.100 Euro pro 1 kWp Leistung (kilo-Watt-peak) bezahlen, so waren es 2018 nur noch 1.350 Euro.

Über den Daumen wird für einen durchschnittlichen 4-Personen-Haushalt eine Leistung von 4- bis 5-kWp kalkuliert. Macht also Kosten von rund 5.400 bis 6.750 Euro für die fertig installierte Aufdachanlage.

Infografik: Klaus Niesen für Wohnglück

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Wieviel CO2 wird durch die Nutzung von Photovoltaik eingespart?

Durch die Nutzung von Solarenergie werden in Deutschland jährlich über 26 Millionen Tonnen CO2 eingespart - soviel, wie 12,4 Millionen Mittelklasse-Pkw pro Jahr ausstoßen.

Wie hoch ist der Anteil an der Stromerzeugung durch Photovoltaik-Anlagen?

Der Anteil des Sonnenstroms an der gesamten Stromerzeugung wächst, sowohl in Deutschland als auch international.
Von 2007 bis 2017 hat sich der Anteil der Photvoltaik an der Stromerzeugung in Deutschland verzwölffacht, von 0,5 % auf 6,1 %. Auch wenn das Wachstum nicht mehr so rasant ist, nimmt die Photovoltaik doch einen wichtigen Teil bei der Energiegewinnung ein. Das zeigt sich auch in der weltweiten Betrachtung.
Der jährliche Photovoltaik-Zubau ist von 17 Gigawatt im Jahr 2010 auf 99 Gigawatt im Jahr 2017 angestiegen - ein Zuwachs von fast 500 % in sieben Jahren.

Infografik: Klaus Niesen für Wohnglück

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Wie funktioniert eine Photovoltaikanlage mit Speicher?

In Zeiten von ständig sinkenden Einspeisevergütungen heißt die Devise: "Selbst verbrauchen statt ins Netz einspeisen".

Dafür braucht es einen Speicher, der die von der Photovoltaikanlage erzeugte Energie eben speichert. Gleichzeitig entscheidet ein Energiemanager aufgrund verschiedener Parameter wie Auslastung, Tageszeit, Wetterprognosen etc., was mit der gewonnenen Energie geschieht: entweder geht sie direkt in den Eigenverbrauch oder doch ins öffentliche Stromnetz oder sie lädt die Batterie auf.

Ein Zwei-Wege-Zähler dokumentiert dann (u. a. für die Abrechnung) genau, auf welchen Wegen der Strom verteilt wurde.

Infografik: Klaus Niesen für Wohnglück

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Was kosten die Speicher für Photovoltaikanlagen?

Das sich der Eigenverbrauch lohnt, spricht sich immer mehr herum. Beleg dafür ist der rasant wachsende Speichermarkt. Waren es 2015 nur rund 17.000 Solarstromspeicher, die in Deutschland zum Einsatz kamen, stieg die Zahl im Jahr 2018 auf 40.000.

Aber was kostet so ein Solarstromspeicher? Pauschal lässt sich das leider nicht beantworten. Der Preis hängt von zu vielen unterschiedlichen Faktoren wie der Batterietechnologie, dem Wirkungsgrad oder dem Zusammenspiel von Ladezyklen, Entladetiefe und Lebensdauer ab. Fakt ist aber: seit 2013 haben sich die Preise für Solarstromspeicher halbiert.

Wer mehr zum Thema "Stromspeicher" wissen möchte: in unserem Artikel "Solarstrom: Selbst verbrauchen statt einspeisen" stellen wir sieben Stromspeicher im Kurzportrait vor.

Solarstrom selbst verbrauchen statt einspeisen: lohnt sich das?

Wie gesagt: die Einspeisevergütung sinkt ständig. Im Oktober 2018 waren es 12,2 Eurocent pro kWh für neue Photovoltaikanlagen bis 10 kWp. Dagegen zahlten bundesdeutsche Haushalte im Jahr 2018 für eine Kilowattstunde Strom im Durchschnitt fast 30 Cent pro kWh (Quelle: stromauskunft.de). Wer also einspeist und dann aus dem öffentlichen Netz Strom bezieht, zahlt im Vergleich zum Eigenverbrauch unter dem Strich fast 18 Cent pro kWh drauf.

Durch eine Batterie lässt sich mehr Strom für den Eigenverbrauch speichern. Dadurch steigt auch automatisch der Eigenverbrauchsanteil. Ob und wann das aber wirklich rentabel ist, hängt von vielen Faktoren ab wie dem Preis des Speichers (ggf. abzüglich staatlicher Fördermittel), Nennkapazität, Entladetiefe, Anzahl der Vollzyklen sowie dem Systemwirkungsgrad. Mehr Infos dazu in unserem Artikel "Sonnenstrom speichern - aber richtig".

Infografik: Klaus Niesen für Wohnglück

Quellen: BSW-Solar; wmsolar.de

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