Haus der Zukunft, Regulation der Luftfeuchtigkeit innerhalb des Hauses per iPad sichtbar und regulierbar
Energie sparen

Das Haus der Zukunft (3): Strom

Teil 3/5: Wie man sich mit intelligenten technischen Lösungen und einer individuellen Steuerung vom herkömmlichen Energienetz unabhängig macht

Haus der Zukunft, Regulation der Luftfeuchtigkeit innerhalb des Hauses per iPad sichtbar und regulierbar Foto: Udo Geisler

Das E-Auto wird über eine Wallbox geladen Foto: Udo Geisler

Das Energiekonzept des Sonnenhauses plus sieht eine größtmögliche Unabhängigkeit vom herkömmlichen Energienetz vor. Für die Gewinnung von Solarstrom wurde dafür auf dem klassischen Satteldach – gemeinsam mit den Kollektoren für die Solarthermie – eine Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 6,5 kWp verbaut. Von den insgesamt 80 Quadratmetern Dachfläche nehmen die Photovoltaikmodule die Hälfte des Platzes ein, sie sind optisch – und darauf legte Matthias Gemeinhardt großen Wert – von den Solarkollektoren so gut wie gar nicht zu unterscheiden. Dank der steilen Dachneigung von 49 Grad wird die tiefstehende Sonne auch in der Übergangszeit und in den Wintermonaten bestens ausgenutzt. Angenehmer Nebeneffekt: Die steile Neigung sorgt für ein schnelles Abrutschen des Schnees – ein Aspekt, der im schneereichen Oberfranken nicht ganz unwichtig ist.

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Stromspeicher mit einer Netto-Kapazität von ca. 10 kWh

Um die Idee der Autarkie noch weiterzu­führen, sorgt ein moderner Stromspeicher mit einer Netto-Kapazität von ca. 10 kWh für eine kostengünstige und effiziente Speicherung des Solarstroms. Der tagsüber von der Photovoltaikanlage eingesammelte Sonnenstrom kann so bequem gespeichert und in den Abendstunden verbraucht werden. Moderne Stromspeicher wie das Modell im Haus der Gemeinhardts haben außerdem eine Notstrom-Funktion. So können im Falle eines Stromausfalls wichtige Komponenten wie Kühl- und Gefrierschrank, Licht oder Heizungspumpen für Warmwasser weiterhin betrieben werden.

Intelligente Steuerung

Wie weit die Nutzung des Solarstroms gehen kann, zeigt das Beispiel der Kühlzelle. Das Haus wurde ohne Keller gebaut, für verderbliche Waren steht damit nur wenig Platz zur Verfügung. Als leidenschaftlicher Hobbykoch plante Gemeinhardt deshalb direkt neben der Küche eine Kühlzelle ein. Diese wird nach Möglichkeit mit Solarstrom betrieben. Bei Dunkelheit, wenn die Leistung der PV-Anlage zu gering ist, schaltet das Bussystem (siehe Teil 5: Smart Home) die gut isolierte Kühlzelle aus. Steigt die Temperatur im Inneren der Zelle allerdings über acht Grad Celsius, wird sie auch nachts wieder eingeschaltet. Auch die „Betankung“ des Elektroautos mit Solarstrom wird intelligent und automatisiert gesteuert.

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