Haus der Zukunft, Regulation der Luftfeuchtigkeit innerhalb des Hauses per iPad sichtbar und regulierbar
Energie sparen

Das Haus der Zukunft (3): Strom

Mehr Energie produzieren als verbrauchen. Ein Haus nach KfW-40-Standard bauen, ganz ohne Dämmung. Und alles noch intelligent steuern. Geht nicht? Doch, das geht. Wie genau, zeigen wir in der Serie "Das Haus der Zukunft"

Haus der Zukunft, Regulation der Luftfeuchtigkeit innerhalb des Hauses per iPad sichtbar und regulierbar Foto: Udo Geisler

Das E-Auto wird über eine Wallbox geladen Foto: Udo Geisler

Teil 3

Das Energiekonzept des Sonnenhauses plus sieht eine größtmögliche Unabhängigkeit vom herkömmlichen Energienetz vor. Für die Gewinnung von Solarstrom wurde dafür auf dem klassischen Satteldach – gemeinsam mit den Kollektoren für die Solarthermie – eine Photovoltaikanlage mit einer Nennleistung von 6,5 kWp verbaut. Von den insgesamt 80 Quadratmetern Dachfläche nehmen die Photovoltaikmodule die Hälfte des Platzes ein, sie sind optisch – und darauf legte Matthias Gemeinhardt großen Wert – von den Solarkollektoren so gut wie gar nicht zu unterscheiden. Dank der steilen Dach-
neigung von 49 Grad wird die tiefstehende Sonne auch in der Übergangszeit und in den Wintermonaten bestens ausgenutzt. Angenehmer Nebeneffekt: Die steile Neigung sorgt für ein schnelles Abrutschen des Schnees – ein Aspekt, der im schneereichen Oberfranken nicht ganz unwichtig ist.

Um die Idee der Autarkie noch weiterzu­führen, sorgt ein moderner Stromspeicher mit einer Netto-Kapazität von ca. 10 kWh für eine kostengünstige und effiziente Speicherung des Solarstroms. Der tagsüber von der Photovoltaikanlage eingesammelte Sonnenstrom kann so bequem gespeichert und in den Abendstunden verbraucht werden. Moderne Stromspeicher wie das Modell im Haus der Gemeinhardts haben außerdem eine Notstrom-Funktion. So können im Falle eines Stromausfalls wichtige Komponenten wie Kühl- und Gefrierschrank, Licht oder Heizungspumpen für Warmwasser weiterhin betrieben werden.

Sonnenhaus Plus in Döhlau im Video

Nicht in Hamburg, München oder Berlin steht eines der modernsten Häuser der Republik, sondern in Oberfranken. Wohnglück war zu Besuch! Wohnglück.de/planet c

Intelligente Steuerung

Wie weit die Nutzung des Solarstroms gehen kann, zeigt das Beispiel der Kühlzelle. Das Haus wurde ohne Keller gebaut, für verderbliche Waren steht damit nur wenig Platz zur Verfügung. Als leidenschaftlicher Hobbykoch plante Gemeinhardt deshalb direkt neben der Küche eine Kühlzelle ein. Diese wird nach Möglichkeit mit Solarstrom betrieben. Bei Dunkelheit, wenn die Leistung der PV-Anlage zu gering ist, schaltet das Bussystem (siehe Artikel 5: Smart Home) die gut isolierte Kühlzelle aus. Steigt die Temperatur im Inneren der Zelle allerdings über acht Grad Celsius, wird sie auch nachts wieder eingeschaltet. Auch die „Betankung“ des Elektroautos mit Solarstrom wird intelligent und automatisiert gesteuert.

Wem das alles zu technisch ist: Auch auf Optik und Komfort legte Gemeinhardt großen Wert. So haben die frei programmierbaren Glastaster eine umlaufende LED-Beleuchtung (Corona-Beleuchtung). Damit können sie auch bei Dunkelheit gut bedient werden und fungieren gleichzeitig als Nacht- und Orientierungslicht. Und durch so genannte kapazitive Sensortasten werden Schalter unsichtbar, wenn sie unter Holz, Fliesen oder Natursteinen versteckt sind. So kann man zum Beispiel nur durch Berührung der Fliese von der Badewanne aus das Licht dimmen oder die Lüftung ein- oder ausschalten.

Den denkbaren Szenarien sind im Haus der Gemeinhardts eigentlich keine Grenzen gesetzt. Als Nächstes will der Hausherr die Bewässerung des Gartens abhängig von der Wettervorhersage steuern lassen. Matthias Gemeinhardt sieht seine Smart-Home-Odyssee als Selbstversuch – allerdings mit Happy End.

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