Dach & Fassade

Die Fassade - Stein auf Stein

Beim Bau der eigenen vier Wände entscheiden sich die allermeisten Bauherren für massives Mauerwerk. Die Anforderungen daran sind hoch. Vor allem ein guter Wärmeschutz wird immer wichtiger

Foto: Ytong Bausatzhaus GmbH

„Auf diese Steine können Sie bauen“ lautet seit Jahrzehnten der Slogan der Bausparkasse Schwäbisch Hall. Ob damit Ziegel oder Kalksandstein, Poren- oder Leichtbetonsteine gemeint sind, bleibt offen. Fest steht allerdings, dass die meisten Häuslebauer ebenfalls der Überzeugung sind, dass die eigenen vier Wände am besten Stein auf Stein gemauert sein sollten. Sechs von sieben neuen Eigenheimen werden unverändert konventionell in Massivbauweise errichtet. An dieser Dominanz des Massivbaus hat sich in den letzten Jahrzehnten so wenig verändert wie am Slogan der Bausparkasse.

Der Massivbau steht traditionell für Solidität und Wertbeständigkeit, kann aber auch bei den immer wichtigeren Aspekten Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gute Argumente für sich ins Feld führen. Beides ist wichtig, weil die Wände im Massivbau sowohl eine tragende, statische Funktion haben als auch die Wohnräume umschließen und schützen.

Dank großformatiger Steine (hier aus Poren­beton) wächst der Rohbau rasch in die Höhe Foto: Ytong Bausatzhaus GmbH

Massive Baustoffe mit guter Wärmespeicherfähigkeit

Im Hinblick auf den Wärmeschutz punkten massive Baustoffe mit ihrer hohen Wärmespeicherfähigkeit. Die Mauerwerkswände können dadurch einfallende Sonnenwärme speichern und sukzessive wieder abgeben. Dank dieser Speicherfähigkeit gemauerter Wände lassen sich Schwankungen in der Außentemperatur gut ausgleichen. Das sorgt für ein ganzjährig angenehmes Raumklima. Die schweren Decken und Wände bieten zudem einen guten Schallschutz, sowohl was den Innen- als auch den Außenlärm angeht. Dass massives Mauerwerk nicht nur besonders widerstandsfähig gegen Starkregen und Stürme, sondern auch feuerfest ist, sind weitere Vorteile.

Beim Massivbau kommen heute vier Arten von Mauersteinen zum Einsatz:

Aufbau der Wand: ein- oder zweischalig?

Alle bestehen im wesentlichen aus den natürlichen mineralischen Rohstoffen Sand, Kies oder Ton. Sie unterscheiden sich durch die Materialzusammensetzung und Fertigungsweise sowie durch die sich daraus ergebende Druckfestigkeit und Rohdichte. Vereinfacht gesagt gilt: Je höher die Rohdichte, desto schwerer ist der Stein und damit auch die Druckfestigkeit. Und je schwerer der Stein, desto besser die Schallschutzeigenschaften und desto höher die Wärmeleitfähigkeit. Letzteres bedeutet im Umkehrschluss, dass die Dämmeigenschaften von schwereren Steinen schlechter sind als die von leichteren. Die Wahl des Baustoffs hat deshalb entscheidenden Einfluss auf den Aufbau des Mauerwerks. Drei  Varianten werden unterschieden:

  • Beim einschaligen Wandaufbau bestehen die Außenwände aus leichten Materialien wie etwa Ziegel oder Porenbetonsteinen. Die Wärmedämmung dieser Steine hat sich durch Beimischung porenbildender Stoffe oder die Füllung der Hohlräume mit mineralischen Dämmstoffen in den letzten Jahrzehnten stark verbessert. Eine zusätzliche Dämmung ist daher nicht erforderlich.
  • Bei einschaligem Mauerwerk mit Dämmschicht werden die Außenwände aus schweren Mauersteinen wie Kalksandstein zusätzlich gedämmt; in der Regel erfolgt das in Form eines Wärmedämmverbundsystems.
  • Zweischaliges Mauerwerk mit Wärmedämmung besteht aus zwei ­massiven Mauerschalen mit einer ­dazwischenliegendenLuft- und/oder Wärmedämmschicht. Die Innenschale hat vor allem eine statische und wärmespeichernde Funktion, die Außenschale dient dem Witterungsschutz und der Optik, die Dämmschicht (Kerndämmung) im Zwischenraum sorgt für Wärmeschutz.

Auf welche Steine Bauherren auch immer bauen – wichtig ist, dass sie ihr Haus möglichst nicht aus Mischmauerwerk errichten. Weil sich die Baustoffe teilweise stark unterscheiden, kommt es andernfalls leicht zu Rissen und Wärmebrücken.

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