Wohnen

Fragen und Antworten zum Thema Selbermachen

Das Wohnglück-Team gibt Ihnen die richtigen Antworten, Ratschläge und Tipps rund um den wichtigsten Ort der Welt: Ihr Zuhause. Bitte beachten Sie, dass die Vorschläge nur unverbindlich sein können, da unsere Experten die geschilderten Sachverhalte nicht vor Ort überprüfen konnten und sich somit ausschließlich auf Ihre Beschreibung stützen.

Ich habe ein Problem mit einem Grantitplatten-Treppenbelag habe, da würden mich konkrete praktische Tipps sehr interessieren, vor allem, welches Fugenmaterial dafür am besten geeignet ist.

Die Haltbarkeit von Fugen bei Belägen im Außenbereich ist hauptsächlich von 3 Faktoren abhängig:

1. Ausdehnungs- und Schwundverhalten der verwendeten Baustoffe bei Wärme/Kälte
2. Fugen-Mörtel/-Masse
3. Belagsart

Zu 1: Alle Baustoffe und Baumaterialien dehnen sich bei Wärme aus und ziehen sich bei Kälte zusammen. Dieses Ausdehnungs- und Schwundverhalten ist je nach Werkstoff und Zusammensetzung ganz unterschiedlich, mal mehr mal weniger stark. Die Veränderung der Abmessung wird als Ausdehnungskoeffizient (AK) bezeichnet. Während bei industriell hergestellten Werkstoffen z. B. Stahl der AK immer gleich ist, kann  dieser bei Fliesen, Betonplaten, Feinsteinzeugplatten, bei Putzen und Mörtel verschieden sein. Bei Baustoffen aus Natursteinen z. B. Granit (s. unten) können ebenfalls je nach Herkunft Unterschiede im AK auftreten. 

Wenn die aufgeführten Werkstoffe im Außenbereich, z. B. als Belag für Balkone oder Terrassen, verarbeitet werden, können Temperatur-Unterschiede von  +60°C bis – 20°C auftreten. Das heißt, Belag und Fugenmörtel müssen Temperatur-Unterschiede von 80°C „verkraften“.

Aufgrund der vielen schadhaften Balkon- und Terrassen-Fußböden muss man davon ausgehen, dass das Ausdehnungs- und Schwundverhalten, der AK, von Belag und Fugenmörtel verschieden ist. Das hat zur Folge, dass sich im Grenzbereich zischen Belag und Fugenmörtel feine Haar-Risse bilden. Nach dem Kapillar-Gesetz ziehen diese Haar-Risse ganz tief Wasser ein, je feiner der Riss ist, umso tiefer. Wenn dann im Winter das Wasser in den feinen Rissen gefriert, erfolgt eine erhebliche Volumenvergrößerung (+9%). Das sich bildende Eis entfaltet eine enorme Sprengkraft und treibt die Haar-Risse auseinander. Das Wasser kann noch tiefer eindringen, und  die beschriebene Entwicklung setzt sich weiter fort. Das Ergebnis: Zuerst brechen die Fugen auf, und später platzt der Belag ab.

Gefördert wird diese Entwicklung noch zusätzlich durch ein evtl. nicht ausreichendes Gefälle (weniger als 2%). Wenn Regen- und Schmelzwasser nicht sofort abfließen können, bildet sich Staunässe, die schnell in die Fugen eindringen kann.

Zu 2: Fugenmörtel oder Fugenmassen werden als „frostbeständig“ angeboten. Diese Eigenschaft wird durch einen hohen Zementanteil und eine „Kunststoff-Vergütung“ erreicht. Dadurch trocknet der Mörtel porenfrei durch. Es entstehen keine Kapillaren, in die Wasser eindringen kann. Trotzdem kann es im Grenzbereich zwischen Belag und Mörtel zu Fugenabrissen (s. oben) kommen, ganz besonders dann, wenn es an den Belagsflanken zu Haft-Problemen kommt.

Zu 3: Bei Hausabbrüchen oder Sanierungen kann man beobachten, dass die Anhaftung von Mauermörtel an den Ziegeln ganz unterschiedlich ist. Es gibt innerhalb einer Mauer Ziegel, von denen der Mörtel rückstandsfrei abplatzt, während es andere Steine gibt, von denen der Mörtel nur mit Gewalt zu entfernen ist. Der Grund dafür ist die unterschiedliche Porosität der Ziegeloberfläche. Die Anhaftung des Mörtels ist umso größer, je „offener“ der Ziegel ist. Diese Tatsache muss man auch bei der Beurteilung der Fugen von Balkon- und Terrassen-Belägen beachten. Je poriger die Kanten der Beläge ist, umso besser ist die Haftung des Fugenmörtels.

Dieser Faktor ist besonders bei Belägen aus Granit zu beachten. Da dieser Naturstein fast keine Poren hat, ist die Haftung von Fugenmörtel  problematisch.  Denn Granit ist ein sogen. „magmatisches“ Gestein, das – ursprünglich flüssig – in großer Tiefe der Erdkruste durch Erstarren entstanden ist. Die Gesteinsschmelze hat nicht überall die gleiche Zusammensetzung; die Hauptgemengeanteile Feldspat, Quarz und Glimmer sind in unterschiedlichen Anteilen vertreten. Dazu kommen noch Tonerden, welche dem Stein eine spezielle Farbe geben.  Die Hauptgemengeanteile sind einzeln auskristallisiert und mit bloßem Auge gut erkennbar. Es gibt über die ganz Welt verteilt eine große Zahl von Granitvorkommen. Alle dort gewonnenen Granitsorten haben eine unterschiedliche Zusammensetzung, welche die Eigenschaften und das Aussehen bestimmt.

„Hart wie Granit“ ist ein geläufiger Begriff. Aufgrund der - je nach Vorkommen - unterschiedlichen Zusammensetzung muss man jedoch davon ausgehen, dass nicht alle Sorten die gleichen Eigenschaften haben. Es gibt sehr harte und weniger harte, beständige und weniger beständige Sorten. Erschwerend kommt noch hinzu, dass nach US-amerikanischer und chinesischer Norm auch andere Gesteine wie Basalt, Diabas usw. als Granit („granite“) bezeichnet werden. Wenn man sicher gehen will, „Echten Granit“ zu erhalten, sollte man darauf achten, dass das Produkt der Europäischen Norm EN 12440 entspricht.

In der Regel kann echter Granit keine Flüssigkeiten aufsaugen. Er ist absolut dicht und weitgehend porenfrei und beständig gegen alle im Haushalt verwendeten Reiniger. Wie oben ausgeführt gibt es am Markt Natursteinplatten, die als Granit bezeichnet werden, ähnlich aussehen aber eine andere Zusammensetzung haben. Diese Produkte sind nicht immer so widerstandsfähig wie „echter“ Granit.

Fazit: Es wird schwierig sein, eine dauerhafte Verfugung von Granit-Belägen zu erreichen. Man wird sich damit abfinden müssen, die Fugen regelmäßig zu erneuern. Zum Schluss noch ein Hinweis: Es gibt Zement-Trass-Mörtel, die möglicherweise als Fugenmörtel eine günstigere Haltbarkeit haben.

Wir haben ein großes Fliegenproblem in unserem Dachgeschoss. Dämmung und Paneele wurden gründlich eingebaut und gut abgedichtet. Haben Sie eine Ahnung, woher die vielen Fliegen kommen könnten?

Fliegen können nur dort gedeihen, wo ihre Lebensbedingungen stimmen. Sie legen ihre Eier in faulenden organischen Stoffen, in Dung, Müll, Kompost und Lebensmitteln ab, von denen sich die Larven ernähren. Wenn Fliegen an einer bestimmten Stelle in großer Menge auftreten, kann das ein Zeichen dafür sein, dass in unmittelbarer Nähe organische Stoffe oder deren Abbauprodukte in größerer Menge vorhanden sind.

Möglicherweise haben sich in der Dämmung des Daches ein Marder oder Mäuse verkrochen und sind dort verendet. Um die Fliegen dauerhaft zu bekämpfen, müssen diese Stellen gefunden und beseitigt werden. Sollte die Plage zu groß werden, müssen Sie evtl. einen ausgebildeten Schädlingsbekämpfer mit der Beseitigung beauftragen.

Mein Freund und ich haben die erste gemeinsame Wohnung gefunden. Sie hat aber einen Haken: Schimmel. Wie können wir sichergehen, dass der Schimmel weg ist und nicht wiederkommt?

Der Schimmel muss wirksam abgetötet werden. Das kann man mit einem Pilzgift (Fungizid) machen, was aber aus gesundheitlichen Gründen nicht zu empfehlen ist. Besser ist es, die Pilzsporen mit reinem Alkohol (Brennspiritus) abzutöten. Der Alkohol muss längere Zeit einwirken. Vorsicht: da hochexplosive Alkoholdämpfe entstehen können, unbedingt bei offenen Fenstern arbeiten. Essigreiniger ist zum Abtöten von Schimmelsporen nicht geeignet, auch wenn man gute Reinigungsergebnisse erzielt. Grundvoraussetzung für eine dauerhafte Neutralisierung ist die Abwesenheit von Feuchtigkeit.

LESERFRAGE-Standard

Keine passende Antwort gefunden?
Dann stellen Sie doch unserem Expertenteam Ihre eigene Frage! Wir helfen Ihnen gerne weiter.
Bitte beachten Sie: Datenfelder mit * sind Pflichtfelder und müssen ausgefüllt werden.
Ihr Ratgeber rund ums Eigenheim

Entdecken Sie unser Wohnglück-Magazin

Ob Sie eine Immobilie bauen, kaufen, renovieren oder finanzieren möchten – im Ratgeber Wohnglück finden Sie wertvolle Infos, Neues, Tipps, Anleitungen und vieles mehr rund um den wichtigsten Ort der Welt.
Mehr über unser Magazin

Unser Newsletter: Tipps, Trends & News in Ihrem Postfach

Bleiben Sie informiert: Wir präsentieren Ihnen regelmäßig
die neuesten Tipps, Trends & Neuigkeiten rund um die Bereiche Bauen und Wohnen.