Wohnen

Fragen und Antworten zum Thema Küche

Das Wohnglück-Team gibt Ihnen die richtigen Antworten, Ratschläge und Tipps rund um den wichtigsten Ort der Welt: Ihr Zuhause. Bitte beachten Sie, dass die Vorschläge nur unverbindlich sein können, da unsere Experten die geschilderten Sachverhalte nicht vor Ort überprüfen konnten und sich somit ausschließlich auf Ihre Beschreibung stützen.

Mein Sohn hat Ärger mit dem kalkhaltigen Wasser, z. B. entstehen auf der Spüle in der Küche (schwarzer Marmor) unschöne Flecken. Uns wurde uns ein physikalisches Kalkschutzsystem angeboten, das große, harte Calcit-Kristalle in kleine, weiche Argonit-Kristalle umwandeln soll. Ist so etwas zu empfehlen? Welche anderen/weiteren Maßnahmen gegen kalkhaltiges Wasser gibt es?

„Argonit-Kristalle“, das klingt irgendwie geheimnisvoll. Dabei ist Argonit nichts weiter als „Calzium-Karbonat“, genauso wie der „normale Kalk“ im Leitungswasser. Hier wir mit einem geheimnisvollen Namen für ein Entkalkungssystem geworben, dessen Wirkung stark angezweifelt wird (siehe unten). Bezeichnend ist auch möglicherweise, dass die dazugehörige Homepage „www.Kalkschutzsystem.de“ nicht mehr besteht.

Zur Problematik von „Kalkschutzsystemen“ oder „Kalkumwandlern“  bzw. „Wasser-Aufbereitungs-Anlagen möchten wir wie folgt Stellung nehmen:

Die Härte des Trinkwassers hängt von dem Gehalt an Kalzium- und Magnesium-Verbindungen ab. Je höher er ist, desto härter ist das Wasser. Im Februar 2007 beschloss der Bundestag die Neufassung des Wasch- und Reinigungsmittel-Gesetzes (WRMG). Darin werden u. a. die Härtebereiche an europäische Standards angepasst. Statt der bisherigen Kennzeichnung mit „Grad deutscher Härte =  °dH“, erfolgt die Angabe der Wasserhärte nun in „Millimol Kalziumkarbonat je Liter“. Die zuvor mit den Ziffern 1, 2 ,3 + 4 gekennzeichneten Wasserhärten werden nun durch die Begriffe „weich“, „mittel“ und „hart“ dargestellt. „Hartes Wasser“ umfasst dabei die alten Härtegrade 3 + 4.

Überblick über die neuen Härtebereiche:
„weich“:    weniger als 1,5 Millimol  Kalziumkarbonat je Liter – entspricht 8,4°dH.
„mittel“:    1,5 – 2,5 Millimol Kalziumkarbonat je Liter – entspricht 8,4 bis 14°dH.
„hart“:        mehr als 2,5 Millimol Kalziumkarbonat je Liter – entspricht mehr als 14°dH.

Wenn Trinkwasser stark kalkhaltig ist, kommt es bei Wassertemperaturen über 50°C zu Ablagerungen (Kesselstein-Bildung) auf den Heizstäben von Wasch- und Spülmaschinen, in Heißwasser- und Kaffeebereitern und in der Warmwasser-Hausversorgung. Durch diese Kalkablagerungen können die Geräte auf Dauer zerstört werden, weil sich die Heizstäbe zu stark erhitzen. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass Spülmaschinen und neuere Waschmaschinen ohnehin mit Enthärtungsanlagen ausgerüstet sind. Ärgerlich ist ganz besonders, wenn sich die Rohre der Warmwasser-Versorgung zusetzen. Ganz davon abgesehen, ärgert man sich immer wieder über die Flecken, die kalkhaltiges Wasser auf Armaturen und Fliesen, auf Kunststoff- und Glasabdeckungen hervorruft.

Um diese unangenehmen Erscheinungen zu verhindern oder abzumildern, werden Geräte zur „Enthärtung“ des Wassers angeboten. Mit großem Werbeaufwand werden besonders solche Geräte propagiert, die auf physikalischer Basis (mit Permanent- oder Elektromagneten, mit verschiedenen elektrischen Impulsen oder mit elektrischen/elektrostatischen Feldern) arbeiten. Immer wieder werden wir nach der Wirksamkeit solcher Geräte gefragt.

Grundsätzlich ist dazu zu sagen, dass – soweit bekannt – von diesen Geräten keinerlei unerwünschte Nebenwirkungen für die Gesundheit, Umwelt und die nachgeschaltete Hausinstallation ausgehen. Die Frage, ob diese Geräte tatsächlich Kalkablagerungen verhindern können, haben in der Vergangenheit eine Reihe von Institutionen untersucht:
•    Engler-Bunte-Institut des DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.) an der Universität Karlsruhe,
•    Stiftung Warentest, Berlin,
•    Österreichischer Verein des Gas- und Wasserfaches,
•    Eidgenöss. Materialprüfamt (EMPA), Zürich/Schweiz,
•    Österr. Verbraucherzeitschrift „Konsument“.
Dabei wurde in umfangreichen Tests und Versuchsreihen festgestellt, dass ein großer Teil der Geräte, die auf physikalischer Basis arbeiten, so gut wie wirkungslos sind und keinerlei Einfluss auf den Kalkgehalt des Wassers haben.

Einige Hersteller haben ihre Geräte einer Sicherheitsprüfung bei renommierten Institutionen, z. B. dem TÜV (GS-Zeichen) oder dem VDE, unterzogen. Diese Prüfzeichen besagen lediglich, dass die Geräte so konstruiert sind, dass von ihrem Betrieb keine Gefahren ausgehen. Das Zeichen „DIN ISO 9002“ bestätigt nur, dass der Hersteller gewisse Qualitätsstandards einhält. Über die Wirksamkeit der Kalkabscheidung geben diese Prüfzeichen keinerlei Hinweise. Da entsprechende Prüfnormen nicht existieren und nur in wenigen Fällen naturwissenschaftlich nachvollziehbare Grundlagen für die Wirksamkeit vorhanden sind, besitzt auch die Mehrheit der Geräte zur physikalischen/elektrischen Wasserbehandlung kein >DIN/DVGW-Prüf-zeichen<.  Einwandfrei. Nur allein dieses Prüfzeichen garantiert eine zuverlässige Wirksamkeit und eine hygienische Arbeitsweise.

Zu den oben beschriebenen Geräten gibt es folgende Alternativen:

Ionenaustauscher
Diese Geräte können erwiesenermaßen Kalk und Magnesium aus dem Wasser entfernen. Sie werden im Abstand von wenigen Tagen mit Kochsalz (Natriumchlorid) regeneriert. Für diese Anlagen bestehen seit 1989 Prüfnormen und Einbauvorschriften, die strenge Anforderungen an geeignete Anlagen stellen (DVGW-DIN-Prüfzeichen). Das Ende der Wirkungsdauer der Geräte ist schwer zu kontrollieren, die Austauschermasse kann verkeimen. Aus diesem Grund müssen Ionenaustauscher ständig überprüft, gewartet und neu eingesellt werden, auch damit es nicht zu einer erhöhten Kochsalz-Konzentration im Trinkwasser kommt, was für die Zubereitung von Babynahrung und natriumarmer Diät unerwünscht ist. Das Bundesgesundheitsamt und Umweltbundesamt empfehlen daher, den Einsatz von Ionenaustauschern in privaten Haushalten möglichst zu vermeiden.

D o s i e r g e r ä t e
Diese Geräte setzen dem Wasser gesundheitlich unbedenkliche Phosphat- und Silikatlösungen zu. Wie beim Phosphatzusatz in Waschmitteln, der eine ähnliche Funktion hat, muss man die Dosiermenge genau der Wasserhärte, der häufig schwankenden Wasserbeschaffenheit und dem Wasserverbrauch anpassen. Das erfordert die richtige Auswahl und eine ständige fachmännische Überprüfung, Einstellung und Wartung der Anlage. Für Wartung und Chemikalien entstehen Betriebskosten von ca. € 100 – 200 pro Jahr.
Bei sehr hoher Wasserhärte ist dieses Verfahren ungeeignet, weil die zugesetzte Phosphatmenge zu hoch werden würde. Die von diesen Geräten ausgehende Umweltbelastung sollte dadurch gemindert werden, dass nur das in die Warmwasser-Installation und in die Waschmaschine fließende Wasser behandelt wird. Die Behandlung von Kaltwasser ist in der Regel bei allen Geräten überflüssig. – Dazu kommt noch ein weiterer Gesichtspunkt: Phosphatdosierungen können bei Temperaturen höher als 60°C und längerer Verweildauer des Wassers zu Schlammablagerungen führen. Da unser Trinkwasser generell nicht steril ist, können diese Ablagerungen einen Nährboden zur Vermehrung der darin enthaltenen Mikro-Organismen bilden. Im schlimmsten Fall kann es die Bildung von Legionellen fördern. Darum auch an dieser Stelle noch einmal ein Hinweis auf das DVGW-DIN-Prüfzeichen. Nur dieses Prüfzeichen garantiert, dass die Anlage nicht nur eine wirksame Enthärtung bietet, sondern auch hygienisch einwandfrei arbeitet. Die Installation sollte nur ein beim Wasserversorger eingetragener Installateur vornehmen, mit dem Sie auch einen Wartungsvertrag abschließen sollten.

Physikalische Wasseraufbereitung:
Viele dieser Geräte arbeiten in der Regel mit magnetischen oder elektrischen Feldern. Sie sind an den Drahtspulen zu erkennen, die um die Wasserrohre gewickelt sind. Deren elektromagnetische Felder sollen den Verkalkungsprozess von der Rohrwand weg ins fließende Wasser verlagern und diese frei halten. Durch diesen Vorgang bilden sich angeblich Mikrokristalle aus Kalk, die in der Schwebe bleiben und mit dem  fließenden Wasser fortgeschwemmt werden. Leider funktioniert dieses Prinzip nicht in jedem Fall, wie die "STIFTUNG WARENTEST" schon mehrmals festgestellt hat.

In allen wirksamen Geräten wird dagegen das Leitungswasser direkt an unterschiedlich stromführenden Elektroden vorbeigeführt. Nur dadurch bilden sich im Wasser sehr kleine Kalkkristalle, die weggespült werden. Auf diese Weise wird die unerwünschte Kristallisierung des Kalks an den Rohrwänden um mindestens 80% verringert. Nur diese Geräte besitzen ein Prüfzeichen der DVGW (siehe oben!).

Eine jeweils aktuelle Liste der vom DVGW geprüften Kalkschutzgeräten finden Sie im Internet unter: www.dvgw-cert.com in der Rubrik: Produkte Wasser, Verzeichnisse.

Zum Schluss noch einige grundsätzliche Bemerkungen:

„Kann man mit dem natürlichen Kalkgehalt des Wassers leben?“ lautet eine häufige Frage. Die Antwort ist: Der Mensch und die allermeisten Tiere und Pflanzen können es seit Jahrtausenden. Kalzium (Kalk) und Magnesium sorgen zwar für Kalkablagerungen, sie sind aber äußerst wichtige Spurenelemente, die wir zum Leben brauchen. Werden sie dem Wasser entzogen, mindert dies die ohnehin schon mangelhafte Mineralstoffzufuhr. Darüber hinaus sorgt eine gewisse Wasserhärte dafür, dass sich im Rohrnetz eine Schutzschicht bildet, die der Korrosion entgegenwirkt. Zu weiches Wasser kann dagegen im schlimmsten Fall sogar Schwermetalle aus den Rohren lösen und das Trinkwasser damit belasten. Enthärtungsanlagen können daher u. U. auch ihre Nachteile haben. Man sollte auch bedenken, dass, wie bereits erwähnt, Spülmaschinen und neuere Wachmaschinen ohnehin mit Enthärtungsanlagen ausgerüstet sind  Das Geschäft mit den Wasseraufbereitungsanlagen lebt von der häufig übertriebenen Angst um die technische Installation, die von den Anbietern  spezieller Aufbereitungsanlagen aufgebauscht wird. In der Regel ist das Trinkwasser in Deutschland so aufbereitet, dass es nicht zu Schäden im Leitungsnetz kommt. Das von den öffentlichen Versorgungsunternehmen gelieferte Trinkwasser kann gefahrlos verzehrt werden, es ist das am gründlichsten überprüfte und kontrollierte Lebensmittel.

Man kann davon ausgehen, dass in den Härtebereichen  „weich“ und „mittel“ (siehe oben) eine Wasserbehandlung in der Regel unnötig oder unangemessen aufwändig ist. Erst bei „hartem“ Wasser kann sie im Einzelfall in Frage kommen. Die Wasserwerke können genaue Hinweise über die kalkabscheidende Eigenschaft des örtlichen Wassers und die Notwendigkeit einer Nachbehandlung geben.

Welche ist die richtige Küchen-Arbeitsplatte für mich?

Die Wahl einer Küchen-Arbeitsplatte hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab, daher gibt es keine beste Lösung. Sie richtet sich in erster Linie nach der Nutzung der Küche, wie groß der Haushalt ist, wie stark die Arbeitsplatte beansprucht werden wird. Alle infrage kommende Werkstoffe haben Vor- und Nachteile. Dazu kommt, dass auch eine dekorative Komponente zu berücksichtigen ist.

„Schichtstoff-Arbeitsplatten“ (z. B. >Resopal<) wurden bereits vor 1930 entwickelt und fanden ab 1950 eine weite Verbreitung. Sie bestechen durch eine große Vielfalt der Dessins und Muster. Obwohl ihre Oberfläche sehr widerstandsfähig ist, wird sie bei großer Belastung (Schneiden usw.) nach ca. 10 Jahren unansehnlich.

Massivholzplatten sind in der Regel aus Leimholz, aus einzeln verleimten Holz-Stäbchen oder –Klötzchen hergestellt. Diese Platten sind etwas für Kenner, die die Oberfläche des Holzes lieben und sich über diesen natürlichen Baustoff freuen. Allerdings benötigen sie eine ständige Pflege. Nicht zu vermeidende Kratzer und Gebrauchsspuren können durch einfaches Schleifen beseitig werden – tiefere Brandflecke eher nicht. Nach dem Schleifen muss die geölte Oberfläche nachbehandelt werden. Auch zur laufenden Pflege sollte man die Oberfläche leicht ölen.

„Hart wie Granit“ ist ein geläufiger Begriff. Aufgrund der - je nach Vorkommen - unterschiedlichen Zusammensetzung muss man jedoch davon ausgehen, dass nicht alle Sorten die gleichen Eigenschaften haben. Es gibt sehr harte und weniger harte, beständige und weniger beständige Sorten. Erschwerend kommt noch hinzu, dass nach US-amerikanischer und chinesischer Norm auch andere Gesteine wie Basalt, Diabas usw. als Granit („granite“) bezeichnet werden. Wenn man sicher gehen will, „Echten Granit“ zu erhalten, sollte man darauf achten, dass das Produkt der Europäischen Norm EN 12440 entspricht.

Denn Granit ist ein sogen. „magmatisches“ Gestein, das – ursprünglich flüssig – in großer Tiefe der Erdkruste durch Erstarren entstanden ist. Die Gesteinsschmelze hat nicht überall die gleiche Zusammensetzung; die Hauptgemengeanteile Feldspat, Quarz und Glimmer sind in unterschiedlichen Anteilen vertreten. Dazu kommen noch Tonerden, welche dem Stein eine spezielle Farbe geben. Die Hauptgemengeanteile sind einzeln auskristallisiert und mit bloßem Auge gut erkennbar. Es gibt über die ganze Welt verteilt eine große Zahl von Granitvorkommen. Alle dort gewonnenen Granitsorten haben eine unterschiedliche Zusammensetzung, welche die Eigenschaften und das Aussehen bestimmt.

In der Regel kann nur echter Granit keine Flüssigkeiten aufsaugen. Er ist absolut dicht und weitgehend porenfrei und beständig gegen alle im Haushalt verwendeten Reiniger. Wie oben ausgeführt gibt es am Markt Natursteinplatten, die als Granit bezeichnet werden, ähnlich aussehen aber eine andere Zusammensetzung haben. Diese Produkte sind nicht immer so widerstandsfähig wie „echter“ Granit.

Eine polierte Granit-Oberfläche sieht sehr schön aus, hat aber den Nachteil, dass Flecken, die durch verschüttete und eingetrocknete Flüssigkeiten entstanden sind, stark auffallen. Dagegen hilft nur das sofortige Aufwischen. Eingetrocknete Ränder lassen sich jedoch von echtem Granit mit neutralen Haushaltsreinigern rückstandslos und leicht entfernen.

Sind Geräte, welche die Raumluft ioniesieren und somit Gerüche bekämpfen, wirksam?

Die Wirkung von Geräten zur Ionisierung der Raumluft ist vor allen Dingen auf den staub-bindenden Effekt zurückzuführen. Die in der Raumluft verteilten Staubteilchen werden elektrisch aufgeladen und niedergeschlagen, so dass sie aufgekehrt oder mit dem Stabsauger aufgesaugt werden können.

Dazu kommt die Bildung von Ozon. Dieses aggressive Gas kann viele geruchbildende Moleküle aufspalten. Ozon kann auch in geruchsbelastete Werkstoffe (z. B. Vorhangstoffe) eindringen und dort seine Wirkung entfalten.

Allerdings ist zu beachten, dass Ozon bereits in geringer Konzentration die Atemwege reizt und daher gesundheitsschädlich ist (siehe Fahrverbote im Sommer bei hoher Ozonbelastung).

Eine Steigerung des Wohlbefindens und frischere Raumluft, die durch die Bildung von Anionen beruhen sollen, ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Die Bildung von Schimmel ist nur bei ausreichender Feuchtigkeit möglich. Schimmel kann sich in einer trockenen Umgebung nicht entwickeln. Durch den Betrieb von Ionisierungs-geräten kann Feuchtigkeit nicht beseitigt werden.

Vermutlich ist die Ursache der Geruchsbildung in Ihrer Küche in der spezifischen Bauweise Ihres Fertighauses zu suchen. In intensiv genutzten Küchen bildet sich eine hohe Luftfeuchtigkeit. In der Regel werden Wände, Decke und Fußboden in Großtafelbauweise aus Holzwerkstoffen (Spanplatten) erstellt. Da die Platten nicht so groß sind, dass sie eine komplette Wand, Decke oder Fußboden vollständig abdecken entstehen zwangsläufig Fugen, ebenso in den Ecken zwischen den Wänden, Wänden und Decke und Wänden und Fußboden.

Da Holz und Holzwerkstoffe immer „arbeiten“ bilden sich in den Fugen feine Risse, in die Luftfeuchtigkeit eindringen kann. Es bildet sich im Fugenbereich Kondenswasser, das im Laufe der Zeit Fäulnisprozesse in Gang setzt.

Eine zusätzliche Schwachstelle sind Küchenmöbel, die direkt ohne Luftzwischenraum aufgestellt oder montiert wurden. Da hier keine Luft zirkulieren kann, besteht die Gefahr der Schimmelbildung.

Alle diese Vorgänge sind in der Regel die Ursache für eine Geruchsbildung.

Wir möchten Ihnen empfehlen, ein „Hygrometer“ anzuschaffen. Diese Luftfeuchtigkeits-Messer erhalten Sie relativ preiswert beim Optiker oder im Versandhandel. Beachten Sie jedoch, dass nur elektronische Geräte zuverlässig arbeiten. Eine Untersuchung der Zeitschrift „test“ hat ergeben, dass man sich auf die Angaben von Zeigerinstrumenten nur dann verlassen kann, wenn sie geeicht sind (Gebrauchsanweisung beachten!).

Durch den Gebrauch eines Hygrometers haben Sie die Möglichkeit, laufend die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Küche zu kontrollieren und Ihr Lüftungsverhalten danach einzurichten. Die Luftfeuchtigkeit sollte im Normalfall 50 – 55% betragen. Das Hygrometer sollte an zentraler Stelle hängen, wo es ins Auge fällt. Das Instrument darf nicht direkt am Fenster, hinter einem Vorhang, in der Sonne oder direkt über der Heizung aufgehängt werden!

Welche Dunstabzugshaube ist empfehlenswert und wie ist sie einzubauen?

In der Umluft-Dunstabzugshaube saugt das Gebläse zuerst die Kochdünste durch einen Fettfilter und leitet sie anschließend durch einen Geruchsfilter aus Aktivkohle. Danach strömt die Luft zurück in die Küche.

Der Fettfilter aus Metall sollte regelmäßig in der Spülmaschine gereinigt werden, der Geruchsfilter muss je nach Fabrikat alle 4 – 6 Monate komplett ausgewechselt werden. Leider filtern nicht alle Geräte Gerüche aus. Auch die Feuchtigkeit verbleibt in der Luft und wird wieder in die Küche geblasen. Damit sich kein Schimmel bilden kann, muss nach jedem Kochvorgang ausreichend gelüftet werden.

Umlufthauben sind im Betrieb sehr laut.

Abluft-Dunstabzughauben arbeiten wirksamer als Umlufthauben. Die Kochwrasen werden durch ein Metall-Fettfilter angesaugt und anschließend zusammen mit der Luftfeuchtigkeit in die Außenluft geblasen.

Der Fettfilter aus Metall sollte ebenfalls regelmäßig in der Spülmaschine gereinigt werden. Weitere Aufwendungen entstehen nicht.

Beim Betrieb der Ablufthaube entsteht durch die nach außen abgesaugte Luft in der Küche ein Unterdruck. Daher sollte in einem Neubau für eine ausreichende Luftzufuhr gesorgt werden. Da Sie in einem älteren Haus wohnen, ist davon auszugehen, dass Fenster und Türen nicht luftdicht schließen, so dass ausreichend Luft nachströmen kann.

Nur in Wohnungen mit Gas-, Öl-, Kohleöfen oder Kamin muss der Schornsteinfeger prüfen, ob beim Betrieb genug frische Luft nachströmt. Andernfalls werden durch den Unterdruck lebensgefährliche Abgase (z. B. Kohlenmonoxyd) in die Wohnung gelangen.

Alle Abzugshauben arbeiten mit Elektrizität. Bei entsprechender Erfahrung und mit handwerklichem Geschick ist ein Selbsteinbau möglich.

Im Heft 3/2016 (März-Ausgabe) der „test“-Zeitschrift hat die STIFTUNG WARENTEST, Berlin Dunstabzugshauben getestet und bewertet. Wir möchten Ihnen empfehlen, das Heft dort anzufordern. (Telefon: 030/3 46 46 50 80 oder www.test.de/shop)

Ich möchte unsere Küche neu verputzen lassen. Welchen Putz empfehlen Sie dafür?

Wenn Sie die Wände Ihrer Küche neu verputzen möchten, sollten Sie nur Kalkputz ohne jeden Zementzusatz verwenden. Reiner Kalkputz hat eine große Wasserdampf-Durchlässigkeit. Er ist in der Lage, Feuchtigkeit aus der Luft aufzunehmen und sie später wieder abzugeben. Zement beeinträchtigt diese Pufferwirkung. Die Abbindezeit beträgt generell 27 Tage. Erst danach können Sie die Wände tapezieren.

Wir haben unsere Küche mit abwaschbarer grüner Latexfarbe gestrichen; der Bereich hinter dem Kochfeld ist durch eine Glasplatte geschützt. Seitlich davon gibt es allerdings Flecken von heißen Fettspritzern, die sich auch nicht abwaschen lassen. Haben Sie einen Rat, wie sich die Tapete wirkungsvoll schützen lässt?

Latexfarben sind scheuerfest und in der Regel sehr widerstandsfähig. Es gibt allerdings keine Farbe und keine farblosen Überzüge, die die Belastungen durch heißes Fett aushalten. Dessen Temperaturen können bis zu 150 Grad Celsius betragen, Anstrichfarben sind in der Regel bis höchstens 80 Grad Celsius belastbar. Sie sollten den sensiblen Bereich seitlich hinter dem Kochplatz daher am besten ebenfalls mit einer Glasplatte schützen.

Kann eine Küchenzeile mit einer Kunststoffoberfläche neu angestrichen werden? Wenn ja: Wie müssen wir dabei vorgehen?

Die Kunststoffoberflächen lassen sich sehr gut streichen. Wir empfehlen folgendes Vorgehen: Schleifen Sie die Oberflächen zunächst mit einem wasserfesten Schleifpapier, Körnung 280, das Sie in Wasser und Spülmittel tränken. Nach dem Säubern und Trocknen erfolgt ein erster Anstrich mit einer Spezial-Grundfarbe für Kunststoffoberflächen. Für den zweiten Anstrich verwenden Sie einen Kunstharz-Vorlack (keine Vorstreichfarbe!). Der Schlussanstrich erfolgt dann mit einer Kunstharz-Lackfarbe, hochglänzend oder seidenmatt. Verwenden Sie in keinem Fall wasserverdünnbare Lackfarben, da diese nicht die erforderliche Oberflächenhärte haben. Ohnehin sollten Sie beachten, dass eine gestrichene oder lackierte Fläche niemals die Härte einer Kunststoffoberfläche haben wird..

Wir haben sehr kalkhaltiges Wasser (Härtebereich 4) und deshalb dauernd Probleme mit den Warmwassergeräten. Der Warmwasserboiler muss für teures Geld immer wieder entkalkt, oft müssen auch die Heizspiralen ersetzt werden. Kaffeemaschine, Waschmaschine, sogar die Wasserhähne sind ständig verkalkt. Nun liest man in der Werbung immer wieder von "Wundergeräten", mit denen das Wasser schon vor dem Eintritt in die Geräte entkalkt werden soll. Was ist davon zu halten?

Die Zeitschrift "test" der Stiftung Warentest hat mehrere physikalisch arbeitende Wasseraufbereitungen geprüft und dabei nur drei mit dem Prädikat "befriedigend" versehen können. Also bleibt Ihre Frage offen. Aber: In den allermeisten Privathaushalten ist eine Wasseraufbereitung nicht notwendig - das gelegentliche Entkalken von Warmwasserboilern ist immer noch preiswerter als die oft recht teuren Aufbereitungsanlagen. Kaffeemaschine, die Perlatoren von Wasserhähnen, Wassertöpfe usw. können mit Zitronensäure oder Essig leicht und schnell entkalkt werden; wenn Waschpulver richtig dosiert wird, kommt es in der Waschmaschine nicht zur Verkalkung. Sollten in den Leitungen Probleme mit Kalk auftauchen, sollten Sie einen unabhängigen Berater fragen, z. B. bei der Beratungsstelle der örtlichen Stadtwerke.

Derzeit sieht man immer wieder Abbildungen von gemauerten Küchen; das gefällt mir sehr gut. Wir möchten uns nun auch eine Küche selbst aufmauern, wissen aber nicht, wie das funktioniert. Können Sie es uns sagen?

Für Heimwerker besteht das "Gerippe" einer selbst gemauerten Küche aus Porenbetonplatten. Es gibt sie im Bauhandel in verschiedenen Dicken und Formaten. Sie lassen sich mit einem Fuchsschwanz problemlos zurechtsägen. Machen Sie zuerst einen genauen Plan, wo Sie welche Küchenelemente einbauen wollen, dann schneiden Sie die Platten zu und verkleben Sie sie mit einem Spezialkleber.

Wichtig sind die Maße aller Einbauteile wie Herd, Spülmaschine, Schubkästen usw. Einige Millimeter Spielraum sollten immer bleiben. Die Schubkästen können mit Teleskopauszügen geführt werden, die man ebenso wie die Türscharniere mit Dübeln und Schrauben im Porenbeton befestigt. Falls Sie einen Sockel haben möchten: Porenbetonplatten auf den Boden legen, darauf die "Mauern" kleben. Anschließend wird alles verputzt oder verfliesst.

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