Energie sparen

Fragen und Antworten zum Thema Wärmeschutz

Das Wohnglück-Team gibt Ihnen die richtigen Antworten, Ratschläge und Tipps rund um den wichtigsten Ort der Welt: Ihr Zuhause. Bitte beachten Sie, dass die Vorschläge nur unverbindlich sein können, da unsere Experten die geschilderten Sachverhalte nicht vor Ort überprüfen konnten und sich somit ausschließlich auf Ihre Beschreibung stützen.

Wie kann man Heizungsrohre selbst isolieren?

In Baumärkten gibt es Dämmschläuche oder Dämmschalen aus Schaumkunstoff, zum Dämmen vom Heizungs- und Warmwasser-Rohren. Diese Schalen oder Schläuche sind aufklappbar, so dass man sie leicht um die Rohre legen kann. Es gibt sie in allen Größen, so dass die Rohre fest umschlossen werden. Manche Systeme haben eine Art Reißverschluss, mit denen sich die Naht wieder leicht verschließen lässt.

Was ist beim Anbringen einer Dampfbremse innerhalb der Wärmedämmung des Daches zu beachten?

Auf der Raumseite muss die Wärmedämmung des Daches mit einer diffusionsoffenen Dampfbremse („Klima-Membran“) luftdicht abgeschlossen werden. Diese auch „Klima-Membran“ genannte Spezialfolie sperrt Wasser in flüssiger Form zuverlässig ab. Sie kann jedoch ihren Diffusionswiderstand („Atmung“) ändern, so dass je nach Temperatur mehr oder weniger Wasserdampf durchgelassen wird.

Das heißt, im kalten Winter soll die Folie vor allem als Sperre wirken und keinen Wasserdampf durchlassen. Im Sommer nimmt der Diffusionswiderstand der Folie ab. So kann eventuell eingedrungene Feuchtigkeit während des Sommers als Wasserdampf aus der Dach-Konstruktion entweichen.

Obwohl die Dampfbremse Wasserdampf durchlassen kann, muss sie, um ihren Zweck zu erfüllen, absolut luftdicht eingebaut werden. Beim Anbringen der „Klima-Membran“ sollten Sie daher auf folgende Einzelheiten achten:

Die Nähte und die Anschlüsse an Wänden, Kaminen, durchgeführten Rohren und Leitungen, an Dachflächenfenstern usw. müssen sorgfältig luftdicht mit einem Spezial-Klebeband oder mit Butyl-Kautschuk verschlossen werden. Einfaches doppelseitiges Klebeband, Teppich-Klebeband o. Ä. ist dafür ungeeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz und Putzoberflächen nur kurze Zeit haften. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Diese Anschlüsse können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten.

Bei Holzkonstruktionen: Da sich die hölzernen Sparren der Dachkonstruktion je nach Temperatur ausdehnen, schwinden oder verdrehen, sollte man die Dampfbremse niemals stramm über die Sparren spannen, sondern in einer kleinen Schlaufe durchhängen lassen. Auf diese Weise kann das Material die Bewegungen der Sparren auffangen, ohne dass die abgeklebten Nähte, Anschlüsse und die Befestigungspunkte ausreißen.

In meinem Schlafzimmer hat sich Schimmel gebildet und es ist immer kalt. Woran liegt das und wie kann ich dem entgegenwirken?

Die in Ihrem Schlafzimmer auftretende Schimmelbildung hat vermutlich zwei Ursachen:

Nicht ausreichende Wärmedämmung der Außenwände bei zu hoher Luftfeuchtigkeit.

Diese raumklimatischen Vorgänge sind wie folgt zu erklären:

Grundlage aller Betrachtungen ist ein physikalisches Gesetzt, welches besagt, dass

>warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte.<

Das bedeutet z. B.:

  • 15°C warme Luft kann pro m³ 13,4 ml Wasser aufnehmen.

  • 20°C warme Luft kann pro m³ 17,3 ml Wasser aufnehmen.

Jeder Mensch gibt im Laufe des Tages ca. 2 Liter (2.000 ml) Wasser durch die Atmung und über die Haut an die Umgebungsluft ab, während der Nacht sind das ca. 0,7 Liter (700 ml). Wenn also 2 Personen in einem Zimmer schlafen, fallen pro Nacht ca. 1,4 Liter (1.400 ml) Wasser an.

Wenn man einmal annimmt, dass ein „normales“ Schlafzimmer einen Rauminhalt von ca. 37,5 m³ hat, kann man folgende Rechnung aufstellen:

Bei einer Raumtemperatur von 15°C kann die Luft im Schlafzimmer folgende Menge Wasser aufnehmen:

  • 13,4 x 37,5 = 502,50 ml.

Bei einer Raumtemperatur von 20°C sieht die Rechnung wie folgt aus:

  • 17,3 x 37,5 = 648,75 ml.

Das bedeutet, dass bei einer Produktion von 1,4 Liter (1.400 ml) Wasser durch zwei schlafende Personen folgende Mengen von der Raumluft nicht mehr aufgenommen werden können:

  • bei einer Raumtemperatur von 15°C = ca. 0,90 Liter (900 ml)

  • bei einer Raumtemperatur von 20°C = ca. 0,75 Liter (750 ml).

Diese nicht gebundenen Wassermengen schlagen sich an kalten Bauteilen nieder und bilden dort Kondenswasser. Wird in diesen Fällen während des Tages nicht ausreichend gelüftet, bleibt die Feuchtigkeit auf der Wand und zieht in den Untergrund ein. Auf Dauer kommt es zu einer bleibenden Durchfeuchtung, verbunden mit Schimmelbildung.

Nach einem Leitfaden des Bundesumweltamtes kann die Feuchtigkeit aus dem Schlafzimmer durch mehrmaliges kurzes (5 – 10 Minuten) intensives Lüften im Laufe des Tages entfernt werden. Wird nur Morgens nach dem Aufstehen einmal gelüftet, sollte ca. 30 – 40 Minuten lang gelüftet werden. Ungünstig ist es, erst am Abend zu lüften. Dann muss sehr lange gelüftet werden (1 Stunde und länger), da die Feuchtigkeit sich im Laufe des Tages in den Wänden und Möbeln festgesetzt hat und nur langsam entweicht. Ganz gleich – wann und wie lange Sie lüften - eine ausreichende Lüftung können Sie immer nur durch einen kompletten Luftaustausch erzielen. Den erreichen Sie, indem Sie in der ganzen Wohnung Durchzug machen und möglichst alle Fenster und Türen öffnen. Eine Lüftung durch gekippte Fenster ist wirkungslos.

Wichtig ist aber auch, dass nach dem Lüften die Tür zur übrigen Wohnung immer geschlossen bleibt. Dadurch soll verhindert werden, dass wärmere und damit auch feuchtere Luft von dort in das kühlere Schlafzimmer einströmen kann.

Da sich Schimmel und Milben nur bei ausreichender Feuchtigkeit entwickeln können, ist es erforderlich, aus hygienischen Gründen nur Betten auf „Füßen“ aufzustellen und die Verwendung von Bettkästen zu vermeiden. Dadurch wird erreicht, dass es auch unter den Betten beim Lüften zu einer ausreichenden Luftzirkulation kommt.

Zusätzlich empfiehlt es sich, auf der Innenseite der Außenwände eine Wärmedämmung anzubringen.

Voraussetzungen dafür sind:

  1. Die Außenwand muss trocken und schlagregendicht sein.

  2. Die Dämmstoff-Dicke muss ausreichend sein – nur einige Zentimeter sind absolut ungenügend.

  3. Das Dämm-Material muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit der Außenwand haben. Hohlstellen sind in jedem Fall zu vermeiden.

  4. Die Innendämmung muss auf der Raumseite mit einer sorgfältig ausgeführten Dampfsperre. luftdicht abgeschlossen werden.

Zur bauphysikalisch korrekten Herstellung einer Innendämmung gibt es mehrere technische Verfahren:

  1. Erstellung einer Vorsatzschale in Leichtbauweise,

  2. Verkleben von Kalzium-Silikat-Platten.

Erstellung einer „Vorsatzschale“

Am einfachsten lässt sich eine Innendämmung als „Vorsatzschale“ in Leichtbauweise herstellen. Eine Vorsatzschale besteht aus einer zweiten Wand, die von innen her gegen die Außenwand gesetzt wird. Der Aufbau einer bauphysikalisch einwandfreien Vorsatzschale sollte wie folgt geschehen:

Auf die Wände werden 8 cm dicke Holz- oder Metallständer gedübelt. Die Zwischenräume müssen lückenlos mit 8 cm dicken Mineralwolle-Matten ausgefüllt werden. Konstruktionsbedingte Ritzen und Fugen, die sich nicht vermeiden lassen, müssen mit Montageschaum ausgefüllt werden.

Wichtig ist, dass alle Räume – auch Flure, Treppenhäuser, Abstellräume usw. - ausnahmslos mit einer Wärmedämmung ausgerüstet werden. Geschieht das nicht, entsteht innerhalb des Hauses ein Wärme-strom von gedämmten in nicht gedämmte Räume.

Platten aus expandiertem Polystyrol EPS (Styropor) sind für diesen Zweck nicht sehr gut geeignet, denn dieses Dämm-Material hat bei Temperaturschwankungen ein ausgeprägtes Ausdehnungs- und Schwundverhalten, d. h., es kann sich im Winter bei niedrigen Temperaturen so stark zusammenziehen, dass Spalten und Lücken zwischen den einzelnen Platten und zwischen Platten und Ständern entstehen. Aus diesem Grund schreibt die Euro-Norm bei der Verwendung von Polystyrol-Platten vor, dass bei der Berechnung der Dämmstoffdicke ein Zuschlag von 10% berücksichtigt werden muss. Diese Nachteile sind bei der Verwendung von Mineralwolle nicht zu berücksichtigen.

Die gesamte Wärmedämmung wird anschließend mit einer Spezialfolie als Dampfsperre verschlossen. Dabei ist zu beachten, dass alle Nähte und die Anschlüsse an den anschließenden Wänden, an Decke und Fußboden sowie an Fenstern und durchgeführten Rohren sorgfältig luftdicht abgeschlossen werden. Das muss mit einem Spezial-Klebeband oder mit einem Butyl-Kautschuk-Kleber aus der Kartusche geschehen. Einfaches doppelseitig klebendes Teppichband ist dafür nicht geeignet, weil es nicht alterungsbeständig ist. Dabei ist zu beachten, dass selbstklebende Bänder auf rauem Holz oder auf Putzoberflächen nur kurze Zeit haften.. Für diese Anschlüsse gibt es spezielle Kartuschenkleber. Die Abdichtungen können aber auch mechanisch mit einem Kompriband und einer zusätzlichen Anpressleiste dauerhaft hergestellt werden. Alle Klebestellen müssen absolut staubfrei sein. Rohre und Kabeldurchführungen sind mit Gummimanschetten am sichersten abzudichten.

Vorsicht beim Befestigen von Regalen und Bildern ! Die Dampfsperr-Folie darf nicht durch Nägel oder Schrauben beschädigt werden.

Zum Schluss kann die gedämmte Fläche mit Gipskarton–, Gipsfaserplatten oder Profilholz verschlossen werden.

Innendämmung aus Kalzium-Silikat-Platten

Kalzium-Silikat-Platten nehmen aufgrund Ihrer guten spezifischen Eigenschaften eine Sonderstellung ein. Diese Platten sind ein neu entwickeltes Dämm-Material zur Isolierung gegen Kälte und seit ungefähr 8 Jahren im Handel.

Kalzium-Silikat-Platten bestehen überwiegend aus Kalk und feinem Sand mit geringen Zelluloseanteilen. Sie sind daher als ökologisch unbedenklich einzustufen. Sie sind abweisend gegen Wasser (in flüssiger Form). Trotzdem haben sie eine sehr gute Wasserdampf-Durchlässigkeit, so dass die „Atmung“ der Wände, auf denen Kalzium-Silikat-Platten angebracht werden, in keiner Weise behindert wird.

Kalzium-Silikat-Platten sind unbrennbar (Brandklasse A1), leicht von Gewicht, zug- und druckfest. Sie sind formstabil und unterliegen keinen Ausdehnungsschwankungen. Sie haben eine sehr gute Dämmwirkung, die auf der mikroporösen Struktur beruhen, das heißt, es sind unendlich viele kleine Luftblasen in diesem Material eingeschlossen. Kalzium-Silikat-Platten haben eine ähnliche Isolierwirkung wie Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt je nach Fabrikat 0,045 – 0,06 W/mK.

Kalzium-Silikat-Platten werden – je nach Hersteller - in unterschiedlichen Formaten und Dicken von 10 – 100 mm angeboten. Um eine ausreichende Wärmedämmung zu erreichen muss in der Regel eine Dämmstoffdicke eingebaut werden, die größer ist als 80 mm. Oftmals wird es daher erforderlich sein, mehrere dünnere Platten vollflächig aufeinander zu kleben.

Kalzium-Silikat-Platten haben eine positive Wirkung auf das Raumklima. Sie wirken als „Feuchtigkeits-Puffer“. Sie können im Raum befindliche überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese später bei gesunkener Luftfeuchtigkeit nach vernünftiger Lüftung dosiert wieder an die Umgebung abgeben. Aus diesem Grund dürfen Wärmedämmungen, die mit Kalzium-Silikat-Platten hergestellt werden, nicht mit einer Dampfsperre abgeschlossen werden. Bei diesem Vorgang der „Feuchtigkeits-Abpufferung“ behalten Kalzium-Silikat-Platten stets eine trockene Oberfläche. Dadurch werden die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze stark eingeschränkt. Unterstützt wird dieser Effekt zusätzlich durch die Alkalität der Plattenoberfläche.

Kalzium-Silikat-Platten werden mit einem speziellen Klebemörtel befestigt. Sie müssen an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Hohlstellen und Unebenheiten sind vorher mit Klebemörtel auszugleichen. Größere Platten können zusätzlich mit Tellerdübeln gesichert werden. Kleinteilige Platten können mit einem Leichtputz überzogen werden, in den ein Armierungsgewebe eingebettet ist. Bei großformatigen Platten, reicht es aus, die Plattenstöße glatt zu schleifen. Alle Werkstoffe wie Klebemörtel und Leichtputz müssen vom Hersteller der Platten zugelassen sein. Bei systemfremden Werkstoffen erlischt die Garantie.

Kalzium-Silikat-Platten können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (d. h. atmungsaktiv) gestaltet wird. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen, da diese gleichfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zulassen. Außerdem gehen Silikatfarben mit den Kalkbestandteilen der Platten oder des Leichtputzes eine chemische Verbindung ein, sie verkieseln mit ihnen. Innen-Silikatfarben lassen sich mit dem gleichen Material immer wieder überstreichen. Beim Tapezieren sollten nur leichte Papiertapeten verklebt werden. Überstrichene Rauhfaser-Tapeten sowie Kunststoff- oder Vliestapeten sind nicht geeignet.

Ganz gleich, mit welchem Dämm-Material die Innendämmung hergestellt wird, der Dämmstoff muss an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Ein Luftzwischenraum zwischen Wärmedämmung und Wand muss in jedem Fall vermieden werden. Unebene Wände müssen vor der Montage der Innendämmung mit einem geeigneten Mörtel egalisiert werden.

Oftmals besteht die Auffassung, das Dämm-Material auf einer Lattung anzubringen, um einen Luftzwischenraum (Hohlraum) zur Entlüftung zu schaffen. Diese Vorstellung ist bauphysikalisch falsch. In einem solchen Hohlraum kann sich leicht Kondenswasser (Tauwasser) bilden, das zu einer Durchfeuchtung von Wand und Innendämmung führen kann.

Was kann man tun, damit die Temperatur im Inneren des Hauses im Sommer nicht zu hoch wird?

Die sommerliche Wärme kann nicht durch wärmegedämmte Außenwände ins Innere des Hauses eindringen. Die Wärme findet hauptsächlich durch die Fenster ihren Weg ins Haus.

Bei normalem Glas führen die Sonnenstrahlen im Innenraum zu einer Erwärmung von Bauteilen, Möbeln, Jalousetten, Rollos, Vorhängen usw. Wenn diese Teile ihre Eigenwärme dann abgeben, geschieht das in Form von unsichtbarer Infrarotstrahlung, wie man selbst leicht feststellen kann. Diese Infrarotstrahlung wird von der Fensterscheibe nicht wieder nach außen durchgelassen. Die Fensterscheibe bildet also für das eingestrahlte Sonnenlicht eine Wärmefalle. Man nennt das auch den „Gewächshaus-Effekt“.

Um einen wirksamen Schutz gegen Sommerwärme zu erhalten, ist es daher erforderlich alle Fenster mit einem wirksamen Sonnenschutz zu versehen, der schon in den ersten Stunden eines sonnigen Tages alle Fenster abschirmt. An sonnigen Tagen sollte auch nicht tagsüber gelüftet werden. Das muss dann in den kühleren Abendstunden und Nachts nachgeholt werden. Während dieser Zeit sollten so viel Fenster wie möglich geöffnet werden um durch intensiven Durchzug eine Abkühlung zu erreichen.

Wann sollte man eine neue Wärmepumpe installieren?

Wärmepumpen arbeiten nach den Prinzip des „umgekehrten Kühlschranks“. Sie entziehen der Außenluft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Wärme. So ist beispielsweise das Erdreich in etwa 1 Meter Tiefe - auch an frostigen Wintertagen - konstant 5° - 10°C warm. Die Arbeitsweise ist folgende:

Die Wärmepumpe verdichtet ein Kühlmittel, das sich dabei bis auf 60°C erhitzt. Diese Wärme kann man auf einen Heizkreislauf übertragen. Anschließend wird das Kühlmittel über eine Drosselklappe wieder entspannt, dabei verdampft es und wird so kalt, dass es nun wieder Wärme aus der Umgebung, aus der Luft, dem Erdreich und aus dem Grundwasser aufnehmen kann. Die dazu erforderlichen Aggregate verbrauchen allerdings hochwertige Energie, nämlich Elektrizität.

Elektrische Wärmepumpen wurden in den letzten Jahren stark verbessert und können in gut wärmegedämmten Gebäuden eine Alternative zur Heizung mit fossilen Brennstoffen sein. Bei allen Planungen muss man beachten, dass der Strombedarf einer Wärmepumpe umso größer ist, je größer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizungswasser ist. Voraussetzungen für den ökologisch und ökonomisch vernünftigen Betrieb einer Wärmepumpe sind:

  • der Standard eines sehr gut gedämmten Niedrigenergie-Hauses (2 bis 5-Liter-Haus),

 

  • dass eine Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung) vorhanden ist, die auch an kalten Wintertagen mit einer Vorlauftemperatur von nicht mehr als ca. 35° - 40°C auskommt,

  • dass eine Wärmequelle (Erdreich oder Grundwasser) gewählt wird, die ganzjährig ein möglichst hohes Temperaturniveau bietet.

Für die Warmwasser-Bereitung muss die Wärmepumpe relativ hohe Temperaturen erzeugen, was ihre Effektivität mindert. Es empfiehlt sich daher, zusätzlich eine Solaranlage zu installieren, damit die Wärmepumpe nur im Winter die höheren Temperaturen schaffen muss.

Die oben aufgeführten Voraussetzungen: Standard eines Niedrigenergie-Hauses und Flächenheizung, werden in der Regel nur bei Neubauten erfüllt. Ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, in einem bestehenden Haus das Auswechseln einer mit Heizöl oder Gas betriebenen Heizung durch eine Wärmepumpe vorzunehmen, ist zur Zeit noch sehr fraglich. Das Fraunhofer Institut will erst durch Testreihen untersuchen, welche Voraussetzungen an die Ausstattung des Hauses gestellt werden müssen.

Wenn Sie Ihre Warmluftheizung durch eine andere ersetzen möchten, empfiehlt es sich einen neutralen und unabhängigen Energieberater mit der Begutachtung Ihres Hauses/Ihrer Wohnung zu beauftragen.

Viele Eigentümer verlassen sich auf den Rat ihrer Heizungsfirma, ihres Maurers, Malers/Putzers, Fensterbauers oder vertrauen guten Freunden und Kollegen. Allerdings haben die wenigsten davon ein umfassendes Konzept. Sie sehen nur ihr eigenes Gewerk und nicht das Haus als Ganzes. Zudem sind viele ortsansässige Handwerker auf ein bestimmtes Produkt oder einen bestimmten Hersteller eingeschworen.

Deshalb ist es ganz wichtig, eine neutrale, umfassende Beratung über sämtliche auf dem Markt befindliche Produkte und innovative Lösungen zu bekommen. Längst nicht alle „Energieberater im Handwerk“ sind vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zertifiziert oder sind in der „Dena-Liste“ der Deutschen Energiespar-Agentur (www.energie-effizienz-experten.de) aufgeführt.

Denn leider ist die Bezeichnung „Energieberater“ nicht geschützt und auch nicht an spezielle Qualifikationen gebunden. Jedermann kann sich „Energieberater“ nennen. Das hat zur Folge, dass eine große Zahl von Scharlatanen Hausbesitzern Qualifikationen vorgaukelt, die nicht vorhanden sind. Sie erstellen Sanierungsprogramme, die wertlos sind und kassieren dafür große Honorare, die durch nichts gerechtfertigt sind. Neutrale und unabhängige Energieberater haben in der Regel ein technisches Studium absolviert, oftmals sind es aber auch Handwerksmeister, Techniker oder Schornsteinfeger mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation. Genau so wichtig wie die Ausbildung ist die in der Praxis erworbene Erfahrung, wie das komplexe System „H a u s“ funktioniert.

Der Energieberater muss unabhängig und neutral gegenüber Unternehmen sein, die Produkte wie Heizungen, Wärmepumpen, Solaranlagen, Fenster oder Dämmsysteme herstellen oder anbieten.

Relative Sicherheit gibt Ihnen die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) herausgegebene Beraterliste. Darüber hinaus gibt es die „Dena-Liste“ der Deutschen Energiespar-Agentur (Dena). (www.energie-effizienz-experten.de). Wer auf einer dieser Listen aufgeführt ist, muss unabhängig sein und einen Lehrgang für Energieberatung absolviert haben.

Seit dem 01. Juni 2013 gewährt die KfW-Bank nur dann Kredite und Zinszuschüsse, wenn für die Planung oder die Begleitung einer energetischen Maßnahme ein bei der KfW-Bank zertifizierter Energieberater tätig wird. Es werden nur noch Energieberater akzeptiert, die in der Datenbank www.energie-effizienz-experten.de aufgeführt sind.

Sanierungen, die ein Experte begleitet, der nicht in der Datenbank aufgeführt ist, werden nicht mehr gefördert.

Allerdings verrät auch die Experten-Listen nicht, ob der Energieberater z. B. ein Architekt ist und sich daher besonders für Planungsaufgaben eignet, oder ob es sich um einen Heizungsfachmann handelt, der auf Haustechnik spezialisiert ist. Aus diesem Grund sollten Sie mit dem in Aussicht genommenen Energieberater ein unverbindliches Vorgespräch führen. Fragen Sie ihn nach seiner Qualifizierung, nach Referenzen und Arbeitsschwerpunkten, bevor Sie ihn mit der Untersuchung Ihres Hauses/Ihrer Wohnung beauftragen.

Nachdem der durch die KfW-Bank zertifizierte Energieberater Ihr Haus genau untersucht hat, bekommen Sie einen Bericht. Darin wird der „Ist-Zustand“ des kompletten Hauses ausführlich analysiert. Der Energieberater schlägt mehrere Varianten für eine Modernisierung und Verbesserung vor und rechnet Kosten und die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Varianten durch. Zusätzlich gibt er Ihnen Auskunft darüber, welche Fördermittel Sie erhalten können. Diese Beratung ist absolut unverbindlich. sie verpflichtet Sie zu nichts und lässt Ihnen jeden Spielraum. Sie können freiwillig entscheiden, ob und welche Maßnahmen Sie durchführen möchten.

Was viele Bauherren nicht wissen: Der Energieberater kann nicht nur Maßnahmen empfehlen, er kann – die entsprechende Qualifikation vorausgesetzt – zusätzlich die fachgerechte Ausführung der Modernisierungsmaßnahmen überwachen. Auf diese Weise können Fehler, die immer wieder auftreten, noch während der Bauphase behoben werden.

Nur die von der KfW-Bank zertifizierten Energieberatern durchgeführte „Vor-Ort-Beratung“ wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gefördert. Die ausführliche Beratung kann für ein Einfamilienhaus bis zu 750 € kosten, jedoch übernimmt das Bafa davon 400 €, bei Häusern mit drei Wohnungen 360 €. Macht der Berater eine thermografische Untersuchung (Wärmebild), wird diese zusätzlich mit 100 € bezuschusst; gibt er auch Hinweise zum Stromsparen, kommen noch einmal 50 € dazu. Der gesamte Förderbetrag ist jedoch auf 50% der Beratungskosten begrenzt.

Alle Zuschüsse beantragt der Berater. Sie werden an ihn gezahlt, und er gibt die Zuschüsse an Sie weiter. Auf der Abrechnung der Beratungskosten muss der Zuschuss für den Auftraggeber sichtbar und nachprüfbar aufgeführt werden.

Die Anschrift des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle lautet:

Frankfurter Straße 29 – 31, 65760 Eschborn/Ts., Telefon: (0 61 96) 9 08 – 0

internet: www.bafa.de

Lassen Sie sich nicht von der Werbung überrumpeln, sie verspricht zwar:

  • Durch energiesparende Technik kann der Verbraucher steigenden Energiepreisen gelassen entgegensehen.

  • Mieter und Vermieter profitieren unmittelbar von den erheblich reduzierten Heizkosten.

  • Eine komplette Sanierung kostet erheblich, rentiert sich aber, denn es lassen sich bis zu 70% Heizkosten einsparen.

  • Nach Abschluss der Sanierung wird sofort Geld gespart.

Tatsache ist jedoch, dass Gebäudesanierungen zur Verbesserung des Energieverbrauchs nach einer Umfrage des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes weniger effektiv ausfallen als zu erreichen wäre. Dass die Versprechungen der Werbung nicht eintreten.

Ganz gleich, ob neue Fenster eingebaut wurden, die Wärmedämmung verbessert, neue Heizungsanlagen eingebaut, eine Solaranlage installiert wurde, - die erwünschte Energieeinsparung wurde in vielen Fällen nicht erreicht. Bei einem Viertel der Befragten stellten sich die gewünschten Ersparnisse gar nicht ein. Bei einem weiteren Viertel fallen sie so klein aus, dass sich die Investitionen frühestens in 25 Jahren rechnen werden.

Der Grund liegt darin, dass nur wenige Hausbesitzer vor der Sanierung eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen. Dass eine gute Beratung der Schlüssel zum Erfolg energetischer Sanierungsmaßnahmen ist, zeigt unter anderem folgendes Ergebnis der Umfrage: Bei Haubesitzern, die auf eine Beratung verzichtet hatten, lag die Energieeinsparung im Durchschnitt bei 16%. Wer dagegen die Beratung eines unabhängigen Energieberaters in Anspruch genommen hatte, erreichte eine Einsparung von durchschnittlich 27%. Allerdings kamen nur 3% aller Sanierer auf eine Energieeinsparung von 50%.

Woher weiß ich, ob ich meine alte Gastherme austauschen muss, obwohl sie noch gute Abgaswerte hat?

Ab dem 01. 01. 2015 müssen Heizkessel und Gasthermen ausgetauscht werden, die mehr als 30 Jahre alt sind. Bei der Beurteilung kommt es nicht auf die Abgaswerte an, ausschlaggebend ist der erhöhte Heizenergiebedarf (Gas, Heizöl usw.)

Ausnahmen:

  1. Brennwertkessel und Niedertemperatur-Heizkessel.

  2. Von dieser Verordnung werden Eigentümer von Ein- oder Zweifamilienhäusern ausgenommen, die ihre Häuser selbst nutzen und darin schon am 1. Februar 2002 wohnten. Hier greift die Nachrüstpflicht erst zwei Jahre nach einem Eigentümerwechsel des Hauses. (§ 9, Abs.4 EnEV).

Wodurch entsteht Kondenswasserbildung an einfacher Thermoverglasung und was lässt sich dagegen tun?

Die Wärmedämm-Wirkung älterer Isoliergläser hat einen Energie-Durchlasswert (U-Wert) von „3“. Bei modernem 3-fach Isolierglas beträgt dieser Nr. „0,7“. Das bedeutet, dass deren Dämmwirkung um den Faktor 4 besser ist.

Gefördert wird die Kondenswasser-Bildung zusätzlich durch eine erhöhte Luftfeuchtigkeit im Innern des Hauses:

In modernen Haushalten bildet sich eine erhebliche Luftfeuchtigkeit (oft 70% und mehr). Diese wird verursacht durch unsere heutige Lebensweise: Tägliches oft mehrmaliges Duschen, Waschen und Trocknen der Wäsche in der Wohnung mit entsprechenden Geräten, sowie die Benutzung einer Geschirr-Spülmaschine. Ganz besonders ungünstig wirken sich Wäschetrockner aus, die im Kondensverfahren arbeiten, da deren gesamte Feuchtigkeit in der Wohnung verbleibt und nicht, wie bei Abluftgeräten, nach außen abgeleitet wird. Grünpflanzen und evt. ein Aquarium sind ebenfalls eine Quelle von Luftfeuchtigkeit. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass jeder Mensch im Laufe des Tages zwei Liter Wasser über die Atmung und die Haut abgibt; bei Haustieren verhält es sich ähnlich. Auf diese Weise können im Laufe eines Tages in einem 4-Personen-Haushalt 12 bis 15 Liter Wasser an die Raumluft abgegeben werden.

Allein durch das Nutzen einer Wohnung werden erhebliche Mengen an Feuchtigkeit an die Raumluft abgegeben. Das kann pro Tag folgende Mengen ergeben:

  • Mensch, pro Person: 1,5 – 2,0 Liter

  • Duschen, Baden, pro Person: 0,5 – 1,0 Liter

  • Kochen: 0,5 – 1,0 Liter

  • Wäsche trocknen (4,5 kg): 1,0 – 1,5 Liter geschleudert

  • desgl.: 2,0 – 3,0 Liter tropfnass

  • Blumen, Topfpflanze, pro Pflanze: 0,5 – 1,0 Liter.

In der Regel sind heute in fast allen Häusern absolut dicht schließende, mit Gummidichtungen versehene Fenster und Türen eingebaut. Bevor man luftdicht schließende Fenster und Außentüren kannte, ergab sich folgende Situation: Fenster alter Bauart - ohne Dichtungen – ließen pro Fenster an einem Tag 20 – 30 m³ (!) frische und trockene Außenluft eindringen und sorgten damit für einen selbsttätigen und intensiven Luftaustausch. Das haben Versuche am Fenster-Institut, Rosenheim, ergeben. Wenn das nicht mehr geschehen kann, bleibt die warme mit Feuchtigkeit gesättigte Luft in der Wohnung und schlägt sich in Ihrem Fall an den Fenstern als Kondenswasser nieder.

Die wichtigste und wirksamste Möglichkeit, eine Verbesserung zu erreichen, ist die ganz gründliche Totallüftung, während der Heizperiode mindestens zweimal am Tag, möglichst morgens und abends. Alle Fenster und Türen sollten jeweils für mindestens 10 – 15 Minuten weit geöffnet werden, damit es zu einem deutlichen Luftaustausch in der gesamten Wohnung kommt (Durchzug!). Die sogen. Stoßlüftung durch nur kurzzeitiges Öffnen einzelner Fenster oder die Lüftung durch gekippte Fenster reicht nicht aus.

Grundlage dieser Empfehlung ist ein physikalisches Gesetz, welches besagt, dass warme Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte. Das bedeutet z.B.:

  • 10°C warme Luft kann pro m³ 9,4 g Wasser aufnehmen,

  • 20°C warme Luft kann pro m³ 17,3 g Wasser aufnehmen.

Wenn nun beim intensiven Lüften (Durchzug) kalte Außenluft in die Wohnung einströmt und sich erwärmt, kann sie eine erhebliche Menge Feuchtigkeit aufnehmen und diese im Luftstrom nach außen transportieren. Das funktioniert aber nur bei Durchzug, da nur in dann die Möglichkeit gegeben ist, dass die warme Luft in ausreichender Menge nach außen gelangt.

Wir möchten Ihnen empfehlen, ein „Hygrometer“ anzuschaffen. Diese Luftfeuchtigkeits-Messer erhalten Sie relativ preiswert beim Optiker oder im Versandhandel. Beachten Sie jedoch, dass nur elektronische Geräte zuverlässig arbeiten. Eine Untersuchung der Zeitschrift „test“ hat ergeben, dass man sich auf die Angaben von Zeigerinstrumenten nur dann verlassen kann, wenn sie geeicht sind (Gebrauchsanweisung beachten!).

Durch den Gebrauch eines Hygrometers haben Sie die Möglichkeit, laufend die Luftfeuchtigkeit in Ihrer Wohnung zu kontrollieren und Ihr Lüftungsverhalten danach einzurichten. Die Luftfeuchtigkeit sollte im Normalfall 50 – 55% betragen. Das Hygrometer sollte an zentraler Stelle in der Wohnung hängen, wo es ins Auge fällt. In Räumen, die von Feuchtigkeit oder Schimmel befallen sind, sollte regelmäßig gemessen werden. Das Instrument sollte nicht direkt am Fenster, hinter einem Vorhang, in der Sonne oder direkt über der Heizung aufgehängt werden!

Sind Kalzium-Silikat-Platten als Methode zur Wärmedämmung sinnvoll?

Kalzium-Silikat-Platten sind ein neu entwickeltes Dämm-Material zur Isolierung gegen Kälte und seit ungefähr 8 Jahren im Handel.

Kalzium-Silikat-Platten bestehen überwiegend aus Kalk und feinem Sand mit geringen Zelluloseanteilen. Sie sind daher als ökologisch unbedenklich einzustufen. Sie sind abweisend gegen Wasser (in flüssiger Form). Trotzdem haben sie eine sehr gute Wasserdampf-Durchlässigkeit, so dass die „Atmung“ der Wände, auf denen Kalzium-Silikat-Platten angebracht werden, in keiner Weise behindert wird.

Kalzium-Silikat-Platten sind unbrennbar (Brandklasse A1), leicht von Gewicht, zug- und druckfest. Sie sind formstabil und unterliegen keinen Ausdehnungsschwankungen. Sie haben eine sehr gute Dämmwirkung, die auf der mikroporösen Struktur beruhen, das heißt, es sind unendlich viele kleine Luftblasen in diesem Material eingeschlossen. Kalzium-Silikat-Platten haben eine ähnliche Isolierwirkung wie Polystyrol (Styropor) oder Mineralwolle. Die Wärmeleitfähigkeit beträgt je nach Fabrikat 0,045 – 0,06 W/mK.

Kalzium-Silikat-Platten werden – je nach Hersteller - in unterschiedlichen Formaten und Dicken von 10 – 100 mm angeboten. Um eine ausreichende Wärmedämmung zu erreichen muss in der Regel eine Dämmstoffdicke von 80 mm eingebaut werden. Oftmals wird es daher erforderlich sein, mehrere dünnere Platten vollflächig aufeinander zu kleben.

Kalzium-Silikat-Platten haben eine positive Wirkung auf das Raumklima. Sie wirken als „Feuchtigkeits-Puffer“. Sie können im Raum befindliche überschüssige Luftfeuchtigkeit aufnehmen und diese später bei gesunkener Luftfeuchtigkeit nach vernünftiger Lüftung dosiert wieder an die Umgebung abgeben. Aus diesem Grund dürfen Wärmedämmungen, die mit Kalzium-Silikat-Platten hergestellt werden, nicht mit einer Dampfsperre abgeschlossen werden. Bei diesem Vorgang der „Feuchtigkeits-Abpufferung“ behalten Kalzium-Silikat-Platten stets eine trockene Oberfläche. Dadurch werden die Wachstumsbedingungen für Schimmelpilze stark eingeschränkt. Unterstützt wird dieser Effekt zusätzlich durch die Alkalität der Plattenoberfläche.

Kalzium-Silikat-Platten werden mit einem speziellen Klebemörtel befestigt. Sie müssen an jeder Stelle vollflächigen Kontakt mit dem Untergrund haben. Hohlstellen und Unebenheiten sind vorher mit Klebemörtel auszugleichen. Größere Platten können zusätzlich mit Tellerdübeln gesichert werden. Kleinteilige Platten können mit einem Leichtputz überzogen werden, in den ein Armierungsgewebe eingebettet ist. Bei großformatigen Platten, reicht es aus, die Plattenstöße glatt zu schleifen. Alle Werkstoffe wie Klebemörtel und Leichtputz müssen vom Hersteller der Platten zugelassen sein. Bei systemfremden Werkstoffen erlischt die Garantie.

Kalzium-Silikat-Platten können ihre guten Eigenschaften aber nur dann entfalten, wenn ihre Oberfläche ebenfalls diffusionsoffen (d. h. atmungsaktiv) gestaltet wird. Als Anstrich sind daher Innen-Silikatfarben zu empfehlen, da diese gleichfalls eine ungehinderte Wasserdampf-Durchlässigkeit zulassen. Außerdem gehen Silikatfarben mit den Kalkbestandteilen der Platten oder des Leichtputzes eine chemische Verbindung ein, sie verkieseln mit ihnen. Innen-Silikatfarben lassen sich mit dem gleichen Material immer wieder überstreichen. Beim Tapezieren sollten nur leichte Papiertapeten verklebt werden. Überstrichene Rauhfaser-Tapeten sowie Kunststoff- oder Vliestapeten sind nicht geeignet.

Kann man eine Perimeter-Dämmung in Betonwänden und - böden anbringen um Kältebrücken zu vermeiden?

Eine „Perimeter-Dämmung“ käme allenfalls bei einer Wärmedämmung von Keller-Außenwänden infrage. Eine Verbesserung der Situation ist nur mit folgendem Aufbau zu erreichen:

  1. Lose (schwimmende) Verlegung von extrudierten Polystyrolplatten XPS (Styrodur) oder Polyurethanschaum

  2. Dampfsperre

  3. Lose (schwimmende) Verlegung von Trockenbau-Estrichelementen als Träger des eigentlichen Fußbodenbelages. Auf Trockenbau-Estrichelementen können alle herkömmlichen Fußbodenbeläge verlegt werden.

Im Erdgeschoss befindet sich ein Anbau, der auch als Balkon im Obergeschoss verwendet wird. Als Boden diente bisher eine Holzeindeckung, diese wurde jetzt durch eine massive Betondecke ersetzt. Wie muss diese korrekt isoliert werden?

Es reicht nicht aus, einfach auf die Unterseite Polystyrol-Platten (Styropor) zu kleben. Diese neu geschaffene Wärmedämmung muss aus bauphysikalischen Gründen mit einer absolut luftdicht ausgeführten Dampfsperre abgeschlossen werden. In welcher Weise das geschehen kann, lässt sich nur an Ort und Stelle klären.

Als Alternative kann die Wärmedämmung auch auf der Oberseite (Wetterseite) der Betondecke angebracht werden. Da diese vermutlich begehbar sein soll (Balkon) kann nur ein Dachdecker die Montage durchführen. Um in jedem Fall sicher zu gehen, möchten wir empfehlen sich durch einen Architekten beraten zu lassen.

Die Außenwände unseres Hauses bestehen aus 24er Hohlblocksteinen mit einem mineralischen Putz. Wir möchten die Außenfassade nun dämmen, dabei rät man uns zur Verwendung von Merinowolle. Um wieviel besser ist diese Dämmung im Vergleich zu Luft und wie sieht es mit der Atmungsaktivität der Außenwand aus?

Ein Luftzwischenraum (Hohlraum) von einigen Zentimetern zwischen der Außenschale und der Hauswand hat theoretisch einen gewissen Wärmedämm-Effekt. Voraussetzung ist aber, dass es sich um ein „ruhendendes“ Luftpolster handelt. Das heißt, der Luftzwischenraum müsste an allen Stellen des Hauses gegenüber der Umgebung völlig luftdicht abgeschlossen sein. Sobald nur eine einzige kleine undichte Stelle vorliegt, findet eine Luftzirkulation statt, die zur Auskühlung führt (Konvektionswalze) und jeden Wärmedämm-Effekt zunichtemacht. In der Regel ist davon auszugehen, dass ein solcher total abgedichteter Luftzwischenraum nicht vorhanden ist, zumal viele zweischalige Klinker-Fassaden im unteren Bereich Entwässerungsöffnungen haben.

Die andauernde Wärmezufuhr aus dem Inneren des Hauses in den Luftzwischenraum (Hohlraum)  hält die oben beschriebene Luftzirkulation in Bewegung. Die erwärmte Luft bewegt sich durch die Verringerung ihrer Dichte, – sie steigt nach oben und führt ihre Wärme-Energie mit sich. Im oberen Teil des Luftzwischenraumes bildet die erwärmte Luft einen Wirbel und gelangt in Kontakt mit der kälteren Außenschale. Dabei gibt sie ihre Wärme an diese ab. Die nun abgekühlte Luft sinkt wieder nach unten und bildet einen Wirbel, der durch die warme Innenwand wieder erwärmt wird. Beschleunigt wird dieser Effekt noch zusätzlich, wenn durch undichte Stellen der Luftzwischenraum mit der Außenluft  verbunden ist und kalte Außenluft eindringen kann. Durch die totale Ausfüllung des Luftzwischenraums (Hohlraums) mit einem geeigneten Dämm-Material kann man den Vorgang der Konvektion unterbinden und damit die Wärmedämmung der Außenwände verbessern. Eine solche „Kerndämmung“ kann mit mineralischem Dämm-Granulat (z. B.„Perlite“), Polystyrol-Granulat, Mineralwolleflocken oder Isolierschaum erfolgen. Wichtig ist, dass alle Dämmstoffe wasserabweisend („hydrophob“) ausgerüstet sind. Bei Isolierschaum besteht die Gefahr, des frühzeitigen Aushärtens, so dass eine totale Ausfüllung des Luftzwischenraums nicht gewährleistet ist.
Um genau zu sein, muss man sagen, dass durch die Kerndämmung - das Ausfüllen des Luftzwischenraumes (Hohlraum) -  mit einem geeigneten Dämm-Material und durch die damit erreichte Unterbindung der „Konvektionswalze“ lediglich die „Auskühlung“ der Außenwände gestoppt wird. Um eine voll wirksame Wärmedämmung nach den Vorgaben der Energie-Einsparverordnung (EnEv)  zu erreichen, müsste eine Dämmstoffdicke von mindestens 12 cm, besser 16 cm, erreicht werden. Da der Luftzwischenraum (Hohlraum) in der Regel eine geringere Tiefe hat, wird es erforderlich sein, die Fassade auf der Außenseite noch zusätzlich zu dämmen. Umgekehrt ist festzustellen, dass eine äußere Wärmedämmung nur dann wirksam ist, wenn vorher der Luftzwischenraum mit Dämm-Material ausgefüllt wurde. Das bedeutet: wenn man eine Fassade ausreichend dämmen möchte, müssen immer beide Maßnahmen zusammen durchgeführt werden. Trotzdem steht jedoch außer Frage, dass eine sorgfältig ausgeführte Kerndämmung im Luftzwischenraum (Hohlraum) zumindest einen positiven Effekt hat. Die Dämmwirkung der Wärmedämmstoffe wird durch die Angabe der Wärmeleitfähigkeitsgruppe (WLG)  beschrieben. Die Dämmstoffe werden entsprechend ihrer Wärmeleitfähigkeit einer Wärmeleitfähigkeitsgruppe zugeordnet. Ein Dämmstoff mit der Wärmeleitfähigkeit 0,040 W/(m²K) wird der WLG 40 zugeordnet. Je kleiner der Wert ist, umso besser dämmt das Material.
In der Energie-Einsparverordnung werden für die Dämmstoffdicke von Wärmedämm-Maßnahmen an Außenwänden folgende Mindestanforderungen festgelegt:
    •    bei der Verwendung von Dämm-Material WLG 50 = Dämmstoffdicke 20 cm,
    •    bei der Verwendung von Dämm-Material WLG 40 = Dämmstoffdicke 16 cm,
    •    bei der Verwendung von Dämm-Material WLG 35 = Dämmstoffdicke 14 cm.
 Nach den allgemein zugänglichen Unterlagen der Hersteller werden die am Markt angebotenen Dämmstoffe folgenden Wärmeleitfähigkeitsgruppen zugeordnet:
·       Polystyrol je nach Lieferform =  WLG 35 + WLG 40
·       Mineralwolle =  WLG 40
·       Dämmgranulat je nach Lieferform =  WLG 40 bis WLG 50.
·       Schafwolle     =  WLG 40
Schafwolle wird in speziellen Aufbereitungsverfahren zu Dämm-Matten mit Vliesrückseite verarbeitet. Schafwolle kann Formaldehyd, Ozon, Stickoxyde und CO² binden. Gute schalldämmende Eigenschaften, staubarm beim Verarbeiten. Insekten- (motten-) und nagetiersicher. Kann bis zu 30% Wasser aufnehmen, ohne zu verrotten. Diffusionsfähig, feuchteausgleichend, beständig gegen Schimmel. Brandschutzklasse B2 (Euronorm: E) wird ohne Flammschutzmittel erreicht. Die Wärme-leitfähigkeit beträgt 0,040 – 0,045 W/(m²K). Schichtdicke für U-Wert 0,40 W/(m²K) = 16 cm.
Wärmespeicherwert:  1,30 kJ/(kgK), Diffusionswiderstand in mü:  1 – 2
 Wie oben bereits dargestellt, müsste um eine ausreichende Dämmwirkung bei der Verarbeitung von Schafwolle zu erreichen, die Dämmstoffdicke 16 cm betragen, das heißt der Luftzwischenraum, der das Dämm-Material aufnehmen soll, muss ebenfalls 16 cm tief sein. Wenn Sie eine leistungsfähige Wärmedämmung für Ihr Haus wünschen, kommt neben der oben beschriebenen Technik (Kerdämmung + zusätzliche Außendämmung) nur ein fachgerecht montiertes Wärmedämm-Verbundsystem in Frage.
Aus Ihren Ausführungen ist zu entnehmen, dass sie befürchten, durch eine komplette Außendämmung die „Atmung“ der Außenwände einzuschränken, und zwar besonders durch die Verwendung von expandiertem Polystyrol EPS (Styropor). Davon kann jedoch keine Rede sein. Ein Luft- oder Wasserdampf-Austausch durch die gesamte Dicke der Außenwand ist bei keiner bekannten Fassadenkonstruktion möglich. Es spielt daher keine Rolle, ob als Dämm-Material expandiertes Polystyrol EPS (Styropor), Mineralwolle, Holzfaser-Dämmplatten Kalzium-Silikat-Platten eingesetzt werden. Es wird zwar immer wieder behauptet, dass die Fassade „atmen“ müsse, diese Behauptung ist jedoch falsch und bauphysikalisch nicht zu beweisen.

Meine Wärmepumpen funktionieren nicht richtig, da sie in einem zu kleinen Abstand eingebaut wurden. Was lässt sich tun?

Wenn der Abstand zu den nachbarschaftlichen Sonden (lt. VDI 4640) nicht groß genug ist, dann taucht möglicherweise die Frage auf, wer hat zuerst gebohrt und wer hat keine Rücksicht auf die anderen Sonden genommen. Das alles sieht nach einer juristischen Auseinandersetzung aus.

Gewissheit können Sie sich nur durch neutralen Sachverstand verschaffen. Den erreichen Sie am sichersten durch einen ein „öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen“ (Fach-gebiet Wärmepumpen). Dessen Anschrift können Sie bei der für Sie zuständigen Industrie- und Handelskammer erfahren.

Zusätzlich möchten wir Ihnen noch die Anschrift des Fachverbandes für Wärmepumpen mitteilen. Möglicherweise können Sie auch dort brauchbare Ratschläge erhalten.

Bundesverband Wärmepumpe (BWP) eV.

Französische Straße 47 – 10117 Berlin

Telefon: (0 30) 208 799 711

F A X : (0 30) 208 799 712

internet: www.waermepumpe.de

e-mail: info@waermepumpe.de

Ist es sinnvoll alte Konvektionskörper auszutauschen, wenn ich bereits eine Erdwärmepumpe eingebaut habe?

Obwohl elektrische Wärmepumpen in den letzten Jahren stark verbessert wurden, können sie nur in gut wärmegedämmten Gebäuden eine Alternative zur Heizung mit fossilen Brennstoffen sein. Bei allen Planungen muss man beachten, dass der Strombedarf einer Wärmepumpe umso größer ist, je größer der Temperaturunterschied zwischen Wärmequelle und Heizungswasser ist. Voraussetzungen für den ökologisch und ökonomisch vernünftigen Betrieb einer Wärmepumpe sind:

  • der Standard eines sehr gut gedämmten Niedrigenergie-Hauses (2 bis 5-Liter-Haus),

 

  • dass eine Flächenheizung (Fußboden- oder Wandheizung) vorhanden ist, die auch an kalten Wintertagen mit einer Vorlauftemperatur von nicht mehr als ca. 35° - 40°C auskommt,

Für die Warmwasser-Bereitung muss die Wärmepumpe relativ hohe Temperaturen erzeugen, was ihre Effektivität mindert. Es empfiehlt sich daher, zusätzlich eine Solaranlage zu installieren, damit die Wärmepumpe nur im Winter die höheren Temperaturen schaffen muss.

Die oben aufgeführten Voraussetzungen: Standard eines Niedrigenergie-Hauses und Flächenheizung, werden in der Regel nur bei Neubauten erfüllt. Ob es wirtschaftlich sinnvoll ist, in einem bestehenden Haus das Auswechseln einer mit Heizöl oder Gas betriebenen Heizung durch eine Wärmepumpe vorzunehmen, ist zurzeit noch sehr fraglich. Das Fraunhofer Institut will erst durch Testreihen untersuchen, welche Voraussetzungen an die Ausstattung des Hauses gestellt werden müssen.

Soweit die allgemeine und grundsätzliche Darstellung zum Thema Wärmepumpen. Die spezielle Frage möchten wir wie folgt beantworten:

Eine effektive Nutzung der niedrigen Vorlauftemperatur ist nur mit einer Fußboden- oder Wandheizung (siehe oben) zu erreichen, das heißt, der „Heizkörper“ eines jeden Raumes müsste eine Fläche von 12 – 14 m² haben.

Zusätzlich wird es erforderlich sein, das Haus auf den „Niedrig-Energie“-Standard umzurüsten. Das bedeutet Wärmedämmung der Fassade und Fenster mit 3-Scheiben-Isolierglas.

Wir empfehlen einen unabhängigen Energieberater zu konsultieren. Immer wieder werden wir mit folgenden Werbeaussagen konfrontiert:

  • Durch energiesparende Technik kann der Verbraucher steigenden Energiepreisen gelassen entgegensehen.

  • Mieter und Vermieter profitieren unmittelbar von den erheblich reduzierten Heizkosten.

  • Eine komplette Sanierung kostet erheblich, rentiert sich aber, denn es lassen sich bis zu 70% Heizkosten einsparen.

  • Nach Abschluss der Sanierung wird sofort Geld gespart.

Tatsache ist jedoch, dass Gebäudesanierungen zur Verbesserung des Energieverbrauchs nach einer Umfrage des Verbraucherzentrale-Bundesverbandes weniger effektiv ausfallen als zu erreichen wäre. Dass die Versprechungen der Werbung nicht eintreten.

Ganz gleich, ob neue Fenster eingebaut wurden, die Wärmedämmung verbessert, neue Heizungsanlagen eingebaut, eine Solaranlage installiert wurde, - die erwünschte Energieeinsparung wurde in vielen Fällen nicht erreicht. Bei einem Viertel der Befragten stellten sich die gewünschten Ersparnisse gar nicht ein. Bei einem weiteren Viertel fallen sie so klein aus, dass sich die Investitionen frühestens in 25 Jahren rechnen werden.

Der Grund liegt darin, dass nur wenige Hausbesitzer vor der Sanierung eine unabhängige Beratung in Anspruch nehmen. Dass eine gute Beratung der Schlüssel zum Erfolg energetischer Sanierungsmaßnahmen ist, zeigt unter anderem folgendes Ergebnis der Umfrage: Bei Haubesitzern, die auf eine Beratung verzichtet hatten, lag die Energieeinsparung im Durchschnitt bei 16%. Wer dagegen die Beratung eines unabhängigen Energieberaters in Anspruch genommen hatte, erreichte eine Einsparung von durchschnittlich 27%. Allerdings kamen nur 3% aller Sanierer auf eine Energieeinsparung von 50%.

Viele Eigentümer verlassen sich auf den Rat ihrer Heizungsfirma, ihres Maurers, Malers/Putzers, Fensterbauers oder vertrauen guten Freunden und Kollegen. Allerdings haben die wenigsten davon ein umfassendes Konzept. Sie sehen nur ihr eigenes Gewerk und nicht das Haus als Ganzes. Zudem sind viele ortsansässige Handwerker auf ein bestimmtes Produkt oder einen bestimmten Hersteller eingeschworen.

Deshalb ist es ganz wichtig, eine neutrale, umfassende Beratung über sämtliche auf dem Markt befindliche Produkte und innovative Lösungen zu bekommen. Längst nicht alle „Energieberater im Handwerk“ sind vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) oder der KfW-Bank zertifiziert oder sind in der „Dena-Liste“ der Deutschen Energiespar-Agentur (www.energie-effizienz-experten.de) aufgeführt.

Leider ist die Bezeichnung „Energieberater“ nicht geschützt und auch nicht an spezielle Qualifikationen gebunden. Jedermann kann sich „Energieberater“ nennen. Das hat zur Folge, dass eine große Zahl von Scharlatanen Hausbesitzern Qualifikationen vorgaukelt, die nicht vorhanden sind. Sie erstellen Sanierungsprogramme, die wertlos sind und kassieren dafür große Honorare, die durch nichts gerechtfertigt sind. Neutrale und unabhängige Energieberater haben in der Regel ein technisches Studium absolviert, oftmals sind es aber auch Handwerksmeister, Techniker oder Schornsteinfeger mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation. Genauso wichtig wie die Ausbildung ist die in der Praxis erworbene Erfahrung, wie das komplexe System „H a u s“ funktioniert.

Allerdings verrät auch die Experten-Listen nicht, ob der Energieberater z. B. ein Architekt ist und sich daher besonders für Planungsaufgaben eignet, oder ob es sich um einen Heizungsfachmann handelt, der auf Haustechnik spezialisiert ist. Aus diesem Grund sollten Sie mit dem in Aussicht genommenen Energieberater ein unverbindliches Vorgespräch führen. Fragen Sie ihn nach seiner Qualifizierung, nach Referenzen und Arbeitsschwerpunkten, bevor Sie ihn mit der Untersuchung Ihres Hauses beauftragen.

Nachdem der zertifizierte Energieberater Ihr Haus genau untersucht hat, bekommen Sie einen Bericht. Darin wird der „Ist-Zustand“ des kompletten Hauses ausführlich analysiert. Der Energieberater schlägt mehrere Varianten für eine Modernisierung und Verbesserung vor und rechnet Kosten und die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Varianten durch. Zusätzlich gibt er Ihnen Auskunft darüber, welche Fördermittel Sie erhalten können. Diese Beratung ist absolut unverbindlich. sie verpflichtet Sie zu nichts und lässt Ihnen jeden Spielraum. Sie können freiwillig entscheiden, ob und welche Maßnahmen Sie durchführen möchten.

Was viele Bauherren nicht wissen: Der Energieberater kann nicht nur Maßnahmen empfehlen, er kann – die entsprechende Qualifikation vorausgesetzt – zusätzlich die fachgerechte Ausführung der Modernisierungsmaßnahmen überwachen. Auf diese Weise können Fehler, die immer wieder auftreten, noch während der Bauphase behoben werden.

Nur die von der KfW-Bank zertifizierten Energieberatern durchgeführte „Vor-Ort-Beratung“ wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gefördert. Die ausführliche Beratung kann für ein Einfamilienhaus bis zu 750 € kosten, jedoch übernimmt das Bafa davon 400 €, bei Häusern mit drei Wohnungen 360 €. Macht der Berater eine thermografische Untersuchung (Wärmebild), wird diese zusätzlich mit 100 € bezuschusst; gibt er auch Hinweise zum Stromsparen, kommen noch einmal 50 € dazu. Der gesamte Förderbetrag ist jedoch auf 50% der Beratungskosten begrenzt.

Alle Zuschüsse beantragt der Berater. Sie werden an ihn gezahlt, und er gibt die Zuschüsse an Sie weiter. Auf der Abrechnung der Beratungskosten muss der Zuschuss für den Auftraggeber sichtbar und nachprüfbar aufgeführt werden.

Die Anschrift des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle lautet:

Frankfurter Straße 29 – 31, 65760 Eschborn/Ts., Telefon: (0 61 96) 9 08 – 0

internet: www.bafa.de

Wir sind sicher, dass die Beauftragung eines Energieberaters nur Vorteile bringen wird.

Die Wasser- und Abwasserleitungen in meinem Haus werden in einem Schacht nach oben ins Gäste-WC (EG) und ins Bad (1. OG) geführt. Die Rückwand des Schachtes bildet die Außenwand der Giebelseite (30er Poroton-Ziegel). Bitte teilen Sie mir mit, welche Stärke die Dämmung der Rohre haben muss.

In der aktuellen Energie-Einsparverordnung (EnEV, Stand: März 2017) werdeb die Mindestanforderungen für die Wärmedämmung von Warmwasser-, Kaltwasser- und Heizungszuleitungen wie folgt festgelegt:

  • Leitungen bis 22 mm Innendurchmesser müssen mit einer Dämmstoffdicke von mindestens 20 mm ummantelt werden.
  • Bei Leitungen mit einem Innendurchmesser von 22 – 30 mm muss die Dämmstoffdicke mindestens 30 mm betragen.

Bei Abwasserleitungen ist eine Wärmedämmung nicht erforderlich.

Wir haben einen Flachdachbungalow aus den 70er-Jahren gekauft und jetzt erfahren, dass dort keine Dampfsperre angebracht ist. Müssen wir das nachholen, oder gibt es eine andere Lösung?

Selbstverständlich muss jede Innendämmung auf der „warmen“ Seite mit einer Dampfsperre luftdicht verschlossen werden.

Das liegt daran, dass die in der Raumluft gebundene Feuchtigkeit das Bestreben hat, von der warmen Seite (also von innen) nach außen zu wandern. Wenn nun besonders in der Heizperiode warme Luft ungehindert in die Wärmedämmung einziehen kann (Diffusion), kühlt sie dort ab und die in ihr enthaltene Feuchtigkeit kondensiert aus.

Das führt zu einer Durchfeuchtung des Dämmmaterials, dessen Dämmwirkung damit schlagartig abnimmt. Außerdem kann es zur Schimmelbildung innerhalb der Wärmedämmung kommen. Nur durch das Anbringen einer Dampfsperre (in der Regel wird dafür eine Spezialfolie verwendet) vor der (ausreichend starken!) Wärmedämmung auf der Raumseite lässt sich das Eindringen von Luft und Feuchtigkeit verhindern.

Ich habe von einem Dämmstoff gelesen, der bei einer Stärke von 20 Millimeter genauso gut dämmen soll wie 200 Millimeter Styropor. Worum kann es sich handeln?

Bei dem Dämmstoff handelt es sich vermutlich um Vakuumdämmplatten, die tatsächlich eine zehnmal bessere Dämmwirkung haben als zum Beispiel Styropor. Sie bestehen aus einem offenporigen Stützkern, der von einer absolut gas- und luftdichten Hülle aus Spezialfolie umgeben ist. Im Inneren dieser Hülle besteht ein Vakuum. Die Vakuumdämmplatten sind sehr empfindlich und müssen so eingebaut werden, dass eine Beschädigung ausgeschlossen ist; ansonsten würden das Vakuum und damit die Dämmwirkung aufgehoben. Die Platten können daher auch nicht zugeschnitten werden, sondern müssen in den gefertigten Maßen verbaut werden. Zusammen mit dem recht hohen Preis von 40 bis 50 Euro je Quadratmeter schränkt das die Einsatzmöglichkeiten dieses Dämmstoffs sehr ein.

Aus Kostengründen möchte ich mein Haus nicht von außen, sondern von innen dämmen. Spricht aus Ihrer Sicht etwas dagegen?

Eine Hauswand mit einer Wärmedämmung auf der Innenseite ist besser als eine völlig ungedämmte Wand. Grundsätzlich sollten Innendämmungen aber nur dann eingebaut werden, wenn keine andere Möglichkeit für eine äußere Wärmedämmung besteht. Beispielsweise ist zu bedenken, dass die Wärme des Innenraumes bei einer Innendämmung nicht in das Mauerwerk gelangen kann. Die Wand bleibt kalt und die Wärmespeicherfähigkeit des Mauerwerks wird nicht genutzt. Nach dem Abschalten der Heizung kühlen die Räume schnell aus. Auch das Risiko von Bauschäden durch Feuchtigkeit, die in die Dämmung eindringen kann, ist höher. Eine sorgfältig ausgeführte luftdichte Dampfsperre auf der Innenseite ist auf jeden Fall erforderlich.

Unsere Wände haben eine relativ dünne Innendämmung aus Styropor. Besteht die Gefahr von Schimmelbildung, wenn wir jetzt zusätzlich eine Außendämmung mit einem Wärmedämmverbundsystem vornehmen?

Zwischen einer fachgerecht ausgeführten äußeren Wärmedämmung (die Dicke sollte immer von einem Fachmann berechnet werden) und einer bereits vorhandenen Wärmedämmung auf den Innenseiten der Außenwände gibt es keine Wechselwirkung. Oftmals wird die Befürchtung geäußert, dass durch die Montage eines Wärmedämmverbundsystems die Fassade „versiegelt“ würde und sie daher nicht mehr „atmen“ könnte. Das ist eine falsche Vorstellung. Ein Luft- oder Wasserdampfaustausch durch die gesamte Dicke der Außenwand ist bei keiner bekannten Fassadenkonstruktion - außer bei Lehmfachwerk - möglich. Die Ursachen für Schimmelbildung sind vielmehr zu hohe Luftfeuchtigkeit durch eine nicht ausreichende Lüftung und durch dicht schließende Fenster.

Wir möchten bei unserem Haus an einer überhängenden Fläche eine Isolierung von unten anbringen. Haben Sie dafür eine Empfehlung?

Den überhängenden Teil Ihres Hauses können Sie mit einem Wärmedämmverbundsystem dämmen, wie es auch bei Fassaden zum Einsatz kommt. Unter waagerechten Flächen muss das Dämmmaterial aber zusätzlich durch Tellerdübel gesichert werden. Die Dämmplatten werden dann mit einem Armierungs- und einem Deckputz versehen. Die Dämmung sollte sich auf den Teil beschränken, der überbaut ist. Eine Dämmung an der Unterseite einer Balkonplatte ist nur dann sinnvoll, wenn auch die Oberfläche und die Flanken gedämmt werden.

Wir möchten das Dach unseres Hauses (Baujahr 1954) dämmen. Stimmt es, dass zwischen Dachziegeln und Dämmung eine Schutzfolie angebracht werden muss?

Eine sogenannte Unterspannbahn ist bei der Dämmung des Daches unverzichtbar. Das Dämmmaterial muss davor geschützt werden, dass Regen oder Flugschnee durch Sturm oder Unwetter unter die Dachziegel getrieben werden. Wenn es feucht wird, verliert es nämlich schlagartig seine Dämmwirkung. Außerdem ist Feuchtigkeit, die nur schwer abtrocknen kann, eine Gefahr für alle verbauten Hölzer. Eine Spezialfolie verhindert das Eindringen der Feuchtigkeit von außen. Diese Unterspannbahn wird in der Regel vor dem Annageln der Dachlatten über die Sparren gespannt. Auch zum Raum hin muss die Dämmung übrigens vor eindringender Feuchtigkeit geschützt werden. Das geschieht durch das luftdichte Anbringen einer Dampfsperre.

Ich möchte die Fassade unseres Hauses dämmen, aber die untere geflieste Plättelung (rund 70 Zentimeter hoch) erhalten. Beeinträchtigt das die Energieeffizienz?

Jede Fassadenfläche, die bei der Montage des Wärmedämm-Verbundsystems ausgenommen wird, wirkt wie ein Energieleck. Bauphysikalisch entsteht an dieser Stelle eine Wärme-/Kältebrücke. Sie kann sich auf den Innenseiten durch Kondenswasser- und Schimmelbildung ungünstig bemerkbar machen. Das ist besonders der Fall, wenn in diesem Bereich auch die Kellerdecke liegt. Dann wird sich die Wärme-/Kältebrücke auch auf den Fußboden erstrecken. Wir würden Ihnen daher unbedingt empfehlen, den Sockelbereich in die Wärmedämmung einzubeziehen.

Ist es möglich, unser Haus von außen zu dämmen, wenn die Wände von innen bereits mit einer vier Zentimeter dicken Styropordämmung versehen sind?

Dagegen ist nichts einzuwenden. Zwischen einer fachgerecht ausgeführten äußeren Wärmedämmung (Wärmedämm-Verbundsystem) und einer vorhandenen Wärmedämmung auf den Innenseiten der Außenwände gibt es keinne Wechselwirkung.

Um keine Fehler zu machen, sollte aber die Dicke der Dämmschicht grundsätzlich von einem Fachmann berechnet werden.

An unseren neuen Kunststoff-Fenstern hat sich im letzten Winter immer wieder Feuchtigkeit niedergeschlagen. Jetzt haben sich schwarze Stellen an der Laibung gebildet, wahrscheinlich Schimmel. Liegt das an einem Fehler beim Einbau?

Die Kondenswasser-Bildung an den Fenstern, verbunden mit schwarzem Schimmelbefall in den Laibungen, wird durch zu hohe Luftfeuchtigkeit in der Wohnung verursacht. Dieser „Neue-Fenster-Effekt“ ist weitverbreitet: Er ergibt sich, weil beim (energetisch sinnvollen) Einbau dicht schließender Fenster der automatische Luftaustausch nicht mehr gewährleistet ist.

Alte Fenster ohne Dichtungen lassen pro Tag 20 bis 30 Kubikmeter frische, trockene Außenluft eindringen und sorgen damit automatisch für einen ausreichenden Luftaustausch. Das ist bei modernen Fenstern nicht mehr gewährleistet: Die Luftfeuchtigkeit bleibt im Haus und schlägt sich an den kältesten Bauteilen – und das sind fast immer die Fenster – als Kondenswasser nieder.

Dagegen hilft nur ein regelmäßiger, gründlicher Luftaustausch in der ganzen Wohnung, besonders während der Heizperiode.

Lohnt es sich, die Nischen, in denen unsere Heizkörper angebracht sind, zu dämmen?

Da die Wand in Heizkörpernischen wesentlich dünner ist als die übrige Außenwand, geht hierüber relativ viel Wärme verloren. Mit einer Dämmung, die die gesamte Nische ausfüllt, lassen sich diese Verluste deutlich verringern. Dafür muss eventuell der Heizkörper abgebaut und weiter ins Zimmer gerückt werden.

Zwischen Dämmmaterial und Heizkörper sollte ein Zwischenraum bleiben, in dem die Luft zirkulieren kann. Die Dämmung sollte mehrere Zentimeter dick sein. Von Dämmtapeten mit reflektierender Alufolie ist keine große Verbesserung zu erwarten.

Wir nutzen unseren Dachboden zum Wäschetrocknen. Nachdem wir ihn isoliert haben, ist es selbst bei Minustemperaturen auch ohne Heizung immer etwa zehn Grad warm. Dafür bildet sich jetzt Schimmel. Hilft es, wenn ich die Dachflächen mit Rigips verkleide?

Schimmel kann sich nur dort bilden, wo ständig Feuchtigkeit herrscht. Es gibt nur eine Möglichkeit, diesen Zustand zu ändern: lüften. Wenn Sie intensiv lüften, nachdem die Wäsche getrocknet ist, können Sie die Luftfeuchtigkeit schnell und zuverlässig herabsetzen. Damit es auf dem Dachboden zu einem kompletten Luftaustausch kommt, sollten Sie etwa 20 Minuten Durchzug machen.

Wenn die warme, mit Feuchtigkeit gesättigte Luft wieder nach außen strömen und kalte, trockene Luft nachfließen kann, kommt ein wirksamer Kreislauf und Trocknungsprozess in Gang. Die kurze, intensive Lüftung verursacht keine anhaltende Auskühlung des Dachbodens, so dass Ihnen kaum zusätzliche Heizkosten entstehen werden.

Wir haben ein Haus aus den 50er-Jahren gekauft. Die Längsseiten bestehen aus zwei Ziegelsteinmauern mit einer Luftschicht in der Mitte. Ist es möglich, auf diesen Mauern außen eine Dämmung aufzubringen?

Eine äußere Wärmedämmung ist nur dann wirksam, wenn vorher auch der Hohlraum der zweischaligen Wand mit Dämmmaterial ausgefüllt wurde. Zwar hat ein Luftzwischenraum zwischen Außenschale und Hauswand durchaus
einen gewissen Dämmeffekt – allerdings nur, wenn es sich um ein ruhendes Luftpolster handelt.

Der Luftzwischenraum müsste also an allen Stellen völlig luftdicht abgeschlossen sein. Schon eine kleine undichte Stelle führt zu einer Luftzirkulation und damit verbunden zu einer Auskühlung der Wand, die den Wärmedämmeffekt zunichtemacht. In der Regel ist davon auszugehen, dass ein solcher total abgedichteter Luftzwischenraum nicht vorhanden ist.

Wir haben ein Haus aus den 50er-Jahren gekauft. Die Längsseiten bestehen aus zwei Ziegelsteinmauern mit einer Luftschicht in der Mitte. Ist es möglich, auf diesen Mauern außen eine Dämmung aufzubringen?

Eine äußere Wärmedämmung ist nur dann wirksam, wenn vorher auch der Hohlraum der zweischaligen Wand mit Dämmmaterial ausgefüllt wurde. Zwar hat ein Luftzwischenraum zwischen Außenschale und Hauswand durchaus
einen gewissen Dämmeffekt – allerdings nur, wenn es sich um ein ruhendes Luftpolster handelt. Der Luftzwischenraum müsste also an allen Stellen völlig luftdicht abgeschlossen sein. Schon eine kleine undichte Stelle führt zu einer Luftzirkulation und damit verbunden zu einer Auskühlung der Wand, die den Wärmedämmeffekt zunichtemacht. In der Regel ist davon auszugehen, dass ein solcher total abgedichteter Luftzwischenraum nicht vorhanden ist.

Unser Haus ist mit einem Wärmedämmverbundsystem saniert. Wie befestigt man darauf Hausnummer und Briefkasten?

Das Anbringen von Klingeln, Schildern, Lampen, Markisen etc. auf einem Wärmedämmverbundsystem sollte vor Beginn der Arbeiten geplant werden. Das nachträgliche Anbringen birgt die Gefahr erheblicher Schäden, da jedes Durchdringen der Putz- und Armierungsschicht mit ungeeigneten Schrauben und Dübeln dazu führt, dass hier Feuchtigkeit eindringen kann. Mit so genannten „Kunststoff-Schnecken“, die in das Dämmmaterial gedreht werden, lassen sich leichte Teile wie Klingel oder Schilder anbringen.

Für die Montage schwererer Teile gibt es Systeme aus expandiertem Polystyrol. Diese Befestigungselemente müssen aber vor der Montage der Wärmedämmung mit dem Untergrund verklebt und in die Dämmung integriert werden.

Vor 25 Jahren habe ich einige Wohnblocks errichtet. Da häufig Durchfeuchtungen an den zweischaligen Außenwänden auftreten, möchte ich an diesen Außenwänden nun eine Wärmedämmung anbringen lassen.Welche Art der Dämmung ist auf Dauer haltbar und kostengünstig?

Sie müssen zunächst einmal klären, woher die Feuchtigkeit kommt. Von außen? Dann muss die Ursache behoben werden. Von innen, durch Kondensation? Dann ist durch eine Wärmedämmung Abhilfe zu schaffen.
Bei zweischaligem Mauerwerk kann jedoch eine Außendämmung nur dann den gewünschten Erfolg bringen, wenn zunächst der Hohlraum zwischen den Mauerschalen verfüllt wird. Dann erst kann außen mit einem Wärmedämm-Verbundsystem oder einer Fassadenverkleidung gedämmt werden. Die Kosten liegen, je nach System, bei 75 bis 100 Euro pro Quadratmeter.

Verschiedene Dämmarten


Unser Haus, Baujahr 1978, hat doppelte Außenwände. Das Hintermauerwerk ist aus 24 cm dicken Porenbetonsteinen, davor ist eine Klinkerfassade gesetzt, dazwischen eine breite Luftschicht. Aus Gründen der besseren Wärmedämmung erwägen wir, in den Zwischenraum zwischen beiden Mauerschalen ein Dämmmaterial einzublasen. Lohnt sich das überhaupt?

Hier die Antwort:

Es gibt keine bessere Isolierung gegen Wärme und Kälte als das ruhende Luftpolster im Zwischenraum der Außenwände Ihres Hauses. Kein wie immer geartetes Isoliermaterial kann diese Dämmwirkung verbessern. Das gilt allerdings nur, wenn dieses Luftpolster in sich abgeschlossen ist und an keiner Stelle Verbindung mit der Außenluft hat. Ist das nicht der Fall, kann man durch Einblasen von kugelförmigem Isoliermaterial den ständig auskühlenden Luftstrom unterbrechen und damit die Dämmwirkung verbessern.

Aber: Bei älteren Häusern ist die Luftschicht oft durch unregelmäßiges Aufmauern, Mörtelbrocken usw. unterbrochen. Das mindert zwar nicht die Dämmung durch Luft, aber Füllmaterial kann nicht gleichmäßig im Zwischenraum verteilt werden. Und das wiederum mindert die Wirkung des Dämmmaterials. Vielleicht ist es in Ihrem Fall tatsächlich besser, als nachträgliche Wärmedämmung ein Wärmedämmverbundsystem außen auf die Außenwände aufzubringen.

Leben in der Plastiktüte


Wir renovieren ein Fachwerkhaus mit denkmalgeschützter Fassade. Die Innendämmung an den Wänden soll mit einer Kunststoff-Folie zwischen Gipskartonplatten und Dämmung versehen werden.

Da wir schon eine Folie als Rieselschutz in der Decke und eine als Schutz gegen aufsteigende Nässe im Boden haben, werden wir ja dann wie in einer Plastiktüte leben. Gibt es Alternativen?

Hier die Antwort:

Bei einer Innendämmung liegt der Taupunkt weit innen in der Wand. Weiches Dämm-Material wird durch Kondenswasser feucht, wenn es nicht mit einer Folie geschützt ist. Deshalb diese Empfehlung: Nach Auskunft des Instituts für Baubiologie und Ökologie in Neubeuern gibt es drei Alternativen:

1. Einen 4 cm dicken Dämmputz innen.
2. Eine Innenverkleidung mit magnesitgebundenen Heraklitplatten (5 cm), auf die man auch einen Dämmputz aufbringen kann.
3. Kalziumsilikat-Platten (2 cm), die hygroskopisch sind und deshalb für ein gutes Raumklima sorgen. Damit erreicht man einen vergleichbaren Wärmeschutz trotz geringerer Stärke.

Weil die Bedingungen in jedem Haus anders sind, ist es wichtig, dass vor jeder Dämm-Maßnahme innen eine bauphysikalische Diffusionsberechnung erstellt wird. Diese hilft, die richtige Art der Dämmung einzusetzen.

So macht man´s richtig


Wir wollen einige Innenflächen im Dachgeschoss in Eigenarbeit dämmen. Zwischen eine Lattenkonstruktion wollen wir das Dämmmaterial legen, darüber eine Dampfsperre anbringen und dann das Ganze mit Gipskartonplatten verkleiden. Unser Problem ist die Folie, die als Dampfsperre aufgebracht wird. Lässt man sie einfach hängen und wird sie dann hinter den Gipskartonplatten versteckt? Wird sie an den Rändern verklebt? Wenn man sie vernagelt, entstehen schließlich Löcher. Wir wollen es richtig machen, wissen aber nicht recht, wie?

Hier die Antwort:

Die Folie, die als Dampfsperre wirkt, muss stramm über die gesamte Konstruktion gespannt werden, bevor die Gipskartonplatten montiert werden. Wichtig ist dabei, dass die Nähte und die Anschlüsse an den Seitenwänden luftdicht mit einem Spezial-Klebeband verschlossen werden. Natürlich müssen die Bahnen der Dampfsperre angenagelt werden - aber nur mit wenigen Nägeln mit großen Köpfen. Hauptsächlich wird die Folie von den Gipskartonplatten gehalten, die ja auch angeschraubt werden müssen.

Wie dämmt man richtig im Dachgeschoss?

Wir haben ein Haus gekauft und überlegen, was wir wie renovieren müssen. Im Dachgeschoss sind Nut-und-Feder-Fichtenbretter aus den 80er Jahren. Darunter ist Glaswolle zwischen den Sparren. Kann man die Bretter dran lassen und Gipskartonplatten darüber montieren?


Das sagen die ExpertenFalls Sie die Räume des Dachgeschosses bewohnen möchten, reicht die vorhandene Konstruktion allein schon aus bauphysikalischen Gründen nicht aus. Daher empfiehlt es sich nicht, einfach Gipskartonplatten auf die vorhandene Holzverkleidung zu schrauben. Folgender Aufbau bietet sich an:

    1. Entfernen der Holzverkleidung und der vorhandenen Wärmedämmung aus Glaswolle.
    2. Einbau einer Wärmedämmung aus Mineralwolle-Keilen zwischen den Sparren.
    3. Einbau einer Dampfsperre.
    4. Raumseitige Verkleidung mit Gipskartonplatten.
Dämmen und sanieren

Das sagen unsere Experten: Ob die Risse mit einem einfachen Neuanstrich dauerhaft zu beseitigen sind, lässt sich aus der Ferne leider nicht beurteilen. Da der Dämmputz auf Ihrer Fassade aber nur eine Stärke von 30 mm hat und die Dämmwirkung nicht mehr ausreichend ist, wäre es grundsätzlich ratsam, eine zusätzliche Außendämmmung durch ein Wärmedämm-Verbundsystem auf der Fassade anzubringen. Sie hätten damit gleichzeitig eine gründliche Sanierung der Fassade sowie eine gute Wärmedämmung erreicht.

Ich möchte unser Dachgeschoss dämmen. Da die Ziegel noch in Ordnung sind, möchte ich das Dach nicht abdecken und die Dämmung direkt unter den vorhandenen Ziegeln anbringen lassen. Der Dachdecker meint aber, dass zwischen Ziegeln und Dämmung unbedingt eine durchgehende Unterspannbahn erforderlich ist. Stimmt das?

Um zu verhindern, dass Feuchtigkeit eindringt, muss die Dämmung auf der Außenseite unbedingt mit einer Unterspannbahn abgeschlossen werden. Für eine wirksame Wärmedämmung muss das Dach außerdem nach außen luftdicht abgeschlossen sein. Eine durchgehende Unterspannbahn zwischen Ziegeln und Dämmung ist dafür die sicherste Lösung. Wenn Sie die Dacheindeckung nicht entfernen möchten, können Sie die Unterspannbahn auch zwischen den Sparren anbringen. Die Folie sollten Sie in der gesamten Länge mit Anpressleisten befestigen. Damit eindringendes Wasser nicht in die Dämmung gelangt, sollten sich die Bahnen um zehn Zentimeter überlappen.

Gibt es eine Schutzfolie oder eine andere Möglichkeit, die Kälte von den Glasscheiben meines Wintergartens fernzuhalten?

Die wirksamste Wärmedämmung eines Wintergartens können Sie nur mit Isolierglas erreichen. Durch das Anbringen von Schutzfolien wird lediglich ein Teil der im Raum befindlichen Wärme zurückgehalten. Auch das Eindringen von äußerer Kälte kann durch die Folien nicht wirklich verhindert werden. Außerdem ist zu bedenken, dass die für diesen Zweck vorgesehenen Folien mit einer hauchdünnen Metallschicht bedampft sind, womit sich die Lichtverhältnisse im Wintergarten leicht verändern.

Unser Haus ist 50 Jahre alt und aus Bimsstein. Stimmt es, dass man Bims besser nicht isoliert?

Die Befürchtung, dass durch Montage eines Wärmedämm-Verbundsystems (WDVS) besonders mit EPS (Styropor) die Fassade „versiegelt“ würde und nicht mehr „atmen“ könne, stimmt nicht. Ein Luft- oder Wasserdampf-Austausch durch die gesamte Dicke der Außenwand ist bei keiner bekannten Fassadenkonstruktion – außer bei Lehm-Fachwerk – möglich.

Es spielt keine Rolle, welches Dämmmaterial eingesetzt wird. Wichtig ist, dass die jeweiligen Oberflächen – außen der Deckenputz, innen der Innenputz – in der Lage sind, Wasserdampf aufzunehmen und wieder abzugeben. Allerdings muss die Dicke der Dämmschicht des WDVS von einem Fachmann unter Berücksichtigung des Wandaufbaus berechnet werden, damit der „Taupunkt“ nicht innerhalb des Systems liegt.

"Hinter den Möbeln bildet sich "riechender" Schimmel an den Wänden"

Wir haben ein älteres Haus gekauft, das gut erhalten ist und an dem nicht viel renoviert werden musste. Wir haben vor allem die einfach verglasten Fenster ausgetauscht, weil diese nicht mehr dicht waren. Außenwände und Dach sind in Ordnung, der Keller ist trocken. Trotzdem hat sich im letzten Winter vor allem um die Fenster herum, aber auch in den oberen Zimmerecken und hinter den Möbeln, die an der Wand stehen, Schimmel gebildet, der sogar "riecht". Bevor wir alle Wände mit einer Schimmel abweisenden Farbe streichen, möchten wir wissen, ob das überhaupt sinnvoll ist.

Hier die Antwort:

Solange die Ursache der Schimmelbildung nicht beseitigt ist, nützt auch ein neuer Anstrich nichts. Die Ursache: Durch die verbesserte Dichtigkeit der Fenster bildet sich mehr Feuchtigkeit im Raum. Diese Feuchtigkeit schlägt sich an der nicht ausreichend gedämmten Außenwand nieder und an allen Stellen, die nicht sehr gut belüftet sind - also z. B. hinter Möbeln -, bildet sich Schimmel. Sie werden leider nicht darum herumkommen, die Außenwände zu dämmen. Auf dem Markt sind erprobte Dämmsysteme, die vom Fachmann angebracht werden müssen, damit sich nicht neue Wärme-/Kältebrücken bilden. Sollte eine äußere Wärmedämmung nicht möglich sein, können die Außenwände auch auf der Innenseite gedämmt werden. Von der Verwendung einer Schimmel abweisenden Farbe sollte man nach Möglichkeit absehen.

Die Wand neben der Haustür unseres 70er-Jahre-Hauses besteht aus Glasbausteinen. Kann man diese isolieren, ohne dass die Lichtdurchlässigkeit verloren geht?

In so einem Fall kann man ein Fensterelement mit Isolierglas direkt vor die Glasbausteine setzen. Um die Bildung von Kondenswasser zu vermeiden, ist es in jedem Fall erforderlich, den äußeren Blendrahmen des Fensterelements gegenüber der Wand/Fensterlaibung oder gegenüber den Glasbausteinen gut abzudichten, damit keine warme Innenluft in den Luftzwischenraum gelangen kann.

Diese Abdichtung erreicht man sehr gut mit „Kompriband“, einem vorkomprimierten, imprägnierten Dichtungsband aus geschlossenporigem Schaumstoff, und entsprechenden Deckleisten.

Die Kehrseite von Niedrigenergiehäusern

Wir haben ein (winddichtes) Niedrigenergiehaus gekauft, haben aber leider keine rechte Freude daran, weil wir feststellen, dass die Luft in den Räumen nicht "frisch" ist. Bei winterlichen Temperaturen möchten wir auch nicht ständig die Fenster gekippt halten oder mit offenen Fenstern lüften. Gibt es eine Lösung für dieses Problem?

Hier die Antwort:

Durch die gut gedämmte und fast luftdichte Bauweise der Niedrigenergiehäuser wird zwar viel Energie gespart, aber das Wohnumfeld wird dabei auch hermetisch von der Außenluft abgekoppelt. Da reichert sich die Luft schnell mit allerlei Schadstoffen an. Wenn dann auch noch die Luftfeuchtigkeit im Haus relativ hoch ist, kann sich Schimmel bilden und die Hausstaubmilben vermehren sich rapide. Eine Wohnungslüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, wie sie bei neueren Niedrigenergiehäusern schon zum Standard gehört, kann Ihr Problem lösen, denn eine solche Anlage kann ohne weiteres auch in ein bestehendes Haus eingebaut werden. Sie reduziert nicht nur die Luftfeuchte, sondern verringert auch die Schadstoffbelastung, weil die Luft innerhalb einer Stunde komplett ausgetauscht wird.

Seitdem eine neue Dämmung angebracht wurde durchfeuchten die Raumecken

Seitdem wir unser Haus richtig gut gedämmt haben - mit Außendämmung und neuen Fenstern -, gibt es ständig Ärger mit feuchten Ecken. An den Fensterscheiben läuft abends teilweise das Wasser richtig runter! Dabei ist es im Winter schön warm in den Räumen, eigentlich müsste es doch eher zu trocken sein. Was können wir tun?

Hier die Antwort:

Wo Menschen leben, bildet sich Luftfeuchtigkeit, in modernen Haushalten mit Waschmaschine, Trockner, Geschirrspüler usw. erst recht. Diese Luft bleibt im Haus, da ja durch die neuen, absolut dichten Fenster der Luftaustausch auf ein Minimum reduziert wurde.
Ein physikalisches Gesetz sagt: Warme Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf als kalte. Das heißt: 10 ºC kalte Luft nimmt pro m3 9,4 g Wasser auf, 20 ºC warme Luft aber 17,3 g - fast das Doppelte. Für einen Raum von 40 m3 Rauminhalt lautet die Rechnung: Bei einer Zimmertemperatur von 10 ºC werden 376 g Wasser in der Raumluft gebunden, ist der Raum 20 ºC warm, 692 g. Diese Feuchtigkeit bleibt in gut gedämmten Gebäuden ohne ausreichende Lüftung im Haus und schlägt sich vor allem an den kältesten Gebäudeteilen nieder. Das führt oft zu Schimmelbildung.

Hier hilft nur eines: Lüften. Denn die frische kalte Luft von draußen ist in der Regel trockener. Sie kann, während sie sich erwärmt, Feuchtigkeit aufnehmen, die sich dann eben nicht an den Wänden und Fenstern als Kondenswasser niederschlägt. Ein wirksamer Luftaustausch ist aber nur gewährleistet, wenn zwei- bis dreimal täglich durch weit geöffnete Fenster oder Türen richtig Durchzug entsteht. Nur so strömt die feuchte Luft nach draußen, die trockene Luft nach innen. Eine andere Lösung wäre eine automatische Be- und Entlüftungsanlage, evtl. sogar mit Wärmerückgewinnung.

Unsere Altbauwohnung hat auf der Fassade keine Dämmung. Wir haben nun Angst, dass unsere Einbauküche an dieser „Kältebrücke“ zur Außenwand von Schimmel befallen wird. Sollte man den Spalt zwischen Schränken und Außenwand daher mit Styropor luftdicht verschließen?

Ihre Befürchtung ist durchaus berechtigt. Bei einer nicht ausreichenden äußeren Wärmedämmung besteht die Gefahr, dass sich an der Wand hinter den Küchenschränken Schimmel bildet. Das können Sie mit einer Innendämmung verhindern. Es reicht aber nicht aus, einfach Dämmplatten in den Zwischenraum zu schieben. Die gesamte Außenwand muss mit einer ausreichend dicken Dämmung versehen und mit einer Dampfsperre abgeschlossen werden. Geschieht das nicht, bildet sich innerhalb der Dämmung Kondenswasser und anschließend Schimmel. Das ist ganz besonders in der Küche zu beachten, da dort relativ viel Luftfeuchtigkeit entsteht.

Wir möchten unser 18 Jahre altes Haus dämmen und anschließend mit Klinkern verkleiden. Allerdings meint unser Sohn, das Haus könne dann nicht mehr atmen, und es würde sich Schimmel bilden. Stimmt das?

Diese Befürchtung wird zwar sehr oft geäußert, trifft aber nicht zu. Ein Luft- oder Wasserdampfaustausch durch die gesamte Dicke der Außenwand ist außer bei Lehmfachwerk bei keiner Fassadenkonstruktion möglich. Wichtig ist allein, dass der Innenputz in der Lage ist, Wasserdampf aufzunehmen und wieder abzugeben. Daher sind Befürchtungen, dass eine äußere Wärmedämmung zu einer Durchfeuchtung der Innenräume und zu Schimmelbildung führen könnte, unbegründet. Das Gegenteil ist der Fall: Da die Innenflächen der Außenwände nicht mehr kalt sind, wird sich dort weniger Kondenswasser niederschlagen – und das ist ja in der Regel die Ursache für Schimmelbildung.

Wir bauen gerade ein Haus, der Rohbau steht. Können Sie uns eine Empfehlung für den Innenputz geben. Was halten Sie von Kalk?

Wir können Ihnen Kalkputz empfehlen. Dieser Putz hat eine sehr große Wasserdampf-Durchlässigkeit. Er ist in der Lage, bei hoher Luftfeuchtigkeit Wasserdampf zu speichern und die aufgenommene Feuchtigkeit später wieder an die Raumluft abzugeben. Das ist gut fürs Raumklima.

Kalkputz ist zudem alkalisch und erschwert die Ansiedlung von Schimmelsporen. Darüber hinaus ist der Putz sehr elastisch, so dass sich weniger Risse bilden.

Unser Treppenhaus hat an der Außenwand, die vor vier Jahren gedämmt wurde, Lichtöffnungen mit Glasbausteinen. Dadurch ist es im Sommer heiß und im Winter kalt. Kann man mit einer Dämmfolie Abhilfe schaffen?

Durch eine Folie lässt sich keine Wärmedämmung der Glasbausteine erreichen. Wir schlagen Ihnen stattdessen vor, von innen ein Fenster davorzusetzen. Da die Glasbausteine meist nicht so dick sind wie die Wand, in die sie eingebaut sind, bleibt nach innen eine Laibung. Davor können Sie ein Fensterelement mit Isolierglas setzen. Abgesehen von der Dämmwirkung der Verglasung entsteht so auch ein Luftzwischenraum, der ebenfalls zum besseren Wärmeschutz beiträgt.

Unter unserem Wohnzimmer befindet sich eine Garage. Der Fußboden ist nicht gedämmt. Kann man die Hohlkörpersteine der Garagendecke mit Zellulosedämmstoff ausblasen, um eine zusätzliche Dämmung zu erreichen?

Eine Dämmung ist auf jeden Fall sinnvoll. Um Wärmebrücken zu vermeiden, sollten Sie die Unterseite der Garagendecke jedoch lückenlos und vollständig dämmen. Das ist durch das Ausfüllen der Hohlkörpersteine nicht zu erreichen. Bringen Sie stattdessen Dämmstoffmatten mit einer Dicke von mindestens acht Zentimetern an. Da in Garagen nur unbrennbare Baustoffe verarbeitet werden dürfen, kommt wohl nur Mineralwolle infrage. Die Matten werden verklebt und können zusätzlich mit Tellerdübeln gesichert werden. Das Dämmmaterial muss lückenlos und pressgestoßen angebracht werden. Fugen und Unebenheiten werden mit Montageschaum ausgefüllt.

Unser altes Haus wollen wir von innen mit Verbundplatten aus Styropor und Gipskarton dämmen. Freunde haben uns gesagt, wir sollten die Platten nicht ganz dicht an die Wand montieren, damit dahinter Luft durchziehen kann. Stimmt das?

Ihre Freunde irren sich. Alle auf der Innenseite von Außenwänden angebrachten Wärmedämmsysteme müssen ohne Luftzwischenraum direkt auf die Außenwand montiert werden. Ganz wichtig ist, dass die Platten eine Dampfsperre besitzen, damit die im Raum befindliche Feuchtigkeit nicht ins Dämmmaterial einziehen und dort Schäden verursachen kann. Bei Platten mit integrierter Dampfsperre auf dicht schließende Plattenstöße achten!

Zur Dämmung des Dachbodens haben wir auf dem Fußboden Styropor verlegt und mit OSB-Platten abgeschlossen. Im Winter mussten wir feststellen, dass sich Feuchtigkeit zwischen den Dämmplatten gebildet hat. Was ist jetzt zu tun?

Vermutlich haben Sie es versäumt, vor dem Verlegen des Dämm-Materials auf dem Fußboden eine Dampfsperre einzubauen. Da eine Holzbalkendecke niemals dampfdicht ist, kann dadurch besonders während der Heizperiode warme, feuchte Luft in die Decke und die darüberliegende Wärmedämmung eindringen.

Sie kühlt dort ab, die Feuchtigkeit kondensiert, und das Dämm- Material wird durchfeuchtet. Sie sollten daher die vorhandene Dämmung wieder entfernen und den Boden gut lüften und trocknen lassen.

Danach können Sie eine Spezialfolie als Dampfsperre verlegen, auf der Sie dann eine ausreichend starke Dämmung und zum Abschluss Bodenplatten anbringen.

Ich wohne in einem alten Fachwerkhaus. Hinter den Heizkörpern habe ich bereits mit Alufolie beschichtete Platten angebracht. Eine Wärmebildkamera hat trotzdem gewaltige Wärmeverluste angezeigt. Gibt es eine wirkungsvollere Alternative?

Wie Sie festgestellt haben, besitzen die mit Alufolie beschichteten Platten fast keine Dämmwirkung, da sie nur einen Teil der Heizwärme reflektieren können. Um Wärmeverluste zu vermeiden, sollten Sie die Innenseiten der Außenwände vollständig, also nicht nur hinter den Heizkörpern, mit einer wirksamen Wärmedämmung versehen (eine Außendämmung ist bei Fachwerkhäusern in der Regel nicht möglich). Gerade bei Fachwerkkonstruktionen sind dabei wichtige bauphysikalische Einzelheiten zu beachten. Ziehen Sie daher unbedingt einen Fachmann zu Rate.

Unser Haus ist gut gedämmt, und die Heizkosten sind relativ niedrig. Trotzdem haben wir am Boden ständig eine um ein bis zwei Grad niedrigere Temperatur als in Kopfhöhe. Wie lässt sich das ändern?

Das sagen unsere Experten: Die Bodentemperatur lässt sich nur durch eine ausreichend dimensionierte Wärmedämmung verbessern. Bei unterkellerten Häusern kann man das relativ einfach durch eine lückenlose Dämmung der Kellerdecke erreichen - eine Arbeit, die sich gut in Eigenleistung ausführen lässt. Die Dämmung sollte mindestens acht Zentimeter dick sein.

Wir möchten unseren gemauerten Gewölbekeller dämmen. Wie machen wir das am besten?

Für die Wärmedämmung der gewölbten Kellerdecke empfehlen wir Ihnen Mineralwolle-Platten, da diese gebogen werden können. Sie sollten mindestens 8 Zentimeter dick sein und ohne Fugen angebracht werden. Lassen sich Lücken nicht vermeiden, müssen Sie diese mit Montageschaum ausfüllen. Da die Mineralwolle-Platten aufgrund der Wölbung des Kellers eine gewisse Spannung bekommen, reicht einfaches Verkleben nicht aus. Sie müssen zusätzlich mit Tellerdübeln gesichert werden, wie sie auch bei der Wärmedämmung von Fassaden verwendet werden.

Ich möchte die Decke meiner Garage dämmen. Sind Holzfaser-Dämmplatten dafür geeignet?

Im Hinblick auf die Dämmwirkung spricht nichts gegen die geplante Verwendung. Das Problem ist der Brandschutz. In Garagen dürfen nämlich grundsätzlich nur „unbrennbare“ Baustoffe (zum Beispiel Mineralwolle) verwendet werden. Holzfaser-Dämmplatten sind dagegen nur „schwer entflammbar“. Möglicherweise könnten Sie daher Schwierigkeiten mit dem zuständigen Bauamt und im Brandfall mit der Feuerversicherung bekommen.

"Die Wände meines Hauses sind innen mit Rigipsplatten mit Styropor ver-kleidet. Kann ich jetzt überhaupt noch eine Außendämmung anbringen, oder versottet das Mauerwerk dann?"

Die Befürchtung, dass durch ein Wärmedämmsystem die Fassade versiegelt wird und nicht mehr "atmen" kann, wird immer wieder geäußert, ist aber falsch. Ein Luft- oder Wasserdampfaustausch durch die gesamte Dicke der Außenwand ist außer bei Lehmfachwerk bei keiner bekannten Fassadenkonstruktion möglich. Wichtig ist allein, dass die jeweilige Oberfläche, auf dem Wärmedämmverbundsystem also der Deckputz, in der Lage ist, Feuchtigkeit aufzunehmen und wieder abzugeben.

Unsere Heizkörper befinden sich in schlecht isolierten Nischen unter den Fensterbänken. Wir möchten die Nischen jetzt schließen und die Heizkörper davorsetzen. Wie geht man am besten vor?

Es gibt verschiedene, relativ einfache Möglichkeiten: 1. Ausfüllen mit Gasbetonsteinen, die mit Mörtel oder Kleber verbaut werden können. 2. Einbau von Kalziumsilikatplatten. 3. Einbau von Mineralwolleplatten und Verkleidung der Oberfläche mit Gipskartonplatten. 4. Einbau von Platten aus Styrodur. Trotz ihrer harten Oberfläche sollten sie ebenfalls mit Gipskartonplatten verkleidet werden.

Unser Keller ist nicht geheizt, und so haben wir im Winter immer kalte Füße. Hilft es, im Wohnzimmer den Boden vom Keller aus zu isolieren?

Eine Wärmedämmung ist nur dann sinnvoll, wenn die gesamte Kellerdecke gedämmt wird. Beschränken Sie sich nur auf den Bereich des Wohnzimmers, treten Wärmelecks auf. Zur Dämmung sollten Sie sechs bis acht Zentimeter dicke Platten aus extrudiertem Polystyrol (Styrodur) unter die Decke kleben. Wichtig ist, dass die Platten pressgestoßen verklebt werden. Verbleibende Fugen und Lücken müssen Sie mit Montageschaum verschließen.

Um die Wärmedämmung zu verbessern, möchte ich den Rollladenkasten über meiner Terrassentür durch einen außen liegenden Rollladenkasten ersetzen. Wie kann ich den bestehenden Kasten dann am besten dämmen oder sogar ausschäumen?

Die praktikabelste Art, leere Rollladenkästen zu dämmen, ist das Ausstopfen mit Mineralwolle. Achten Sie darauf, dass das Dämmmaterial fest eingepresst wird, damit nirgendwo ein Hohlraum entsteht. Nur wenn sich konstruktionsbedingt Hohlräume nicht vermeiden lassen, sollten Sie diese mit Montageschaum ausschäumen. Von einem Ausschäumen des gesamten Kastens ist dringend abzuraten, da der Schaum erheblich nachtreibt und dies die Verkleidung beschädigen kann.

Ich möchte eine Giebelwand von innen dämmen, da die Außenwand verkleidet und in einwandfreiem Zustand ist. Man hört öfter, dass eine Innendämmung problematisch ist. Stimmt das?

Eine Hauswand mit Wärmedämmung auf der Innenseite ist besser als eine ungedämmte Wand. Innendämmungen sollten aber nur dann eingebaut werden, wenn keine Möglichkeit einer Außendämmung besteht. Wichtig ist, dass das Dämmmaterial mindestens acht Zentimeter dick ist. Die Innendämmung muss auf der Innenseite mit einer Dampfsperre luftdicht abgeschlossen werden. Die Montage erfolgt immer ohne Luftzwischenraum direkt auf der Außenwand.

Man sieht zweierlei Arten von nachträglich angebrachten Fassadendämmungen: zum einen jene auf Sockel, zum anderen die, die in die Erde hineingehen. In welchen Fällen ist der "unterirdischen" Dämmung der Vorzug zu geben?

Ein nachträglich angebrachtes Wärmedämm-Verbundsystem ins Erdreich weiterzuführen ist nur dann sinnvoll, wenn auch der Keller in die äußere Wärmedämmung ein-bezogen werden soll. Bei nicht un-terkellerten Häusern kann es ebenfalls sinnvoll sein, die im Erdreich liegende Fundamentplatte in die Wärmedämmung einzubeziehen. In beiden Fällen sollten Sie im Spritzwasserbereich bis circa 50 Zentimeter über der Bodenkante nur spezielle, fürs Erdreich zugelassene Dämmplatten und einen wasser- und frostbeständigen Dichtkleber verwenden. Wenn der Deckputz ins Erdreich gezogen wird, sollten nur Kunststoffputze mit einer geringen Wasseraufnahme eingesetzt werden. Die Wärmedämmung im Erdbereich muss außerdem vor Beschädigungen geschützt werden, zum Beispiel durch eine Drainage-platte. Zur Vermeidung von Spritzwasser sollte ums Haus anschließend immer ein etwa 30 Zentimeter breiter Kiesstreifen verlegt werden.

"Ich renoviere ein Haus mit Flachdach. Unterm Dach befindet sich eine Dämmung aus Glaswolle mit einer Alukaschierung. Da diese an einigen Stellen beschädigt ist, möchte ich eine Dampfbremsfolie anbringen. Ein Freund riet mir allerdings davon ab, weil dadurch angeblich Schwitzwasser an der Alukaschierung entsteht. Stimmt das?"

Im Gegenteil: Um Feuchtigkeit am Dämmmaterial zu verhindern, ist eine funktionierende Dampfsperre unbedingt erforderlich. Andernfalls kann nämlich warme Luft während der Heizperiode ungehindert in die Wärmedämmung eindringen. Da warme Luft immer mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kalte, würde die Feuchtigkeit auskondensieren und zu einer Durchfeuchtung des Dämmmaterials führen. Dadurch würde die Dämmwirkung schlagartig abnehmen, und durch die andauernde Feuchtigkeit bestände die Gefahr von Bauschäden. Verhindern lässt sich das Eindringen von Luft und Feuchtigkeit in die Wärmedämmung nur durch eine Dampfsperre aus einer Spezialfolie, die sorgfältig und luftdicht angebracht wird.

Wir möchten unser Haus verklinkern und ein Wärmedämmverbundsystem anbringen. Ist es für die Dämmung erforderlich, die vorhandene Luftschicht im alten Wandaufbau vorher aufzufüllen?

Ein Luftzwischenraum von einigen Zentimetern hat theoretisch einen sehr guten Wärmedämmeffekt. Voraussetzung ist aber, dass es sich um ein ruhendes Luftpolster handelt. Das bedeutet, dass der Luftzwischenraum an allen Stellen des Hauses völlig luftdicht gegenüber der Umgebung abgeschlossen sein muss. Liegt nur eine einzige kleine undichte Stelle vor, findet eine Luftzirkulation statt, die den Wärmedämmeffekt zunichte macht.
In der Regel ist davon auszugehen, dass ein solcher total abgedichteter Luftzwischenraum nicht vorliegt. Daher ist es ratsam, die Luftzwischenräume im Wandaufbau mit einem geeigneten Dämmmaterial zu füllen, indem Sie Isoliergranulate oder Mineralwolleflocken einblasen. Diese unterbrechen den ständig auskühlenden Luftstrom und erzielen damit eine gute Wärmedämmung.
Grundsätzlich ist es bei alten Häusern nicht sicher, ob der Luftzwischenraum tatsächlich in vollem Umfang zur Verfügung steht, da falsch gemauerte Steine, Mörtelbatzen et cetera ihn oft einengen. Um tatsächlich alle Wandflächen auszufüllen, sollten Sie daher zahlreiche Einfüllöffnungen anbringen, besonders über und unter Fenstern und Türen.

Unser Haus soll gedämmt werden. Müssen wir den zurückgesetzten Balkon dann auch isolieren?

Auch über die ungedämmte Bodenplatte des Balkons fließt viel Wärme ab. Deshalb sollten Sie diese wie die
Außenwände mit einer ausreichenden Wärmedämmung versehen. Diese Arbeit ist allerdings nicht einfach auszuführen. Die Dämmstoffdicke sollte auf jeden Fall von einem Baufachmann berechnet werden.

Da sie in der Regel eine Stärke von mehr als zehn Zentimetern haben sollte, wird sich das Niveau des Fußbodens deutlich erhöhen. Damit der Balkon begehbar bleibt, muss die Dämmung einen neuen Bodenbelag erhalten. Ganz wichtig ist es, die Anschlüsse an den umlaufenden Wänden dauerhaft abzudichten. Diese Arbeit sollte von Betrieben durchgeführt werden, die sich auf Balkonsanierungen spezialisiert haben.

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