Energie sparen

Fragen und Antworten zum Thema Planung & Förderung

Das Wohnglück-Team gibt Ihnen die richtigen Antworten, Ratschläge und Tipps rund um den wichtigsten Ort der Welt: Ihr Zuhause. Bitte beachten Sie, dass die Vorschläge nur unverbindlich sein können, da unsere Experten die geschilderten Sachverhalte nicht vor Ort überprüfen konnten und sich somit ausschließlich auf Ihre Beschreibung stützen.

Nach einem Defekt mussten wir die Gastherme ersetzen, nun müssen wir nach dem EEG 15% Energieeinsparung nachweisen. Wer leistet die anerkannte Energieberatung? Wie hoch sind die Kosten für eine solche Beratung?

Die Anschriften von Energieberatern finden Sie auf der „Dena-Liste“ der Deutschen Energiespar-Agentur (Dena). (www.energie-effizienz-experten.de). Wer auf einer dieser Listen aufgeführt ist, muss unabhängig sein und einen Lehrgang für Energieberatung absolviert haben.

Allerdings verrät auch die Experten-Listen nicht, ob der Energieberater z. B. ein Architekt ist und sich daher besonders für Planungsaufgaben eignet, oder ob es sich um einen Heizungsfachmann handelt, der auf Haustechnik spezialisiert ist. Aus diesem Grund sollten Sie mit dem in Aussicht genommenen Energieberater ein unverbindliches Vorgespräch führen. Fragen Sie ihn nach seiner Qualifizierung, nach Referenzen, nach Arbeitsschwerpunkten und dem Honorar bevor Sie ihn mit der Untersuchung Ihres Hauses beauftragen.

Unser Sohn hat sich ein Wohnhaus, Baujahr 1929, gekauft. Aufgrund von Familienzuwachs möchte er den Dachboden ausbauen (Isolierung, Heizung, Fenster usw.). Unsere Frage: Kann er dafür staatliche Fördermittel beantragen? Wenn ja, an wen kann er sich wenden?

Die große Anzahl unterschiedlicher Fördermittel sowie die Möglichkeit, verschiedene Programme miteinander zu kombinieren, haben zur Folge, dass wir nur ungefähre Angaben machen können.

Für die Wärmedämmung des Dachgeschosses werden Sie sicherlich Fördermittel erhalten, bei den Kosten für den eigentlichen Umbau ist es fraglich, ob unter dem Titel „Umbau und Modernisierung“ Mittel bereit stehen. Die genauen Bedingungen sind den Bafa-Formblättern und der jeweiligen Förderrichtlinie zu entnehmen (Anschrift der „Bafa“ siehe unten). Dabei ist zwischen Fördermitteln und Krediten mit verbilligten Zinsen (Zinszuschüssen) zu unterscheiden.

Diese zinsgünstigen Kredite können Hauseigentümer über ihre Hausbank als Förderdarlehn bei der staatlichen KfW-Bank beantragen. Diese leitet den Antrag an die KfW-Bank weiter und sorgt für die Abwicklung. Die Konditionen hängen davon ab, wie die Bank die Kreditwürdigkeit des Kunden und den Wert der Anlage einschätzt. Je nach Einstufung liegt der Effektivzins für einen Festzinskredit mit zehn Jahren Laufzeit bei der KfW zwischen 4,11% und 7,16%.

Seit dem 01. Juni 2013 gewährt die KfW-Bank nur dann Kredite und Zinszuschüsse, wenn für die Planung oder die Begleitung einer energetischen Maßnahme ein bei der KfW-Bank zertifizierter Energieberater tätig wird. Es werden nur noch Energieberater akzeptiert, die in der Datenbank www.energie-effizienz-experten.de aufgeführt sind. Sanierungen, die ein Experte begleitet, der nicht in der Datenbank aufgeführt ist, werden nicht mehr gefördert.

Beachten Sie bitte, dass Fördermittel, Zuschüsse und Zinsverbilligungen niemals nachträglich gewährt werden. Alle Anträge müssen vor Beginn der jeweiligen Maßnahme gestellt werden. Einige Fördermittel sind an die Bedingung geknüpft, dass die Arbeiten von Fachleuten ausgeführt werden. Ein entsprechender Nachweis (Handwerker-Rechnung) ist der Förderstelle vorzulegen. Während das Bafa Eigenleistungen unter Auflagen akzeptiert, lehnt die KfW–Bank diese ab.

Zum Abschluss die wichtigsten Anschriften:
• Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa)
Frankfurter Straße 29 – 31
65760 Eschborn/Ts.
Telefon: (0 61 96)  9 08 – 0
www.bafa.de

• KfW-Bank
Palmengartenstraße 5 – 9
60325  Frankfurt/Main
Telefon: (0 18 01) 33 55 77
www.kfw.de

Worauf muss man beim Kauf eines Hauses in Bezug auf den Energieverbrauch achten?

Ganz besonders zu beachten ist, dass ab 2006 eine neue EU-Richtlinie über den Energiebedarf von Gebäuden in Kraft tritt. Das bedeutet, dass ab 01. 07. 2006 Verkäufer einer Immobilie einen Energie-ausweis auf Anfrage vorlegen muss. Alle Gebäude, die nicht dem Standard der Energie-Einsparverordnung 2002 (EnEv) entsprechen, müssen entweder vom Verkäufer oder Käufer so nachgerüstet werden, dass sie dem geforderten Standard entsprechen. Das heißt:

  • Bei Heizungsanlagen, die vor dem 1. 10. 1978 in Betrieb genommen wurden, muss der Heizkessel ausgetauscht werden.

  • Heizungs- und Warmwasser-Rohre müssen in nicht beheizten Räumen (z. B. Keller) wärme-gedämmt werden.

  • Auf der obersten Geschossdecke (Fußboden des Dachbodens) muss eine Wärmedämmung angebracht werden, sofern das Dach nicht ausreichend gedämmt ist.

  • Die Kellerdecke muss gedämmt werden.

Das bedeutet, dass alle älteren Häuser, für die kein Energieausweis vorliegt oder die diese Bedingungen nicht erfüllen, oder schlechte Werte aufweisen, einem ganz erheblichen Wertverlust unterliegen.

Das sollten Sie bei allen Preis-verhandlungen beachten.

Der Käufer hat zwei Jahre Zeit, die erforderliche Nachrüstung durchzuführen. Eine Kontrolle der Nachrüstpflichten, hauptsächlich der Wärmedämmung, durch die Behörden erscheint schwierig und unwahrscheinlich. Die entsprechenden Durchführungsverordnungen sind je nach Bundesland verschieden.

Wir möchten Ihnen daher dringend empfehlen, das in Aussicht genommene Haus vor Abschluss eines Kaufvertrages von einem Baufachmann genau untersuchen zu lassen. Hierzu gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Beauftragung eines „öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen“. Ein solcher Fachmann, der über bauphysikalische und technische Kenntnisse verfügt, wird Ihnen sicherlich helfen können. Da die Bezeichnung „Sachverständiger“ nicht geschützt ist und sich viele so bezeichnen, sollte man immer einen öffentlich bestellten und vereidigten, d. h. einen bei Gerichten zugelassenen Sachverständigen beauftragen. Dieser Sachverständige sollte zugleich auch Energieberater sein. Anschriften erhalten Sie bei der für Ihren Wohnort zuständigen Industrie- und Handelskammer. www.svv.ihk.de.

  2. Verband Privater Bauherren e. V.

Info unter: Telefon (0 18 05) 248 248 (0,12 € pro Minute)

Internet: www.vpb.de

Mitgliedschaft obligatorisch, Mindestlaufzeit 1 Jahr, 84 € + 25 € Aufnahmegebühr,

Honorare und Fahrtkosten sind je nach Region und Berater unterschiedlich

  1. Bauherrenschutzbund e. V. Bundesbüro

Kleine Alexanderstraße 9/10 - 10178 B e r l i n

Telefon: (0 30) 3 12 80 01

F A X : (0 30) 31 50 72 11

Internet: www.bsb-ev.de

e-mail: office@bsb-ev.de

Mitgliedschaft obligatorisch, Mindestlaufzeit 1 Jahr, 132 € + 52 € Aufnahmegebühr,

Bundeseinheitliche Honorarsätze: 63,40 €/Stunde, incl. Mw-.Steuer

Selbstverständlich sind derartige Untersuchungen nicht kostenlos. Es empfiehlt sich, vor Beauftragung eines Fachmannes nach dem Honorar zu fragen. Dabei ist jedoch zu bedenken, dass dieser Betrag in keinem Verhältnis zum Kaufpreis steht und Sie möglicherweise davor bewahren kann, später erheblich mehr für Sanierungskosten zu bezahlen. Ein fundiertes Gutachten kann u. U. auch einen Kaufpreis-Nachlass bewirken.

Inwiefern gelten die Vorschriften der EnEv für denkmalgeschützte Häuser?

Die Energie-Einsparverordnung 2002 (EnEv) stellt hohe Anforderungen an den Wärmeschutz bei neu zu errichtenden Wohngebäuden. Der Gesetzgeber verlangt jedoch nicht, bestehende Gebäude an diesen Standard anzupassen (Bestandsschutz), da dies zur Folge hätte, dass der weitaus größte Teil des Wohnungsbaubestandes zwangsweise unter einem erheblichen und auch kaum zumutbaren Aufwand nachgerüstet werden müsste. Das beträfe nicht nur den kaum wärmegedämmten Baubestand der 1950er und 1960er Jahre, sondern auch stuckverzierte Gründerzeitgebäude, Fachwerkhäuser und Baudenkmäler. So werden in den §§ 16 + 17der Energie-Einsparverordnung 2002 (EnEv) Ausnahmen für Baudenkmäler oder besonders erhaltenswerte Bausubstanz zugelassen.

Bei Baudenkmäler und besonders erhaltenswerten Gebäuden dürfen die Eigentümer von den Anforderungen der Energie-Einsparverordnung 2009 (EnEV) abweichen, wenn die geforderten Maßnahmen das Erscheinungsbild beeinträchtigen würden oder wenn der Aufwand dafür unverhältnismäßig hoch wäre.

Wer kann mich (vor Ort) bezüglich möglicher Beheizungs- und Wasserversorgungsmethoden bei meinem Haus beraten?

Sicherlich wird ein unabhängiger Energieberater Sie beraten können, auf welche Weise Sie Ihr Haus beheizen und mit Warmwasser versorgen können.

Viele Eigentümer verlassen sich auf den Rat ihrer Heizungsfirma, ihres Maurers, Malers/Putzers, Fensterbauers oder vertrauen guten Freunden und Kollegen. Allerdings haben die wenigsten davon ein umfassendes Konzept. Sie sehen nur ihr eigenes Gewerk und nicht das Haus als Ganzes. Zudem sind viele ortsansässige Handwerker auf ein bestimmtes Produkt oder einen bestimmten Hersteller eingeschworen.

Deshalb ist es ganz wichtig, eine neutrale, umfassende Beratung über sämtliche auf dem Markt befindliche Produkte und innovative Lösungen zu bekommen. Längst nicht alle „Energieberater im Handwerk“ sind vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zertifiziert oder sind in der „Dena-Liste“ der Deutschen Energiespar-Agentur (www.energie-effizienz-experten.de) aufgeführt.

Denn leider ist die Bezeichnung „Energieberater“ nicht geschützt und auch nicht an spezielle Qualifikationen gebunden. Jedermann kann sich „Energieberater“ nennen. Das hat zur Folge, dass eine große Zahl von Scharlatanen Hausbesitzern Qualifikationen vorgaukelt, die nicht vorhanden sind. Sie erstellen Sanierungsprogramme, die wertlos sind und kassieren dafür große Honorare, die durch nichts gerechtfertigt sind. Neutrale und unabhängige Energieberater haben in der Regel ein technisches Studium absolviert, oftmals sind es aber auch Handwerksmeister, Techniker oder Schornsteinfeger mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation. Genauso wichtig wie die Ausbildung ist die in der Praxis erworbene Erfahrung, wie das komplexe System „H a u s“ funktioniert.

Der Energieberater muss unabhängig und neutral gegenüber Unternehmen sein, die Produkte wie Heizungen, Wärmepumpen, Solaranlagen, Fenster oder Dämmsysteme herstellen oder anbieten.

Relative Sicherheit gibt Ihnen die vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) herausgegebene Beraterliste. Darüber hinaus gibt es die „Dena-Liste“ der Deutschen Energiespar-Agentur (Dena). (www.energie-effizienz-experten.de). Wer auf einer dieser Listen aufgeführt ist, muss unabhängig sein und einen Lehrgang für Energieberatung absolviert haben.

Seit dem 01. Juni 2013 gewährt die KfW-Bank nur dann Kredite und Zinszuschüsse, wenn für die Planung oder die Begleitung einer energetischen Maßnahme ein bei der KfW-Bank zertifizierter Energieberater tätig wird. Es werden nur noch Energieberater akzeptiert, die in der Datenbank www.energie-effizienz-experten.de aufgeführt sind.

Sanierungen, die ein Experte begleitet, der nicht in der Datenbank aufgeführt ist, werden nicht mehr gefördert.

Allerdings verrät auch die Experten-Listen nicht, ob der Energieberater z. B. ein Architekt ist und sich daher besonders für Planungsaufgaben eignet, oder ob es sich um einen Heizungsfachmann handelt, der auf Haustechnik spezialisiert ist. Aus diesem Grund sollten Sie mit dem in Aussicht genommenen Energieberater ein unverbindliches Vorgespräch führen. Fragen Sie ihn nach seiner Qualifizierung, nach Referenzen und Arbeitsschwerpunkten, bevor Sie ihn mit der Untersuchung Ihres Hauses beauftragen.

Nachdem der durch die KfW-Bank zertifizierte Energieberater Ihr Haus genau untersucht hat, bekommen Sie einen Bericht. Darin wird der „Ist-Zustand“ des kompletten Hauses ausführlich analysiert. Der Energieberater schlägt mehrere Varianten für eine Heizungsanlage und eine Warmwasser-Verssorgung vor und rechnet Kosten und die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Varianten durch. Zusätzlich gibt er Ihnen Auskunft darüber, welche Fördermittel Sie erhalten können. Diese Beratung ist absolut unverbindlich. sie verpflichtet Sie zu nichts und lässt Ihnen jeden Spielraum. Sie können freiwillig entscheiden, ob und welche Maßnahmen Sie durchführen möchten.

Was viele Bauherren nicht wissen: Der Energieberater kann nicht nur Maßnahmen empfehlen, er kann – die entsprechende Qualifikation vorausgesetzt – zusätzlich die fachgerechte Ausführung der Modernisierungsmaßnahmen überwachen. Auf diese Weise können Fehler, die immer wieder auftreten, noch während der Bauphase behoben werden.

Nur die von der KfW-Bank zertifizierten Energieberatern durchgeführte „Vor-Ort-Beratung“ wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gefördert. Die ausführliche Beratung kann für ein Einfamilienhaus bis zu 750 € kosten, jedoch übernimmt das Bafa davon 400 €, bei Häusern mit drei Wohnungen 360 €.

Alle Zuschüsse beantragt der Berater. Sie werden an ihn gezahlt, und er gibt die Zuschüsse an Sie weiter. Auf der Abrechnung der Beratungskosten muss der Zuschuss für den Auftraggeber sichtbar und nachprüfbar aufgeführt werden.

Die Anschrift des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle lautet:

Frankfurter Straße 29 – 31, 65760 Eschborn/Ts., Telefon: (0 61 96) 9 08 – 0

internet: www.bafa.de

Ist beim Verkauf eines alten (Fachwerk-)Hauses ein Energiepass nötig?

Beim Verkauf Ihres (Fachwerk-)Hauses müssen Sie einen Energieausweis spätestens beim Notar vorlegen. Der muss im Kaufvertrag ausdrücklich bestätigen, dass dieser beim Abschluss des Kaufvertrages vorgelegen hat.

Dabei muss allen Beteiligten klar sein, dass man das Fachwerkhaus je nach Baujahr eventuell nicht mit der gültigen Energie-Einsparverordnung (EnEV) beurteilen kann. Die im Energieausweis angegeben Werte sind daher ohne jede praktische Bedeutung.

Die Erstellung eins Energieausweises kostet zwischen 300 – 450 €.

An wen kann man sich wenden, um bei der Erneuerung der Heizung konkret beraten zu werden?

In der Vergangenheit wurde der Austausch einer Heizungsanlage ohne Berücksichtigung der energetischen Situation des Hauses – einfach „Alt gegen Neu“ – durchgeführt, ohne die Tatsache zu beachten, dass der Heizenergieverbrauch nicht nur von der Heizungsanlage selbst sondern von den örtlichen Verhältnissen abhängig ist. Aussagen oder Empfehlungen von Heizungsanlagen, deren Leistung und Energieverbrauch sind jedoch nur möglich, wenn genaue Angaben über die energetische Situation des gesamten Hauses in allen Einzelheiten vorliegen.

  • Größe und Wohnfläche des Hauses
  • Aufbau und Wärmedämmung der Außenwände
  • Zustand der Fenster
  • Ausbauzustand und Wärmedämmung des Daches oder des Dachgeschosses
  • Wärmedämmung des Hauses gegenüber dem Keller
  • Art der Warmwasser-Versorgung

In der Vergangenheit wurden Heizungsanlagen stark überdimensioniert eingebaut, wodurch viel Heizenergieverbrauch verbraucht wurde. Um das für die Zukunft zu vermeiden, sollte vor dem Einbau einer neue Heizung genau überlegt werden, welche Kesselleistung tatsächlich erforderlich ist, und ob durch Verbesserung der Wärmedämmung, durch den Einbau neuer Fenster usw. die Heizleistung und damit der Heizenergieverbrauch gesenkt werden kann.

Aus diesem Grunde empfiehlt es ich, bevor Sie eine Maßnahme beginnen oder sich für ein bestimmtes Produkt entscheiden, einen unabhängigen Energieberater mit der Begutachtung Ihres Hauses/Ihrer Wohnung zu beauftragen. Viele Eigentümer verlassen sich auf den Rat ihrer Heizungsfirma oder vertrauen guten Freunden und Kollegen. Allerdings haben die wenigsten davon ein umfassendes Konzept. Sie sehen nur ihr eigenes Gewerk und nicht das Haus als Ganzes. Zudem sind viele ortsansässige Handwerker auf ein bestimmtes Produkt oder einen bestimmten Hersteller eingeschworen. Deshalb ist es ganz wichtig, eine neutrale, umfassende Beratung über sämtliche auf dem Markt befindliche Produkte und innovative Lösungen zu bekommen. Längst nicht alle „Energieberater im Handwerk“ sind vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zertifiziert oder sind in der „Dena-Liste“ der Deutschen Energiespar-Agentur (www.energie-effizienz-experten.de) aufgeführt.

Seit dem 01. Juni 2013 gewährt die KfW-Bank nur dann Kredite und Zinszuschüsse, wenn für die Planung oder die Begleitung einer energetischen Maßnahme ein bei der KfW-Bank zertifizierter Energieberater tätig wird. Es werden nur noch Energieberater akzeptiert, die in der Datenbank www.energie-effizienz-experten.de aufgeführt sind. Sanierungen, die ein Experte begleitet, der nicht in der Datenbank aufgeführt ist, werden nicht mehr gefördert.

Allerdings verrät auch die Experten-Listen nicht, ob der Energieberater z. B. ein Architekt ist und sich daher besonders für Planungsaufgaben eignet, oder ob es sich um einen Heizungsfachmann handelt, der auf Haustechnik spezialisiert ist. Aus diesem Grund sollten Sie mit dem in Aussicht genommenen Energieberater ein unverbindliches Vorgespräch führen. Fragen Sie ihn nach seiner Qualifizierung, nach Referenzen und Arbeitsschwerpunkten, bevor Sie ihn mit der Untersuchung Ihres Hauses/Ihrer Wohnung beauftragen.

Nachdem der durch die KfW-Bank zertifizierte Energieberater Ihr Haus/Ihre Wohnung genau untersucht hat, bekommen Sie einen Bericht. Darin wird der „Ist-Zustand“ des kompletten Hauses/der Wohnung ausführlich analysiert. Der Energieberater schlägt mehrere Varianten für eine Modernisierung und Verbesserung vor und rechnet Kosten und die Wirtschaftlichkeit der einzelnen Varianten durch. Zusätzlich gibt er Ihnen Auskunft darüber, welche Fördermittel Sie erhalten können. Diese Beratung ist absolut unverbindlich. sie verpflichtet Sie zu nichts und lässt Ihnen jeden Spielraum. Sie können freiwillig entscheiden, ob und welche Maßnahmen Sie durchführen möchten.

Was viele Bauherren nicht wissen: Der Energieberater kann nicht nur Maßnahmen empfehlen, er kann – die entsprechende Qualifikation vorausgesetzt – zusätzlich die fachgerechte Ausführung der Modernisierungsmaßnahmen überwachen. Auf diese Weise können Fehler, die immer wieder auftreten, noch während der Bauphase behoben werden.

Nur die von der KfW-Bank zertifizierten Energieberatern durchgeführte „Vor-Ort-Beratung“ wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) gefördert. Die ausführliche Beratung kann für ein Einfamilienhaus bis zu 750 € kosten, jedoch übernimmt das Bafa davon 400 €, bei Häusern mit drei Wohnungen 360 €. Macht der Berater eine thermografische Untersuchung (Wärmebild), wird diese zusätzlich mit 100 € bezuschusst; gibt er auch Hinweise zum Stromsparen, kommen noch einmal 50 € dazu. Der gesamte Förderbetrag ist jedoch auf 50% der Beratungskosten begrenzt. Alle Zuschüsse beantragt der Berater. Sie werden an ihn gezahlt, und er gibt die Zuschüsse an Sie weiter. Auf der Abrechnung der Beratungskosten muss der Zuschuss für den Auftraggeber sichtbar und nachprüfbar aufgeführt werden.

Die Anschrift des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle lautet:
Frankfurter Straße 29 – 31
65760 Eschborn/Ts.
Telefon: (0 61 96) 9 08 – 0
www.bafa.de

Wenn Sie zunächst eine Einschätzung haben möchten, ob Ihr Haus zu viel Energie verbraucht, wenden Sie sich an die nächst gelegene Verbraucher-Zentrale (VZ). In mehr als 400 Orten beraten erfahrene Fachleute zur Energie-Einsparung und zum Einsatz erneuerbarer Energien in privaten Wohngebäuden. In der Regel werden folgende Themen besprochen:

  • Haustechnik (z. B. Heizungsanlagen, Regeltechnik/Steuerung, Wärmepumpen, Lüftungsanlagen)
  • Baulicher Wärmeschutz (z. B. Wärmedämmung, Dämm-Materialien, Dämmstoffdicken, Wärme-/Kältebrücken)
  • Stromverbrauch (z. B. Haushaltsgeräte, Stand-by, Kennzeichnung des Energieverbrauchs)

Die Beratung findet nach einer Terminabsprache in der jeweiligen Beratungsstelle statt. Zu diesem Gespräch sollten Sie – soweit vorhanden – schriftliche Unterlagen mitbringen, die es dem Berater erleichtern, schnell einen Überblick zu erhalten:

  • Baupläne des Hauses /der Wohnung
  • das Schornsteinfegerprotokoll der letzten Überprüfung Ihrer Heizung
  • alle Energiekosten-Abrechnungen der letzten Jahre (die Rechnungen für Heizöl, Gas, Fernwärme oder Strom)
  • eventuell aussagekräftige Fotos spezieller Einzelheiten (z. B. das zu dämmende Dach, Fußboden des Dachbodens, Partien mit Schimmelbildung)

Für diese qualifizierte Beratung hat der Ratsuchende einen Kostenbeitrag von 20 € zu zahlen. Der weitaus größere Anteil der weiteren Kosten wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) getragen. Zunächst wird versucht, die Beratung in der Beratungsstelle der Verbraucher-Zentrale (VZ) durchzuführen. Für den Fall, dass sich die Energie-Situation sich dort nicht abschließen klären lässt, kann ein Ortstermin vereinbart werden, bei dem ein Fachmann, das Haus/die Wohnung in Augenschein nimmt und anschließend eine individuelle Lösung dafür ausarbeitet. Für einen solchen Ortstermin wird ein Eigenanteil von 45 € berechnet, der vom Bafa erheblich bezuschusst wird.

Können Sie mir sagen, wo ich die Zuschüsse für eine Solaranlage beantragen kann?

Für Solaranlagen zur Warmwasserbereitung gewährt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Zuschuss von 60 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche (mindestens 410 Euro pro Anlage). Für Kombianlagen, die die Heizung und die Warmwasserbereitung unterstützen, gibt es pro Quadratmeter 105 Euro Zuschuss. Zusätzlich kann man bei besonders gut gedämmten Häusern einen Effizienzbonus erhalten. Weitere Infos erteilt das BAFA, Tel. (06196) 90 80, www.bafa.de. Dort können Sie die Zuschüsse auch beantragen.

Wir wollen unser Haus verkaufen. Müssen wir uns dafür einen Energieausweis besorgen?

Grundsätzlich müssen Haus- und Wohnungseigentümer jedem potentiellen Käufer oder Mieter seit Anfang 2009 auf Verlangen unverzüglich einen gültigen Energieausweis für die betreffende Immobilie vorlegen. Ab 2013 muss dieser Energieausweis von Verkäufern oder Vermietern aktiv – also grundsätzlich ohne Nachfrage – vorgelegt werden. Allerdings steht noch nicht fest, in welcher Weise diese Vorgabe konkret umgesetzt werden soll.

Eine behördliche Kontrolle der Vorlage und Richtigkeit des Energieausweises erfolgt bisher nicht. Der Gesetzgeber verlässt sich darauf, dass sich der Markt selbst reguliert und Vermietung oder Verkauf in Zukunft ohne Vorlage eines Energieausweises kaum noch möglich sein wird.

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